Unicredit steigert Commerzbank-Anteil
Die Unicredit hat mit ihrer Übernahmeofferte für die Commerzbank die wichtige Marke von 30 Prozent der Anteile klar überschritten. Commerzbank-Aktionäre hätten ihr Anteile im Umfang von 7,58 Prozent des Grundkapitals angedient, teilte die die italienische Großbank in Mailand mit. Nachdem das Geldhaus aus Mailand bisher schon 26,77 Prozent der Commerzbank-Aktien gehalten hatte, steigt ihre Beteiligung damit auf 34,35 Prozent.
Mit ihrem freiwilligen Übernahmeangebot vom Mai vermeidet die Unicredit, ein deutlich teureres Pflichtangebot für alle Commerzbank-Aktien abgeben zu müssen. Statt Geld bietet die Großbank für jedes Commerzbank-Papier 0,485 Unicredit-Anteile.
Schoko-Primus stellt Weichen für Wachstum
Barry Callebaut will sich mit einer neuen Strategie wieder auf Wachstumskurs bringen. Der Plan "Focus for Growth" sieht eine Konzentration auf wachstumsstarke Segmente wie Gourmet-Produkte und Spezialitäten sowie auf zehn Schlüsselmärkte vor. Zudem sollen der Kundenservice verbessert und gezielt in Standorte in Nordamerika investiert werden, teilte der Schweizer Branchenprimus mit.
Mittelfristig strebt der derzeit unter der Konsumflaute leidende weltgrößte Schokoladenhersteller ein Mengenwachstum von zwei bis vier Prozent und ein operatives Ergebniswachstum (Ebit) im mittleren bis hohen einstelligen Bereich an. Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 rechnet Barry Callebaut jedoch unverändert mit einem Absatzrückgang von ein bis drei Prozent. Das Ebit dürfte in lokalen Währungen im mittleren zweistelligen Prozentbereich sinken.
Nvidia-Chef adelt Chipentwickler - Aktie geht durch die Decke
Eine Äußerung von Nvidia-Chef Jensen Huang hat den Aktien des Chipentwicklers Marvell ein Kursfeuerwerk beschert. Die Titel schießen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um mehr als 20 Prozent nach oben. Sollten sich die Kursgewinne halten, würde die Marktkapitalisierung um mehr als 47 Milliarden Dollar steigen. Huang bezeichnete Marvell als das nächste "Billionen-Dollar-Unternehmen".
Der Börsenwert des Konzerns aus Delaware lag zum Handelsschluss am Montag bei knapp 192 Milliarden Dollar und damit weit unter der Billionen-Dollar-Marke. Seit Jahresbeginn hat das Papier jedoch um 158 Prozent zugelegt und damit den Anstieg des US-Technologieindex Nasdaq von 16,5 Prozent weit übertroffen. Nvidia hatte Anfang des Jahres zwei Milliarden Dollar in Marvell investiert.
Glyphosat-Damoklesschwert schwebt wieder: Bayer-Aktie tiefrot
Mit einem Minus von 4,7 Prozent führen Bayer die Verliererliste im Dax mit weitem Abstand an. Kläger versuchen, einen vorgeschlagenen Vergleich in Höhe von 7,25 Milliarden US-Dollar wegen des Unkrautvernichters Roundup an ein Bundesgericht in Kalifornien zu übertragen. Dies sorgt für erneute Unsicherheit bei dem Versuch des Unternehmens, die Prozessrisiken in diesem Jahr einzudämmen.
Analysten: Neues Ferrari-Modell mit Schaltgetriebe
Ferrari steht möglicherweise kurz davor, ein neues Modell mit Schaltgetriebe auf den Markt zu bringen, was den Produktmix des Autoherstellers verbessern und ihm helfen würde, seine Wachstumsziele für die Jahre 2026 bis 2030 bequem zu übertreffen, wie die Analysten von Bernstein schreiben. Berichten zufolge könnte die neue manuelle Version des 12Cilindri während einer vom Unternehmen vom 29. Juni bis 6. Juli veranstalteten Fahrrallye gezeigt werden, fügt Bernstein hinzu.
