Inflationsdaten stützen Wall Street nur leicht
Günstige Inflationsdaten hieven den breiten Markt an der Wall Street nach einer zweitägigen Aufwärtsphase mit Rekordständen weiter nach oben. Die Daten sorgen für Erleichterung, denn die US-Verbraucherpreise für Dezember liefern kein Störfeuer für die weit verbreiteten Zinssenkungshoffnungen. Der Dow-Jones-Index verliert 0,2 Prozent auf 49.509 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite klettern jeweils um 0,1 Prozent.
"Der Start in die Berichtssaison ist gelungen", sagt ein Marktteilnehmer mit Blick auf JP Morgan. Der Kurs verliert allerdings 0,5 Prozent, da der Gewinn im vergangenen Quartal um sieben Prozent gesunken ist. Delta Air Lines büßen 1,9 Prozent ein. Die Fluggesellschaft hat zwar die Markterwartungen mit den Quartalszahlen geschlagen, der Ausblick enttäuscht aber. Bank of New York Mellon ziehen nach gestiegenem Viertquartalsergebnis um 0,8 Prozent an.
Goldpreis kennt derzeit nach oben keine Grenze
Der Goldpreis setzt seine Hausse fort und steigt auf 4620 US-Dollar. Unterstützung kommt von der günstigen Entwicklung der US-Verbraucherpreise. In der technischen Analyse von HSBC Trinkaus heißt es, das Potenzial reiche zunächst bis 4830 Dollar. "Daneben wird interessant sein, ob die Unze die Marke von 4000 Euro sieht und wie sie sich danach verhält", so ein weiterer Marktanalyst. Aktuell steht sie bei knapp 3960 Euro.
Verbio-Aktie geht durch die Decke - charttechnisch interessant
Mit Kursen über 24 Euro handelt die Aktie von Verbio auf Zweijahreshoch, das Papier schoss um 14 Prozent hoch. Nach dem Politikwechsel in Berlin kommt das Geschäftsmodell nun wieder besser zum Tragen. Hier hilft die Änderung der THG-Quoten sowie die Abschaffung der Doppelanrechnung. Nach dem politischen Gegenwind in Deutschland hat sich der Biokraftstoffhersteller internationaler aufgestellt und sollte nun von dem Hochfahren in den USA profitieren. Spannend ist die Situation aber auch in Indien, wo es bereits seit 2022 in der Region eine vergleichsweise kleine Bioraffinerie-Anlage gibt. In der Region gibt es teils zwei Reis- sowie Weizenernten, deren Stroh bisher luftverschmutzend verbrannt wurde.
Nun sollen, wenn es auch eine politische Unterstützung gibt, ein Ausbau der Kapazitäten erfolgen. Einige Investoren setzen darauf, dass dies gelingen könnte. Wenn die Luft charttechnisch nun frei ist, könnte der Kurs zunächst in Richtung 45 Euro laufen.
Dax nach US-Preisdaten zu neuem Rekord - verzerrte Angaben nach Shutdown
Die US-Preisdaten haben den Dax auf neue Rekordhochs getrieben. Der deutsche Leitindex gewann 0,3 Prozent auf 25.484 Punkte. Die Kernrate der Inflation in den USA ist im Dezember entgegen den Erwartungen auf 2,6 Prozent zurückgegangen. Die Verbraucherpreise insgesamt erhöhten sich wie erwartet um 2,7 Prozent. Einige Ökonomen haben vor einem überraschenden Anstieg der Inflation im Dezember gewarnt, da die Auswirkungen des Shutdowns nachlassen. Dies könnte für die Fed von entscheidender Bedeutung sein.
Keinen weiteren Inflationsfortschritt sah Bastian Hepperle von Hauck Aufhäuser Lampe. "Die Einschätzung der tatsächlichen Inflationsentwicklung ist und bleibt aber schwierig. Als Folge des Government Shutdowns werden die Inflationsdaten noch einige Zeit verzerrt sein. Auf Basis der vorliegenden Inflations- und Arbeitsmarktdaten besteht für die Fed kein Handlungsdruck. US-Präsident Trump dürfte deshalb weiterhin scharfe Attacken gegen Fed-Chef Powell fahren."
