Neues vom Geldmarkt
Der Anstieg der Inflationsrate im Euroraum auf 2,5 Prozent im März gegenüber dem Vorjahresmonat liefert keinen Impuls für den Geldmarkt. Wie zu erwarten, lieferten stark gestiegene Energiepreise ihren Anteil. Ulrike Kastens, Senior Economist bei der DWS, stellt sich die Frage: "Wie geht es weiter?" Einige Länder hätten bereits fiskalische Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise beschlossen. Kastens erwartet keine geldpolitischen Schnellschüsse der EZB. Abwarten sei derzeit immer noch die beste Option.
Tagesgeld: 1,87 - 2,07 (1,90 - 2,10), Wochengeld: 1,85 - 2,13 (1,90 - 2,15), 1-Monats-Geld: 1,97 - 2,13 (2,07 - 2,13), 3-Monats-Geld: 2,05 - 2,25 (2,01 - 2,31), 6-Monats-Geld: 2,54 - 2,84 (2,21 - 2,31), 12-Monats-Geld: 2,72 - 3,02 (2,65 - 2,77), Euribors: 30.03. 27.03. 3 Monate: 2,1220 2,1270, 6 Monate: 2,5290 2,5040, 12 Monate: 2,9320 2,8600
Ist Gold überverkauft?
Gold kann bis Ende 2026 einen Preis von 5400 US-Dollar je Feinunze erreichen. Davon gehen die Analysten von Goldman Sachs aus. Gold sehe nun überverkauft aus, da die spekulative Positionierung niedrig sei und die Märkte einen deutlich hawkisheren Politikschock einpreisten, als es die historische Erfahrung nahelegen würde, so die Analysten. Die Sie rechnen weiterhin mit zwei Zinssenkungen der Fed im Jahr 2026, was nach Schätzung der Bank den Goldpreis um rund 120 US-Dollar je Feinunze erhöhen würde.
Unterdessen bleibt die Nachfrage der Zentralbanken eine wichtige mittelfristige Stütze der Nachfrage: Goldman Sachs prognostiziert, dass sich die Käufe der Zentralbanken wieder beschleunigen und durchschnittlich rund 60 Tonnen pro Monat erreichen könnten. Der Spotpreis für Gold steigt um 0,9 Prozent auf rund 4552 Dollar je Feinunze.
Dax steigt - Ölpreise weiter hoch
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat bislang seine am Montag begonnene Klettertour fortsetzen können. Der Leitindex gewann am Mittag 0,8 Prozent auf 22.736 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte 0,6 Prozent höher bei 5575 Stellen. Der Euro lag stabil bei 1,1466 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI fielen um je 0,6 Prozent auf 107,93 beziehungsweise 104,29 Dollar.
Wie Anleger in unsicheren Zeiten reagieren sollten
Mehr als 1000 Punkte schoss der Dax nach oben - Auslöser dafür war nur EIN einziger Post von Donald Trump. Doch die Euphorie hielt nicht lange an. Warum die Märkte aktuell so extrem reagieren und welche Strategien Anleger in diesem Auf und Ab verfolgen sollten, darüber hat Nancy Lanzendörfer mit Peter Bösenberg von der Société Générale gesprochen.
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Milliardenfusion in Lebensmittelbranche bahnt sich an
Milliarden-Transaktion um Knorr, Hellmann’s-Mayonnaise und Cholula-Sauce: Die Fusion der Lebensmittelsparte von Unilever mit dem US-Gewürzkonzern McCormick rückt immer näher. Der Konzern befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Transaktion, die ihm 15,7 Milliarden Dollar in bar einbringen und den Unilever-Aktionären eine Mehrheitsbeteiligung von 65 Prozent an dem neuen Unternehmen sichern würde, teilte Unilever mit.
Die Transaktion soll als sogenannter "Reverse Morris Trust" strukturiert werden, was steuerliche Vorteile bietet. Dabei würde Unilever die Sparte abspalten und sie anschließend mit dem für seine Cholula-Saucen bekannten US-Unternehmen fusionieren. Die Sparte, zu der auch Marken wie Colman's und Marmite gehören, stand im vergangenen Jahr für rund ein Viertel des Gesamtumsatzes und erlöste mehr als 12,9 Milliarden Euro. Allein in Europa arbeiten einem Insider zufolge knapp 5000 Menschen für die Sparte.
