Wirtschaft

"Elli" zieht über DeutschlandWinterstürme verursachen Milliardenschäden

09.01.2026, 07:15 Uhr
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Zwei-Mitarbeiter-der-Deutschen-Bahn-stehen-am-19-01-2018-in-Muenster-Nordrhein-Westfalen-auf-einem-Hubwagon-und-beginnen-mit-den-Aufraeumarbeiten-am-alten-Bahnhofsgebaeude-am-Hauptbahnhof-in-Muenster-Das-Sturmtief-Friederike-hob-am-Vortag-Teile-des-Daches-vom-Gebaeude-ab
Das Sturmtief "Friederike" hob im Januar 2018 Teile des Daches von einem Bahnhofsgebäude in Münster ab. (Foto: picture alliance / Guido Kirchner/dpa)

Winterstürme können eine Schneise der Verwüstung ziehen: Dächer werden abgedeckt, Bäume stürzen um, Züge bleiben stehen. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft zählen sie zu den verheerendsten Naturkatastrophen in Deutschland - und kosten Milliarden.

Sturm- und Orkantiefs wie aktuell das Sturmtief "Elli" treten hierzulande häufig im Winter auf, wenn die Temperaturunterschiede zwischen der kalten Luft aus dem Norden und der wärmeren Luft aus dem Süden besonders groß sind. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes DWD ist gerade im Winter der Jetstream stärker ausgeprägt - in diesem Starkwindband hoch oben in der Atmosphäre sind im Winterhalbjahr demnach Windgeschwindigkeiten mit bis zu 500 Kilometern pro Stunde möglich.

Die Folgen von Winterstürmen können verheerend sein. Zu den zehn verheerendsten Naturkatastrophen in Deutschland seit 2002 hinsichtlich der versicherten Schäden zählt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vier Winterstürme - Schadenshöhe bezogen auf Bestand und Preise 2024:

Elf Tote bei Orkan "Kyrill" in Deutschland

Das Orkantief "Kyrill" zieht Mitte Januar 2007 eine Schneise der Verwüstung durch Europa. Mindestens 47 Menschen sterben - davon 11 in Deutschland. Die Schäden hierzulande werden von den Versicherern auf rund 5,05 Milliarden Euro geschätzt.

Der Schienenverkehr steht erstmals in der Geschichte der Deutschen Bahn fast völlig still. Tausende gestrandete Reisende erreichen ihre Ziele nicht. Am neu gebauten Berliner Hauptbahnhof bringt "Kyrill" einen tonnenschweren Träger zum Einsturz.

Herbstorkan "Jeanett" - mindestens 34 Tote

Wegen des Orkantiefs "Jeanett" sterben im Oktober 2002 hierzulande mindestens 11 Menschen, europaweit mindestens 34. Deutschlandweit stürzen Bäume und Strommasten um, Dächer werden abgedeckt, Baugerüste fliegen durch die Luft. Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen.

An der Ostseeküste reißen sich einige Schiffe los und kentern, Straßen und Autobahnen werden gesperrt. Der Flug- und Bahnverkehr bricht vielerorts zusammen. Die deutschen Versicherer beziffern die Schäden mit 2,05 Milliarden Euro.

"Ylenia", "Zeynep" und "Antonia" stürmen hintereinander

Ein schwerer Dreifachsturm wie Mitte Februar 2022 tritt äußerst selten auf. Beim Durchzug von "Zeynep" und "Ylenia" kommen mindestens 6 Menschen bei Unfällen in Deutschland ums Leben. Auch "Antonia" verursacht in Teilen des Landes Chaos im Verkehr.

Die Feuerwehren zählen Tausende Einsätze, meist wegen umgestürzter Bäume, umherfliegender Gegenstände oder beschädigter Gebäude. Nach Angaben der Bahn sind zwischenzeitlich mehr als 6.000 Kilometer des Streckennetzes nicht zu befahren. Die Versicherer beziffern die Schäden auf mindestens 1,8 Milliarden Euro.

Orkan "Friederike" bringt Bahn-Fernverkehr zum Erliegen

Infolge des schweren Orkans, der im Januar 2018 von Nordrhein-Westfalen über die Mitte Deutschlands bis nach Sachsen zieht, sterben mindestens 8 Menschen.

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn ist bundesweit lahmgelegt, mehrere Flughäfen streichen aus Sicherheitsgründen Flüge. In einigen Bundesländern fällt der Schulunterricht aus. Es entsteht ein versicherter Schaden von rund 1,75 Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de, are/dpa

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