Wirtschaft

Die Fed und die Zinserhöhung Yellen will nichts überstürzen

Die US-Notenbank will in diesem Jahr die Zinswende einleiten. Was den Zeitpunkt angeht, lässt Fed-Chefin Yellen die Öffentlichkeit weiter im Unklaren. Ein Punkt ist dabei die US-Inflationsrate, die derzeit klar unter dem Fed-Ziel liegt.

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Janet Yellen ist mit der Situation auf dem US-Arbeitsmarkt noch nicht ganz zufrieden.

(Foto: REUTERS)

Die US-Notenbank Federal Reserve hält nach Angaben ihrer Chefin Janet Yellen an ihrem Plan fest, in diesem Jahr mit der Anhebung der Zinsen zu beginnen. Sie verwies unter anderem auf den Arbeitsmarkt. Dort gebe es zaghafte Anzeichen für steigende Löhne.

"Ich erwarte, dass dieses Jahr der Punkt kommen wird, an dem es angemessen sein wird, den ersten Schritt zur Anhebung der Zinsen zu unternehmen, und damit die Geldpolitik zu normalisieren", sagte Yellen laut auf einer Veranstaltung in Cleveland/Ohio. Die Fed-Chefin äußerte sich damit erstmals, seitdem eine Reihe internationaler Ereignisse wie die drohende Pleite Griechenlands und der Aktienmarkteinbruch in China für Unsicherheit an den Märkten darüber gesorgt hat, ob die Fed an ihrem Plan zur Zinsanhebung festhalten wird.

Yellen gab eine zurückhaltende Bewertung der wirtschaftlichen Erholung ab. Sie sprach von einer bestehenden Schwäche des Arbeitsmarktes, gleichzeitig sagte sie, dass er sich einer vollständigen Erholung annähern könnte. Sie prognostizierte für dieses Jahr ein "moderates" Wirtschaftswachstum.

Insgesamt gab sie keinen Hinweis darauf, dass die Fed von ihren Zinsplanungen abweichen könnte. Die globalen Bedrohungen für die Wirtschaft bedachte sie in ihrer Rede nur mit wenig Aufmerksamkeit. China erwähnte sie nicht, Griechenland auch nur am Rande. "Der ökonomische Ausblick ist unsicher", sagte Yellen. Obwohl sich die wirtschaftliche Erholung im Euroraum zu verfestigen scheine, sei die Situation in Griechenland nach wie vor nicht gelöst.

"Arbeitsmarkt noch nicht vollständig erholt"

Beim Thema Löhne wich Yellen von vorherigen Formulierungen ab. "Einige zaghafte Hinweise zur Lohnentwicklung könnten signalisieren, dass das Ziel der Vollbeschäftigung näher in Sicht kommt", so Yellen. Der Verweis auf Vollbeschäftigung ist wichtig, weil die Fed es als zentral ansieht, sowohl einen gesunden Arbeitsmarkt als auch eine stabile Inflation nahe 2 Prozent zu erreichen. Die Arbeitslosenquote betrug im Juni 5,3 Prozent. Die Fed spricht von Vollbeschäftigung bei einer Quote von 5 bis 5,2 Prozent. Der Arbeitsmarkt habe sich zwar verbessert, sich aber noch nicht vollständig erholt, ergänzte Yellen.

Die Inflation in den USA liegt hingegen noch deutlich unter dem Fed-Ziel von 2 Prozent. Yellen sagte jedoch, dass die Wirkung zweier Einflussfaktoren, die die Inflation beeinträchtigt hätten - der Einbruch der Ölpreise seit Mitte 2014 und der stärkere Dollar -, nachzulassen scheinen. Anfang kommenden Jahres dürfte davon laut Yellen bei der Inflationsrate nichts mehr zu spüren sein.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ

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