Inflation im Euroraum steigt kräftig wegen Energiepreisen
Die Verbraucherpreise sind im Euroraum sind im März im Vergleich zum Vorjahresmonat voraussichtlich um 2,5 Prozent gestiegen. Damit lag die Inflation 0,6 Prozentpunkte höher als im Februar, wie das EU-Statistikamt Eurostat mit Sitz in Luxemburg in einer ersten Schätzung mitteilte. Grund für den starken Anstieg sind die gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Volkswirte hatten allerdings einen monatlichen Preisanstieg um 1,2 Prozent und eine Jahresteuerungsrate von 2,7 Prozent prognostiziert.
"Das bisherige preisstabile Umfeld sagt Tschüss, Inflation ist wieder das Thema", meinte Alexander Krüger von Hauck Aufhäuser Lampe: "Die Inflationsrate schießt wegen des exogenen Schocks durch den Iran-Kriegs deutlich nach oben. Mit Rohöl, Gas, Düngemitteln, Helium und anderen liegen jetzt gewichtige Preistreiber vor. Wichtig ist, dass der Inflationsschmutz nicht in der Kernrate ankommt. Selbst bei einem bald endenden Krieg wird die Inflationsrate länger erhöht bleiben. Minen in der Straße von Hormus sind zu räumen und Produktionsanlagen zu reparieren. Eine Normalisierung der Energiepreise wird deshalb nur zögerlich einsetzen. Sobald Zweitrundeneffekte klarer drohen, wird die EZB die Leitzinsen anheben. Bei einem länger anhaltenden Krieg wird der Rohölpreis für einen nochmaligen Inflationsschub sorgen."
Rheinmetall kooperiert mit Boeing bei Kampfflugzeug
Rheinmetall und Boeing sind eine strategische Partnerschaft für das unbemannte Kampfflugzeug MQ-28 Ghost Bat eingegangen. Wie Rheinmetall mitteilte, wurde die MQ-28 Ghost Bat in Australien für die Royal Australian Air Force sowie für weitere verbündete Nationen entworfen, entwickelt und hergestellt. Ziel sei es, sie als ausgereifte Lösung für die geplante Beschaffung eines Collaborative Combat Aircraft (CCA) durch die Bundeswehr bis 2029 anzubieten.
"Mit Boeing Defence Australia als Partner legen wir den Grundstein, um die MQ-28 optimal auf die Anforderungen der Bundeswehr zuzuschneiden", sagte Rheinmetall-Vorstandschef Armin Papperger.
Eurozone-Anleiherenditen fallen
Die Renditen von Staatsanleihen der Eurozone fallen und machen damit ihre Anstiege aus dem frühen Handel wieder wett. Sie folgen unter anderem den fallenden Renditen der US-Staatsanleihen. Jüngste Äußerungen des Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell, hätten die Märkte dazu veranlasst, die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik zurückzuschrauben, hieß es am Markt. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fällt laut LSEG um 3,1 Basispunkte auf 2,827 Prozent.
Analyst erwartet heftig ausfallende Ölpreisanstiege
Ölpreisanstiege dürften höchstwahrscheinlich schnell und heftig ausfallen, schreibt Norbert Rucker von Julius Bär in einer Research Note. "Die gängige These bleibe vorerst gültig: Der Iran-Krieg folge sehr wahrscheinlich dem üblichen geopolitischen Muster und verursache eine kurzlebige, aber sehr intensive Energiepreisspitze", meint er. Allerdings sei auch eine andauernde und chaotische Situation möglich, merkt er an. In diesem Szenario könne es zu dauerhaften wirtschaftlichen Auswirkungen weltweit kommen, die Zentralbanken könnten hawkish werden und es könnte zu einem ausgeprägteren Risk-Off-Handel an den Finanzmärkten kommen.
Die Futures für WTI-Rohöl des Frontmonats notieren 0,4 Prozent niedriger bei 102,45 US-Dollar pro Barrel; die Futures für Brent-Rohöl des Frontmonats notieren unverändert bei 112,76 US-Dollar pro Barrel.