Die US-Realeinkommen fielen im Dezember gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent gefallen. Laut Arbeitsministerium betrug das durchschnittliche Wocheneinkommen saison- und inflationsbereinigt 388,33 Dollar nach 389,40 Dollar im Vormonat.
Plant Johnnie-Walker-Mutter Verkauf von Vermögenswerten in China?
Der Spirituosenhersteller Diageo, der unter anderem die Marken Johnnie Walker, Guinness und Smirnoff im Portfolio hat, prüft laut einem Agenturbericht Optionen für seine Vermögenswerte in China, unter anderem auch einen Verkauf. Die Überlegungen zu den möglichen Optionen seien noch in einem frühen Stadium, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung Insider.
Das Portfolio des Konzerns umfasst in China unter anderem eine Mehrheitsbeteiligung an dem in Shanghai notierten Unternehmen Sichuan Swellfun. Diageo lehnte eine Stellungnahme gegenüber Bloomberg ab. Swellfun erklärte, keine Informationen über einen Verkauf von Anteilen erhalten zu haben.
Kommt der Kryptomarkt wieder auf Kurs?
Die Märkte sind mit viel Schwung ins neues Jahr gestartet. Gilt das auch für den Kryptomarkt? Der war ja in den vergangenen Monaten ordentlich unter die Räder gekommen. Wie es jetzt aussieht und wie Anleger sich am Kryptomarkt engagieren können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Dirk Heß von nxtAssets.
JPMorgan-Gewinn sinkt wegen Kosten für Apple-Karten-Deal
Langsam, aber sicher kommt die Berichtssaison in Fahrt. Eine milliardenschwere Sonderbelastung für die Übernahme des Apple-Kreditkartengeschäfts hat den Gewinn der größten US-Bank JPMorgan Chase im vierten Quartal gedrückt. Der Überschuss fiel auf 13 (Vorjahr: 14) Milliarden Dollar oder 4,63 (4,81) Dollar je Aktie, wie das Institut mitteilte. Die Bank hatte für das von Goldman Sachs übernommene Portfolio eine Rückstellung für Kreditverluste in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar gebucht. Ohne diese einmalige Belastung stieg der Gewinn dank eines starken Handelsgeschäfts auf 14,7 Milliarden Dollar.
Mit der Übernahme stärkt JPMorgan seine Position im Kreditkartengeschäft und baut die Partnerschaft mit dem iPhone-Hersteller Apple aus. Der Deal fällt jedoch in eine kritische Zeit für die Branche. Ein Vorschlag von US-Präsident Donald Trump, die Zinssätze für Kreditkarten auf zehn Prozent zu begrenzen, sorgt für Unsicherheit. Ein Bankenverband hatte vergangene Woche gewarnt, dass ein solcher Schritt den Zugang zu Krediten für Verbraucher und kleine Unternehmen erschweren könnte.
Neues vom Geldmarkt
"Das Geschäft normalisiert sich mit der Rückkehr der Marktteilnehmer aus dem Urlaub, die Lage ist aber die gleiche wie über weite Strecken des vergangenen Jahres", sagte ein Händler zum Geldmarkt. Das gelte für den Abstand der Sätze zum Einlagensatz oder auch dafür, dass Dreimonatsgeld wegen des sehr geringen Aufschlags zum Tagesgeld kaum umgesetzt werde. Geprägt werde die Lage von der nach wie vor hohen Überschussliquidität von 2,8 Billionen Euro. Tagesgeld wird zur Haupthandelszeit nahezu unverändert mit 1,90 zu 2,07 Prozent gestellt. Veränderungen sind auch laut TomNext und SpotNext erst einmal nicht in Sicht.
