Wirtschaft

"Verschärfte Pflicht verpufft" Wieder weniger Beschäftigte im Homeoffice

Eine Frau sitzt mit einem Laptop an einem Tisch im Homeoffice. Foto: Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

Besonders hoch ist die Homeoffice-Quote unter Beschäftigten in der Informationstechnik.

(Foto: Fabian Strauch/dpa/Symbolbild)

Obwohl die Heimarbeit zuletzt überall dort angeordnet wurde, wo es möglich ist, kehren immer mehr Beschäftigte ins Büro zurück. Im April sank die Zahl der im Homeoffice Arbeitenden auf nur noch knapp über 30 Prozent. Besonders eine Branche liegt weit unter ihren Möglichkeiten.

Der Anteil der Beschäftigten im Homeoffice ist laut Ifo-Umfrage trotz verschärfter Pflicht wieder leicht gesunken. Nach 31,7 Prozent im März arbeiteten im April 30,8 Prozent der ArbeitnehmerInnen ganz oder teilweise von zu Hause aus, wie das Ifo-Institut in München mitteilt. "Die verschärfte Pflicht zum Heimbüro in Corona-Zeiten scheint zu verpuffen", erklärte Ifo-Homeoffice-Experte Jean-Victor Alipour. Durch Heimarbeit können Ansteckungen im Büro oder auf dem Weg dorthin verhindert werden.

Der leichte Rückgang zeigt sich den Angaben zufolge quer durch viele Branchen. In der Industrie sank der Anteil der Beschäftigten im Homeoffice demnach von 23,4 auf 22,4 Prozent, bei den Dienstleistern von 42,6 auf 41,1 Prozent und im Handel von 19 auf 18,9 Prozent der Beschäftigten. Nur auf dem Bau stieg der Anteil von 8,3 auf 11,3 Prozent. Das Ifo-Institut schätzt, dass über alle Branchen 56 Prozent der Beschäftigten Arbeit im Heimbüro zumindest teilweise umsetzen könnten.

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Die Nutzung und das Potenzial unterscheiden sich aber in großem Maße nach den Wirtschaftszweigen. An der Spitze bei der Nutzung liegen die Erbringer von Dienstleistungen der Informationstechnik mit 79,8 Prozent; ihr Potenzial liegt laut Ifo bei 87,4 Prozent. In der Pharmabranche liegt die Nutzung bei 39,4 - aber 62,6 Prozent wären möglich.

Weit unter ihren Möglichkeiten liegen aber auch Beschäftigte im Landverkehr und bei Rohrleitungen mit 11,4 Prozent, wo 50,2 Prozent im Homeoffice arbeiten könnten. Bei den Herstellern von Holz-, Flecht- und Korbwaren sind es 9,7 Prozent, möglich wären aber 42,8 Prozent.

Quelle: ntv.de, jug/AFP/rts

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