Wirtschaft

Dow Jones schließt im Minus Wall Street legt Verschnaufpause ein

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An der Wall Street boten neue Konjunkturdaten Anlass zur Vorsicht.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Nach der jüngsten Rekordjagd legt die Wall Street eine Pause ein. Die wichtigsten Indizes schließen leicht im Minus. Insgesamt bleibt die Stimmung am Aktienmarkt aber durchaus gut, nachdem US-Notenbankchef Powell zuletzt die Anleger beruhigt hat.

Die großen US-Aktienindizes haben Mini-Verluste verzeichnet und damit die jüngsten Gewinne konsolidiert. Erst am Montag hatten S&P-500 und Nasdaq-Composite neue Rekordstände markiert. Der Dow-Jones-Index schloss 0,1 Prozent tiefer bei 35.361 Punkten. Der S&P-500 verlor ebenfalls 0,1 Prozent, und der Nasdaq-Composite tendierte kaum verändert. Nach ersten Angaben gab es an der Nyse 1.723 (Montag: 1.431) Kursgewinner und 1.585 (1.875) -verlierer. Unverändert gingen 141 (121) Titel aus dem Handel.

Anlass zur Vorsicht boten neue Konjunkturdaten. Sowohl der Chicago-Einkaufsmanagerindex als auch das Verbrauchervertrauen, jeweils für August, fielen schwächer aus als erwartet. Allerdings minderte dies auch die Sorge rund um die bevorstehende geldpolitische Wende in Richtung Straffung.

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Denn übergeordnet stützt immer noch das billige Zentralbankgeld. Erst am Freitag hatte US-Notenbankchef Jerome Powell bei seinem Auftritt in Jackson Hole signalisiert, dass es die Fed nicht eilig habe, die geldpolitischen Zügel anzuziehen.

Die sich ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus schürte zwar Konjunktursorgen, lenkte zugleich aber die Blicke der Anleger am Aktienmarkt wieder auf die Nutznießer der vorigen Pandemiewellen. Dies sind vor allem Unternehmen aus dem Technologiesektor, deren Aktien zwischenzeitlich unter dem Anstieg der Marktzinsen gelitten hatten, nun aber davon profitieren könnten, dass die Menschen wieder mehr Zeit zu Hause verbringen.

Delta und "Ida" als Konjunkturbremsen

Mit Sorge beobachteten Investoren derweil den Hurrikan "Ida", der einen volkswirtschaftlichen Schaden von schätzungsweise 16 Milliarden Dollar verursachen könnte, wie Joe Brusuelas, Chefvolkswirt bei RSM US, sagte. Dabei betrachtet er nicht allein die Zerstörungen durch den Hurrikan, sondern auch Folgen wie höhere Energiepreise und Lieferkettenunterbrechungen. "Ida" werde das Bruttoinlandsprodukt der USA im laufenden Quartal um 0,2 Prozent mindern, erwartet der Ökonom.

Zoom
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Unter den Einzelwerten brachen Zoom um 16,7 Prozent ein. Der Anbieter von Lösungen für Videokonferenzen hatte am Montag nach Börsenschluss bei der Vorlage von Zahlen einen eher pessimistischen Ausblick gegeben. Um 1,6 Prozent nach oben ging es mit Robinhood Markets, nachdem die Aktie am Vortag kräftig Federn gelassen hatte. Die US-Börsenaufsicht SEC untersucht das Geschäftsmodell des Online-Brokers und könnte eine wichtige Einnahmequelle trockenlegen. Robinhood leitet Wertpapierhandelsaufträge seiner Kunden an sogenannte High-Speed-Trader weiter und erhält dafür von diesen Gebühren, die wiederum den Löwenanteil des eigenen Umsatzes ausmachen.

Diese Praxis ist bislang legal und seit Jahrzehnten etabliert, aber ins Visier der SEC gerückt, nachdem einzelne Aktien wie Gamestop (+4,3%) im Jahresverlauf drastische Kursausschläge verzeichnet hatten, die in den sozialen Medien meist von Privatanlegern befeuert wurden. Die SEC erwägt nun ein Verbot.

Johnson & Johnson
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Johnson & Johnson tendierten 0,3 Prozent leichter. Ein HIV-Impfstoff des Pharmakonzerns hat sich in einer klinischen Studie als wirkungslos erwiesen. Die Entwicklung des Vakzins werde daher eingestellt, so das Unternehmen.

Dollar kaum verändert

Der Euro gab höhere Tagesgewinne wieder ab und tendierte gut behauptet. Der Dollarindex tendierte kaum verändert. Nach Meinung der Commerzbank wird diese Woche für den Dollar schwierig. Die anstehenden US-Konjunkturdaten, vor allem der Arbeitsmarktbericht für August am Freitag, dürften nicht so gut ausfallen, dass die Fed eher früher als später den Beschluss zum Tapern, also der Rückführung ihrer Anleihekäufe, fasse. Sollte der Markt enttäuscht werden, könne der Dollar einknicken.

Die Ölpreise tendierten leichter. Hier verwiesen Marktteilnehmer auf die nachlassende Stärke von Hurrikan "Ida". Die Ölindustrie im Bundesstaat Louisiana könnte schon in Kürze den Betrieb wieder aufnehmen. Die Opec-Konferenz am Mittwoch dürfte zum Non-Event werden, hieß es weiter. Die Mehrzahl der Analysten erwarte, dass die Opec die Fördermenge wie geplant erhöhen werde.

Quelle: ntv.de, chf/DJ

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