Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagDIW: Kein Job-Kahlschlag in der Industrie

05.08.2026, 12:01 Uhr

Laut einer neuen DIW-Studie fällt der Rückgang bei den Industriejobs in Deutschland deutlich geringer aus als lange angenommen. Zwar verschwanden zwischen 1975 und 2019 rund 1,5 Millionen Stellen im Verarbeitenden Gewerbe. Gleichzeitig entstanden aber mehr als eine Million vergleichbare Jobs bei Dienstleistern. Demnach wurden zwei Drittel der weggefallenen Industriearbeitsplätze durch ähnliche Tätigkeiten im Service ersetzt. Der Nettoverlust liegt damit bei etwa einer halben Million Stellen in 45 Jahren.

Die DIW-Forscher betonen: Viele Betroffene mussten dabei keine großen Einkommenseinbußen hinnehmen, wenn sie ihre Kompetenzen weiter nutzen konnten. Der Dienstleistungssektor sei kein "Auffangbecken für schlecht bezahlte Jobs". Dazu zählen beispielsweise IT, Qualitätskontrolle, Design, Logistik oder Wartung.

Trotzdem hat sich der Strukturwandel in den letzten Jahren laut DIW-Experte Thilo Kroeger beschleunigt. Aufgrund der Konkurrenz aus China, hoher Energiekosten und US-Zölle baut die Industrie schneller Stellen ab. Es werden wohl weniger als zwei Drittel der Jobs aufgefangen.

Quelle: ntv.de