Der Börsen-TagBei den DAX-Anlegern geht die Angst um
Der DAX kann auch zur Wochenmitte nicht wirklich aus seiner Haut und tendiert kaum verändert. Der deutsche Börsenleitindex schließt mit 15.992 Punkten und damit 0,2 Prozent im Plus. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch im bisherigen Handel an der Wall Street.
"Noch immer ist offen, welche Richtung der DAX einschlägt. Und so lange bleiben viele in Deckung. Neueinstiege und Gewinnmitnahmen halten sich in etwa die Waage. Die Angst, in der nächsten großen Bewegung auf der falschen Seite positioniert zu sein, hat zuletzt deutlich zugenommen", erklärt Marktanalyst Thomas Altmann von QC Partners.
Nach dem kürzlich beigelegten US-Schuldenstreit steht nun wieder die Zinsentwicklung im Vordergrund. Die Experten der Credit Suisse räumen einer weiteren Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank im Juni oder Juli eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent ein und rechnen noch für längere Zeit mit einem anhaltenden Straffungskurs. Allerdings gibt es auch immer lautere Stimmen im Markt, die in den jüngsten Konjunkturdaten Signale einer Abschwächung der US-Wirtschaft und damit einer baldigen Zinspause sehen.
"Der DAX zeigte heute wenig Bewegung", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Friedhelm Tilgen. "Die Anleger warten ab, halten sich zurück vor der Zinsentscheidung etwa der US-Notenbank Federal Reserve in der kommenden Woche", erläutert er. "Auch die EZB ist dann am Zug."
Bei den Einzelwerten steigen die Aktien von Symrise ein knappes halbes Prozent. Der Duftstoff- und Aromenhersteller legte wie erwartet ein Pflichtangebot zur Übernahme des schwedischen Haustiernahrungsspezialisten Swedencare vor. Allerdings liegt die Offerte mit 37,50 schwedischen Kronen je Aktie deutlich unter dem Schlusskurs vom Montag bei 42,07 Kronen.
Die Papiere des Halbleiterkonzerns Infineon verlieren dagegen etwa ein halbes Prozent. Der weltgrößte Chipauftragsfertiger TSMC schätzte seine Investitionspläne für 2023 etwas vorsichtiger ein als bisher.
Daneben gibt es Änderungen in der DAX-Indexfamilie. Die Aktien von Evotec werden in den MDAX und TecDAX aufgenommen. Die Änderungen werden am 19. Juni wirksam. Daneben steigen die Aktien von Krones, Software AG und Shop Apotheke in den MDAX auf. Diesen müssen dagegen Aroundtown, Adtran, United Internet und Siltronic verlassen, die künftig im SDAX notiert sein werden. Den SDAX müssen neben den MDAX-Aufsteigern Krones, Software AG und Shop Apotheke auch DIC Asset verlassen. Im TecDAX müssen Suse ihren Platz für Evotec räumen.