Laut der Bank könnte dies eines der vier neuen Fahrzeuge sein, deren Enthüllung Ferrari für dieses Jahr versprochen hat. Ferrari hat seit 2012 kein Straßenfahrzeug mit Schaltgetriebe mehr gebaut, aber in den letzten Jahren ist in den prestigeträchtigsten Segmenten der Automobilindustrie die Nachfrage nach Supersportwagen mit Schaltgetriebe wieder gestiegen.
Neues vom Geldmarkt
Wenig verändert zeigen sich die Euro-Geldmarktsätze in Frankfurt. Disponenten haben mit der Inflation in der Eurozone und der Entwicklung der Iran-USA-Gespräche zwei Themen an der Hand. Die Aussichten auf einen Frieden seien relativ gut, da ihn US-Präsident Trump wegen der drohenden Zwischenwahlen unbedingt haben müsse, heißt es. Daher soll er Irans Forderungen nachgekommen sein, Israel bei der Ausweitung der Libanon-Attacken zu bremsen. Die zunehmenden Friedensaussichten senken daher die Inflationsangst, vor allem im längerfristigen Bond-Bereich geht es kräftig nach oben.
Tagesgeld: 1,87 - 2,07 (1,87 - 2,07), Wochengeld: 1,83 - 2,13 (1,83 - 2,13), 1-Monats-Geld: 2,00 - 2,20 (2,16 - 2,46), 3-Monats-Geld: 2,05 - 2,25 (2,20 - 2,45), 6-Monats-Geld: 2,25 - 2,35 (2,25 - 2,35), 12-Monats-Geld: 2,60 - 2,72 (2,58 - 2,71), Euribors: 01.06. 29.05. 3 Monate: 2,2450 2,268, 6 Monate: 2,5190 2,547, 12 Monate: 2,7610 2,804
Spekulationen um Zerschlagung von Easyjet
Eine mögliche Übernahme von Easyjet durch den US-Investor Castlelake könnte zu einer späteren Zerschlagung der Billigfluglinie führen, schreiben die Bernstein-Analysten Alex Irving und Antoine Madre in einer Research Note. Nach Ansicht der Analysten beruht die Strategie des Flugzeug-Leasinggebers Castlelake darauf, Easyjet zu zerschlagen, anstatt das britische Unternehmen als Ganzes zu erhalten, da die einzelnen Vermögenswerte unabhängig voneinander deutlich höhere Renditen erzielen könnten.
Sie gehen davon aus, dass bei einer vollständigen Liquidation und Zerschlagung des Unternehmens ein Wert von sieben bis acht Pfund pro Aktie erzielt werden könnte, was über dem aktuellen Marktpreis liege. "Castlelakes Erfahrung im Flugzeugleasing legt nahe, dass dies der Plan sein könnte", so die Analysten. Die Easyjet-Aktie steigt um 5,3 Prozent. Sie hat seit Jahresbeginn 14 Prozent verloren.
Billionen-Börsengänge geplant: Wer vom KI-Hype profitiert
Der KI-Riese Anthropic geht an die Börse, der ChatGPT-Entwickler OpenAI will bald nachziehen. Doch nicht nur Entwickler und Chipproduzenten wie Nvidia mischen beim KI-Hype mit. Wer profitiert, analysiert ntv-Börsenreporterin Corinna Wohlfeil.
USA drohen Brasilien mit neuen Strafzöllen
Die US-Regierung will neue Strafzölle von 25 Prozent auf zahlreiche Waren aus Brasilien erheben. Zur Begründung verwies der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer auf unfaire Handelspraktiken Brasiliens. Eine Untersuchung seiner Behörde habe ergeben, dass das Vorgehen des südamerikanischen Landes in Bereichen wie dem digitalen Handel, dem Schutz geistigen Eigentums und der illegalen Abholzung den US-Handel belaste. Die Maßnahmen sollen auf Grundlage des Paragrafen 301 des Handelsgesetzes von 1974 verhängt werden. Dieses Gesetz ermöglicht Strafmaßnahmen gegen Handelspartner, deren Vorgehen als unfair eingestuft wird.
Die nun angedrohten Zölle würden eine frühere Abgabe von 50 Prozent auf viele brasilianische Güter teilweise ersetzen. Diese hatte US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr als Reaktion auf die Strafverfolgung seines Verbündeten, des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, verhängt. Der Oberste Gerichtshof hatte diese Zölle jedoch im vergangenen Februar für ungültig erklärt.
