Wirtschaft

Ist Innovation ranzig geworden? "Viele Startup-Zentren haben Waterloo erlebt"

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Die Haufe Group beschäftigt etwa 2000 Mitarbeiter in sieben Ländern.

(Foto: Haufe Group)

Joachim Rotzinger kann man als hoffnungsvollen Unternehmenslenker bezeichnen. Der Geschäftsführer des Medienhauses Haufe Group ist überzeugt, dass wir keinen deutschen Ableger des Silicon Valley in den USA brauchen. Warum, erzählt er im Podcast "So techt Deutschland".

Erst kürzlich hat Haufe mit der Corona-Studie "Wir nach Corona" aufhorchen lassen. Vier Gruppen von Unternehmen haben sich dabei abgegrenzt: die Schlagkräftigen, die Unsicheren, die Hoffnungsvollen und die Resignierten.

Joachim Rotzinger kann man problemlos als hoffnungsvollen Unternehmenslenker bezeichnen. Seiner Meinung nach wird es ein Zurück in die Arbeitswelt vor Corona nicht geben. Längerfristig werden sich ganze Wertschöpfungsketten verändern, meint der Geschäftsführer der Haufe Group. Er verweist auf Unternehmen wie Heideldruck und Hans Grohe, die in "ihrer Wertschöpfung dabei sind, sich selbst infrage zu stellen".

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Joachim Rotzinger ist seit 2010 Teil der Geschäftsführung der Haufe Group.

(Foto: Haufe Group)

Das gilt auch für sein Unternehmen: "Lieber kannibalisieren wir uns selbst, bevor es ein anderer tut", sagt Rotzinger und meint damit im Zweifel einen der Giganten aus dem Silicon Valley. Seiner Meinung nach brauchen wir keinen deutschen Ableger der milliardenschweren Innovations- und Tech-Schmiede. Wir sollten uns gut anschauen, was dort und in Asien passiere, aber "wir sollten auch selbstbewusst genug sein, unsere eigenen Gedanken nach vorne zu treiben", appelliert Rotzinger.

Nichts hält der Haufe-Chef von Startup-Zentren, die vor Jahren von einigen Unternehmen gegründet wurden: "Wenn man dann nach einigen Jahren schaut, was ist an nachhaltiger Innovation herausgekommen, dann haben viele letztlich ein Waterloo erlebt", sagt Rotzinger.

Aus seiner Sicht ergebe es nicht unbedingt Sinn, immer alles voneinander zu trennen. Nach dem Motto: "Ein Teil der Mitarbeiter verdient als langweilige Arbeitsbienen das Geld und die anderen sind die coolen Jungs, die die Zukunft erfinden." Es müssten alle Mitarbeiter mitgenommen werden: "Da steckt so viel Herzblut bei den Menschen, die die heutigen Geschäfte betreiben, es gibt so viele Ideen und Know-how", sagt Rotzinger überzeugt und zitiert einen Kollegen, der ihm vor Jahren mitgegeben hat: "Innovativ ist ein Produkt dann, wenn es ein Kunde kauft."

Warum Joachim Rotzinger gerne mal einen Tag mit Amazon-Chef Jeff Bezos verbringen würde, erzählt er in der neuen Folge von "So techt Deutschland".

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Quelle: ntv.de