Wirtschaft

Coronavirus vertreibt Aussteller Weltgrößte Mobilfunkmesse droht auszufallen

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(Foto: REUTERS)

Die führende Mobilfunkmesse in Barcelona ist in Schwierigkeiten. Die Virus-Epidemie in China lässt die Teilnehmerliste empfindlich schrumpfen. Größen wie Amazon, Facebook oder Intel ziehen sich zurück. Die Veranstalter erwägen, den Mobile World Congress komplett abzusagen.

Wegen des Coronavirus könnte Europas größte Mobilfunkmesse in Barcelona kurzfristig abgesagt werden. Nach Informationen der katalanischen Tageszeitung "La Vanguardia" will der Veranstalter GSMA aufgrund wachsender Bedenken der beteiligten Unternehmen noch an diesem Freitag entscheiden, ob der für Ende Februar geplante "Mobile World Congress" (MWC)  in diesem Jahr stattfindet. Zahlreiche prominente Aussteller haben ihre Teilnahme für dieses Jahr bereits abgesagt.

Zuletzt erklärte der US-Chiphersteller Intel, "die Sicherheit und das Wohlergehen aller unserer Mitarbeiter und Partner hat für uns oberste Priorität." Deshalb werde man in diesem Jahr nicht teilnehmen. Vor dem US-Schwergewicht haben bereits eine ganze Reihe von Anbietern angekündigt, dass sie der Messe fernbleiben wollen, die im vergangenen Jahr noch 110.000 Besucher aus 198 Ländern nach Barcelona lockte. Ebenfalls nicht kommen werden nach bisherigem Stand Branchengrößen wie Amazon, Sony, Ericsson, Cisco, Facebook, Nvidia, LG Electcronics und NTT Docomo.

Eine Sprecherin des Veranstalters GSMA wollte sich zu dem Bericht von "La Vangardia" nicht äußern. Zu internen Treffen nehme man grundsätzlich nicht Stellung, sagte sie. Der Messebetreiber hat bislang versucht, die Bedenken mit strengen Sicherheitsvorgaben zu zerstreuen.

So soll es zum Beispiel ein generelles Zugangsverbot für Reisende aus der chinesischen Provinz Hubei geben, wo das Coronavirus seine größte Verbreitung hat. Generell müssen alle Messebesucher nachweislich mindestens 14 Tage lang außerhalb Chinas gewesen sein. Vor Ort sollen Mitarbeiter zudem auch die Körpertemperatur von Messebesuchern messen, um etwaige Übertragungsquellen identifizieren zu können.

Chinas Smartphonehersteller Xiaomi versicherte erst am Vortag, man werde sich mit den Mitarbeitern an die Regeln halten. Das Personal am Messestand von Xiaomi werde aus Europa kommen, hieß es. Für die GSMA und Barcelona wäre eine Absage des "Mobile World Congress" ein herber Schlag. Der Veranstalter schätzt den Gesamtwert der Messe auf 500 Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, ddi/DJ