Der Börsen-TagDax jagt von Rekord zu Rekord
Der Dax hat auch am zweiten Handelstag im August seine Rekordjagd fortgesetzt. Angetrieben von starken Tech-Werten und überzeugenden Quartalszahlen schloss der deutsche Leitindex 0,7 Prozent höher bei 26.201 Punkten. Im Tagesverlauf markierte er bei 26.267 Zählern ein neues Allzeithoch. Der MDax der mittelgroßen Werte legte um 0,1 Prozent auf 32.559 Zähler zu.
Die Stimmung in Frankfurt ist laut CMC Markets Chef-Marktanalyst Andreas Lipkow gut, aber nicht euphorisch. Hauptgründe für die positive Dynamik seien die weiter rückläufigen Energiepreise sowie insgesamt besser als erwartete Unternehmensergebnisse. Viele Anleger, die bislang außen vor geblieben waren, müssten den Kursen nun hinterherlaufen. Charttechniker trauen dem Index nach dem Sprung über die 26.000er Marke nun Potenzial bis 27.000 Punkte zu.
Der Sprung über die psychologisch wichtige 26.000-Punkte-Marke wirke beim Dax wie ein Dosenöffner, kommentierte Marktanalyst Timo Emden vom Handelshaus CapTrader. Der Dreiklang aus Geopolitik, Geldpolitik und Unternehmenszahlen liefere derzeit die gewünschten Koordinaten für die Navigationssysteme der Anleger. "Die jüngste Rekordserie sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit dem schwelenden Iran-Konflikt nach wie vor erhebliche Risiken unter der Oberfläche glimmen."
Bayer konnte seine Gewinne nicht vollständig mit in den Feierabend nehmen. Am Ende stand ein Plus von 2,0 Prozent zu Buche. Anleger honorierten damit die starken Zahlen zum zweiten Quartal. Das bereinigte operative Ergebnis stieg entgegen der Markterwartung um 1,9 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro und wurde vor allem vom Agrargeschäft getragen. Gesucht waren die Chipwerte: Infineon legten um 3,4 Prozent zu und setzten sich damit an die Spitze des Dax. Sie profitierten vom anhaltenden KI-Boom. Auch Siemens Energy gehörten mit einem Aufschlag von 2,4 Prozent zu den Top-Gewinnern.
Unter Druck standen vor allem Konsum- und Autotitel. Zalando brachen um 13,0 Prozent ein. Der Online-Händler hatte die Erwartungen verfehlt und den Ausblick für das bereinigte operative Ergebnis nach unten angepasst. Auch Fresenius Medical Care verloren trotz besserer Quartalszahlen 7,8 Prozent. Hier belastete ein schwächer als erhoffter Ausblick. Die Lufthansa-Aktie verlor 8,3 Prozent. Hohe Kerosinkosten von rund 750 Millionen Euro über dem Vorjahr setzten der Airline zu. Für das Gesamtjahr stellt der Konzern nun einen Ergebnisrückgang in Aussicht.
Insgesamt bleibt die Berichtssaison laut Lipkow eine wichtige Stütze für die Börsen. Vorsichtig bleiben Anleger aber bei geopolitischen Risiken. Die Nachrichtenlage rund um die USA und den Iran sorge weiter für Unwägbarkeiten an den Märkten.
Das war der Börsen-Tag am Dienstag. Wir verabschieden uns in den Feierabend. Unsere Kolleginnen und Kollegen von der Spät- und Nachtschicht halten Sie weiterhin auf dem Laufenden. Schauen Sie also gerne immer wieder auf ntv.de vorbei. Wir begrüßen Sie an dieser Stelle morgen um 6 Uhr wieder.