Wirtschaft

"Dysfunktionales System" WTO-Chef warnt vor weltweiter Krise

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WTO-Chef warnt vor einem zerstörerischen Dominoeffekt im Handelskrieg zwischen Amerika und China.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Chef der Welthandelsorganisation fordert die 164 Mitgliedstaaten eindringlich auf, konstruktiv zusammenzuarbeiten, um die WTO zu stärken. Durch den Handelskrieg drohe das "Gesetz des Dschungels", die globale Wirtschaft könnte in eine Rezession stürzen.

Roberto Azevedo, der Generaldirektor der Welthandelsorganisation WTO, warnt angesichts des von US-Präsident Donald Trump begonnenen Handelskriegs vor einem Zerfall der Organisation: "Die WTO ist die letzte Institution, die uns in unserer heutigen Situation noch vom Gesetz des Dschungels im Welthandel trennt", sagte Azevedo der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Das Welthandelssystem befinde sich in der schwersten Krise seit neun Jahrzehnten: "Sie müssen bis in die dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurückgehen, um eine Zeit zu finden, in der das System so dysfunktional war wie heute", sagte er der Zeitung. Wenn die Regeln der Welthandelsordnung nicht mehr beachtet würden, drohe die globale Wirtschaft in eine Rezession abzugleiten, sagte der Brasilianer. Azevedo mahnte die 164 Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation zur konstruktiven Zusammenarbeit und Reform der Organisation.

Azevedo äußerte sich auch zu einem möglichen EU-Austritt Großbritanniens ohne Austrittsvertrag. Der WTO-Chef stellte klar, dass es im Falle eines solchen No-Deal-Brexit keine Sonderregeln geben könne für den wichtigen Handel über den Ärmelkanal hinweg: Laut WTO-Regeln wäre ein zollfreier Handel zwischen EU und Großbritannien nach einem ungeregelten Brexit nur dann möglich, wenn zugleich auch die Zölle für alle anderen Handelspartner gestrichen würden, sagte Azevedo. Der WTO-Chef widersprach damit Darstellungen von britischer Seite. Der britische Premierminister Boris Johnson hat immer wieder bekräftigt, dass sein Land die EU auf jeden Fall Ende Oktober verlassen werde - ob mit oder ohne Austrittsabkommen.

Quelle: n-tv.de, ddi/DJ

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