Wirtschaft

Signale der Kontinuität Yellen-Nachfolger Powell ist bereit für Krisen

Im Februar folgt Jerome Powell auf Janet Yellen an der Spitze der US-Notenbank. An der Politik der Fed wird sich dadurch wenig ändern. Allerdings spricht Powell auch von "Wirtschaftskrisen", "Entschlossenheit" und "Durchschlagskraft".

Der designierte US-Notenbankchef Jerome Powell hat angekündigt, auf mögliche künftige Wirtschaftskrisen entschlossen zu reagieren. Auf unerwartete Gefahren für die Finanzstabilität und den ökonomischen Erfolg des Landes müsse mit angemessener Durchschlagskraft reagiert werden, heißt es im Text zu einer Rede, die Powell im Lauf des Tages (Ortszeit) in einer Anhörung vor dem Senat halten wollte.

"Wir müssen uns die Flexibilität bewahren, unsere Politik den wirtschaftlichen Entwicklungen anzupassen." Powell ist Mitglied des Fed-Direktoriums und soll an die Spitze der Notenbank aufrücken. US-Präsident Donald Trump nominierte ihn zum Nachfolger von Fed-Chefin Janet Yellen, deren Amtszeit Anfang Februar abläuft.

Nächste Leitzinserhöhung im Dezember erwartet

Der 64-Jährige sendete mit seinen Äußerungen Signale der Kontinuität aus. Powell hat im Führungskreis der Notenbank alle unter Yellen getroffenen Entscheidungen der vergangenen Jahre mitgetragen. Der Republikaner dürfte somit den Kurs behutsamer Zinserhöhungen fortsetzen, falls er vom US-Senat bestätigt wird.

Die nächste Leitzinserhöhung wird für Dezember erwartet. Dies dürfte die letzte große Entscheidung unter Yellens Ägide werden, bevor sie den Stab an Powell weitergibt. Powell selbst hatte Anfang November gesagt, bei einer Bestätigung durch den Senat getreu dem Mandat der Fed Vollbeschäftigung und stabile Preise anzustreben.

Die Fed hat im Oktober mit dem Abschmelzen ihrer in den Jahren nach der Finanzkrise auf 4,5 Billionen Dollar angeschwollenen Bilanz begonnen und damit einen Schritt hin zu einer Normalisierung ihrer Geldpolitik getan. Über Jahre hatte sie die Wirtschaft mit Geldspritzen gestärkt - nun wird die Medizin dem Finanzsystem allmählich entzogen.

Im Fed-Direktorium ist Powell nach Yellen der Dienstälteste: Er sitzt bereits seit 2012 im Führungsgremium der mächtigen Zentralbank. Powell hat dort als Direktor mit die Weichen dafür gestellt, dass die US-Wirtschaft nach der weltweiten Finanzkrise 2008/09 mittlerweile wieder rund läuft.

Quelle: ntv.de, bad/rts