Wirtschaft

Unsicherer Konjunktur-Ausblick ZEW-Index zollt Juncker Beifall

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Am Puls der deutschen Wirtschaft: Am Verladekai in Bremerhaven stehen Neuwagen zum Export bereit.

(Foto: picture alliance / Ingo Wagner/d)

An der Börse blicken die Finanzmarktprofis wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen fällt im August besser aus als erwartet. Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft hellen sich auf.

Börsenprofis schätzen die konjunkturellen Aussichten für Deutschland angesichts der vorerst ausbleibenden US-Strafzölle auf EU-Autos optimistischer ein als erwartet. Der ZEW-Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg im August um 11,0 Zähler auf minus 13,7 Punkte.

Ökonomen hatten im Schnitt lediglich mit einem leichten Anstieg auf minus 20,7 Punkte gerechnet. Das an den Märkten viel beachtete Konjunkturbarometer wird monatlich erhoben und gibt die Erwartungen der Börsianer für die jeweils anstehenden sechs Monate wieder. Befragt wurden diesmal 199 Analysten und Anleger.

Trotz der leichten Aufhellung bei den Erwartungen liegt der ZEW-Index noch deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt von plus 23,0 Punkten. Die aktuelle Lage wurde einen Tick positiver bewertet.

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Im Frühjahr war das Barometer unter dem Eindruck des drohenden Handelskrieges und der politischen Turbulenzen in Italien deutlich eingebrochen. "Die kürzlich zustande gekommene Einigung im Handelsstreit zwischen der EU und den Vereinigten Staaten hat zu einem signifikanten Anstieg der Konjunkturerwartungen für Deutschland und in etwas geringerem Maße auch für das Euro-Gebiet geführt", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. "Allerdings sind die Aussichten für die deutsche Konjunktur inzwischen deutlich ungünstiger als noch vor einem halben Jahr."

US-Präsident Donald Trump hatte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker bei einem Treffen Ende Juli in Washington zugesagt, vorerst auf Sonderzölle auf europäische Autos zu verzichten. Stattdessen soll es Verhandlungen zum Abbau von Handelsbarrieren geben. Autos gehören zu den wichtigsten Exportgütern der deutschen Wirtschaft.

Mehrere Hunderttausend Arbeitsplätze hängen direkt vom wirtschaftlichen Erfolg der großen Hersteller ab. Dazu kommen weitere Jobs bei Zulieferern, Spediteuren, Dienstleistern und Tausenden mittelständischen Betrieben, die im Umfeld der Autoindustrie arbeiten. Höhere Einfuhrzölle auf deutsche Autos in den USA würden deshalb die gesamte deutsche Wirtschaft treffen.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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