Wirtschaft

Insolvenzverfahren eröffnet Wirecard entlässt Großteil seiner Mitarbeiter

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Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die Wirecard AG und sechs deutsche Tochtergesellschaften setzt der Verwalter den Rotstift an.

(Foto: imago images/Future Image)

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens muss der Skandalkonzern Wirecard die Gehälter seiner Mitarbeiter wieder selbst bezahlen. Außerdem schuldet die Firma seinen Gläubigern gut drei Milliarden Euro. Der Zahlungsdienstleister setzt deswegen 730 Angestellte und den Vorstand vor die Tür.

Nach der Pleite des Zahlungsabwickler Wirecard müssen mehr als die Hälfte der Mitarbeiter in Deutschland gehen. Rund 730 Beschäftigte von insgesamt 1300 erhielten die Kündigung, wie Insolvenzverwalter Michael Jaffe mitteilte.

"Die wirtschaftliche Lage der Wirecard AG war und ist angesichts der fehlenden Liquidität und der bekannten skandalösen Begleitumstände äußerst schwierig", sagte der Rechtsanwalt. Die üblichen Restrukturierungs- und Kostenanpassungsmaßnahmen seien nicht ausreichend. Um eine Verwertung des Kerngeschäfts möglich zu machen, seien tiefe Einschnitte erforderlich. Von den Kündigungen betroffen sind auch Vorstandsverträge, wie Jaffe ergänzte.

Die für Produkte zuständige Vorständin Susanne Steidl und Finanzchef Alexander von Knoop sind nach der Insolvenzanmeldung im Juni an Bord geblieben. Ex-Chef Markus Braun sitzt in Haft, Asien-Vorstand Jan Marsalek ist auf der Flucht. Gegen die vier und andere Manager wird unter anderem wegen Betrugs ermittelt.

Drei Milliarden Euro Schulden bei Gläubigern

Rund 570 Arbeitnehmer - darunter 220 Beschäftigte der nicht insolventen Wirecard Bank - bleiben weiterhin am Standort Aschheim beschäftigt. Jaffe kümmert sich um die Verwertung der Reste des ehemaligen Börsenstars, der erst vor wenigen Tagen aus dem Dax ausgeschlossen wurde. Man stehe mit "mehreren namhaften Interessenten in Verhandlungen", sagte Jaffe.

Die Erlöse aus den Verkäufen kommen den Gläubigern zugute. Die erste Gläubigerversammlung solle am 18. November stattfinden. Wirecard schuldet Banken und anderen Gläubigern gut drei Milliarden Euro. Das Amtsgericht München eröffnete das Insolvenzverfahren über die Wirecard AG und sechs ihrer Konzerntöchter.

Ab nun muss das Unternehmen die Gehälter der Mitarbeiter wieder selbst bezahlen. Nach der Anmeldung der Insolvenz bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens übernimmt dies die Arbeitsagentur. Wirecard hatte im Juni Insolvenz angemeldet, nachdem Wirtschaftsprüfer in der Bilanz ein Loch von 1,9 Milliarden Euro gefunden hatten.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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