Hier die jüngsten Daten: Tagesgeld: 1,90 - 2,07 (1,80 - 2,10), Wochengeld: 1,80 - 2,10 (1,80 - 2,10), 1-Monats-Geld: 1,94 - 2,12 (1,84 - 2,21), 3-Monats-Geld: 2,04 - 2,22 (1,93 - 2,28), 6-Monats-Geld: 2,08 - 2,28 (1,99 - 2,34), 12-Monats-Geld: 2,19 - 2,38 (2,07 - 2,42), Euribors: 12.01. 09.01. 3 Monate: 2,0200 2,0190, 6 Monate: 2,1300 2,1160, 12 Monate: 2,2490 2,2510
Dudenhöffer: Mindestpreise für E-Autos aus China bringen nichts
Mindestpreise statt Zollaufschläge: Die neue Strategie der EU zu chinesischen Elektroautos droht nach Ansicht eines Experten vollständig ins Leere zu laufen. Die chinesischen Hersteller agierten im europäischen Markt überhaupt nicht mit Dumpingpreisen, argumentiert der Leiter des privaten Instituts Center Automotive Research (CAR), Ferdinand Dudenhöffer. Vielmehr böten sie ihre Modelle hierzulande mehr als doppelt so teuer an wie auf dem Heimatmarkt.
Nach einer neuen Leitlinie der EU können in China produzierende Elektroautoherstellern die 2024 eingeführten Zusatzzölle vermeiden, indem sie Mindestpreise für Auto-Exporte in die Europäische Union akzeptieren. Zudem würden Investitionen in der EU oder eine Begrenzung der Exporte positiv angerechnet. Die chinesische Seite hat die EU-Vorschläge positiv bewertet. Laut CAR verkaufen die chinesischen Hersteller ihre Modelle in der EU mit einem durchschnittlichen Aufschlag von 118 Prozent auf den Heimatpreis. Die 13 untersuchten Modelle würden in China im Schnitt für einen Netto-Preis von 14.936 Euro angeboten, während sie in Europa 32.573 plus Mehrwertsteuer kosten sollen.
Zalando-Aktie geht nach Hochstufung steil nach oben
Zalando profitiert von einem positiven Analystenkommentar. Die Titel des Online-Modehändlers legen zeitweise um rund fünf Prozent zu, nachdem die Analysten von Barclays ihre Bewertung auf "Overweight" von zuvor "Equal Weight" angehoben haben. Kurz nach Mittag notieren die Papiere 4,1 Prozent höher. Die Analysten sehen ein geringeres Risiko durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) beim Online-Shopping. Zalando sei strukturell besser aufgestellt als von Anlegern befürchtet, um sich gegen die Gefahr zu wappnen, dass Kunden durch KI-gesteuerte Einkaufsagenten Online-Händler umgehen. Es sei jedoch noch zu früh, um das Unternehmen als "KI-Gewinner" oder "KI-Verlierer" zu bezeichnen. Im vergangenen Jahr hatten Zalando-Aktien mehr als 20 Prozent nachgegeben.
Nordex-Bücher sind prall gefüllt - Aktie fällt dennoch
Nordex hat dank eines starken Schlussquartals seinen Auftragseingang im Gesamtjahr 2025 deutlich gesteigert. Insgesamt gingen Bestellungen über 10.214 Megawatt (MW) ein, ein Anstieg um 22,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der Windanlagenbauer mitteilte. Allein im vierten Quartal betrug der Auftragseingang 3552 MW. Der durchschnittliche Verkaufspreis blieb dabei mit 0,89 Millionen Euro pro Megawatt stabil. Die meisten Aufträge kamen aus den Kernmärkten Deutschland, Kanada und Frankreich. Dennoch fiel die Nordex-Aktie um 0,3 Prozent. Marktteilnehmer gingen von Gewinnmitnahmen aus. Das Papier ist seit Jahresbeginn um fast zehn Prozent gestiegen und in den vergangenen sechs Monaten um fast 70 Prozent.
Dax erst mit Rekord, dann leicht im Minus
Update von der Frankfurter Börse: Vor der Veröffentlichung der US-Inflationszahlen für Dezember hat sich der Dax erst einmal in Deckung begeben. Der deutsche Leitindex fiel am Mittag um 0,2 Prozent auf 25.361 Punkte. Zuvor hatte der Dax mit 25.428,43 Zählern ein neues Rekordhoch erreicht. Der EuroStoxx50 notierte kaum verändert bei 6015 Stellen. Der Euro lag ebenfalls kaum verändert bei 1,1667 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI stiegen um 0,7 beziehungsweise 0,9 Prozent.