Dax mit deutlichen Gewinnen - Öl billiger
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat seinen Vormarsch fortsetzen können und kurz nach Mittag um 1,1 Prozent auf 25.267 Punkte zugelegt. Der EuroStoxx50 stieg um 0,9 Prozent auf 6092 Stellen. Der Euro lag etwas fester bei 1,1640 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI fielen um 1,5 beziehungsweise 1,1 Prozent auf 93,98 beziehungsweise 91,37 Dollar.
Europäische Gaspreise fallen - damit drohen Risiken für Winterversorgung
Die europäischen Erdgaspreise geben nach, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, die Verhandlungen mit dem Iran schritten zügig voran. Die Unsicherheit darüber, ob die beiden Seiten letztendlich eine Einigung erzielen können, begrenzt jedoch die Verluste. "Je länger dies andauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass asiatische Käufer auf dem Spotmarkt aktiv werden müssen, um gestörte Vertragsvolumina zu decken", meinen die Analysten von ING. Sollte dies geschehen, sähe sich Europa einem verstärkten Wettbewerb um LNG-Ladungen gegenüber.
Die Gasspeicher des Kontinents sind derzeit nur zu etwa 40 Prozent gefüllt und liegen damit deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 54 Prozent. Gleichzeitig bietet die derzeitige Backwardation am Gasmarkt - bei der die Preise für den Frontmonat über denen der Winterkontrakte notieren - kaum einen wirtschaftlichen Anreiz für Händler und Versorger, vor dem Winter zusätzliches Gas einzuspeichern. Im frühen Handel fällt der niederländische Referenzkontrakt TTF um 1,8 Prozent auf 48,20 Euro je Megawattstunde.
Wall Street seitwärts erwartet
Die US-Börsen dürften nach ihrer jüngsten Rekordjagd erst einmal durchatmen. Die Futures auf die großen Aktienindizes tendieren vorbörslich kaum verändert bis knapp behauptet. Händler verweisen auf die verworrene Nachrichtenlage im Nahost-Konflikt. Berichten zufolge hat der Iran die Friedensverhandlungen mit den USA nach neuen israelischen Militärschlägen gegen die Hisbollah im Libanon abgebrochen. US-Präsident Donald Trump behauptete jedoch, die Verhandlungen liefen weiter, und der israelische Ministerpräsident Netanjahu habe die Angriffe im Libanon beendet.
Konjunkturseitig werden Daten zu den offenen Stellen aus dem April veröffentlicht. Die Entwicklung des Arbeitsmarkts ist eines der Kriterien, an denen die US-Notenbank ihre Geldpolitik ausrichtet.
Inflation im Euroraum steigt
Die Inflation im Euroraum ist im Mai voraussichtlich auf 3,2 Prozent gestiegen. Der Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat lag damit 0,2 Prozentpunkte höher als noch im April, wie das EU-Statistikamt Eurostat in einer ersten Schätzung mitteilte. Grund für die steigende Inflation sind weiter die hohen Energiepreise. Diese stiegen im Vergleich zum Mai vergangenen Jahres um 10,9 Prozent, ähnlich wie bereits im April. Bei den Dienstleistungen lag der Preisanstieg im Jahresvergleich bei 3,5 Prozent. Lebensmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich um 2,0 Prozent.
Die höchsten Inflationsraten verzeichneten Bulgarien (6,3 Prozent), Litauen (5,1 Prozent) und Griechenland (5,0 Prozent). Deutschland gehörte mit einer Inflationsrate von 2,7 Prozent zu den Staaten, in denen der Preisanstieg im Vergleich gering ausfiel. Nur in Malta (2,1 Prozent) lag die Inflationsrate niedriger.
"Die Energiepreise sind und bleiben der Spielverderber bei der Inflation", meinte der Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe, Alexander Krüger: "Es sieht weiter so aus, dass die Drei vor dem Komma in diesem Jahr nicht mehr verschwindet. Daran dürfte sich auch dann nichts ändern, wenn der Iran-Krieg bald endete. Die gestiegenen Kosten werden sich auf immer mehr Ausgabenkategorien ausweiten. Zweitrundeneffekte sind also unterwegs, sie steigern die Alarmbereitschaft der EZB. Die EZB ist bereits auf dem Sprung die Leitzinsen in der nächsten Woche anzuheben."
