Der Börsen-Tag
10. März 2026
imageHeute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
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07:43 Uhr

Krieg fast beendet? Kurse in Asien schießen nach oben

Asiens Börsen ziehen nach einer Aussage von US-Präsident Donald Trump zu einem möglichen Ende des Kriegs im Iran den deutlich an. Japans Leitindex Nikkei legt etwa drei Prozent zu. Die Wirtschaft des ostasiatischen Landes ist stark von Öl- und Gasimporten abhängig.

Südkoreas Leitindex Kospi gewinnt nach einem deutlichen Minus von 6 Prozent zum Vortagsschluss 5,5 Prozent. Besonders Tech-Werte wie Samsung Electronics oder der Chip-Hersteller SK Hynix legen zwischenzeitlich um mehr als 9 Prozent zu. In China steigen der Hongkonger Hang Seng mit 1,3 Prozent und der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien in Festlandchina abbildet, 0,8 Prozent leicht nach oben.

Grund war ein Interview, aus dem der US-Sender CBS News Trump mit den Worten zitiert hatte: «Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet.» An der US-Börse sorgte die Aussage für positive Stimmung.

Krieg fast beendet? Kurse in Asien schießen nach oben
07:29 Uhr

"Datenwächter" Apple: Verleger fordern Strafzahlung

Deutsche Verleger- und Werbeverbände haben das Bundeskartellamt aufgefordert, Apple wegen seiner App-Tracking-Regeln mit einer Geldbuße zu belegen. Die von dem US-Konzern vorgeschlagenen Änderungen an seinem App-Tracking-Transparency-Tool lösten die kartellrechtlichen Probleme auf dem mobilen Werbemarkt nicht, erklärten die Verbände. Zu den Unterzeichnern gehörten Mediaagenturen und der Markenverband. Das Kartellamt hatte die Verbände vor drei Monaten um eine Stellungnahme zu Apples Änderungsvorschlägen gebeten.

Apple hatte im Dezember neutrale Einwilligungsabfragen sowohl für eigene Dienste als auch für Drittanbieter-Apps vorgeschlagen, um den deutschen Bedenken zu begegnen. Zudem wollte der Konzern den Einwilligungsprozess vereinfachen.

Das Bundeskartellamt hatte Apple im Februar vergangenen Jahres Marktmachtmissbrauch vorgeworfen. "Die vorgeschlagenen Zusagen würden die negativen Auswirkungen des App-Tracking-Transparency-Rahmens nicht ändern", sagte Bernd Nauen, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft. Apple bleibe weiterhin der Datenwächter und entscheide, wer Zugang zu werberelevanten Daten erhalte. Die Verbände forderten das Kartellamt auf, Apples Vorschläge abzulehnen, das Tool zu stoppen und eine Geldbuße zu verhängen. Bei Verstößen gegen das deutsche Kartellrecht drohen Unternehmen Bußgelder von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes.

"Datenwächter" Apple: Verleger fordern Strafzahlung
07:13 Uhr

"Schwerer Fehler"? Regierung beendet Mikrokreditfonds

Die Bundesregierung will ein Förderinstrument für kleine Firmen mit erschwertem Kreditzugang Mitte 2026 auslaufen lassen. Der Mikrokreditfonds Deutschland werde über den 30. Juni hinaus nicht verlängert, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen. Neue Kredite würden nur noch bis dahin genehmigt und ausgezahlt. Grünen-Finanzexpertin Katharina Beck sprach von einem schweren Fehler. Gerade in der wirtschaftlich schwierigen Lage brauche der Mittelstand verlässliche Finanzierungsmöglichkeiten und Planungssicherheit.

Der Fonds war 2010 aufgelegt worden und sichert Mikrokredite von bis zu 25.000 Euro für kleine und mittlere Unternehmen ab, die am normalen Bankmarkt oft nur schwer Finanzierungen erhalten. Seit dem Start wurden nach Regierungsangaben rund 38.000 Kredite mit einem Gesamtvolumen von mehr als 400 Millionen Euro vergeben. Wegen der laufenden Rückzahlungen bleibt der Fonds aber noch bis mindestens Ende 2030 bestehen. Allein seit 2015 seien damit Unternehmen mit rund 70.000 bestehenden Arbeitsplätzen unterstützt worden.

"Schwerer Fehler"? Regierung beendet Mikrokreditfonds
06:53 Uhr

Ölpreise stürzen ab

Am Rohstoffmarkt kommen die Ölpreise zunächst zurück. So verbilligt sich die Nordsee-Sorte Brent um 4,1 Prozent auf 94,85 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 3,9 Prozent schwächer bei 90,93 Dollar. Die Preise waren zeitweise um bis zu zehn Prozent eingebrochen.