Deutsche Großhändler haben "keinen Puffer mehr"
Ein Ende der Dauerkrise im deutschen Großhandel ist nach Einschätzung des Branchenverbandes BGA nicht in Sicht. Zwar prognostiziert der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) für dieses Jahr 0,7 Prozent Wachstum für den Großhandel. Die sei jedoch "näher an Stagnation als an Aufschwung", sagte BGA-Präsident Dirk Jandura.
Laut einer Umfrage unter 780 BGA-Mitgliedsunternehmen aus dem Dezember rechnet mehr als ein Drittel der Großhändler 2026 mit weiter sinkenden Umsätze und Erträgen. Viele Unternehmen hätten ihre Reserven längst aufgebraucht, sagte Jandura. "Es gibt keinen Puffer mehr, keinen Spielraum für weitere Belastungen."
Apple geht Partnerschaft mit Google für KI-Funktionen ein
Apple lässt sich künftig von Google im Feld der Künstlichen Intelligenz (KI) unterstützen. Die beiden US-Techriesen verkündeten eine mehrjährige Partnerschaft, bei der KI-Funktionen wie etwa beim Apple-Sprachassistenten Siri mit der Gemini-Technologie von Google ausgestattet werden. Nach "sorgfältiger Prüfung" habe Apple Googles KI-Technologie ausgewählt, da diese "die leistungsfähigste Grundlage" für die KI-Ambitionen des iPhone-Herstellers biete, erklärten die Konzerne.
Sie machten keine Angaben zu den finanziellen Details der Zusammenarbeit. Nach Bekanntwerden stieg der Börsenwert von Google-Mutter Alphabet erstmals über die Schwelle von vier Billionen Dollar.
Südzucker meldet Gewinneinbruch
Fallende Zuckerpreise haben bei Südzucker in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 für einen Umsatz- und Gewinneinbruch gesorgt. Das operative Ergebnis sank auf 95 Millionen Euro nach 236 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie der Konzern mitteilte. Der Umsatz ging um über eine Milliarde auf 6,36 Milliarden Euro zurück. An seinen Gesamtjahreszielen hielt der Vorstand aber fest. Hoffnung mache die Rübenernte. Die Verarbeitung laufe meist reibungslos und die Zuckererträge lägen in den meisten Anbauregionen über dem Durchschnitt, hieß es.
Hauptgrund für die Einbußen der ersten neun Monate war die Zucker-Sparte, die wegen deutlich gesunkener Preise und geringerer Absatzmengen einen operativen Verlust von 136 Millionen Euro verbuchte. Auch die Segmente Spezialitäten, die Bioethanol-Tochter CropEnergies und Stärke verzeichneten Ergebniseinbußen. Einzig die Frucht-Sparte konnte ihr Ergebnis dank höherer Preise steigern. Für das bis Ende Februar 2026 laufende Gesamtjahr rechnet Südzucker weiterhin mit einem operativen Ergebnis zwischen 100 und 200 Millionen Euro. Der Umsatz soll zwischen 8,3 und 8,7 Milliarden Euro liegen.
Windkraft-Aktie geht kräftig hoch
Die Örsted-Aktie legt um 4,8 Prozent zu. Die Dänen dürfen die Arbeiten an ihrem US-Projekt Revolution Wind vorerst fortsetzen, obwohl die Trump-Regierung versucht hat, das Vorhaben an der US-Ostküste zu stoppen. Ein US-Bundesrichter gab dem Antrag des Unternehmens auf eine einstweilige Verfügung gegen den von der Trump-Administration verhängten Baustopp für das Fünf-Milliarden-Dollar-Projekt statt. In einer jüngeren Studie warnt die Citigroup allerdings vor weiteren Regierungsinterventionen und der Gefahr, dass die Projektkosten aus dem Ruder laufen könnten.
VW-Kernmarke noch schwächer als Gesamtkonzern
Bei Volkswagen hat die Kernmarke VW 2025 weniger Autos verkauft als im Jahr zuvor. Weltweit wurden 4,73 Millionen Fahrzeuge der Marke an Kundinnen und Kunden übergeben, 1,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie die Wolfsburger mitteilten. Damit fiel das Minus bei der Marke noch etwas stärker aus als im Gesamtkonzern. Der hatte am Montag einen Rückgang um 0,5 Prozent gemeldet.
