Wirtschaft

"Bossnapping" bei Renault Zornige Arbeiter sperren ihre Chefs ein

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Das Werk im französischen Caudan beschäftigt 350 Menschen.

(Foto: imago images/Hans Lucas)

Weil ihr Renault-Werk im Zuge globaler Umstrukturierungen verkauft werden soll, greifen rund 100 Arbeiter in Frankreich zu drastischen Mitteln: Stundenlang halten sie ihre Chefs gefangen. Es ist nicht der erste solche Fall in dem Land. Sogar eine Gewerkschaft stellt sich hinter die Aktion.

In Frankreich hat erneut ein Fall von "Bossnapping" für Aufmerksamkeit gesorgt: Wütende Mitarbeiter eines Renault-Werks in dem bretonischen Ort Caudan hielten einen Tag lang Manager des Autokonzerns fest, um gegen den geplanten Verkauf der Fabrik zu protestieren. Sie werfen Renault "Verrat" vor. Inzwischen sind die Manager wieder frei, wie die Gewerkschaft CGT bestätigte.

"Sie wollten nicht diskutieren", beklagte der örtliche CGT-Vorsitzende Maël Le Goff. "Es bringt nichts, mit Leuten zu reden, die dazu keine Lust haben". Rund hundert der 350 Mitarbeiter hatten das Werk am Dienstagmorgen besetzt und fünf Manager bis in die späten Abendstunden festgehalten.

Renault protestierte scharf gegen die Werksbesetzung, die weiter anhält. Die Gießerei in Caudan stellt seit 1965 unter anderem Motoren- und Auspuffteile her, soll aber im Zuge einer weltweiten Umstrukturierung verkauft werden.

Renault hatte im vergangenen Sommer den Abbau von weltweit 15.000 Stellen bekannt gegeben. Der Konzern war bereits vor der Corona-Pandemie in der Krise und verzeichnete 2020 einen Rekordverlust von acht Milliarden Euro. Die französische Regierung hat 50 Millionen Euro zugesagt, um Mitarbeiter der schwer angeschlagenen Autobranche umzuschulen.

In Frankreich gibt es immer wieder Fälle von "Bossnapping". Betroffen waren in der Vergangenheit unter anderem Werke von Sony und dem US-Technologiekonzern 3M.

Quelle: ntv.de, mra/AFP

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