US-Rüstungsprimus zieht Raketen-Deal an Land
Lockheed Martin hat nach eigenen Angaben von der US-Armee einen Auftrag im Volumen von bis zu 1,2 Milliarden Dollar erhalten. Es gehe dabei um die Produktion der Raketenvariante Increment 2 der sogenannten Precision Strike Missile (PrSM), die zur Bekämpfung beweglicher Land- und Seeziele eingesetzt wird, teilte der US-Rüstungskonzern mit. Die Langstreckenwaffe der nächsten Generation soll das bisherige System ATACMS ersetzen. Ein zweiter erfolgreicher Flugtest der Raketenvariante ging dem Auftrag voraus. Die Rakete stellte dabei ihre Fähigkeit unter Beweis, bewegliche Seeziele wie Schiffe zu bekämpfen.
Lockheed fährt die Produktion der PrSM angesichts einer steigenden Nachfrage derzeit hoch. Der Konzern hatte im März eine siebenjährige Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium geschlossen, um die jährliche Kapazität auf 550 Raketen zu erhöhen. Dies folgte auf einen Heeresauftrag über 4,94 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr.
Zehntausende Besucher bei Wind Energy erwartet
Heute beginnt in Hamburg die Messe Wind Energy, die zu den weltweit wichtigsten Veranstaltungen der Windindustrie gehört. Der Veranstalter Hamburg Messe und Congress erwartet bis Freitag mehr als 43.000 Branchenvertreter aus rund 100 Ländern sowie 1.600 Aussteller. Die Fachmesse setzt sich nach Ankündigung mit der gesamten Wertschöpfungskette auseinander.
Die Windindustrie ist ein wichtiger Arbeitgeber in Deutschland. Im Jahr 2023 waren nach Verbandsangaben nahezu 125.000 Menschen in dem Bereich tätig. Jüngere Zahlen liegen nicht vor. Große Hersteller in Deutschland sind die Siemens-Energy-Tochter Gamesa, Nordex und Enercon.
Weg für 110-Milliarden-Deal ist frei
Paramount Skydance hat den Weg für die 110 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner Bros Discovery freigemacht. Der US-Medienkonzern einigte sich in einem Rechtsstreit mit einer Gruppe von US-Bundesstaaten sowie der Autorengewerkschaft Writers Guild of America (WGA). Damit steht einer der größten Zusammenschlüsse in der Geschichte der Medienbranche nichts mehr im Wege.
Um Bedenken der Wettbewerbshüter auszuräumen, machte Paramount weitreichende Zugeständnisse und verhinderte so einen Zwangsverkauf von Kabelnetzwerken wie CNN oder lukrativen Filmreihen. Der Konzern verpflichtete sich, in den kommenden fünf Jahren bestimmte Quoten für Kinoveröffentlichungen einzuhalten und jährlich mindestens 300 Millionen Dollar zusätzlich in US-Produktionen zu investieren. In den ersten beiden Jahren nach dem Zusammenschluss sollen jeweils 30 Filme produziert werden, in den darauffolgenden drei Jahren jeweils 32. Werden diese Vorgaben verfehlt, wird eine Strafe von 30 Millionen Dollar pro Film fällig, die größtenteils in Fonds zur Unterstützung von Arbeitnehmern fließen soll.
KI-Aktien im Höhenflug
Eine Rally bei Technologiewerten und die Aussicht auf eine Entspannung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit treiben die asiatischen Börsen an. Die Shanghaier Börse gewinnt 0,5 Prozent auf 3967,52 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt um 0,9 Prozent auf 4579,52 Punkte. An der japanischen Börse wird feiertagsbedingt dagegen nicht gehandelt.
Im Fokus der Anleger steht das anstehende Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Washington. Investoren hoffen auf eine Verlängerung des Handelsabkommens und eine mögliche Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz (KI). Dies beschert vor allem chinesischen KI-Aktien und Technologiewerten in Hongkong kräftige Kursgewinne und machte sie zu den klaren Gewinnern des Handelstages. "Die Kombination aus einer neuen Zuversicht in die Nachfrage nach Prozessoren, niedrigeren Rohölpreisen, sinkenden Anleiherenditen und dem Optimismus im Vorfeld des US-China-Gipfels hat die Aufwärtsbewegung unterstützt", erklärt Chris Weston, Analysechef beim Broker Pepperstone.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Die Aussicht auf weiter steigende Zinsen in den USA stärkt den Dollar und setzt den japanischen Yen unter Druck. Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 157,43 Yen und legt leicht auf 6,6958 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,8204 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1470 Dollar und zieht leicht auf 0,9410 Franken an.
Trump-Streit mit Kanada: Belarus rückt in Fokus
Die USA erwägen im eskalierenden Handelsstreit mit Kanada verstärkte Kali-Käufe bei dem engen Russland-Verbündeten Belarus. Die USA arbeiteten an einem umfangreichen Abkommen dazu, so US-Präsident Donald Trump. Der Preis für Kali aus Belarus werde deutlich unter dem liegen, den die USA derzeit an Kanada zahlten. Das Nachbarland liefert bislang den Großteil der US-Kali-Importe, das als Düngemittel zur Steigerung von Ernteerträgen eingesetzt wird.
Experten erwarten jedoch keine großen Auswirkungen durch das Vorhaben. Der Analyst Josh Linville vom Finanzdienstleister StoneX erklärte, er rechne nicht damit, dass belarussisches Kali eine wichtige Rolle für die Versorgung der US-Landwirte oder sinkende Preise spielen werde. "Wir haben mehr als genug für alle", sagte Linville. Hilfe werde vielmehr bei Phosphat und Stickstoff benötigt. Deren Angebot sei durch den von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran eingeschränkt, der die meisten Lieferungen aus der Golfregion blockiere. Selbst wenn Litauen seinen Hafen Klaipeda für belarussische Exporte öffnen sollte, sei ein Transport über die Ostsee und den Atlantik angesichts der derzeit relativ niedrigen Kali-Preise kaum zu rechtfertigen, so der Experte.
Es geht um Vertrauen
Der Dax ist zwar positiv in die neue Börsenwoche gestartet, nachdem er in den vergangenen September-Wochen jeweils Verluste eingefahren hat. Allerdings bleibt noch abzuwarten, ob der gestrige Aufgalopp nachhaltig ist. Zum Wochenstart gewann der Dax 1,1 Prozent und beschloss den Handel mit einem Stand von 25.575 Zählern. Ein Rückgang bei den Ölpreisen stützte dabei. Die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt aber volatil und auch das Vertrauen in eine baldige Lösung im Krieg zwischen den USA und dem Iran fällt eher gering aus.
Um Vertrauen geht es heute auch in der Eurozone, denn es gibt frische Verbraucherdaten dazu. Sie beziehen sich auf den September. Ansonsten ist von der Agendaseite her eher ruhig. In Tokio bleiben die Börsen feiertagsbedingt weiterhin geschlossen.
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