Dax schließt klar im Plus über 24.000
Der deutsche Aktienmarkt hat sich über weite Strecken wenig bewegt gezeigt. Der Dax kam erst im späten Handel in Bewegung und machte vorherige kleinere Verluste wieder wett und drehte dann ins Plus. Im Fokus stand weiter das Dauerthema Zölle. Es sorgte für Zurückhaltung und dünne Umsätze, weil die aggressive Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump Sorgen um die Entwicklung der Weltwirtschaft schürt.
Der Dax ging mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 24.092 Punkte aus dem Xetra-Handel. Der EuroStoxx50 notierte 0,3 Prozent höher bei 5372 Stellen. Der Euro lag am Abend bei 1,1375 US-Dollar.
Die Inflationsrate ist im Mai deutlicher als erwartet auf 1,9 Prozent zurückgegangen und unterschreitet damit nun sogar knapp das EZB-Ziel von 2,0 Prozent. Die Kernrate ohne die schwankungsanfälligen Nahrungsmittel- und Energiepreise hat sich mit 2,3 Prozent dem Ziel der Zentralbank weiter angenähert. "Mit einer Zinssenkung auf der EZB-Sitzung am Donnerstag wird fest gerechnet", sagte eine Frankfurter Händlerin. Aber auch darüber hinaus nehme die Zinssenkungserwartung nun leicht zu.
Von der Entwicklung profitierten vor allem so genannte defensive Branchen, die eher zins- als konjunkturabhängig sind. Im Dax stiegen Vonovia um 1,9 Prozent und Deutsche Telekom um 0,9 Prozent.
VDA befürchtet Produktionsausfall - Rohstoffe aus China fehlen
Die Restriktionen Chinas bei der Ausfuhr seltener Erden könnten dem Autoverband VDA zufolge bald zu Verzögerungen und Ausfällen auch in der deutschen Autoproduktion führen. Die Exportrestriktionen seien eine ernste Herausforderung für die Versorgungssicherheit, erklärte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. China habe nicht genug Ausfuhrlizenzen erteilt, bei gültigen Lizenzen gehe die Zollabfertigung langsam.
"Wenn sich an der Situation nicht schnell etwas ändert, sind Produktionsverzögerungen und sogar Produktionsausfälle nicht mehr auszuschließen." In den USA hatte der Automobilverband Alliance for Automotive Innovation bereits am 9. Mai vor Produktionsrückgängen wegen des Problems gewarnt.
Trump hält Märkte in Atem - was Anleger tun sollten
Aussicht auf höheres Nato-Ausgabenziel hält Rüstungsrally am Laufen
Rüstungswerte dürften europaweit weiter im Fokus stehen. "Die übergeordnete Investitionsstory ist die Hoffnung auf ein offiziell erhöhtes Ausgabenziel von mindestens 3,5 Prozent vom BIP auf dem Nato-Gipfel", meint ein Händler. Bei den Europäern gehe es um eine verringerte Abhängigkeit von den USA. Da der Nato-Gipfel aber erst zum Monatsende ist, seien aber auch Gewinnmitnahmen möglich.
"Gerade mit der Bestätigung der Indexaufnahme von Rheinmetall gestern Nacht ist auch ein weiteres sell on good news denkbar", heißt es. Der Indexbetreiber Stoxx hat wie erwartet Rheinmetall für Kering in den EuroStoxx50 aufgenommen. Die Indexaufnahme findet nach dem Verfalltag per 23. Juni statt.
Schon die empfindliche Reaktion der Rheinmetall-Aktie am Vortag auf einen "Spiegel"-Bericht habe gezeigt, dass die Bereitschaft zu Gewinnmitnahmen nach der Rally hoch sei. Die dortige Diskussion über eine Abschöpfung der Über-Gewinnen aus der Wiederaufrüstung sei zwar unrealistisch, wurde aber als Aufhänger für Verkäufe genutzt.
Schwacher Dollar, starker Euro - Was Anleger jetzt wissen müssen
Während der Dollar im Zuge der US-Zollpolitik deutlich an Wert verloren hat, geht es mit dem Euro entsprechend nach oben. Das hat auch Folgen für Anlegerinnen und Anleger - vor allem, wenn sie weltweit investieren. Was die Dollarschwäche mit den Depots in Euroland zu tun hat, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Yvonne Löschinger von Xtrackers und Thorsten Weinelt von der Commerzbank.
Zollsorgen lassen US-Anleger nicht los
Angesichts neuer Sorgen über den Zollkonflikt zwischen den USA und China sind die US-Anleger nur mit angezogener Handbremse unterwegs. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 notierten zur Eröffnung kaum verändert bei 42.290 beziehungsweise 5937 Punkten. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq trat mit 19.236 Zählern nahezu auf der Stelle. Im Fokus der Börsianer stand vor allem das geplante Gespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping, das nach Angaben des Weißen Hauses wahrscheinlich noch in dieser Woche stattfinden wird.
Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgte unter anderem Dollar General. Die Aktien des Einzelhändlers sprangen nach einer Prognoseerhöhung um mehr als zehn Prozent nach oben. Gefragt waren auch die Titel von Constellation Energy, die um gut sieben Prozent zulegten. Die Facebook-Mutter Meta hat nach eigenen Angaben eine Vereinbarung mit dem Energiekonzern getroffen, um den Betrieb eines seiner Kernreaktoren für 20 Jahre zu sichern.
E-Auto-Bauer Nio liefert tiefrote Zahlen
Der chinesische Elektroautohersteller Nio hat seinen Nettoverlust im ersten Quartal trotz höherer Umsätze stärker ausgeweitet als erwartet. Grund dafür sind höhere Betriebskosten, die durch den zunehmenden Wettbewerb auf dem weltweit größten Markt für Elektrofahrzeuge verursacht wurden. Wie Nio mitteilte, stieg der Nettoverlust auf 6,89 Milliarden Yuan (umgerechnet 840 Millionen Euro) von 5,26 Milliarden Yuan vor einem Jahr. Der Umsatz legte um 21 Prozent auf 12,03 Milliarden Yuan zu.
Von Visible Alpha befragte Analysten hatten im Mittel einen Verlust von 5,64 Milliarden Yuan bei einem Umsatz von 12,20 Milliarden Yuan erwartet. Die Bruttomarge stieg im Quartal auf 7,6 von 4,9 Prozent im ersten Quartal des Vorjahres, lag aber unter den 11,7 Prozent des vierten Quartals.
Toyota-Chef bietet Megasumme für Toyota Industries
Der japanische Autoriese Toyota will seinen Zulieferer Toyota Industries von der Börse nehmen und unter die Fittiche der Gründerfamilie bringen. Ein nicht börsennotiertes Immobilienunternehmen unter dem Vorsitz des Toyota-Chairmans und Enkels des Konzerngründers, Akio Toyoda, biete 3,7 Billionen Yen (26 Milliarden US-Dollar), um den Hersteller von Motoren, Gabelstaplern und Batterien vom Markt zu nehmen, teilte der Konzern mit.
Der Autobauer, der mit fast einem Viertel der größte Anteilseigner von Toyota Industries ist, bereinigt damit seine Konzernstruktur. Der Deal war erwartet worden, allerdings war in Medienberichten ein Wert von rund 42 Milliarden Dollar geschätzt worden.
Analyst sieht Mercedes vor massiven Herausforderungen
Mercedes-Benz ist nach Einschätzung von Alphavalue-Analyst Adrien Brasey mit verstärktem Gegenwind konfrontiert. Der Konzern habe weiterhin Schwierigkeiten in China, wo das veränderte Verbraucherverhalten seinen Marktanteil schwinden lässt und der Preiswettbewerb die Rentabilität belastet. Die auf Luxus ausgerichtete Strategie beginne sich zu rächen und setze das Unternehmen größerer Konjunkturabhängigkeit und drohendem Wettbewerb aus.
"Mercedes steht nun vor einer zusätzlichen Herausforderung: dem globalen Handelskrieg", so Brasey. Inmitten der eskalierenden Spannungen zwischen den USA und China sowie zwischen den USA und der EU würden sich die Zölle sowohl auf Produktionskosten als auch auf Marktzugang auswirken. Dies werde die bestehenden strukturellen Probleme noch verschärfen und könne eine größere Herabstufung der Prognose erzwingen. Alphavalue bewertet Mercedes-Benz mit "Reduce" und einem Kursziel von 56 Euro. Die Aktie fällt um 0,4 Prozent auf 50,93 Euro.
Meta ordert Atomstrom für Rechenzentren
Erstmals in der Firmengeschichte hat sich Meta in einem langfristigen Vertrag Atomstrom für den Betrieb von Rechenzentren gesichert. Die Facebook-Mutter gab die Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung mit Constellation Energy bekannt. Der US-Versorger werde 20 Jahre lang Strom aus dem Atomkraftwerk Clinton im Bundesstaat Illinois liefern.
Durch den langfristigen Vertrag erhalte sein Unternehmen die notwendigen Mittel, um den Weiterbetrieb der 1987 in Dienst gestellten Anlage sicherzustellen, sagte Constellation-Chef Joe Dominguez. Er führe auch Gespräche mit anderen potenziellen Atomstrom-Kunden. Zum Volumen des Deals machten die Beteiligten keine Angaben.
Türkische Inflation offiziell geringer - Ökonomen bezweifeln staatliche Angaben
Die Inflationsrate in der Türkei hat sich nach offiziellen Angaben im Mai weiter abgeschwächt. Die Verbraucherpreise legten im vergangenen Monat um 35,4 Prozent zu, das sei der niedrigste Wert seit November 2021, teilte das türkische Statistikamt Tüik mit. Im Vergleich zum April kletterten die Preise um 1,5 Prozent. Überdurchschnittlich verteuerten sich die Preise in den Bereichen Bildung, Wohnen und Gesundheit.