Vor allem in China und in den USA gingen die Verkaufszahlen zurück. In China, wo der frühere Marktführer mit dem harten Preiswettbewerb lokaler Elektroautoanbieter kämpft, sackte die Zahl der Auslieferungen um 8,4 Prozent auf 2,02 Millionen ab. In Nordamerika ging es um 8,2 Prozent auch noch 544.000 nach unten. Die Zölle von US-Präsident Donald Trump hätten hier spürbare Auswirkungen auf die Auslieferungen, hieß es zur Begründung. In Europa legte die Marke dagegen um 5,1 Prozent auf 1,32 Millionen Fahrzeuge zu. In Südamerika gab es ein noch deutlicheres Plus von 18,5 Prozent auf 568.000 Fahrzeuge.
Bericht: Zentralbanken wollen mit Solidaritätserklärung Powell helfen
Zentralbanken arbeiten der Agentur Bloomberg zufolge auf globaler Ebene an einer Solidaritätserklärung für den ins Visier der US-Justiz geratenen Notenbankchef Jerome Powell. Die Agentur berief sich auf einen Insider. Eine Bestätigung für den Bericht war zunächst nicht zu erhalten.
Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat den Streit mit Powell um den Zinskurs der von politischen Weisungen unabhängigen US-Zentralbank zuletzt verschärft: Das Justizministerium droht ihm mit einer Anklage. Anlass sind dessen Aussagen vor dem US-Kongress zu den auf rund 2,5 Milliarden Dollar gestiegenen Renovierungskosten am Sitz der Zentralbank in Washington.
Iran-Sorgen lassen Ölpreise steigen
Die Furcht vor Lieferausfällen im Iran lässt den Ölpreis steigen. Rohöl der Nordseesorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuern sich jeweils um 0,8 Prozent auf 64,38 beziehungsweise 59,99 Dollar je Barrel. "Der Preisanstieg erfolgt inmitten sich verschärfender Proteste im Iran, was die Möglichkeit einer Form von Intervention durch die USA erhöht", konstatierten die Rohstoffstrategen von ING. Der Iran, einer der größten OPEC-Produzenten, erlebt die heftigsten Proteste seit Jahren. US-Präsident Donald Trump will sich am Dienstag mit Beratern treffen, um über Optionen zu beraten. Gebremst wird der Preisanstieg durch die Aussicht auf ein höheres Öl-Angebot aus Venezuela.
Deutliche Preiserhöhungen bei Lindt
Kräftige Preiserhöhungen wegen hoher Kakaokosten haben dem Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli ein deutliches Umsatzplus beschert. Die Erlöse kletterten 2025 um 12,4 Prozent auf 5,92 Milliarden Franken, wie das Unternehmen mitteilte. Die Preisanhebungen von 19 Prozent hätten geringere Verkaufsmengen mehr als ausgeglichen, hieß es. Der Trend zu Premiumprodukten habe sich verstärkt. Trotz der unsicheren Wirtschaftslage hätten die Verbraucher sich etwas gegönnt. Zum Wachstum trug zudem die weltweite Einführung der "Lindt Dubai Style Schokolade" bei. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 stellte der Vorstand eine Steigerung der operativen Umsatzrendite (Ebit-Marge) im unteren Bereich von 20 bis 40 Basispunkten in Aussicht nach einer Marge von 16,2 Prozent im Jahr zuvor.
"Dax ignoriert die ganzen Krisen"
Der Dax bleibt sich auch zum Start ins heutige Geschäft treu – und legt zu. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 25.410 Punkten, nachdem er zum gestrigen Wochenstart mit 25.405 Zählern aus dem Handel gegangen war und zwischenzeitlich mit 25.421 ein neues Allzeithoch markiert hatte.
"Der Dax ignoriert die ganzen geopolitischen Krisen", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "An allen bisherigen Handelstagen in diesem Jahr wartete er mit Aufschlägen auf, an fünf Tagen markierte er Rekordstände", erläutert sie. "Heute läutet JPMorgan dann die US-Berichtssaison ein und auch auf die frischen Inflationsdaten aus den USA dürften die Anleger achten."
Diese Aktien liegen in Tokio vorn
Aktien aus den Sektoren Automobil, Finanzen und Maschinenbau führen die Gewinne in Tokio an. Toyota Motor steigen 5,0 Prozent, Nomura Holdings legen um 5,2 Prozent zu und Kawasaki Heavy Industries gewinnen 6,0 Prozent.
