Der Börsen-TagDax im Fed-Fieber: Börsianer wetten auf Zins-Hike heute Abend
Die Vorzeichen für den deutschen Aktienmarkt sind positiv. Der Dax-Terminkontrakt zeigt sich am frühen Morgen 55 Punkte höher. Klar im Fokus steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend, worüber auch der wieder gestiegene Ölpreis vorübergehend in die zweite Reihe rückt. Mit rund 108 Dollar kostet Brent-Öl einen Tick weniger als am späten Dienstag.
An den Märkten hat sich mittlerweile die Meinung durchgesetzt, dass eine US-Zinserhöhung angesichts der extremen Inflation unverzichtbar ist. Die Wahrscheinlichkeit dafür wird am Zinsterminmarkt laut dem FedWatch-Tool bei 92 Prozent gesehen. Die US-Zehnjahresrendite ist nach dem Vortages- und Mehrjahreshoch von 5,04 Prozent auf knapp 5,00 Prozent zurückgekommen. Marktteilnehmer sehen darin Vorschusslorbeeren für die US-Notenbank: Eine Zinserhöhung wird als Signal für den Willen zur Inflationsbekämpfung gesehen. Sollte eine Erhöhung dagegen ausbleiben, wäre die Glaubwürdigkeit der US-Notenbank dahin - die Renditen am langen Ende dürften dann weiter steigen.
Als noch wichtiger gilt der Ausblick auf das künftige Vorgehen gegen die Inflation. Denn wegen der Abneigung des neuen Notenbankchefs Kevin Warsh gegen eine Forward Guidance hängen Marktteilnehmer hier im luftleeren Raum. Angesichts der laut einem Marktteilnehmer "meilenweiten Entfernung der Inflation von 3,4 Prozent vom Fed-Ziel bei 2,0 Prozent" preisen die Terminkontrakte auf US-Zinsen aktuell auf Jahressicht noch etwa drei weitere Erhöhungen ein.
"Fed-Zinserhöhungen sollten den Anstieg der Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen verlangsamen, indem sie die Entschlossenheit der Fed unterstreichen, die Inflation wieder auf das Ziel zu bringen, und das Wirtschaftswachstum bremsen", kommentiert Don Ellenberger, Leiter der Multisektor-Strategien bei Federated Hermes.
Bei den Konjunkturdaten des Tages stehen die US-Einzelhandelsumsätze im Fokus. Sie werden als entscheidender Gradmesser für den Konsum gesehen, der den größten Beitrag zum US-BIP liefert. Erwartet wird ein Plus von 0,8 Prozent zum Vormonat, nach einem Minus von 0,6 Prozent im Vormonat. Das Risiko eines weiteren Einbruchs sei jedoch angesichts der laufenden "Affordability"-Krise hoch, heißt es im Handel. Die explodierenden Kosten für Lebenshaltung in den USA hätten dies Daten mittlerweile zu einem Politikum gemacht angesichts eines zuletzt auf über 6 Dollar gestiegenen Dieselpreises je Gallone. .
Aus Großbritannien werden diverse Preisdaten gemeldet, daneben steht die Industrieproduktion in der Eurozone auf dem Programm.