Grund waren positiv aufgenommene Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der erklärt hatte: Der Iran-Krieg könne schnell vorbei sein. Über das Wochenende hatten die Ölpreise zeitweise bis zu 25 Prozent zigelegt und ein Barrel Brent hatte an der 120-Dollar-Marke gekratzt.

Ölpreise stürzen ab
06:35 Uhr

Chinas Außenhandel überrascht

Chinas Außenhandel hat zum Jahresbeginn deutlich stärker zugenommen als erwartet. Wie die Zollbehörde in Peking mitteilte, stiegen die Exporte im Januar und Februar in US-Dollar berechnet um 21,8 Prozent verglichen mit dem gleichen Vorjahreszeitraum. Die Importe legten demnach ebenfalls deutlich um 19,8 Prozent zu. Daraus ergab sich ein Handelsüberschuss von 213,6 Milliarden US-Dollar (fast 184 Milliarden Euro).

Analysten hatten vorab mit einem Zuwachs von etwas mehr als 7 Prozent bei den Ausfuhren in den ersten beiden Monaten des Jahres verglichen mit demselben Vorjahreszeitraum gerechnet. Für Chinas Einfuhren hatten die Marktbeobachter ein Plus von 6,3 Prozent erwartet.

Chinas Außenhandel überrascht
06:17 Uhr

Das ist los im frohen Devisengeschäft

Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,2 Prozent auf 157,87 Yen und gibt 0,3 Prozent auf 6,8870 Yuan nach. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,7778 Franken vor. Parallel dazu fällt der Euro um 0,2 Prozent auf 1,1609 Dollar und gibt 0,1 Prozent auf 0,9033 Franken nach. Der Dollar-Index, der die US-Währung gegen sechs wichtige Devisen misst, büßt alle Gewinne der vergangenen Woche wieder ein.

Das ist los im frohen Devisengeschäft
05:59 Uhr

Ein Blick in den Abgrund

Der Dax hat zum Wochenstart in den Abgrund geschaut – und dann doch noch die Kurve gekriegt: Der deutsche Börsenleitindex war im Handelsverlauf unter die 23.000er-Marke gerutscht, hatte ein Zehnmonatstief markiert und dann am Ende mit 23.409 Punkten 0,8 Prozent im Minus geschlossen. Für die Schwankungsbreite zeigte sich der Ölpreis verantwortlich, der zeitweise rund 120 Dollar je Barrel gekostet hat, was wiederum dem Krieg im Nahen Osten geschuldet ist.

Dieser dürfte auch weiterhin das Handeln der Anleger weltweit bestimmen. Daneben gibt es aber auch Unternehmenszahlen und Konjunkturdaten, wie etwa die deutschen Exporte. Diese dürften zum Jahresauftakt zurückgegangen sein und damit den konjunkturellen Fehlstart ins Jahr komplettieren. Experten erwarten einen Rückgang der Ausfuhren im Januar um 2,0 Prozent. In der Industrie waren die Aufträge im Januar so stark eingebrochen wie seit zwei Jahren nicht mehr, während die Produktion den zweiten Monat in Folge gedrosselt wurde.

Unternehmensseitig liegt das Augenmerk auf dem Autosektor - wegen Volkswagen. Denn Europas größter Autobauer öffnet seine Bücher. Schon bekannt ist, dass der Barmittelzufluss überraschend mit sechs Milliarden Euro deutlich höher ausgefallen ist als bislang angenommen – noch offen ist, wo genau das Geld herkommt. Bei Gewinn und Umsatz dürfte es dagegen trüber aussehen, die US-Zölle, der schwierige chinesische Markt und die Antriebswende bei Porsche zurück zu Verbrennern dürften tiefe Spuren hinterlassen haben. Bleibt die Frage, wie Volkswagen-Chef Oliver Blume die Aussichten für das laufende Jahr einschätzt. Analysten zeigen sich hier zuversichtlich, dass es wieder aufwärts geht.

Bei den nach US-Börsenschluss anstehenden Geschäftszahlen des SAP-Rivalen Oracle richten Anleger ihr Hauptaugenmerk auf das Cloud-Geschäft. Sie wollen eine Bestätigung, dass die ehrgeizigen Pläne zum Ausbau der KI-Infrastruktur durch entsprechendes Wachstum gerechtfertigt sind. Zur Finanzierung gibt Oracle neue Aktien aus und nimmt zusätzliche Schulden auf. Einem Medienbericht zufolge will das US-Unternehmen zudem Tausende Stellen streichen.

Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Ein Blick in den Abgrund