Wirtschaft

Ebbe auf Baustelle in Grünheide Versorger dreht Tesla das Wasser ab

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Tesla baut seit einigen Monaten mit vorläufigen Genehmigungen für einzelne Bauschritte.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mehrere Erinnerungen, Mahnungen und eine Sperrandrohung bleiben unbeantwortet. Nun greift der Wasserverband Strausberg-Erkner zu einem drastischen Mittel: Auf der Baustelle für die Tesla-Fabrik in Grünheide herrscht Ebbe. Sonderregelungen "für irgendwen" würden nicht akzeptiert.

Der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) hat auf der Baustelle für die Tesla-Fabrik bei Berlin das Wasser abgedreht. Dadurch kann derzeit nicht weitergebaut werden. Das US-Unternehmen habe seine Wasserrechnung nicht bezahlt, wie eine Sprecherin erklärte. Zur Höhe der ausstehenden Rechnungsbeträge machte der WSE keine Angaben. Demnach seien mehrere Erinnerungen, Mahnungen und eine Sperrandrohung mit 14-tägiger Frist ohne Antwort geblieben. Laut Sprecherin sei die Maßnahme auch als Warnung an den Bauherrn gedacht, es gäbe "keine Sonderregelung für irgendwen".

Erst in der Nacht zu Mittwoch hatte Tesla nach mehreren Wochen Verzögerung einen Erschließungsvertrag mit dem Wasserverband unterzeichnet und damit eine wichtige Hürde für die Genehmigung der Fabrik genommen. Bei dem Vertrag geht es um die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung für die erste Ausbaustufe der Fabrik. Vonseiten des Wasserversorgers sei das Dokument bereits seit Mitte September unterschriftsreif, das Unternehmen habe aber aus unbekannten Gründen erst einen Monat später unterzeichnet, so die Sprecherin.

Tesla hatte seinen prognostizierten Wasserverbrauch in der Spitze nach Kritik von 3,3 Millionen auf rund 1,4 Millionen Kubikmeter im Jahr gesenkt. In dem Vertrag sind Erschließungskosten und Leitungsverläufe festgelegt. In Grünheide will Tesla vom kommenden Sommer an Elektroautos herstellen. Der US-Konzern plant in einer ersten Stufe 500.000 Elektroautos pro Jahr mit rund 12.000 Mitarbeitern.

Umweltschützer und Anwohner befürchten negative Folgen für Natur und Grundwasser durch den Bau. Die umweltrechtliche Genehmigung für das Projekt durch das Land Brandenburg steht zwar noch aus, Tesla baut aber bisher schon mit vorläufigen Genehmigungen für einzelne Bauschritte. In den Unterlagen für den Bebauungsplan der Gemeinde Grünheide sind bereits weitere Ausbaustufen enthalten.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP/dpa