Wirtschaft

Plattform für Mittelstand Xi greift USA als Börsenplatz an

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Staatschef Xi will dem Mittelstand "helfen" - und Börsengänge im Ausland reduzieren.

(Foto: REUTERS)

Lange Zeit sammeln chinesische Unternehmen Kapital an US-Börsen ein. Doch das will die Führung in Peking ändern. Einer der Gründe ist das angespannte Verhältnis zwischen beiden Ländern und die Sorge um den Abfluss von Wissen. Instrument der Wahl ist eine neue Börse - die heimische Aufsicht will prüfen, ist aber vorsorglich "begeistert".

China wird nach den Worten von Staatspräsident Xi Jinping eine Börse für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in der Hauptstadt Peking starten. "Wir werden die innovationsgetriebene Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen weiterhin unterstützen, indem wir die Pekinger Börse als primäre Plattform für innovationsorientierte KMU einrichten", sagte Xi in einer Videoansprache zur Eröffnung einer Messe. Die beiden wichtigsten Börsen des chinesischen Festlandes befinden sich in der Finanzmetropole Shanghai und in der südlichen Stadt Shenzhen an der Grenze zu Hongkong.

Die chinesische Wertpapieraufsicht erklärte umgehend, sie sei begeistert von den Plänen und werde den Vorschlag des Präsidenten eingehend prüfen und ihn entschlossen umsetzen. "Kleine und mittlere Unternehmen können Großes leisten", fügte die Aufsicht hinzu. Die Börse könne dabei helfen, die Kapitalmarktsysteme zu verbessern. Ziel ist es Insidern zufolge auch, im Ausland notierte Unternehmen anzulocken und den globalen Status der heimischen Aktienmärkte zu stärken.

Die Regierung in Peking zieht derzeit die Daumenschrauben bei Unternehmen an, die im Ausland börsennotiert sind. China hatte lange Zeit die Expansion seiner Internetkonzerne ins Ausland forciert. Zahlreiche chinesische Unternehmen gingen in den USA an die Börse. Angesichts der angespannten Beziehungen zu Washington fürchtet die Regierung in Peking aber, dass die Tech-Konzerne Daten ins Ausland transferieren.

Den Markt für Börsengänge in den USA dürfte das rigorose Vorgehen Chinas empfindlich treffen, prognostizieren Experten. In den vergangenen zehn Jahren waren die USA für chinesische Unternehmen eine wichtige Finanzierungsquelle.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/AFP

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