Goldpreis steigt
Mit dem Goldpreis ist es nach oben gegangen, wobei die New Yorker Futures um 1,0 Prozent auf 4529 US-Dollar je Feinunze zulegen, da die Märkte auf Klarheit über den Stand der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran warten. "Gold orientiere sich weiterhin am Ölmarkt, angesichts des Einflusses von Rohöl auf die Inflationserwartungen und damit auch auf die Zinsen, die Anleiherenditen und den Dollar", meinen Analysten der Saxo Bank. Die Anleger blicken zudem angesichts wachsender Inflationssorgen auf die im Laufe der Woche anstehende Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten und Beschäftigungszahlen sowie auf Äußerungen von Vertretern der US-Notenbank Federal Reserve, die die künftige Richtung der Geldpolitik signalisieren könnten.
Dax trotzt dem "Sell in May"
Eigentlich gilt der Mai an den Börsen als schwacher Monat - doch in diesem Jahr hat der Dax deutlich zugelegt. Gleichzeitig zeigen die Inflationsdaten: Die Gesamtteuerung geht zurück, aber ohne Öl betrachtet bleibt der Preisdruck weiter bestehen. Wie Trader auf die weitere Entwicklung setzen können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Annchristin Jahnel von der HSBC.
Wertvoller als OpenAI: Das ist der KI-Riese Anthropic
Der KI-Riese Anthropic macht ernst: Noch vor dem Rivalen und ChatGPT-Entwickler OpenAI reicht das Unternehmen den Antrag für einen Börsengang ein. Warum Anthropic so erfolgreich ist - trotz Streits mit US-Präsident Donald Trump.
Maschinenbauer haben großes Inlandsproblem
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat im April einen stagnierenden Auftragseingang verzeichnet. Während aus dem Ausland preisbereinigt vier Prozent höhere Bestellungen eingingen als im Vorjahresmonat, brach die Inlandsnachfrage um sieben Prozent ein. Unter dem Strich blieb ein unveränderter Bestellwert, wie der Branchenverband VDMA berichtet. Die Unternehmen zeigten sich trotz der geopolitischen Krisen robust.
VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt sieht trotz einzelner Lichtblicke wie der Sonderkonjunktur zur Ausstattung von Rechenzentren wachsende Standortprobleme in Deutschland. "Noch immer wird zu viel über Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit geredet und viel zu wenig umgesetzt", kritisierte er.
Software-Werte nach Aussagen von Nvidia-Boss obenauf
Aussagen von Nvidia-Chef Jensen Huang zu Software-Aktien vom Montag stützen weiter. Huang sieht die Branche nicht als Verlierer der KI-Revolution. "Das ist eigentlich eine fantastische Zeit, um ein Softwareunternehmen zu sein - aber die Software muss dem Agenten so zur Verfügung gestellt werden, dass er sie auch nutzen kann", so Huang. SAP gewinnen 2,8 Prozent, Atoss Software 2,2 Prozent, Temenos 1,2 Prozent und Nemetschek 2,2 Prozent.
Aktien toppen Anleihen
Aktien dürften Anleihen weiterhin übertreffen. Davon geht Marktexperte Luca Bindelli, Leiter der Anlagestrategie bei Lombard Odier, aus. Das Umfeld für Risikoanlagen bleibe trotz der Volatilität durch den Energieschock im Nahen Osten unterstützend, so Bindelli. Lombard Odier ist bei Aktien übergewichtet und bevorzugt dabei Schwellenländer gegenüber den Industrieländern. Diese Präferenz beruht auf der Erwartung eines sich deutlich beschleunigenden Gewinnwachstums in den Schwellenländern und auf niedrigeren Bewertungen im Vergleich zu den Industrieländern.
Zudem gebe es nach einem jüngsten Ausverkauf ein erneuertes Anlegerinteresse an wichtigen Schwellenmärkten, insbesondere in Asien, fügt Bindelli an. Während Südkorea und Taiwan bisher die Aufmerksamkeit dominiert hätten, sei zu erwarten, dass Anleger nach Märkten mit Aufholpotenzial suchen, wozu auch China gehöre.
