"Wir reden nicht von Panzern"Volkswagen plant Einstieg ins Rüstungsgeschäft

Bereits im vergangenen Monat gibt es Berichte, dass Volkswagen in der Rüstungsbranche aktiv werden könnte. Konzernchef Blume bestätigt das nun. Ein Werk könnte bereits ab dem kommenden Jahr einer neuen Aufgabe zugeführt werden.
Die Zukunft des Volkswagen-Standorts Osnabrück könnte in der Verteidigungsindustrie liegen. "Wir werden in Osnabrück ab 2027 keine Produkte des Volkswagenkonzerns mehr produzieren und sind deshalb in intensiven Gesprächen mit Unternehmen der Verteidigungsbranche", sagte Konzernchef Oliver Blume der "Bild"-Zeitung. Er sei "sehr zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr dazu eine Entscheidung treffen werden", fügte er hinzu. Die Fahrzeugproduktion im früheren Werk des Kleinserien-Autobauers Karmann in Osnabrück soll im Rahmen eines Sparplans im kommenden Jahr auslaufen.
"Sicherheit will und braucht jeder in Deutschland", sagte Blume. "Es gibt einen klaren Auftrag der Bundesregierung, unser Land verteidigungsfähig zu machen." Laut Blume sieht der Konzern darin eine große Chance, "in der Automatisierung und in der Qualifikation unserer Mannschaft in Osnabrück einen Beitrag zu leisten."
Trotz der neuen Ausrichtung betonte der Konzernchef, dass Volkswagen keine Waffen produzieren werde. "Wir werden unser Know-how dort einbringen, wo wir am besten sind, Fahrzeuge für den militärischen Transport könnten eine Richtung sein", sagte er. "Wir reden nicht von Panzern."
Im März hatte die "Financial Times" berichtet, der Wolfsburger Autobauer verhandle mit dem israelischen Staatskonzern Rafael Advanced Defence Systems, um in dem Werk mit 2300 Arbeitsplätzen künftig Teile für das israelische Raketenabwehrsystem "Iron Dome" zu fertigen. Demnach sollen unter anderem Lastwagen für den Transport der Raketen gebaut werden, außerdem Startvorrichtungen und Stromgeneratoren, aber nicht die Geschosse selbst.