Wirtschaft

Branche ist "extrem besorgt" Whiskey-Lobby appelliert an US-Regierung

100707477_lay.jpg

(Foto: picture alliance / Christian Cha)

US-Präsident Donald Trump schreckt mit seiner Handelspolitik internationale Partner auf. Doch auch US-intern hagelt es Kritik. Eine Lobbyorganisation rechnet vor: Die angedrohten EU-Vergeltungszölle bedrohen Tausende von US-Arbeitsplätzen.

Der Verband der amerikanischen Spirituosenhersteller hat mit deutlichen Worten vor den Folgen des Streits zwischen den USA und internationalen Handelspartnern gewarnt. Die Branche sei "extrem besorgt" aufgrund möglicher Vergeltungsmaßnahmen der EU und anderer Länder wegen der von den USA verhängten Zölle auf Stahl und Aluminium, schrieb die Lobby-Organisation US Distilled Spirits Council in einem offenen Brief an Handelsminister Wilbur Ross.

Durch mögliche Reaktionen der EU, Kanadas, der Türkei und China könnten Exporte im Wert von 759 Millionen Dollar (643 Mio Euro) betroffen sein. Das entspreche 46 Prozent der Spiritousen- und 65 Prozent der Whiskey-Ausfuhren der US-Hersteller, hieß es in dem Brief. Die Vergeltungszölle der Handelspartner könnten nicht nur den Produzenten der Getränke, sondern auch der US-Landwirtschaft ernsthafte Schäden zufügen. Indirekt seien etwa 1,5 Millionen Menschen in der Branche beschäftigt, die die US-Wirtschaft in den vergangenen Jahren mit starkem Wachstum gestützt habe, heißt es in dem Schreiben. Sollten die Geschäfte durch die Zölle tatsächlich wie antizipiert einbrechen, könnten viele dieser Arbeitsplätze bedroht sein.

Die konfrontative Handelspolitik von Präsident Donald Trump ist auch innerhalb der USA hoch umstritten. Während Stahl- und Alu-Firmen, die von dem harten Kurs profitieren könnten, nur relativ wenige Arbeiter beschäftigen und einen vergleichsweise überschaubaren Teil zur Wirtschaftsleistung beisteuern, könnten die Zölle für etliche andere Branchen negative Folgen haben. Auch die US-Handelskammer hatte deshalb bereits vor dem Verlust von zahlreichen US-Jobs gewarnt. Besonders besorgt sind Firmen wie der Motorradbauer Harley-Davidson, deren Produkte direkt von Vergeltungszöllen betroffen sind.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa/rts

Mehr zum Thema