Bitcoin unter Dauerdruck
Der Bitcoin steht weiterhin unter Druck und notiert um die Tiefststände von Anfang April, da erneute Spannungen im Nahen Osten die Risikoscheu anheizen. Die geopolitische Unsicherheit löse erhebliche Schwankungen der Ölpreise und Bedenken hinsichtlich der Stabilität internationaler Handelsrouten aus, was die Vorsicht unter institutionellen Anlegern erhöhe, meint Antonio Di Giacomo, Senior Market Analyst bei XS.com. Bitcoin-bezogene ETFs hätten in den vergangenen drei Wochen erhebliche Kapitalabflüsse verzeichnet, wobei die Abhebungen die Marke von drei Milliarden Dollar überschritten hätten, da die Marktteilnehmer ihr Krypto-Engagement reduzierten, fügt er hinzu. Der Bitcoin notiert 0,6 Prozent niedriger bei 70.913 US-Dollar, nachdem er zuvor auf 70.086 US-Dollar gefallen war und sich damit der viel beachteten Marke von 70.000 US-Dollar annäherte.
Dax legt zu
Der Dax startet mit Gewinnen in den heutigen Handel. Der deutsche Börsenleitindex, der zum gestrigen Wochenstart 0,4 Prozent verloren und mit 25.005 Punkten geschlossen hatte, notiert aktuell im Bereich von 25.120 Zählern. Neben einem Rückgang der Ölpreise stützen auch gute Zahlen aus der Technologiebranche. Vor allem in Südkorea und Taiwan tendiert der Sektor fester, getrieben von Aussagen von Nvidia-Chef Jensen Huang und einem Kurssprung von Hewlett-Packard-Enterprises.
Nvidia-Chef sorgt für Kurssprünge in Südkorea
Aussagen von Nvidia-Chef Jensen Huang zur Robotik sorgen in Südkorea für starke Kursbewegungen bei den Technologiewerten. Die Anleger greifen bei den Robotik-Aktien zu. Huang hatte die Bedeutung der Robotik für Südkorea am Montagabend am Rande der Computex-Messe in Taipeh hervorgehoben. Das Land sei zudem ein entscheidender Teil des Nvidia-Ökosystems. Die Aktien von Doosan Robotics, Robostar und Robotis stiegen daraufhin um bis zu 22,8 Prozent, 29,95 Prozent beziehungsweise 15,3 Prozent und erreichten neue Rekordhochs.
Google-Mutter braucht 80-Milliarden-Dollar-Spritze
Alphabet will mit der Aufnahme von 80 Milliarden Dollar den kostspieligen Ausbau seiner Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) finanzieren. "Das Unternehmen verzeichnet eine starke Nachfrage von Firmen und Verbrauchern nach seinen KI-Lösungen und -Dienstleistungen in einem Ausmaß, das seine verfügbaren Kapazitäten übersteigt", teilte Alphabet mit.
Die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway - berühmt geworden durch den Starinvestor Warren Buffett - werde Aktien im Wert von zehn Milliarden Dollar zu einem Preis unterhalb des Schlusskurses vom Montag erwerben, hieß es zudem. Weitere 30 Milliarden Dollar sollen durch öffentliche Platzierungen von Aktien und Wandelanleihen eingenommen werden. Zudem sei im dritten Quartal ein Programm geplant, das den schrittweisen Verkauf von Aktien im Wert von 40 Milliarden Dollar ermögliche. Alphabet hatte im April seine Prognose für die jährlichen Investitionsausgaben um fünf Milliarden auf 180 bis 190 Milliarden Dollar angehoben.
Ölpreise geben nach
Die Ölpreise geben nach den gestrigen kräftigen Gewinnen etwas nach. Grund dafür ist die Unsicherheit über den Stand der Waffenstillstandsgespräche zwischen den USA und dem Iran und die mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus.
Am Rohstoffmarkt verbilligt sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,3 Prozent auf 94,70 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 0,4 Prozent schwächer bei 91,77 Dollar.
Chinesischer Autokonzern drängt in die EU
SAIC Motor will seine erste Fabrik in der EU im Nordwesten Spaniens errichten. Für das Projekt in der Region Galicien sei eine Anfangsinvestition von rund 200 Millionen Euro vorgesehen, teilte die dortige Regionalregierung mit. In dem Werk in der Hafenstadt Ferrol sollen nach Abschluss einer zweiten Ausbauphase ab 2028 jährlich bis zu 120.000 Fahrzeuge vom Band rollen und rund 1000 direkte Arbeitsplätze entstehen. Der Baubeginn ist für das kommende Jahr geplant, sofern die spanische Zentralregierung die ausländische Direktinvestition genehmigt.