Unabhängige Ökonomen zweifeln an den offiziellen Daten. Die Forschungsgruppe Enag geht davon aus, dass die Inflationsrate im Mai bei 71,2 Prozent lag. Die offizielle Inflationsrate liegt seit rund fünf Jahren jeden Monat im zweistelligen Prozentbereich. Ende 2022 hatte sie nach offiziellen Angaben mit 85 Prozent ihren Höhepunkt erreicht.
DHL setzt vollelektrische Lastwagen ein
Der Logistik-Konzern DHL will zwischen Paketzentren in Deutschland vollelektrische Lastwagen nutzen. Das Dax-Unternehmen habe dazu eine Partnerschaft mit Daimler Truck und dem Nutzfahrzeugvermieter Hylane vereinbart, teilte DHL mit. Der Konzern werde von Hylane 30 E-Lastwagen des Typs Mercedes-Benz eActros 600 beziehen. Diese würden aber nicht gekauft, sondern auf Basis der tatsächlich gefahrenen Kilometer abgerechnet. Die Trucks sollen bis Ende des zweiten Quartals 2026 ausgeliefert werden.
Neues vom Geldmarkt
Am europäischen Geldmarkt werden die Zinssenkungserwartungen von neuen Inflationsdaten weiter gestützt. Die Inflation in der Eurozone ist im Mai deutlicher als erwartet auf 1,9 Prozent zurückgegangen und unterschreitet damit nun sogar knapp das EZB-Ziel von 2,0 Prozent. In der Kernrate hat sie sich mit 2,3 Prozent dem Ziel weiter angenähert. "Mit einer Zinssenkung am Donnerstag wird fest gerechnet", so eine Händlerin. Darüber hinaus nehme die Zinssenkungserwartung leicht zu, wie sich an steigenden Futures ablesen lasse. Es sei aber noch zu früh, daraus neue Sätze abzuleiten. Der Einlagensatz würde mit einer weiteren EZB-Zinssenkung in der neuen Mindestreserveperiode auf 2,00 Prozent sinken. Wie es danach weiter geht, darüber gehen die Meinungen unter Analysten auseinander.
Hier die jüngsten Daten: Tagesgeld: 2,05 - 2,40 (2,05 - 2,40), Wochengeld: 2,08 - 2,43 (2,09 - 2,44), 1-Monats-Geld: 1,92 - 2,45 (1,93 - 2,45), 3-Monats-Geld: 1,98 - 2,25 (1,99 - 2,26), 6-Monats-Geld: 1,96 - 2,24 (1,97 - 2,25), 12-Monats-Geld: 1,93 - 2,22 (1,94 - 2,23), Euribors: 3 Monate: 1,9790 (1,9950), 6 Monate: 2,0630 (2,0690), 12 Monate: 2,0570 (2,0900)
Wall Street vor Abgaben
Hatte die Wall Street am Montag neue Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump noch locker weggesteckt, bekommen Investoren heute offensichtlich nun doch etwas kalte Füße. Denn der Aktienterminmarkt lässt auf einen etwas leichteren Handelsbeginn am Kassamarkt schließen. Allerdings war dies am Vortag auch schon so gewesen, ehe die Indizes im Verlauf dann doch ins Plus gedreht sind. Die zentrale Frage, ob die USA und China ein finales Handelsabkommen hinbekommen werden, stehe weiterhin aus, heißt es im Handel. Beide Seiten hatten sich am Vortag noch wechselseitig vorgeworfen, bereits getroffene Abmachungen zu unterminieren.
Bericht: Tausende verlassen VW freiwillig
Volkswagen hat nach einem Zeitungsbericht bereits mit mehr als 20.000 Mitarbeitenden Verträge zum freiwilligen Ausscheiden abgeschlossen. Das habe der Vorstand des Autobauers auf einer Betriebsversammlung mitgeteilt, berichtete die "Bild am Sonntag". Die Beschäftigten scheiden gegen Abfindungszahlungen aus, die sich nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit richten.
Der Personalabbau ist Teil eines Sparprogramms, das das Unternehmen mit dem Betriebsrat Ende vergangenen Jahres vereinbart hatte. Es sieht den sozialverträglichen Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen oder jeder vierten Stelle in Deutschland bis 2030 vor.
Julius Bär kämpft mit Folgen des Engagements bei Signa
Die Schweizer Bank Julius Bär hat sich neue Ziele gesetzt, um das Wachstum in ihrem Kerngeschäft Vermögensverwaltung anzukurbeln und ihre Altlasten zu beseitigen. Das in Zürich ansässige Geldinstitut kämpft nach wie vor mit den Folgen seines Engagements bei der inzwischen insolventen Immobiliengruppe Signa des österreichischen Magnaten Rene Benko. Dies hat der Bank erhebliche Kreditverluste beschert und den ehemaligen CEO Philipp Rickenbacher Anfang letzten Jahres den Job gekostet.
