Wirtschaft

Musk testet VWs in Braunschweig Volkswagen-Betriebsrat will Tesla überholen

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Ein ID.3 entsteht im VW-Werk in Zwickau.

(Foto: picture alliance/dpa)

Tesla weitet seine Fertigung mit dem neuen Werk in Brandenburg um bis zu 500.000 Autos im Jahr aus. VW werde allerdings noch schneller noch mehr E-Autos produzieren, glaubt Volkswagens Betriebsratschef Osterloh. Auch bei der Software werde man den US-Konkurrenten bald einholen.

Der Automobilkonzern Volkswagen ist aus der Sicht von Betriebsratschef Bernd Osterloh auf einem guten Weg, sich gegen den Elektroauto-Pionier Tesla zu behaupten. "Inzwischen sind wir mitten drin in der Elektrifizierung unserer Flotte", sagte Osterloh der "Welt am Sonntag". Er sehe gute Chancen, dass VW den US-Hersteller Tesla bei den Stückzahlen und bei der Software überholen könne.

Osterloh erklärte mit Blick auf den amerikanischen E-Auto-Pionier: "Wenn Tesla drei Fabriken aufbaut, in denen man zwischen 300.000 und 500.000 Autos bauen kann, dann reden wir von einer Stückzahl zwischen 900 000 und 1,5 Millionen." Der Betriebsratschef betonte: "Das wollen wir 2023 auch erreichen, wahrscheinlich schon früher." VW habe mit dem modularen Elektrobaukasten einen großen Vorteil, sagte Osterloh. "Darauf können wir beliebige Fahrzeuge aller Marken bauen." Den noch bestehenden Vorsprung Teslas bei der Software wird VW mit seiner eigenen im "Projekt Artemis" gebündelten Entwicklung einholen, zeigte sich Osterloh überzeugt.

Tesla baut derzeit eine Elektroautofabrik in Grünheide bei Berlin. Ab Sommer 2021 sollen dort rund 500 000 E-Autos im Jahr vom Band rollen. Die komplette umweltrechtliche Genehmigung durch Brandenburg steht allerdings noch aus. Nach Osterlohs Worten könnten Elektroautos auch im Stammwerk Wolfsburg gebaut werden. "Es besteht natürlich die Möglichkeit, den Standort Wolfsburg auf Elektroautos umzurüsten", sagte er. "Wenn die Stückzahlen der Verbrenner stark runtergehen, dann werden wir als Betriebsrat fordern, dass wir hier auch ein Batteriefahrzeug fertigen."

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Osterloh glaubt an die Stärke von VW.

(Foto: picture alliance/dpa)

Laut "Handelsblatt" machte Tesla-Chef Elon Musk bei seinem Deutschlandbesuch auch eine Stippvisite bei Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess. Ein VW-Sprecher bestätige dem Bericht zufolge das Treffen der beiden Vorstandschefs. Zum Inhalt machte er keine Angaben. Diess und Musk schätzen einander und haben sich in der Vergangenheit gegenseitig dafür gelobt, dass sie es jeweils mit der Elektromobilität ernst meinen. Musks Flieger landete demnach am Mittwochabend auf dem Flughafen Braunschweig - und VW hatte eigens die neuen E-Fahrzeuge ID3 und ID4 nach Braunschweig gebracht, um sie dem Tesla-Chef vorzustellen. Bei der Gelegenheit drehte Musk auch eine Runde auf dem Flughafengelände.

Diess schwärmte der Zeitung zufolge schon 2017 als damaliger Markenchef von Volkswagen bei der IAA: "Tesla wird der relevanteste Wettbewerber für Volkswagen."

Quelle: ntv.de, mbo/dpa