Der chinesische Autobauer ist unter anderem für die in Europa beliebte Marke MG bekannt. Spanien entwickelt sich zunehmend zu einem Sprungbrett für chinesische Hersteller. Der Rivale Chery plant die Produktion von Fahrzeugen in einem ehemaligen Nissan-Werk in Barcelona.
Nvidia kündigt neuen Chip an
Nvidia verfügt über genügend Prozessoren, um das starke Wachstum sowohl bei Zentralprozessoren (CPUs) als auch bei Grafikprozessoren (GPUs) zu bewältigen. Dies sagte Firmenchef Jensen Huang auf der Computex-Messe in Taipeh. Nvidia will mit einem neuen Chip Künstliche Intelligenz (KI) direkt auf Laptops und Desktops bringen und tritt damit in Konkurrenz zu Rivalen wie Advanced Micro Devices, Intel und Apple. Der neue Chip mit dem Namen "RTX Spark PC" soll im Herbst auf den Markt kommen.
Gedämpfte Kauflaune - mit einer Ausnahme
An den Börsen in Ostasien und Australien überwiegen die negativen Vorzeichen. Marktteilnehmer verweisen auf die verworrene Nachrichtenlage zum Nahostkonflikt. Am Montag hatten iranische Medien vermeldet, dass Teheran nicht mehr verhandle und eine vollständige Sperrung der Straße von Hormus anstrebe. Damit reagiere man auf die jüngste Offensive israelischer Streitkräfte gegen die Hisbollah im Libanon. Die Ölpreise hatten daraufhin deutlicher zugelegt, kommen aktuell aber wieder leicht zurück, nachdem US-Präsident Donald Trump mitgeteilt hat, Israel und die Hisbollah hätten sich darauf verständigt, einander nicht anzugreifen.
Gegen die negative Tendenz in der Region gewinnt der Hang-Seng-Index in Hongkong 1,5 Prozent. In Tokio gibt der Nikkei-Index um 1,4 Prozent nach, allerdings hatte der Index am Montag ein Rekordhoch erreicht. Der breiter gefasste Topix verliert 0,8 Prozent. Nach einer Gewinnwarnung brechen die Aktien von Ito En um 11,2 Prozent ein.
An der Börse in Seoul, die am Montag ebenfalls ein Rekordhoch verzeichnet hatte, geht es mit dem Kospi um 2 Prozent abwärts. Hier dürften auch Inflationsdaten belasten, die Zinserhöhungserwartungen untermauern. Die südkoreanischen Verbraucherpreise sind im Mai etwas stärker gestiegen als erwartet. In Südkorea ruht der Börsenhandel am Mittwoch wegen der Kommunalwahlen. Unter den Einzelwerten verlieren Hanwha Aerospace 5,5 Prozent. Bei einem Brand in einem Werk des Rüstungskonzerns sind mehrere Mitarbeiter zu Tode gekommen.
Ein Neustart am zweiten Handelstag der Woche?
An Europas Börsen zeichnen sich kleine Aufschläge zur Eröffnung ab. US-Präsident Donald Trump versucht, in dem sich ausweitenden Konflikt zwischen Israel und dem Libanon zu vermitteln, der zu einem Stolperstein für die Gespräche zwischen dem Iran und den USA zu werden droht. Trump erklärte, beide Seiten hätten vereinbart, die Kämpfe einzustellen, und der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu habe die Angriffe im Libanon abgesagt.
Angeblich hatte der Iran die Gespräche mit den USA wegen der israelischen Angriffe im Libanon ausgesetzt, was die Börsen zum gestrigen Wochenstart belastete. Der Ölpreis zog daraufhin kräftig an genauso wie die Renditen an den Anleihemärkten.
Diese Aktie schießt 36 Prozent nach oben
Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat dank des rasanten Ausbaus von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) im zweiten Quartal Rekordergebnisse erzielt und seine langfristigen Finanzziele um zwei Jahre vorgezogen. Der Umsatz stieg um 40 Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 9,8 Milliarden Dollar deutlich. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 79 Cent ebenfalls über den Erwartungen von 53 Cent. Die Aktien des US-Konzerns schossen am Montag im nachbörslichen Handel um 36 Prozent in die Höhe.