Stefan Bollinger, ein ehemaliger Partner von Goldman Sachs, der das Ruder im Januar dieses Jahres übernommen hat, hat mit der Umstrukturierung der Führungs- und Managementteams der Bank bereits Änderungen vorgenommen und eine Überprüfung des Kreditbuchs eingeleitet. Um den Konzern wieder auf Kurs zu bringen, ernannte die Bank außerdem den ehemaligen HSBC-CEO Noel Quinn zu ihrem Verwaltungsratsvorsitzenden.
Dax tritt auf der Stelle
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat bislang ziemlich richtungslos agiert. Am Mittag notierte der Leitindex 0,1 Prozent höher bei 23.961 Punkten. Der EuroStoxx50 fiel um 0,2 Prozent auf 5347 Stellen. Der Euro lag stabil bei 1,1411 US-Dollar
Immobilienaktien bauen Gewinne nach Preisdaten aus
Die zinssensiblen Immobilienwerte bauen nach den günstigen Inflationszahlen aus der EU die Gewinne aus und liegen nun mit einem Plus von 0,4 Prozent im europäischen Sektorvergleich vorn. Die jährliche Inflationsrate sank im Mai auf 1,9 Prozent, die Prognose lag bei 2,0 Prozent. Die sogenannte Kernteuerung, die besonders volatile Preise ausspart, sank im Mai ebenfalls und unterbot ebenso die Prognose. Das eröffnet der EZB zusätzlichen Spielraum bei möglichen Zinssenkungen über die am kommenden Donnerstag erwartete Senkung hinaus. Vonovia gewinnen zwei Prozent, LEG Immobilien 0,6 Prozent.
Wann schickt Gerresheimer die nächste Gewinnwarnung? Management überzeugt nicht
Nach einer weiteren Gewinnwarnung von Gerresheimer für das laufende Geschäftsjahr habe das Management auch in einer Telefonkonferenz nicht überzeugen können, meinen die Analysten von Bernstein. Sie fragen sich bereits, wann die nächste Gewinnwarnung komme. Innerhalb von drei Monaten habe Gerresheimer die Zielsetzung für das laufende Geschäftsjahr von einem Umsatzwachstum von zehn bis 15 Prozent auf ein bis zwei Prozent reduziert. Bei der bereinigten Ebitda-Marge würden statt über 22 Prozent nur noch etwa 20 Prozent angepeilt und beim Ergebnis je Aktie statt eines zweistelligen Wachstums ein Rückgang im niedrigen zweistelligen Bereich. Außerdem sei der Dividendenvorschlag für die Hauptversammlung diese Woche auf 0,04 Euro von 1,25 Euro reduziert worden.
Tusk-Vertrauensfrage schickt Polens Aktienmarkt in den Keller
Die Börse Warschau ist mit Abschlägen von 1,5 Prozent in den Handel gestartet. Auf die Stimmung drückt, dass Ministerpräsident Donald Tusk am Montagabend angekündigt hat, die Vertrauensfrage stellen zu wollen. Hintergrund ist der Sieg des rechtskonservativen PiS-Kandidaten Karol Nawrocki bei den Präsidentschaftswahlen. Das stellt die intern ohnehin zerstrittene Regierungskoalition auf eine harte Bewährungsprobe. Sollte Tusk scheitern, dürfte es zu Neuwahlen kommen.
Am Montag war die Börse in Warschau zunächst sehr schwach gestartet, hatte sich dann aber von den Tagestiefs deutlich lösen können. Nun werden wieder die Vortagestiefs ausgelotet.
Eurozonen-Inflation unter EZB-Zielmarke - Experte: Argumente für weitere Zinssenkung
Die Inflation im Euroraum hat sich im Mai auf 1,9 Prozent abgeschwächt. Der Preisanstieg im Jahresvergleich lag damit um 0,3 Prozentpunkte niedriger als noch im April, wie das EU-Statistikamt Eurostat in einer ersten Schätzung mitteilte. Die Inflationsrate lag damit erstmals seit dem vergangenen September wieder unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent. Insbesondere bei den Dienstleistungen schwächte sich die Inflation laut Eurostat deutlich ab. Die Preise für Dienstleistungen stiegen im Jahresvergleich demnach um 3,2 Prozent, nach 4,0 Prozent im April. Lebensmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich den Schätzungen zufolge um 3,3 Prozent. Die Energiepreise sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat hingegen um 3,6 Prozent.
Die höchsten Inflationsraten verzeichneten Estland (4,6 Prozent), die Slowakei und Kroatien (beide 4,3 Prozent). Am niedrigsten fiel der Preisanstieg in Zypern (0,4 Prozent), Frankreich (0,6 Prozent) und Irland (1,4 Prozent) aus.