Ams-Osram plant Verkäufe
Ams-Osram will sich zur Reduzierung seiner Schulden von Geschäftsteilen trennen. Der Chip- und Sensorhersteller bestätigte, dass er sich in fortgeschrittenen Gesprächen über den Verkauf einzelner Geschäftsaktivitäten befinde. Die angestrebte Transaktion sei Teil des im April 2025 angekündigten Plans zur beschleunigten Entschuldung, teilte der Konzern mit. Ziel seien Verkaufserlöse von weit mehr als 500 Millionen Euro. Der Standort im österreichischen Premstätten solle dabei langfristig gesichert werden. Zum Ausgang der Gespräche könne das Unternehmen keine Zusicherungen geben. Der Konzern befindet sich seit Längerem in einem tiefgreifenden Umbau.
Yen-Spekulationen und Rekordstimmung in Tokio
An den Aktienmärkten in Ostasien geht es mehrheitlich nach oben. Positiv für die Stimmung an den asiatischen Börsen wirken sich die freundlichen Vorgaben aus den USA und der anhaltende Enthusiasmus für KI-Halbleiterwerte aus. In Seoul gewinnt der Kospi nach dem Allzeithoch am Vortag um weitere 1,3 Prozent. In Shanghai geht es dagegen um 0,3 Prozent nach unten, in Hongkong notiert der Hang-Seng-Index 0,9 Prozent im Plus. Sydney ging bereits 0,6 Prozent höher aus dem Tag.
Besonders deutlich geht es in Tokio aufwärts, wo der Nikkei um 3.2 Prozent zulegt. Hierfür gibt es gleich mehrere Gründe. Zum einen hatte die Börse zum Wochenstart geschlossen und damit Nachholbedarf. Zum anderen berichten Medien wie die "The Japan Times", dass Premierministerin Sanae Takaichi vorgezogene Neuwahlen ausrufen könnte. Eine Folge davon wäre ein zusätzlicher fiskalischer Stimulus, was positiv ankommt. Ein schwächerer Yen, der im Zuge der Wahlspekulationen und anhaltender Spannungen zwischen Japan und China nahe seinem tiefsten Stand seit einem Jahr verharrt, verbessert zusätzlich die Aussichten für heimische Exporteure.
Zudem erklärte Japans Finanzministerin Satsuki Katayama, dass US-Finanzminister Scott Bessent Tokios Sorgen über die jüngste Schwäche des Yen teile. Dies heizt im Devisenhandel erneute Spekulationen an, dass zur Stützung der Währung interveniert werden könnte. Dies belastet den Yen zusätzlich. Die japanische Währung gab um bis zu 0,5 Prozent auf 158,91 Yen je Dollar nach und unterschritt damit das vorherige Tief von 158,87 aus dem Januar 2025.
Berichtssaison rückt in den Fokus
Europas Börsen dürften wenig verändert in den Handel starten. Mit den Zahlen von JP Morgan am Mittag wird die Berichtssaison in den USA offiziell eröffnet. Noch wichtiger für die Märkte ist allerdings die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise für Dezember. Erwartet wird sowohl in der Gesamtrate als auch in der Kernrate ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Nach der günstigen November-Lesung, die durch den Regierungs-Shutdown beeinflusst worden war, sind die aktuellen Daten von besonderem Interesse.
Mit Blick auf die Zahlen von JP Morgan heißt es, diese könnten eine erste Entwicklung für den Bankensektor insgesamt liefern. Die Deutsche Bank setzt auf eine positive Berichtssaison. Die Analysten erwarten, dass die im S&P-500 gelisteten Unternehmen die Gewinne um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern werden. Dies impliziere ein Überbieten der Konsenserwartungen um 5,5 Prozentpunkte. Im historischen Schnitt werden die Markterwartungen um 4,9 Prozentpunkte geschlagen. Sollte die Deutsche Bank mit ihrer optimistischen Einschätzung Recht behalten, ist eine schärfere Korrektur an den Börsen aktuell unwahrscheinlich.
Der Dax hat am Vortag bereits das fünfte Allzeithoch seit Jahresbeginn markiert, und das trotz aller Krisen. "In Frankfurt nährt die Hausse einmal mehr die Hausse, auch weil internationale Investoren ihr Geld aus den USA abziehen und nach Alternativen suchen", heißt es von den Experten von CMC Markets.
Allradboom hat den Zenit überschritten
Der Boom der Allradautos in Deutschland lässt nach. Nachdem sich ihr Anteil an den Neuzulassungen im vergangenen Jahrzehnt verdoppelt hatte, ist er nun das dritte Jahr in Folge leicht gesunken. Das geht aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes hervor. 2025 machten die Allrader 24,1 Prozent der Neuzulassungen aus. Das waren 0,5 Prozentpunkte weniger als 2024. Im Vergleich zum Höhepunkt 2022 sind es sogar 1,8 Prozentpunkte Unterschied.
Der Rückgang überrascht, sind doch mehrere Faktoren, die zum Boom der Allradfahrzeuge beigetragen hatten, nach wie vor gültig. SUVs, bei denen der Antrieb beliebt ist, steigern ihren Marktanteil immer weiter, das gilt auch für Elektroautos, bei denen ebenfalls gerne zum Allradantrieb gegriffen wird.
Ein Grund für den leicht sinkenden Anteil könnten die relativ hohen Spritpreise der letzten Jahre sein. Denn zumindest bei Verbrennern verbrauchen auch moderne Allradantriebe etwas mehr Treibstoff - schlicht, weil es mehr bewegte Teile und zusätzliches Gewicht gibt.
Dax-Konzern trennt sich mit Verlust von Firmenteilen
Symrise verfehlt wegen dreistelliger Millionenabschreibungen seine Prognose für 2025. Der Verkauf des Geschäfts mit Terpenen befinde sich in einem strukturierten Bieterprozess, teilte das Dax-Unternehmen mit. Basierend auf den bisher erhaltenen Angeboten werde für das vierte Quartal 2025 eine Wertberichtigung in Höhe von etwa 145 Millionen Euro verbucht. Zu einer weiteren Wertberichtigung von 150 Millionen Euro komme es durch Wertverluste der Beteiligung an der in Schweden börsennotierten Swedencare AB. Dadurch komme es zu einer "wesentlichen Abweichung" gegenüber den aktuellen Kapitalmarkterwartungen und der veröffentlichten Prognose.
Nvidia dementiert China-Spekulationen
Nvidia verlangt nach eigenen Angaben keine Vorauszahlung für seine H200-Chips. Der US-Chiphersteller reagierte damit auf einen Reuters-Bericht, demzufolge Nvidia für seine KI-Chips von chinesischen Kunden eine vollständige Vorauszahlung verlangt hatte. Das Unternehmen werde niemals von Kunden verlangen, für Produkte zu bezahlen, die sie nicht erhielten, hieß es in einer Stellungnahme.
Einem Insider zufolge sehen die Standardbedingungen von Nvidia für chinesische Kunden jedoch Vorauszahlungen vor. Insbesondere beim H200 sei das Unternehmen angesichts der unklaren Genehmigungslage durch die chinesischen Aufsichtsbehörden streng bei der Durchsetzung der Bedingungen. Der H200 ist der derzeit zweitstärkste Chip von Nvidia und übertrifft Produkte chinesischer Hersteller wie Huawei deutlich. US-Präsident Donald Trump hatte den Export der Chips nach China gegen eine Gebühr erlaubt und damit ein früheres Verbot aufgehoben. Chinesische Technologieunternehmen haben Insidern zufolge bereits Aufträge im Wert von mehreren Milliarden Dollar platziert.
Mit KI-Rückenwind zum nächsten Rekord
Die Hoffnung auf einen Boom durch Künstliche Intelligenz (KI) treibt die japanische Börse am Dienstag auf ein Rekordhoch. Anleger zeigen sich optimistisch, dass die Nachfrage nach KI-Anwendungen das Gewinnwachstum der Unternehmen weiter antreiben wird. "Wir gehen davon aus, dass die globalen Aktienmärkte auch 2026 weiter steigen werden", so Analysten der Citi. "Ein makroökonomisches Umfeld mit einer 'sanften Landung', eine solide Dynamik bei den Revisionen und ein sich ausweitender Rückenwind durch KI sollten letztlich ausreichen, um die Gewinne zu stützen."
