Wirtschaft

Niemand will mRNA-Alternative Wall Street bestraft Novavax' miesen Vakzin-Absatz

281144767.jpg

Anders als die Impfstoffe von Biontech und Moderna beruht das Novavax-Vakzin nicht auf der mRNA-Technologie.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit seinem Corona-Impfstoff will Novavax vor allem bei Impfskeptikern punkten. Doch die Alternative zu Biontech und Moderna versauert in den Regalen. Der Pharmariese muss deshalb seine Umsatzprognose einstampfen. Die Wall Street zieht entsprechende Konsequenzen.

Die Wall Street hat am Dienstag Verluste hinnehmen müssen. In Erwartung der am Mittwoch anstehenden US-Verbraucherpreise für Juli wagten sich viele Investoren nicht aus der Deckung. Eine starke Teuerungsrate würde die Zinssorgen der Anleger schüren, die zuletzt schon aus dem rasanten Stellenaufbau in den USA Signale für größere Zinsschritte der Notenbank Federal Reserve herausgelesen hatten.

S&P 500
S&P 500 3.594,67

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handelstag 0,2 Prozent leichter bei 32.774 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,4 Prozent auf 4122 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 1,2 Prozent auf 12.493 Stellen ein. In Frankfurt war der DAX 1,0 Prozent schwächer bei 13.551 Punkten aus dem Handel gegangen.

"Musik in den Ohren der Fed"

Eine Umfrage der New Yorker Notenbank vom Montag zeigte, dass die Inflationserwartungen der Verbraucher im Juli stark zurückgegangen sind. "Das ist Musik in den Ohren der Fed, denn wenn sich dieser Trend fortsetzt, bedeutet das, dass die Fed die Zinsen nicht mehr so aggressiv anheben muss", konstatierten die Analysten der Deutschen Bank. "Eine ihrer größten Befürchtungen ist, dass höhere Inflationserwartungen zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung einer tatsächlichen höheren Inflation führen werden."

Eine hohe Inflationsrate nach dem überraschend starken US-Arbeitsmarktbericht in der vorangegangenen Woche könnte aus Sicht der Börsianer den Boden für weitere kräftige Zinserhöhungen bereiten. Händler gehen davon aus, dass die Fed die Zinsen im September mit einer Wahrscheinlichkeit von rund zwei Dritteln erneut um 75 Basispunkte anheben wird.

Niemand will Novavax-Impfstoff

Auf den Tech-Werten lastete ein pessimistischer Ausblick des Speicherchipherstellers Micron. Dem Konzern machen eine schwächere PC-Nachfrage und die anhaltenden Lieferengpässe zu schaffen. Für das vierte Geschäftsquartal bis Ende August rechnet Micron damit, dass die Erlöse entweder noch knapp an die Prognose von rund 7,2 Milliarden Dollar heranreichen oder leicht darunter liegen. Im Vorjahreszeitraum waren es fast 8,3 Milliarden Dollar.

Micron-Papiere gaben 5,6 Prozent nach. In ähnlichem Ausmaß büßten auch die Rivalen Nvidia sowie Advanced Micro Devices (AMD) an Wert ein. Sie setzten damit ihre Talfahrt vom Vortag nach einer ähnlichen Umsatzwarnung von Nvidia fort.

Novavax
Novavax 19,28

Novavax brachen mehr als 29 Prozent ein, nachdem der Biotech-Konzern seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr halbiert hatte. Grund ist die mangelnde Nachfrage nach seinem Corona-Impfstoff, vor allem in ärmeren Ländern. Doch auch in den USA bleibt Novavax auf seinem Vakzin sitzen, das dort erst kürzlich für den Einsatz bei Erwachsenen zugelassen worden war.

Es gab die Erwartung, dass vor allem Impfskeptiker zugreifen, die den mRNA-basierten Mitteln von Moderna und Biontech/Pfizer kritisch gegenüberstanden. Doch bisher wurden in den USA gerade einmal etwas mehr als 7300 Dosen des sogenannten Totimpfstoffs von Novavax verabreicht.

Quelle: ntv.de, chr/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen