Wirtschaft

Stromer auf deutschen StraßenZahl der Elektroautos nähert sich nächster Schallmauer

29.11.2025, 12:02 Uhr
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Vor drei Jahren knackt die Elektromobil-Branche eine Million E-Auto-Neuzulassungen. (Foto: picture alliance / Panama Pictures)

15 Millionen Elektrofahrzeuge wollte die Ampel-Regierung bis 2030 auf die Straße bringen. Heute ist klar: Dieses Ziel ist unerreichbar. Dennoch steigt laut Kraftfahrtbundesamt die Zahl rein batteriebetriebener Autos weiter. Für den Anstieg gibt es verschiedene Gründe.

Noch vor Jahresende könnte die Zahl der Elektroautos auf deutschen Straßen zwei Millionen erreichen. Zum 1. Oktober waren laut Kraftfahrtbundesamt 1,93 Millionen rein batteriebetriebene Autos (BEVs) in Deutschland zugelassen. Das waren 94.073 mehr als nach dem ersten Halbjahr. Sofern es bis zum Jahresende nicht zu einem plötzlichen Einbruch des Wachstums kommt, dürfte die Schwelle von zwei Millionen reinen Elektroautos noch im laufenden Jahr erreicht werden. Im Bestand nähert sich der Elektroautoanteil damit vier Prozent. Insgesamt gibt es in Deutschland 49,6 Millionen Autos.

Nach Einbruch sieht es derzeit allerdings nicht aus: Allein im Oktober hatte es mehr als 52.000 Neuzulassungen reiner Elektroautos gegeben. Der Anstieg des Bestands verläuft zwar meistens um etwa ein Viertel bis ein Drittel langsamer als die Neuzulassungen. Doch auch wenn man dies einrechnet, deuten die Zahlen derzeit auf ein Erreichen der zwei Millionen noch in diesem Jahr hin. Sofern die angekündigte neue staatliche Förderung für Elektroautos nicht zu starken Verschiebe-Effekten führt.

Die erste Million war vor drei Jahren erreicht worden. In der Vergangenheit waren die Neuzulassungszahlen der Elektroautos oft abhängig von staatlicher Förderung und hohen Prämien. Zuletzt wurden sie aber einerseits vom immer breiter werdenden Fahrzeugangebot getrieben. Andererseits drücken inzwischen auch viele Hersteller ihre Elektroautos verstärkt in den Markt. Sei es mit steigenden Rabatten, wie sie Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer zuletzt festgestellt hat, oder mit einem steigenden Anteil an Eigenzulassungen, wie der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe jüngst beklagte.

Regierung hat keine E-Auto-Ziele

Die alte Bundesregierung hatte angestrebt, bis 2030 15 Millionen reine Elektroautos auf die Straße zu bekommen. Aus heutiger Sicht ist diese Zahl nicht realistisch zu erreichen, da dafür fast alle in den nächsten fünf Jahren neu zugelassenen Fahrzeuge Elektroautos sein müssten. Im laufenden Jahr liegt der Anteil bisher bei 18,4 Prozent.

Die heutige Bundesregierung nennt keine konkreten Ziele für die Zahl der Elektroautos. Vom Bundesverkehrsministerium heißt es: "Zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehr und zur Stärkung der Industrie verfolgt die Bundesregierung das grundsätzliche Ziel, mehr E-Autos auf die Straßen zu bringen. Dabei setzt sie auf Technologieoffenheit." Der Koalitionsvertrag enthalte keine Zielvorgabe, "dafür aber ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Steigerung der Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen - von Kaufanreizen für Elektroautos bis hin zur Förderung von Ladeinfrastruktur. Ein Teil der Maßnahmen wurde bereits umgesetzt."

Auch eine Prognose für die Zahl der Elektroautos bis 2030 gibt es aus dem Ministerium nicht. Es sei angesichts der Vielzahl an Einflussfaktoren wie der Entwicklung der Modellvielfalt, der Preise oder der Kundennachfrage nicht möglich, dies genau abzuschätzen. Eine zentrale Größe sei aber der Ausbau der öffentlichen Infrastruktur.

Quelle: ntv.de, mwa/dpa

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