"Auf der Entspannungsskala stößt die Inflationslage in hohe Gefilde vor", sagte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe: "Solange die EU nicht ebenfalls Zölle erhöht, winkt eine Phase mit Preisstabilität. Inflationsüberraschungen liegen wegen Euro und Rohölpreis auf der Unterseite. Die noch etwas erhöhte Kerninflation ist lediglich ein Schönheitsfehler. Die EZB hält alle Argumente in der Hand, die Leitzinsen weiter zu senken."
Schweiz verzeichnet erstmals seit vier Jahren Deflation
Die Schweizer Verbraucherpreise haben sich im Mai im deflationären Bereich befunden, ein Meilenstein, der die Aussicht auf weitere Zinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im Laufe dieses Monats erhöht. Die jährliche Inflationsrate betrug minus 0,1 Prozent, wie die Statistikbehörde mitteilte. Ökonomen hatten diesen Wert erwartet. Die Schweiz verzeichnete zuletzt im März 2021 eine Deflation.
SNB-Chef Martin Schlegel hat bereits früher gesagt, dass eine negative Inflation möglich sei, und schloss negative Zinssätze nicht aus. Er sagte jedoch, dass sich die Zentralbank nicht von einzelnen monatlichen Inflationsdaten leiten lassen würde, sondern dass die Preisstabilität ausschlaggebend für die Geldpolitik sei. Die SNB erwartet für dieses Jahr eine durchschnittliche Inflation von 0,4 Prozent. Die Anleger tendieren zu einer Zinssenkung auf der SNB-Sitzung am 19. Juni. Die Notenbank hatte die Zinsen auf 0,25 Prozent gesenkt, weil die Inflation so stark zurückgegangen war.
Studie: noch mehr Insolvenzen in Deutschland
Konjunkturflaute und Handelskonflikt dürften einer Studie zufolge in diesem und im kommenden Jahr zu mehr Firmenpleiten in Deutschland führen. "Durch die Zollspirale steigen Insolvenzen 2025 in der Bundesrepublik um voraussichtlich elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf rund 24.400 Fälle", wie aus einer Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade hervorgeht. Dieser hatte im März noch mit plus zehn Prozent gerechnet. 2026 dürfte es einen weiteren Anstieg um drei Prozent auf 25.050 Fälle geben. Zudem komme es zu mehr Großinsolvenzen, die besonders hohe Schäden anrichteten.
Im ersten Quartal 2025 belief sich die Zahl der großen Insolvenzen laut Studie weltweit auf 122 Fälle - das ist mehr als eine große Pleite am Tag und eine Zunahme um 14 Prozent oder 15 Fälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Im Epizentrum der großen Insolvenzen befand sich mit einem Zuwachs von 16 Prozent auf 74 Fälle erneut Westeuropa." Dies entspreche 61 Prozent der gesamten großen Insolvenzen weltweit.
Hellofresh muss sich neuen Finanzchef suchen - Aktie klar im Minus
Der langjährige Finanzchef von Hellofresh nimmt seinen Hut. Christian Gärtner werde das MDax-Unternehmen spätestens im vierten Quartal verlassen, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen, teilte der Essenslieferant mit. Die Suche nach einem Nachfolger sei bereits weit fortgeschritten. Die Hellofresh-Aktie verlor 3,4 Prozent.
"Christian war maßgeblich daran beteiligt, eine starke finanzielle Basis für Hellofresh aufzubauen", sagte Firmenchef und -mitgründer Dominik Richter. "Im Namen des gesamten Vorstands wünsche ich ihm für seine Zukunft nur das Beste." Der frühere Investmentbanker Gärtner verantwortet seit 2015 die Finanzen von Hellofresh und begleitete den Börsengang des Unternehmens 2017.
Klares Dax-Plus im Mai: "Rekorde sprechen für weiterlaufenden Markt"
Der Dax hat die Kurskapriolen der vergangenen Monate weitgehend hinter sich gelassen und befindet sich auf Rekordniveau. Kommt der Aktienmarkt nach dem jüngsten Rekordhoch jetzt wieder in ruhigeres Fahrwasser? Und wie können sich Anleger absichern? Friedhelm Tilgen spricht darüber mit Nicolai Tietze von Morgan Stanley.
Engpässe bremsen Airbus aus
Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat Branchenangaben zufolge im Mai rund 51 Flugzeuge ausgeliefert und damit vier Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Damit liegen die Auslieferungen in den ersten fünf Monaten mit insgesamt 243 Maschinen fünf Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Airbus wollte vor der Veröffentlichung seines monatlichen Berichts am 5. Juni keine Stellungnahme abgeben. Airbus kämpft mit Engpässen bei seinen Zulieferern, hat sich aber vorgenommen, in diesem Jahr 820 Maschinen und damit sieben Prozent mehr als im Vorjahr an die Kunden auszuliefern. Der Vorstand geht davon aus, dass sich die Verzögerungen, die teilweise durch langsame Lieferungen von Triebwerken verursacht werden, im Sommer stabilisieren.
