Der Börsen-TagAsien-Börsen suchen Richtung
An den Börsen in Asien zeigt sich am Morgen keine einheitliche Tendenz. Während etwa die Aktienmärkte in Tokio, Südkorea und Sydney von dem wieder gesunkenen Ölpreis profitieren, geht es an den chinesischen Börsen mit den Kursen nach unten. Marktteilnehmer verweisen auf die zuletzt überwiegend schwachen chinesischen Konjunkturdaten. Der Composite-Index in Shanghai fällt um 0,4 Prozent. Der Hang-Seng-Index in Hongkong gibt um 0,8 Prozent nach. Nachdem die US-Notenbank am späten Mittwoch den Leitzins um 25 Basispunkte angehoben hatte, zog die Hong Kong Monetary Authority HKMA am Donnerstag direkt nach und erhöhte ebenfalls die Zinsen. Der Hongkong-Dollar ist an den US-Dollar gekoppelt.
Die Zinserhöhung der US-Notenbank entsprach den Markterwartungen. Allerdings wurden die Kommentare des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh im Anschluss an den Entscheid als Andeutung weiterer Zinserhöhungen interpretiert. So habe er die hartnäckig hohe Inflation hervorgehoben. Die US-Börsen gerieten daraufhin unter Druck; die Anleiherenditen verharrten auf ihrem erhöhten Niveau. Nun warten Anleger heute gespannt auf die Zinsentscheidungen der Bank of England und der Bank of Japan am Freitag.
In Tokio gewinnt der Nikkei-225-Index derweil 0,5 Prozent. Der breiter gefasste Topix rückt um 0,8 Prozent vor. Der Kospi steigt in Seoul um 0,9 Prozent. Der Preis für ein Barrel Brentöl steht aktuell bei knapp 106 Dollar. Am Vortag kostete Brent zeitweise über 108 Dollar, ehe der Preis deutlicher unter Druck geriet. Ursächlich waren zum einen offizielle Daten zu den US-Rohölvorräten. Diese waren in der Vorwoche weniger stark gesunken als angenommen. Marktteilnehmer berichteten zudem von wiedererwachten Hoffnungen auf diplomatische Lösungen im Nahostkonflikt und ein Ende der Versorgungsengpässe.