Wirtschaft

Rekordgewinn auf Mieter-Kosten? Vonovia knackt die Milliardenmarke

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Vonovia erhöhte die Mieten im Schnitt auf 6,52 Euro pro Quadratmeter.

(Foto: picture alliance / Roland Weihra)

Im vergangen Jahr fährt der Immobilienkonzern Vonovia einen Rekordgewinn ein. Das liegt an Zukäufen, aber vor allem auch an höheren Mieteinnahmen. Kritiker werfen dem Unternehmen Preistreiberei vor.

Dank Zukäufen im Ausland und höherer Mieteinnahmen hat der Immobilienkonzern Vonovia im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld verdient. Deutschlands größter Immobilienkonzern verdiente 2018 nach eigenen Angaben rund 1,07 Milliarden Euro, 15,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

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Vonovia hat im vergangenen Jahr mit dem Kauf der Buwog in Österreich und der Victoria Park in Schweden kräftig expandiert. Inzwischen verwaltet der Konzern fast 400.000 Wohnungen, davon rund 23.000 in Österreich und etwa 14.000 in Schweden.

In Deutschland laufen die Geschäfte für Vonovia gut: Am Jahresende 2018 war der Wohnungsbestand des Bochumer Unternehmens nahezu voll vermietet. Der Leerstand lag mit 2,4 Prozent leicht unter dem Niveau von 2017. Die Mieteinnahmen stiegen um gut 13 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro.

Kritik von Mieterbünden

Insgesamt erhöhte Vonovia die Mieten im Schnitt auf 6,52 Euro pro Quadratmeter - rund vier Prozent mehr als 2017. Vor allem in den Ballungsräumen, in denen Wohnraum knapp ist und in die immer mehr Menschen ziehen, will der Konzern auch 2019 die Mieten erhöhen.

Vorstandschef Rolf Buch erwartet nicht zuletzt deshalb einen Anstieg des operativen Ergebnisses auf 1,14 bis 1,19 Milliarden Euro. Für den Neubau von Wohnungen, Modernisierungen und die Instandhaltung will er in diesem Jahr rund zwei Milliarden Euro ausgeben.

Neu fertiggestellt wurden 2018 rund 1100 Wohnungen, in diesem Jahr peilt Buch 2700 an. In den kommenden Jahren will das Unternehmen insgesamt mehr neu bauen, nachverdichten und auf bestehende Wohnhäuser weitere Stockwerke setzen.

In den vergangenen Monaten sind Vonovia und andere großen börsennotierten Wohnungskonzerne in die Kritik geraten. Mieterbünde kritisieren hohe Mieterhöhungen nach Modernisierungen, oft zögerliche Instandhaltungsarbeiten, undurchsichtige Nebenkostenabrechnungen.

Quelle: ntv.de, hny/rts/dpa