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet HPE nun mit einem Umsatzwachstum zwischen 29 und 33 Prozent, nachdem zuvor 17 bis 22 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll dann bei 3,35 bis 3,45 Dollar liegen. Damit würde der Konzern seine ursprünglichen Ziele für 2028 schon vorzeitig übertreffen. Für das Geschäftsjahr 2027 prognostizierte HPE ein Umsatzwachstum von acht bis zwölf Prozent und lag damit über den Schätzungen von 5,8 Prozent.
Asien-Anleger sind nervös
Die asiatischen Börsen geben nach. Die Anleger zeigen sich angesichts der unsicheren Friedensgespräche im Nahen Osten und allgemeiner geopolitischer Risiken zurückhaltend. Dies bremst den Optimismus im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).
Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans gibt nach anfänglichen Schwankungen um 0,5 Prozent nach. Verantwortlich dafür ist vor allem ein Rückgang um zwei Prozent bei koreanischen Aktien. Der Nikkei verliert 1,46 Prozent auf 65.991,21 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gibt 1,18 Prozent auf 3.894,29 Zähler nach.
"Widersprüchliche Nachrichten aus dem Nahen Osten sorgten für Kursschwankungen", berichten die Analysten von Westpac in einer Studie. Der Iran hatte erklärt, die Verhandlungen mit den USA seien ausgesetzt, woraufhin US-Präsident Donald Trump versicherte, die Gespräche würden "in hohem Tempo" fortgesetzt. Später sagte Trump, er erwarte eine Einigung mit dem Iran "binnen der nächsten Woche".
Tesla-Absatz schießt in die Höhe
Tesla verzeichnet in Europa deutlich steigende Verkaufszahlen. In gleich mehreren Ländern zogen die Neuzulassungen des US-Elektroautobauers im Mai kräftig an: In Frankreich stieg die Zahl der verkauften Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahresmonat um 655 Prozent auf 5446, wie aus Daten von Branchenverbänden hervorgeht. In Norwegen gab es ein Plus von 29 Prozent auf 3345 Autos. Zudem verzeichnete das Unternehmen in kleineren Märkten wie Dänemark, Spanien, Portugal und Schweden Zuwächse im zwei- bis dreistelligen Prozentbereich.
In Italien sanken die Neuzulassungen im Mai hingegen um 23,5 Prozent, lagen in den ersten fünf Monaten des Jahres jedoch mehr als 15 Prozent im Plus. Die Zahlen für die größten europäischen Automärkte Deutschland und Großbritannien werden im Laufe der Woche erwartet. Im Jahr 2025 hatte der gemessen am Börsenwert wertvollste Autobauer der Welt fast die Hälfte seines europäischen Marktanteils eingebüßt.
Technologie - und sonst nichts
Der Dax wagt sich aktuell nicht aus der Deckung. Der deutsche Börsenleitindex schloss gestern zum Wochenstart mit 25.003 Punkten gerade noch oberhalb der psychologisch wichtigen 25.000er-Marke. Am Freitag hatte er sich mit 25.105 Zählern ins Wochenende verabschiedet - mit einem Wochenplus und einem Monatsgewinn. Sell in may and go away? Nicht in diesem Jahr. Zumindest bislang.
Heute steht das Thema Teuerung wieder auf der Agenda, denn: Die Inflation in der Eurozone ist im Mai als Folge des Iran-Kriegs voraussichtlich erneut gestiegen. Die Teuerungsrate dürfte auf 3,2 Prozent geklettert sein, nach 3,0 Prozent im April. Die europäische Statistikbehörde legt die Daten für die Verbraucherpreise im vergangenen Monat vor. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht eine Inflation von zwei Prozent mittelfristig als ideal für die Konjunktur im Euroraum.
Zudem öffnet die Technologiemesse Computex in Taiwan offiziell ihre Tore. Der Hauptredner des Tages ist Lip-Bu Tan, der Chef des US-Chipkonzerns Intel. Er wird voraussichtlich neue Produkte präsentieren. Die Computex in der Hauptstadt Taipeh zählt zu den weltweit wichtigsten Technologiemessen für globale Trends der IT-, Halbleiter- und KI-Industrie. Mit 1500 Ausstellern erreicht die diesjährige Messe einen Rekord.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden sie hier.