Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagDas wird für den Dax heute wichtig

17.09.2026, 06:30 Uhr

Vor der US-Zinsentscheidung am Abend hat der deutsche Aktienmarkt gestern etwas Auftrieb erhalten. Eine Erhöhung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte galt als eingepreist. Moderat positive Impulse lieferten die wieder gesunkenen Ölpreise, wenngleich es keine wirklichen Fortschritte bei der Lösung der Konflikte im Nahen Osten gibt. Immerhin stellte US-Energieminister Chris Wright eine schnelle Wiederinbetriebnahme einer wichtigen Ölpipeline in Saudi-Arabien in Aussicht.

Der Dax stand am Ende 0,53 Prozent im Plus bei 25.537,75 Punkten und bewegte sich damit weiterhin über der 100-Tage-Durchschnittslinie, die als Indikator für den mittel- bis längerfristigen Trend gilt. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte um 0,45 Prozent auf 31.276,77 Zähler zu.

Und was wird heute für den Dax wichtig? Mitten im Ringen um eine Sanierung von Europas größtem Autobauer trifft sich Vizekanzler und SPD-Co-Chef Lars Klingbeil mit Arbeitnehmervertretern am Stammwerk in Wolfsburg. Im Anschluss an die Gespräche will er sich gemeinsam mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD) und VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo äußern. Beide sitzen im Aufsichtsrat von Volkswagen. Der hatte Anfang September einen Sparplan beschlossen, der den Abbau von rund 50.000 Stellen umfasst und vier deutsche VW-Werke auf den Prüfstand stellt.

Im Streit um schärfere Kapitalvorschriften steht für die Schweizer Großbank UBS eine wichtige Abstimmung in der kleinen Parlamentskammer (Ständerat) an. Die Regierung in Bern will dem Institut nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse zusätzliche Kernkapitalanforderungen von rund 20 Milliarden Dollar aufbürden, was die Bank strikt ablehnt. Bei dem Votum zeichnet sich nun neuer Gegenwind für das Geldhaus ab: Vertreter der FDP wollen das Vorhaben voraussichtlich an die Regierung zurückweisen, anstatt über einen für die UBS wesentlich sanfteren Gegenvorschlag abzustimmen.

Die Notenbank in London dürfte trotz des anhaltenden Inflationsschubs weiter stillhalten. Experten erwarten, dass die Bank of England (BoE) den Leitzins bei 3,75 Prozent belässt. Ein Großteil der Ökonomen geht davon aus, dass die Zentralbank bis zum Jahresende in Wartestellung bleibt. Trotz der zuletzt hohen Inflation von 2,9 Prozent sehen viele Experten derzeit keine Anzeichen dafür, dass der Ölpreisschub das Preisgefüge nachhaltig verändert und damit die BoE auf den Plan rufen würde.

Die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hat eine Umbildung ihres Kabinetts angekündigt. Dabei dürfte sie ihren finanzmarkterfahrenen Finanzminister Satsuki Katayama im Amt belassen, um zu verhindern, dass ihre umfangreichen Ausgabenpläne einen weiteren Ausverkauf beim Yen und bei Staatsanleihen auslösen. Im Fokus steht die Zukunft des auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaftsministers Minoru Kiuchi. Wenn auch dieser im Amt bliebe, sähen Analysten dies als Zeichen dafür, dass die Regierungschefin an ihrer expansiven Geld- und Fiskalpolitik festhält.

Quelle: ntv.de