Dax ringt mit der 24.000er Marke
Nach den leichten Verlusten zum Start in den Juni versucht der Dax wieder den Sprung über die runde Marke von 24.000 Punkten. Wenige Minuten nach dem Start gewann er 0,27 Prozent auf 23.995 Zähler.
Der MDax der mittelgroßen Werte notiert prozentual fast unverändert bei 30.774 Punkten. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 geht es um 0,3 Prozent hoch.
Leichte Unterstützung kommt durch die kleinen Zuwächse an der US-Börse, die am Morgen auf den Handel in Asien abstrahlten. Dies sorgt für gewisse Beruhigung angesichts des zuletzt wieder etwas zugespitzten Handelskonflikts zwischen den USA und China. Positive Impulse lieferte die Nachricht, dass beide Länder in Kürze auf höchster Ebene über den Handel sprechen dürften.
Rating-Agentur schlägt Alarm - Ausfallrate deutscher Firmen steigt auf Krisenniveau
Die deutsche Ratingagentur Creditreform Rating schlägt Alarm. Für das vergangene Jahr 2024 verzeichnet sie die höchste Ausfallrate deutscher Unternehmen seit mehr als einem Jahrzehnt. Der Wert stieg im vergangenen Jahr den Creditreform-Daten zufolge von 1,49 Prozent auf 1,78 Prozent - der höchste Stand seit 2013. Für 2025 wird sogar noch ein weiterer Anstieg auf 2,04 Prozent erwartet. Dieses Niveau wurde zuletzt während der globalen Finanzkrise 2008/09 erreicht.
Zentraler Faktor hinter dem Anstieg der Ausfallrate ist die weiterhin fragile gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland. "Ursächlich hierfür ist eine Kombination aus Investitionsschwäche, strukturellen Problemen in der Industrie sowie außenwirtschaftlichen Belastungen, etwa durch US-Zölle", sagt Benjamin Mohr, Mitglied der Geschäftsleitung von Creditreform Rating.
Trotz kräftigem Gewinnanstieg: Walt Disney plant Hunderte Entlassungen
Der Unterhaltungskonzern Walt Disney entlässt weltweit mehrere hundert Mitarbeiter in verschiedenen Abteilungen, darunter Marketing für Film und Fernsehen, TV-Werbung, Casting und Entwicklung sowie Finanzwesen. Es wurden jedoch keine ganzen Teams entlassen, wie der Konzern mitteilte.
Im März entließ Disney 200 Mitarbeiter in den Bereichen ABC News Group und Disney Entertainment Networks. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren mehrere Entlassungsrunden durchgeführt, um, wie viele andere Unternehmen in der Branche auch, Kosten einzusparen.
Ende September beschäftigte der in Burbank, Kalifornien, ansässige Konzern rund 233.000 Mitarbeiter, wie aus einer Einreichung bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) hervorgeht.
Wie andere Unternehmen der Unterhaltungsbranche auch, reagiert Disney darauf, dass Zuschauer zunehmend zu Streaming-Angeboten wechseln. Von dem Trend profitiert allerdings auch Disney selbst. So hatte das Unternehmen die Märkte Anfang Mai mit einem kräftigen Gewinnanstieg im zweiten Quartal überrascht, wozu neben dem Streaming-Dienst Disney+ auch gute Geschäfte mit den Themen-Parks beitrugen. Die Disney-Aktie stieg seit Vorlage des Zwischenberichts um 21 Prozent.
Ryanair will Verkehr in Deutschland verdoppeln - wenn seine Forderungen erfüllt werden
Der Billigfluganbieter Ryanair erwägt nach Kürzungen in Deutschland sein Flugangebot wieder auszubauen, sofern staatliche Abgaben und Flughafengebühren sinken. "Wir haben der Bundesregierung einen Wachstumsplan geschickt", sagte Ryanair-Chef Eddie Wilson im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Wir machen ein Angebot, wir wollen unseren Verkehr in Deutschland verdoppeln", erklärte Wilson.
Die Zahl der hierzulande stationierten Flugzeuge könne auf 60 steigen, vier zusätzliche Basen mit stationierten Flugzeugen könnten eingerichtet werden. Das schaffe mehr als 1.000 Arbeitsplätze. "Die letzte Erhöhung der Luftverkehrsteuer um rund 3 Euro je Passagier muss sofort zurückgenommen und die Steuer später abgeschafft werden", sagt Wilson. Die Gebühren für Sicherheitskontrollen an Flughäfen sollten halbiert werden, auch die Gebühren für Fluglotsen müssten sinken.