In Tokio legt der Nikkei-Index 3,1 Prozent auf 53.560,38 Punkte zu und der breiter gefasste Topix notiert 2,2 Prozent höher bei 3591,53 Zählern. Die chinesischen Märkte zeigen sich dagegen kaum verändert. Der Shanghai Composite bleibt fast unverändert bei 4163,84 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stagniert bei 4790,55 Punkten.
Fed-Thema beschäftigt Dollar-Investoren
Am Devisenmarkt belastet die Unsicherheit über die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed den Dollar. Im asiatischen Handel gewinnt der Dollar zum Yen jedoch 0,4 Prozent auf 158,76 Yen und legt zum chinesischen Yuan leicht auf 6,9756 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,7977 Franken vor. Der Euro bleibt fast unverändert bei 1,1657 Dollar und zieht zum Franken leicht auf 0,9298 Franken an.
EZB-Banker springt Fed-Chef Powell bei
Der französische Zentralbankchef Francois Villeroy de Galhau ist seinem von einer Anklage bedrohten US-Amtskollegen Jerome Powell beigesprungen. Der Chef der US-Notenbank sei ein Muster an Integrität und habe seine Unterstützung, sagte Villeroy. "Was die Fed betrifft, möchte ich laut und deutlich meine volle Solidarität und meine Bewunderung für Jay Powell bekräftigen, ein Vorbild an Integrität und Engagement für das Gemeinwohl", sagte Villeroy, der zum EZB-Rat gehört, dem obersten Beschlussorgan der Europäischen Zentralbank.
Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat den Streit mit Powell um den Zinskurs der USA zuletzt verschärft: Das Justizministerium droht ihm mit einer Anklage. Anlass sind dessen Aussagen vor dem Kongress zu den auf rund 2,5 Milliarden Dollar gestiegenen Renovierungskosten am Hauptsitz der mächtigsten Zentralbank der Welt in Washington. Powell wies die Vorwürfe zurück. Er sieht darin einen Vorwand, um Einfluss auf die Zinspolitik zu nehmen.
Die Hausse nährt die Hausse
Sieben Handelstage ist das Börsenjahr 2026 alt, sieben Mal ist der Dax mit Aufschlägen aus dem Handel gegangen. Gestern schloss er 0,6 Prozent fester mit einem Stand von 25.405 Punkten, nachdem er im Verlauf das Allzeithoch bis auf 25.421 getrieben hatte. Die von vielen erwarteten Gewinnmitnahmen an der psychologischen, runden Marke von 25.000 Punkten im Dax sind ausgeblieben und zwingen damit die Anleger in den Markt, die genau darauf gesetzt hatten. "In Frankfurt nährt die Hausse einmal mehr die Hausse, auch weil internationale Investoren ihr Geld aus den USA abziehen und nach Alternativen suchen", so die Analysten von CMC Markets.
Und heute? Winkt der achte Plustag in Folge? Neben der schwierigen geopolitischen Gesamtlage stehen vor allem zwei Termine auf der Agenda, die Anleger im Auge behalten sollten. Zum einen gibt der Finanzkonzern JPMorgan Chase den Startschuss für die Quartalsberichtssaison. Citigroup, Bank of America and Wells Fargo folgen am Mittwoch, während Goldman Sachs and Morgan Stanley am Donnerstag ihre Zahlen vorlegen. Analysten gehen davon aus, dass im vierten Quartal die Investmentbanking-Erträge stiegen. Investoren dürften zudem auf Kommentare der Banken zu den Verbraucherausgaben achten, um einen besseren Einblick in die allgemeine Wirtschaftslage zu bekommen.
Zum anderen stehen Daten zur US-Preisentwicklung an. Dabei dürfte die US-Inflation am Jahresende 2025 nicht gesunken sein. Ökonomen gehen davon aus, dass die Verbraucherpreise im Dezember erneut um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen sein dürften. Wegen des anhaltenden Preisdrucks gehen viele Experten inzwischen davon aus, dass die US-Notenbank ihren Leitzins in den kommenden Monaten stabil halten wird. Zuletzt hatte sie ihn dreimal in Folge gesenkt.