Wirtschaft

Ausfälle im Flugreiseverkehr Warnstreik trifft Tegel und Schönefeld

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Bundesweit 20 Euro die Stunde: Mit gezielt angesetzten Arbeitsniederlegungen an großen deutschen Flughäfen wie Tegel (Archivbild) will die Gewerkschaft Verdi ihren Forderungen im Tarifstreit Nachdruck verleihen.

dpa

An den Berliner Flughäfen beginnt die neue Woche für Reisende mit Flugausfällen und Verspätungen: Gewerkschafter rufen die Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen zu Arbeitsniederlegungen auf. Der Warnstreik geht am Morgen planmäßig zu Ende.

An den Berliner Flughäfen ist am Morgen der Warnstreik der Sicherheitsmitarbeiter kurz vor 9.00 Uhr zu Ende gegangen. "Der Warnstreik war gut organisiert, und wir sind zufrieden mit dem Ablauf", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Ab 5.00 Uhr hatten Sicherheitsleute in Tegel und Schönefeld ihre Arbeit für rund vier Stunden niedergelegt.

Wegen der Streikaktion mussten sich Passagiere zu Wochenbeginn auf teils erhebliche Behinderungen im deutschen Flugreiseverkehr einstellen. Nach Angaben eines Flughafensprechers wurden an beiden Airports deshalb knapp 50 Verbindungen gestrichen. In Schönefeld wurden zudem rund 25 Flüge auf die Zeit nach dem Warnstreik verschoben.

Auch Ryanair, Easyjet und Aeroflot betroffen

Die Lufthansa hatte vorab angekündigt, dass ab Tegel acht Verbindungen ausfallen müssten - je vier nach Frankfurt und nach München. In Schönefeld haben auch Billigflieger wie Easyjet oder Ryanair sowie die russische Fluggesellschaft Aeroflot einzelne Flüge annulliert. Alle Passagiere sollten sich vor der Anreise bei ihrer Airline informieren, betonten die Flughafenbetreiber. "Es ist bedauerlich, dass das neue Jahr schon wieder mit Unregelmäßigkeiten für unsere Fluggäste beginnt", erklärte Lufthansa-Vorstand Detlef Kayser.

Allein bei der Lufthansa waren demnach 850 Passagiere von den Auswirkungen des Warnstreiks unmittelbar betroffen. Die Reisenden könnten ihre Tickets zur Fahrt mit der Bahn einsetzen, teilte die Lufthansa mit. Kunden könnten sich zudem im Internet unter lh.com über den Flugstatus ihrer Verbindung erkundigen. "Passagiere, die ihre Daten online hinterlegt haben, werden aktiv informiert", hieß es.

Hintergrund des Warnstreiks sind die bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen zwischen dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) und Verdi für rund 23.000 Beschäftigte der Flugsicherheit. Die Gewerkschaft will einen Stundenlohn von bundesweit 20 Euro bei der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle durchsetzen. Zum Jahresende war die Friedenspflicht in dem Tarifkonflikt ausgelaufen.

Weitere Streikaktionen drohen

Verdi hatte schon vor Weihnachten angedroht, Mitarbeiter könnten außerhalb der Schulferien an "vielen deutschen Flughäfen" die Arbeit niederlegen. In der Vergangenheit haben Streiks der Gepäck- und Passagierkontrolleure regelmäßig den Flugbetrieb gestört. Der Ausstand sei ein erstes Warnsignal an die Arbeitgeber, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, sagte ein Verdi-Sprecher.

Am 23. Januar sollen die Gespräche fortgesetzt werden. Auf den beiden Airports der Hauptstadt sind laut Gewerkschaft rund 3000 Beschäftigte bei privaten Sicherheitsfirmen angestellt, 2400 davon bei Securitas. Nach der letzten Verhandlungsrunde im Dezember hatten sich beide Seiten jeweils eine Verzögerungstaktik vorgeworfen.

Laut Verdi hatte der BDLS eine Entgelterhöhung von lediglich 1,8 auf 2,0 Prozent pro Jahr bei einer zweijährigen Vertragslaufzeit angeboten. Die Lohnanpassung für ostdeutsche Bundesländer solle erst nach fünf Jahren beendet sein. Bislang erhalte ein Beschäftigter, der in Tegel oder Schönefeld in der Passagierkontrolle tätig ist, nach dem regionalen Tarifvertrag 17,12 Euro pro Stunde. Weitere Arbeitskämpfe auch an anderen deutschen Flughäfen sind laut Verdi nicht ausgeschlossen. Die Ferienzeiten der einzelnen Bundesländer sollen dabei jedoch ausgeklammert werden, hieß es.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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