Wirtschaft

Folge der Corona-Maßnahmen Zahl der Firmenpleiten sinkt weiter

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Im Mai meldeten 1116 Unternehmen Insolvenz an.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Auch im Mai sinkt die Zahl der Firmenpleiten weiter massiv. Der Grund ist aber nicht, dass weniger Unternehmen insolvent sind, sondern dass noch Maßnahmen gegen die Corona-Krise nachwirken. Eine große Pleitewelle zeichnet sich jedoch nicht ab.

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im Mai massiv gesunken. Die Unternehmensinsolvenzen fielen binnen Jahresfrist um 25,8 Prozent auf 1116, wie das Statistische Bundesamt erklärte. Grund für den rückläufigen Trend in den vergangenen Monaten trotz der Corona-Krise war die lange Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, mit der die Politik eine Pleitewelle verhindern will.

Auch im Juli lag hier die Zahl fast auf gleichem Niveau mit dem Vormonat (minus 0,1 Prozent) und dem Vorjahresmonat (plus 0,4 Prozent). Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hatte jüngst in einer Studie erklärt, die Zahl der Firmenpleiten sei im Juli auf ein Rekordtief von 639 Personen- und Kapitalgesellschaften gefallen. Das seien zehn Prozent weniger als im Vormonat und gut 25 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren, die Hinweise auf die künftige Entwicklung gibt, stagnierte den Angaben zufolge weitgehend. Im Juli 2021 lag sie fast auf identischem Niveau mit dem Vormonat (minus 0,1 Prozent) und dem Vorjahresmonat (plus 0,4 Prozent).

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Die meisten Unternehmensinsolvenzen im Mai gab es laut Statistikamt am Bau mit 180 und im Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) mit 168 Verfahren. Im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wurden 133 Insolvenzen gemeldet. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger bezifferten die Amtsgerichte für Mai auf rund sieben Milliarden Euro, nach knapp 3,1 Milliarden Euro vor einem Jahr. Hintergrund ist hier, dass größere Firmen Insolvenz beantragt haben als im Mai 2020.

Bis Ende 2020 hatte der Staat die Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen ausgesetzt. Bis Ende April 2021 galt dies auch noch für Firmen, bei denen die Auszahlung der seit November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfen noch ausstand. Seit Mai ist die Pflicht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens wieder vollumfänglich in Kraft. Für den Monat sei unter anderem aufgrund der Bearbeitungszeit bei den Gerichten aber noch keine Zunahme der Insolvenzen erkennbar, erklärten die Statistiker. "Dies wird sich voraussichtlich erst in späteren Berichtsmonaten zeigen."

Quelle: ntv.de, ses/rts/dpa

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