Stimmung in der Autoindustrie verschlechtert sich immer weiter
Das Augenmerk vieler Börsianer dürfte sich heute auf die Autobranche richten. "Die Ruhe in den laufenden Einzelgesprächen der Hersteller mit der US-Regierung macht Hoffnung, dass man sich auf irgendetwas Vernünftiges einigen wird", spekuliert ein Händler. Zu hoffen sei dabei, dass die Autobauer nicht mit separaten Zugeständnissen die Verhandlungen der EU sabotierten.
Die harten Fakten sprechen bislang weiter gegen die Autobranche: Wie das neue Ifo-Geschäftsklima der Autoindustrie zeigt, verschlechtert sich die Stimmung. Im Mai fiel der Index auf minus 31,8 Punkte, nach minus 30,7 im April. "Das Wirrwarr rund um die US-Zölle macht der Autoindustrie in Deutschland zu schaffen", sagt Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl.
Deutsches Landgericht verhandelt Klage gegen Apple
Einer der wertvollsten und mächtigsten Konzerne der Welt sitzt heute in Deutschland auf der Anklagebank. Das Landgericht Frankfurt verhandelt heute eine Unterlassungsklage der Deutschen Umwelthilfe gegen Apple. Der US-Konzern soll seine Smartwatches nicht mehr wie bisher als "CO2-neutral" bewerben dürfen, weil die zum Ausgleich der Emissionen gepflanzten Bäume nach wenigen Jahren gerodet werden können. Apple weist den Vorwurf irreführender Werbung und des "Greenwashing" zurück.
Angebotssorgen treiben den Ölpreis
Die Ölpreise legen aufgrund von Sorgen über das Angebot nach dem gestrigen Anstieg noch einmal leicht zu.
Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,6 Prozent auf 65,03 Dollar je Barrel. Das US-Öl WTI notierte 0,7 Prozent fester bei 62,98 Dollar.
Dax-Eröffnung im Plus zeichnet sich ab
Der Dax wird heute der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Gewinnen in den Handel starten.
Gestern hatte der deutsche Leitindex 0,3 Prozent tiefer bei 23.930,67 Punkten geschlossen. Für schlechte Stimmung an den Börsen sorgte die Aussicht auf eine Verdoppelung der US-Importzölle auf Stahl und Aluminium.
Heute veröffentlicht die europäische Statistikbehörde Eurostat eine erste Schätzung zur Inflationsrate in der Eurozone im Mai. Volkswirte rechnen mit einem Rückgang der Teuerung auf 2,0 Prozent nach 2,2 Prozent im April. Das würde den Währungshütern der Europäischen Zentralbank (EZB) gute Argumente dafür liefern, den Leitzins in der 20-Länder-Gemeinschaft am Donnerstag um 0,25 Prozentpunkte weiter zu senken.
Dollar legt gegenüber Yen und Euro zu
Ein Blick auf den Devisenmarkt:
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,3 Prozent auf 143,14 Yen und legt leicht auf 7,1970 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,8183 Franken. Parallel dazu fällt der Euro um 0,2 Prozent auf 1,1423 Dollar und zieht leicht auf 0,9347 Franken an.
"Kompletter Flop" - Mercedes erleidet Rückschlag mit E-SUV
Für Mercedes-Benz zeichnet sich der nächste Rückschlag im Geschäft mit Elektroautos ab. Die im April 2024 vorgestellte Stromversion des Geländewagens G-Klasse zu Preisen ab 146.990 Euro verkauft sich laut Insidern schlecht. "Das Auto steht wie Blei bei den Händlern, das ist ein kompletter Flop", sagte eine Mercedes-Führungskraft dem Handelsblatt. Ein weiterer Manager erklärte: "Das ist ein Nischenmodell, die Stückzahlen sind sehr gering." Intern schreiben viele den Akku-Geländewagen bereits ab. "Das Auto kann gar kein großer Erfolg werden", meint ein Manager. Die Baureihe sei so konzipiert worden, dass sie die typischen Vorteile von Elektroautos wie das zusätzliche Platzangebot im Innenraum nicht voll ausspielen könne.
Trumps Zölle schlagen auf Chinas Industrie durch
Chinas Industrietätigkeit ist im Mai zum ersten Mal seit acht Monaten deutlich geschrumpft. Wie eine Umfrage im Privatsektor am Dienstag ergab, fiel der Caixin/S&P Global PMI für das verarbeitende Gewerbe im Mai auf 48,3 von 50,4 im April und verfehlte damit die Erwartungen der von Reuters befragten Analysten. Es war der erste Rückgang seit September letzten Jahres und auch die niedrigste Bewertung seit 32 Monaten. Die 50er Marke trennt zwischen Wachstum und Schrumpfung.
Das Ergebnis stimmt weitgehend mit dem am Samstag veröffentlichten offiziellen chinesischen Einkaufsmanagerindex überein, der für den zweiten Monat einen Rückgang der Produktionstätigkeit ausweist.
