Wirtschaft

Wöhrl giftet im Fall Air Berlin Zypries sieht größere Teile bei Lufthansa

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"Die Position der Lufthansa kann noch gestärkt werden."

(Foto: imago/Ralph Peters)

Wird die Lufthansa den Löwenanteil der insolventen Air Berlin erhalten? Bundeswirtschaftsministerin Zypries ist jedenfalls dafür. Derweil schießt der Unternehmer Wöhrl verbal gegen Regierung und Lufthansa.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries plädiert dafür, dass größere Teile der insolventen Air Berlin an die Lufthansa gehen. "Ich würde es begrüßen, wenn die Lufthansa größere Anteile von Air Berlin übernimmt", sagte die SPD-Politikerin dem "Handelsblatt". "Die Lufthansa ist ein Champion im Luftverkehr - ihre Position kann jetzt aber noch gestärkt werden." Die Ministerin wiederholte aber, dass aus wettbewerbs- und kartellrechtlichen Gründen nicht eine einzige Fluggesellschaft Air Berlin kaufen könne.

Air Berlin
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Zypries, die auch Luft- und Raumfahrtkoordinatorin der Bundesregierung ist, erwartet keine weiteren Pleiten in der deutschen Luftfahrtbranche. "Davon gehe ich nicht aus", sagte sie. Spekulationen, die rasche Zusage des staatlichen Überbrückungskredits von 150 Millionen Euro für Air Berlin habe auch etwas mit dem Wahlkampf zu tun, wies Zypries als "Unsinn" zurück. Außerdem verwahrte sie sich gegen Vorwürfe, es gebe ein abgekartetes Spiel zwischen Bundesregierung und Lufthansa. "Das stimmt natürlich nicht", unterstrich sie.

Deshalb stellte ihr Ministerium noch einmal klar, dass die Bundesregierung die Lufthansa nicht bevorzugen würde. "Wir sind weder für noch gegen einen bestimmten Interessenten", hieß es. Ziel sei eine Lösung, die sowohl wettbewerbsrechtlichen Aspekten Rechnung trage als auch die Zukunft der Beschäftigten von Air Berlin im Blick habe. Bei den Verhandlungen zwischen Air Berlin und anderen Fluggesellschaften sitze die Regierung nicht mit am Tisch.

"Glückwunsch" von Wöhrl

Der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der Air Berlin gemeinsam mit Partnern komplett übernehmen will, wirft der schwarz-roten Bundesregierung vor, sie strebe zusammen mit der Lufthansa eine mit Steuergeldern finanzierte Lösung an, die eine Zerschlagung von Air Berlin bedeuten würde.

Seiner Ansicht nach ist nicht ausgemacht, dass Air Berlin als Einzelgesellschaft keine Chance hätte. Auf Facebook "beglückwünschte" der 69-Jährige die Lufthansa dazu, "alle über den Tisch gezogen" zu haben.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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