Wirtschaft

Zinserhöhungen im Blick Wie geht es an den Börsen weiter?

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Langweilig ist es an den Börsen derzeit nicht.

(Foto: imago/Levine-Roberts)

Es kann Anlegern nicht schaden, wenn sie sich auch in der kommenden Woche fest anschnallen. Denn die US-Notenbank legt ihre weitere Geldpolitik fest, Apple und Tesla berichten über ihre Geschäfte. Heftige Kursausschläge sind durchaus möglich.

Auf eine Fortsetzung des wilden Ritts an den Aktienmärkten sollten sich Anleger in der kommenden Woche einstellen. Im Fokus stehen zwei Dinge: Zum einen entscheidet die US-Notenbank über den weiteren Kurs in der Geldpolitik. Zum anderen legen Tech-Schwergewichte Quartalszahlen vor.

Die Fed-Führung wird am Mittwoch die Ergebnisse ihrer Beratungen verkünden. Eine unmittelbare Zinserhöhung gilt zwar als ausgeschlossen, der Markt rechnet aber fest damit, dass die Notenbanker die Grundlage für einen solchen Schritt im März legen werden. "Die Inflations- und Zinssorgen werden so schnell nicht verschwinden", warnte Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda. Sollte die Fed für März eine Zinserhöhung um mehr als einen Viertel-Prozentpunkt signalisieren, müsse mit weiteren Kursverlusten am Aktienmarkt gerechnet werden.

Vor allem die Tech-Titel könnten davon noch stärker in Mitleidenschaft gezogen werden als bisher. Für die Finanzierung der Verbindlichkeiten und Investitionen der Branche sind höhere Zinsen Gift. Starke Quartalsbilanzen und Ausblicke könnten dagegen helfen, den Abwärtsdruck zu mildern. Schwache Prognosen wie zuletzt vom Streaming-Marktführer Netflix dürften zugleich das Gegenteil bewirken.

Bevor die Ergebnisse der US-Notenbank nicht feststehen, werden die Unsicherheiten über ihre Inflationseinschätzung und den kommenden Pfad der Zinserhöhungen dominieren. Der Markt schaltet bei so viel Ungewissheit üblicherweise in den "Risk-Off"-Modus, in dem alles am Aktienmarkt verkauft wird.

Wie in der abgelaufenen Woche ersichtlich, fallen längst nicht mehr nur noch die zinsempfindlichen Technologie- und Wachstumswerte. Ehemalige Corona-Gewinner wie Lieferdienste und Healthcare-Firmen fliegen aus den Depots, und Sektoren wie Erneuerbare Energien können die überhöhten Erwartungen fundamental nicht rechtfertigen. Sogar die zyklischen Konjunkturgewinner aus Branchen wie Auto, Stahl und Rohstoffe werden mit abverkauft.

Apple und Tesla legen Zahlen vor

Fundamental scheint das begründet, denn die Explosion der Inflationsdaten macht einen aggressiveren Zinskurs der US-Notenbank immer drängender. Binnen Wochen sprangen die Erwartungen von nur drei US-Zinserhöhungen in diesem Jahr auf vier bis fünf an. Das zwang den Markt immer wieder zum Einpreisen von weiteren Abschlägen auf den Aktienkurs.

Für viel Gesprächsstoff dürften die Flaggschiffe im US-Technologiesektor sorgen. IBM legt am Montag Geschäftszahlen vor, Microsoft folgt am Dienstag und Apple am Donnerstag. Spannung versprechen auch die Quartalszahlen von Tesla und Intel am Mittwoch. In Deutschland stehen Zahlen des Laborausrüsters und Pharmazulieferers Sartorius auf der Agenda. Am Donnerstag berichtet die Deutsche Bank über das abgelaufene Quartal.

Der Fed-Entscheid drängt die anstehenden Konjunkturdaten in der neuen Woche in den Hintergrund. Das Highlight in den USA sind die persönlichen Einkommen und die Konsumausgaben am Freitag. Erstere lassen Rückschlüsse auf den Inflationsdruck zu. Letztere gelten als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Analysten erwarten für Dezember eine Abschwächung des Wachstums zum Vormonat auf 0,3 beziehungsweise 0,1 Prozent.

Das am Dienstag anstehende Ifo-Geschäftsklima für Januar dürfte nach Einschätzung der Helaba einen Vorgeschmack auf ein besseres Frühjahr geben. Am Donnerstag gibt der GfK-Index Auskunft über die Kauflaune der deutschen Verbraucher.

Zudem ist das Wirtschaftswachstum Deutschlands und der USA im vierten Quartal von besonderem Interesse. Die Daten werden am Freitag beziehungsweise Donnerstag veröffentlicht. Gleich zum Wochenstart gibt es Stimmungsdaten aus der Industrie sowie dem Dienstleistungssektor in der Eurozone und den Vereinigten Staaten.

Quelle: ntv.de, jga/rts/dpa/DJ

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