Die Zahlen deuten darauf hin, dass die US-Zölle China nun treffen. Der Caixin-Umfrage zufolge schrumpften die neuen Exportaufträge im Mai den zweiten Monat in Folge und so schnell wie seit Juli 2023 nicht mehr. Die Hersteller erklärten, die US-Zölle hätten die weltweite Nachfrage gebremst. Dies führte dazu, dass die Auftragseingänge insgesamt auf den niedrigsten Stand seit September 2022 sanken.
Musks KI-Firma soll mehr als 100 Milliarden Dollar wert sein
Die Firma xAI startet einen Aktienverkauf im Volumen von 300 Millionen US-Dollar, mit dem das KI-Unternehmen von Elon Musk mit 113 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Der Deal werde es Mitarbeitern ermöglichen, Aktien an neue Investoren zu verkaufen, berichtet die "Financial Times".
Es werde erwartet, dass eine größere Finanzierungsrunde folgt. xAI hat im März den Kurzbotschaftendienst X übernommen, den Musk 2022 gekauft hatte.
Asien-Anleger bleiben auf der Hut
Die asiatischen Börsen steigen, aber mit Vorsicht. Die US-Handelspolitik überschattet weiterhin die Märkte und lässt auch die Anleger in Asien in die Defensive gehen. Angesichts der düsteren Lage im Welthandel fielen die US-Futures zu Beginn des Handels in Asien und konnten die leichten Gewinne, die über Nacht an der Wall Street erzielt wurden, nicht halten.
In Tokio legt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,2 Prozent auf 37.546,85 Punkte zu und der breiter gefasste Topix notiert 0,1 Prozent niedriger bei 2.773,98 Zählern. Die Aktien von Chip-Herstellern folgten den Kursgewinnen ihrer US-Pendants folgten. Allerdings überwogen beim Leitindex die Absteiger, und ein stärkerer Yen setzte die Aktien der Automobilhersteller unter Druck.
Der Gouverneur der Bank of Japan, Kazuo Ueda, sagte, es sei wichtig, politische Entscheidungen ohne vorgefertigte Vorstellungen zu treffen, da die Unsicherheit über die globale Zollpolitik nach wie vor extrem hoch sei.
Die Börse Shanghai gewann 0,3 Prozent auf 3.358,94 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 0,3 Prozent auf 3.850,40 Punkte.
Dax im Spannungsfeld von Zöllen und Inflationsdaten
Der deutsche Aktienmarkt ist mit leichten Abgaben in die neue Woche gestartet. Der Dax verlor 0,3 Prozent auf 23.931 Punkte, schloss damit aber klar über dem Tagestief von 23.740 Punkten. Die erratische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump drückte auf die Stimmung. Nun hat er eine Verdopplung der Zölle auf Importe von Stahl und Aluminium auf 50 Prozent ab 4. Juni angekündigt.
Was ist heute von Wichtigkeit? Die europäische Statistikbehörde Eurostat veröffentlicht eine erste Schätzung zur Inflationsrate in der Eurozone im Mai. Volkswirte rechnen mit einem Rückgang der Teuerung auf 2,0 Prozent nach 2,2 Prozent im April. Das würde den Währungshütern der Europäischen Zentralbank (EZB) gute Argumente dafür liefern, den Leitzins in der 20-Länder-Gemeinschaft am Donnerstag auf der Zinssitzung um 0,25 Prozentpunkte zu senken.
Zudem geht der Blick in die Schweiz. Der neue Chef der Bank Julius Bär, Stefan Bollinger, legt seinen Plan vor, wie er das skandalgeplagte Geldinstitut wieder in die Spur bringen will. Bei dem Geldhaus hatten der Benko-Skandal, Kreditverluste, Untersuchungen der Finanzaufseher und Managementwechsel seit Jahren für Unruhe gesorgt. Für die Bank dürften auch neue mittelfristige Finanzziele ausgerufen werden.
Und Apple ist mal wieder im Fokus. Das Landgericht Frankfurt am Main verhandelt eine Unterlassungsklage der Deutschen Umwelthilfe gegen den US-Konzern. Dieser soll seine Smartwatches nicht mehr wie bisher als "CO2-neutral" bewerben dürfen, weil die zum Ausgleich der Emissionen gepflanzten Bäume nach wenigen Jahren gerodet werden können. Apple weist den Vorwurf irreführender Werbung und des "Greenwashing" zurück.
Dazu noch Interessantes für Bankkunden: Der Bundesgerichtshof (BGH) entscheidet nämlich im Grundsatz darüber, ob eine Bank etwas zurückzahlen muss, wenn ein Kunde dieser drei Jahre lang Kontogebühren bezahlt hat, ohne einer Erhöhung aktiv zugestimmt zu haben. Es geht um eine Musterfeststellungsklage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen gegen die Sparkasse Berlin. Der BGH entschied bereits 2021, dass neue Kontogebühren nur mit aktiver Zustimmung des Kunden als vereinbart gelten.
Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.