Wirtschaft

Ausschuss zu Gamestop-Rally Youtuber muss zu Kursturbulenzen aussagen

In den USA untersuchen die Aufsichtsbehörden die Börsen-Turbulenzen um Gamestop: Wie konnte die Aktie des Computerspielehändlers in schwindelerregende Höhe getrieben werden? Dazu müssen nicht nur Hedgefonds-Manager und Firmenchef Stellung beziehen.

Neben Hedgefonds-Managern und Firmenchefs muss auch der YouTuber "Roaring Kitty" vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses zu den Aktienturbulenzen beim Videospielhändler Gamestop aussagen. Die Zeugenliste wurde in Washington von der demokratischen Kongressabgeordneten Maxine Waters bekannt gegeben. Auf ihr stehen unter anderem Keith Gill, der sich hinter dem Pseudonym "Roaring Kitty" verbirgt, der Chef der Handelsplattform Robinhood, Vlad Tenev, sowie die Chef der Hedgefonds Citadel und Melvin. Sie sollen am kommenden Donnerstag aussagen.

Gamestop Corporation
Gamestop Corporation 179,40

Gill gibt auf seinem Youtube-Channel Finanz- und Investmenttipps. Er hatte bereits im August vergangenen Jahres den Kauf von Gamestop-Aktien empfohlen. Er soll auf Reddit außerdem Screenshots seines Kontos gepostet haben und es somit vielen ermöglicht haben, sein Gamestop-Investment nachvollziehen zu können. Die Rally hat den 34-jährigen Familienvater zum Millionär gemacht. Laut "Daily Mail" hat sein Investement in Höhe von 750.000 US-Dollar inzwischen einen Wert von 46 Millionen Dollar.

Der Ausschuss für Finanzdienstleistungen untersucht, wie die Aktien von Gamestop und anderen Titeln in schwindelerregende Höhen getrieben werden konnten. Kleinanleger hatten mit konzertierten Käufen Hedgefonds zur Auflösung von Wetten auf den Verfall des Gamestop-Kurses gezwungen, damit sogar teils in die Bredouille gebracht und die Börsen weltweit in Unruhe versetzt hatten. Auch bei Silber und der Krypto-Devise Ripple hatte es zuletzt heftige Kursbewegungen am Markt gegeben.

Die virtuelle Anhörung unter dem Titel "Game Stopped? Who Wins and Loses When Short Sellers, Social Media, and Retail Investors Collide" (Wer gewinnt und verliert, wenn Leerverkäufer, soziale Medien und Kleinanleger zusammenstoßen), soll als Livestream übertragen werden.

Auch die Justiz und die US-Regierung beschäftigt die Kontroverse bereits. Robinhood und andere Broker hatten Käufe des Videospiel-Anbieters zeitweilig eingeschränkt und damit Empörung quer über Parteigrenzen in den USA ausgelöst. Beide Kammern des Kongresses haben Anhörungen zu den Vorgängen angekündigt. Der Generalstaatsanwalt von Texas sprach von Anzeichen für eine Absprache zwischen Hedgefonds und anderen Parteien, um eine Bedrohung ihrer Markt-Dominanz abzuwehren.

Die Wetten auf Kursverluste bei Gamestop sind Hedgefonds teuer zu stehen gekommen. Seit Jahresbeginn summieren sich ihre Verluste auf 12,5 Milliarden Dollar, wie aus kürzlich veröffentlichten Daten des Datenanbieters Ortex hervorgeht. Einige Fonds standen mit dem Rücken zur Wand, darunter Melvin Capital. Die Hedgefonds Point72 und Citadel hatten ihren Partner mit einer Milliardenspritze vor dem Zusammenbruch retten müssen.

Quelle: ntv.de, jki/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.