Wirtschaft

Warnstreiks ab nächster Woche Verdi stemmt sich gegen Bankenfusion

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Verdi-Protestaktion vor der Deutschen Bank in Frankfurt am Main im Mai 2015.

(Foto: picture alliance / dpa)

Während Deutsche Bank und Commerzbank an einer möglichen Fusion feilen, haben sich ihre Mitarbeiter bereits vereinigt. Gemeinsam wollen sie den Zusammenschluss verhindern. Befürchtet wird der Abbau von 30.000 Arbeitsplätzen.

Mitarbeiter von Deutscher Bank und Commerzbank wollen nach Informationen des "Handelsblatts" gemeinsam Widerstand gegen eine Fusion der zwei größten deutschen Privatbanken leisten. Darauf hätten sich die bei der Gewerkschaft Verdi organisierten Arbeitnehmervertreter beider Geldhäuser bei einem Treffen verständigt, schreibt die Zeitung unter Berufung auf "mehrere mit dem Thema vertraute Personen". Verdi befürchtet bei einer Fusion den Abbau von bis zu 30.000 Arbeitsplätzen. "Dass da einfach zugeguckt wird, davon kann niemand ernsthaft ausgehen", hatte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske gesagt.

Tags zuvor hatten beide Banken bekannt gegeben, dass es Gespräche über einen Zusammenschluss gebe. Der Vorstandschef der Commerzbank, Martin Zielke, versprach seinen Mitarbeitern eine möglichst schnelle Entscheidung. "Wir werden die Zeit der Unsicherheit, die durch die Sondierung entsteht, so kurz wie möglich halten und hart dafür arbeiten, schnell zu einem Ergebnis zu kommen", schrieb Zielke seinen Mitarbeitern in einer internen Mitteilung. Die Commerzbank werde "selbstbewusst und mit klaren Vorstellungen" in die Verhandlungen gehen. "Wir haben eine klare Strategie", fügte er hinzu.

Der Verdi-Protest soll mit dem Slogan "Getrennt in den Farben, gemeinsam in den Zielen" geführt werden, wie das "Handelsblatt" berichtete. Die Planungen der Gewerkschaft sehen demnach vom 28. März an auch Warnstreiks im Zuge der laufenden Tarifrunde vor. Die Streiks sollen an jedem Arbeitstag in einer anderen Stadt durchgeführt werden, hieß es.

EU-Kommission plant keine Einmischung  

Währenddessen erklärte die EU-Kommission, sie erwarte, dass bei einer möglichen Fusion der beiden Geldhäuser keine Steuergelder fließen werden. "Ich gehe davon aus, dass bei einem Zusammenschluss der beiden Institute keine staatlichen Gelder fließen oder irgendwelche Garantien gemacht werden", sagte Valdis Dombrovskis, der Vizepräsident der EU-Kommission, der Zeitung "Die Welt". Damit müsse die Kommission wohl auch kein Beihilfeverfahren eröffnen.

In den Fusionsplänen der beiden Institute sieht Dombrovskis zunächst einmal kein Thema für die Politik. "Das sind privatwirtschaftliche Entscheidungen, da mischen wir uns nicht ein". Die zwei Banken müssten selbst darüber entscheiden, ob sie zusammengehen wollten und das als vorteilhaft erachteten oder nicht. "Wir schauen dann nur, welche Folgen das für den Wettbewerb hat und ob wir das genehmigen können", sagte Dombrovskis.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa/rts

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