Wirtschaft

Broker und Emittenten im Stresstest Wo werden Anleger glücklich?

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(Foto: imago/MiS)

Es war ein herausforderndes Jahr für die Börse – Brexit und Trump-Wahl haben den Handel auf den Prüfstand gestellt. Welche Onlinebroker und Zertifikate-Emittenten haben dem Ansturm standgehalten?

Für Anleger ist vor allem eines wichtig: Die Verlässlichkeit des Handels. Wie ist die Preisstellung, wie gut die Informationen und vor allem: Wie verhalten sich Emittenten in Stresssituationen wie etwa dem Brexit oder der US-Wahl? Grund genug für Feingold Research die wichtigsten Emittenten im Jahr 2016 zu begleiten, ihre Webseiten und Offerten miteinander zu vergleichen. Getestet wurde das Produktangebot und -qualität und die Innovationsfähigkeit. Dabei wurden Schulnoten in halben Notenschritten von 1 bis 6 vergeben. Im November wurde ein Fazit gezogen, so dass das wichtige Ereignis der Wahl in den USA noch berücksichtigt wurde.

Französischer Gewinner

Gewonnen hat den Webseitencheck 2016 die BNP Paribas. Sie überzeugte in fast allen Kategorien, vom Kundenservice bis zur Preisstellung. Auffällig ist die schöne Optik und einfache Menüführung sowie das sehr breite Produkt- und Informationsangebot. Neben zahlreichen Broschüren und Newslettern bieten die Franzosen in den Produktkategorien eine große Auswahl an Basiswerten an, wie zum Beispiel Discount-Optionsscheine auf zahlreiche Aktien. Was auf der BNP-Seite fehlt, sind Daten zu Volatilitätsentwicklung, die für die angebotenen Produkte eine bedeutende Einflussgröße sind.

Besonders gut kam die BNP durch den Ansturm auf die Internetseite nach den Großereignissen des Jahres. "Das Volumen am Tag nach dem Brexit und nach der US-Wahl erreichte das Dreifache eines durchschnittlichen Handelstages", erklärt Volker Meinel, Derivate-Experte der BNP Paribas, die Herausforderungen dieser Tage. Dennoch fielen die Handelssysteme bei allen Zertifikate-Emittenten nicht aus - im Gegensatz zu einigen Onlinebrokern. So beklagten sich viele Nutzer am Tag der Wahlen in den USA über die Erreichbarkeit ihrer Onlinebroker, die wir auch in unseren Testkäufen und -verkäufen zu spüren bekamen. So taten sich der Onlinebrokerverband aus CortalConsors und DAB schwer, auch die Onvistabank kämpfte mit Problemen.

Auf den zweiten Platz des Webseitenchecks kommt die Commerzbank, die vor allem mit einer soliden Wissensrubrik und Marktumfragen zum Sentiment gepunktet hat. Die Seite ist wie die von der BNP sehr umfangreich und bietet zahlreiche Informationen rund um die Papiere an. Die Produktkategorie, die App und die Handelbarkeit waren daher auch die stärksten Teilbereiche und wurden mit der Schulnote 1- bewertet. Schwächen offenbart die Commerzbank in der Menüführung und Optik. Ihre Internetseite ist sehr textlastig, mehr Bilder oder andere Elemente würden auflockern.

Auf das Siegertreppchen hat es beim diesjährigen Webseitencheck auch die UBS geschafft. Der Internetauftritt der Schweizer ist ansprechend und mit ihren zahlreichen Tools bietet sie allerhand Rüstzeug für den interessierten Anleger. Am stärksten war die Teilnote Service, wo das Angebot an Seminaren und Messen sehr umfangreich ist. Wie die Commerzbank bietet die UBS regelmäßig Börsenspiele an, wo Anleger ihr Börsenwissen spielerisch testen können.

Besonderheiten der Internetseiten

Bonuspunkte wurden für besondere Auszeichnungen beziehungsweise Innovationen vergeben. So bietet die Société Générale zahlreiche exotische Papiere an, die einfach zu verstehen und anzuwenden sind. Die HypoVereinsbank offeriert ein umfangreiches Charttool auf ihre Seite: "Durch unseren Tradingdesk können Trader die ganze Bandbreite der Hilfsmittel für ihre Handelsentscheidungen ausschöpfen. Aber auch für Einsteiger lohnt sich der Blick, denn diese können sich mit dem Tool langsam an die Materie herantasten, ohne sich gleich teure Technik kaufen zu müssen", erklärt Sebastian Bleser, Experte für Anlage- und Hebelprodukte bei HypoVereinsbank onemarkets.

Auf den hinteren Plätzen des Webseitenchecks kamen die Landesbanken, die meist sehr unübersichtliche Internetseiten unterhalten. Hier würde es nicht nur um eine schönere Optik gehen, sondern auch darum, sich besser zurechtzufinden. Obwohl das Produktangebot meist geringer ist als bei der Konkurrenz, fällt es nicht leicht, geeignete Papiere zu finden.

Eine kleine Schwäche ist den Webseiten aber gemein, nämlich das News-Angebot. Zum Glück lässt sich da auf Newsangebote wie teleboerse.de ausweichen. Unter dem Strich bleibt somit noch genügend Spielraum für Verbesserungen im kommenden Jahr.

Disclaimer

Diese Publikation dient nur zu Informationszwecken und zur Nutzung durch den Empfänger. Sie stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Investmentfonds dar. Die in der vorliegenden Publikation enthaltenen Informationen wurden aus Quellen zusammengetragen, die als zuverlässig gelten.

Die Auswertung (Auszug)

Quelle: Feingold Research

Rang

Emittent

Optik und Auftritt

Produktangebot/ Qualität/ Quantität

Service

Gesamt

Endnote

1

BNP

1,125

1,66

1,66

14,5

1,45

2

Commerzbank

2,125

1,66

2

19,5

1,95

3

UBS

2,25

2,5

1,5

21

2,1

4

Deutsche Bank

1,875

2,33

2,33

21,5

2,15

5

Société Générale

2,75

1,83

2,33

23,5

2,35

6

HypoVereinsbank

2,875

2,33

2

24,5

2,45

Quelle: ntv.de

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