Wirtschaft

In fünf Bundesländern Verdi ruft Post-Mitarbeiter zu Warnstreik auf

imago65077793h.jpg

Verdi fordert sechs Prozent mehr Lohn für die rund 130.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns.

(Foto: imago/Karina Hessland)

Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und der Deutschen Post kommen nicht voran. Im Ringen um mehr Gehalt setzt die Gewerkschaft ein weiteres Zeichen. In mehreren Bundesländern sollen Post-Angestellte vorübergehend streiken.

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post erhöht die Gewerkschaft Verdi den Druck bei ihrer Forderung nach höheren Löhnen. Die Gewerkschaft rief Beschäftigte in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, im Saarland und in Bayern dazu auf, vorübergehend ihre Arbeit niederzulegen. Auch Zusteller an zehn NRW-Standorten sollen in den Warnstreik gehen.

Die betroffenen Post-Niederlassungen in NRW sind in Dortmund, Duisburg, Essen, Hagen, Münster, Herford, Köln, Bonn, Düsseldorf und Siegen, das eine gemeinsame Niederlassung mit dem hessischen Gießen hat. Bei Kundgebungen in Köln und Dortmund werden am Donnerstagvormittag mehrere Hundert Post-Beschäftigte erwartet.

"Die Beschäftigten haben eine deutliche Tariferhöhung verdient", erklärte Verdi-Landesfachbereichsleiterin Birgit Sperner: "Die Post bietet bisher nichts." Nach Angaben der Gewerkschaft versammelten sich am Vormittag rund 1500 Beschäftigte in Köln, Dortmund, München, Nürnberg, Plattling, Kaiserslautern und Neumünster zu Kundgebungen.

Anfang der Woche war auch die dritte Runde der Tarifgespräche ohne greifbares Ergebnis geblieben. Am 26. Und 27. Februar soll es in Bonn neue Gespräche geben. Verdi fordert sechs Prozent mehr Lohn für die rund 130.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns. Zudem will die Gewerkschaft durchsetzen, dass Mitarbeiter einen Teil der künftigen Entgelterhöhung in freie Zeit umwandeln können. Ein neuer Tarifvertrag soll für ein Jahr gültig sein.

Post-Chef Frank Appel hatte die Gewerkschaft in der Vergangenheit vor überzogenen Forderungen gewarnt. Der Konzern habe "keinen großen Spielraum für signifikante Steigerungen der Löhne". Das weltweit agierende Unternehmen fahre den Löwenanteil seiner Gewinne abseits des deutschen Heimatmarktes ein: "Das Geld ist in anderen Ländern verdient worden." In der letzten Tarifrunde 2015 hatten sich beide Seiten erst nach massiven Streiks auf einen Abschluss verständigen können.

Quelle: ntv.de, mba/AFP/rts