Wirtschaft

ZEW-Index legt überraschend zu Zuversicht der Börsianer steigt etwas

Container sind auf dem Gelände des Logistikunternehmens Eurokombi im Hafen von Hamburg zu sehen. Foto: Christian Charisius/Archiv

Die Konjunkturlage bewerteten die Börsianer allerdings so schlecht wie seit Mai 2010 nicht mehr.

(Foto: Christian Charisius/dpa)

Nicht mehr ganz so pessimistisch blicken Börsianer auf deutschen Konjunkturaussichten. Das Barometer für ihre Erwartungen stiegen im September leicht an. Doch ihr aktueller Blick auf die deutsche Wirtschaft fällt verheerend aus.

Börsianer schätzen die deutschen Konjunkturaussichten nicht mehr ganz so pessimistisch ein. Das Barometer für ihre Erwartungen für das nächste halbe Jahr stieg im September um 21,6 auf minus 22,5 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 193 Analysten und Anlegern mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg auf minus 37,0 Zähler gerechnet.

Die Konjunkturlage bewerteten die Börsianer allerdings so schlecht wie seit Mai 2010 nicht mehr. "Die Zunahme der ZEW-Konjunkturerwartungen bedeutet keine Entwarnung bezüglich der Entwicklung der deutschen Wirtschaft im kommenden halben Jahr", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. "Die Aussichten bleiben weiterhin negativ."

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Die starken Befürchtungen vom Vormonat hinsichtlich einer weiteren Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China hätten sich jedoch nicht bewahrheitet. Es bestehe zudem noch Hoffnung, dass sich ein ungeordneter Austritt Großbritanniens aus der EU vermeiden lasse. "Zudem versucht die Europäische Zentralbank, durch eine weitere Lockerung der Geldpolitik die konjunkturellen Risiken im Eurogebiet zu reduzieren", sagte Wambach.

Das Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal wegen schwächelnder Exporte um 0,1 Prozent geschrumpft. Für das laufende Sommerquartal zeichnet sich ein erneutes Minus ab, womit Deutschland erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 in eine Rezession rutschen würde. Die Bundesregierung rechnet mit einer anhaltenden Flaute. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer Schwächephase", heißt es im aktuellen Monatsbericht des Wirtschaftsministeriums. "Ein stärkerer Abschwung oder gar eine ausgeprägte Rezession sind gegenwärtig nicht zu erwarten."

Quelle: ntv.de, aeh/rts