Deutsche Arbeitslosenzahl stagniert im März
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat sich im März kaum verändert. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, lag die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl auf dem Niveau des Vormonat, nachdem sie im Februar um 1000 zugelegt hatte. Die Arbeitslosenquote blieb bei 6,3 Prozent. Volkswirte hatten einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 2500 und eine unveränderte Quote von 6,3 Prozent prognostiziert. Ohne Berücksichtigung der saisonalen Faktoren sank die Zahl der Arbeitslosen um 49.000 auf 3,021 Millionen. Die Arbeitslosenquote auf ging auf 6,4 (6,5) Prozent zurück.
"Im März beginnt wie üblich die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt - dieses Jahr allerdings ohne nennenswerten Schwung", sagte die BA-Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles in Nürnberg. Die Unterbeschäftigung umfasst neben der Arbeitslosigkeit auch die Arbeitsmarktpolitik und kurzfristige Arbeitsunfähigkeit und zeichnet daher ein umfassenderes Bild. Sie blieb ebenfalls auf dem Vormonatsniveau von 3,690 Millionen und lag damit um 4000 niedriger als im Vorjahresmonat.
Energiekontor verdoppelt Dividende
Energiekontor hat 2025 ein Ergebnis am oberen Rand seiner gesenkten Prognose erzielt und will die Dividende verdoppeln. Die Aktionäre sollen 1,00 Euro je Aktie erhalten, wie der Wind- und Solarparkentwickler mitteilte. Das Vorsteuerergebnis (Ebt) stieg im vergangenen Jahr auf 40,5 von 36,2 Millionen Euro. Für 2026 stellte der Vorstand ein Ebt zwischen 40 und 60 Millionen Euro in Aussicht.
Deutsche Importpreise sinken deutlich - vor Iran-Krieg
Die deutschen Importpreise sind vor Ausbruch des Iran-Kriegs erneut deutlich gesunken. Im Februar fielen sie um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Auch in den beiden Vormonaten hatte es einen Rückgang in dieser Höhe gegeben. Von Januar auf Februar verteuerten sich die nach Deutschland eingeführten Waren dagegen um 0,3 Prozent.
Der Iran-Krieg dürfte die Importkosten aber ab März in die Höhe treiben. Erdöl und Gas haben sich seit Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar auf den Weltmärkten stark verteuert, weil es zu Lieferausfällen gekommen ist. Im Februar hatten sich Energieimporte noch um 20,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verbilligt. "Auf die Februar-Ergebnisse der Import- und auch der Exportpreise hatten die Kriegshandlungen im Iran und dem Nahen Osten seit dem 28. Februar 2026 keinen Einfluss", betonten die Statistiker.
"Markt ist fest im Bann der Ölpreise"
Der Dax kann zunächst nicht an seine gestrige Aufwärtsbewegung anknüpfen. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 22.500 Punkten, nachdem er zum Wochenstart 1,2 Prozent fester mit 22.563 Zählern geschlossen hatte.
"Der Markt ist fest im Bann der Ölpreise, des Iran-Krieges und auch der Äußerungen von US-Präsident Donald Trump", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Nancy Lanzendörfer. "Die entscheidende Frage: Wie lange zieht sich das alles noch hin?" Sie verweist darauf, dass es aber nach wie vor Marktteilnehmer gibt, die einzelne Werte "nachkaufen. Stichwort: Stockpicking."
Iran-Krieg trifft deutsche Industrie hart
Neun von zehn Industrieunternehmen in Deutschland sehen ihre Geschäfte durch den Iran-Krieg beeinträchtigt. Nur neun Prozent fühlen sich derzeit nicht betroffen, wie eine Umfrage des IFO-Instituts ergab. "Der Konflikt trifft die Industrie unmittelbar, sorgt aber vor allem für große Unsicherheit", sagte der Leiter der IFO-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Viele Firmen stellen sich auf zusätzliche Belastungen in den kommenden Monaten ein."
Zur Begründung nennen mit 78 Prozent die meisten Industrieunternehmen gestiegene Energiepreise. 36 Prozent betonen jeweils Einschränkungen bei Schifffahrtswegen und Lieferschwierigkeiten bei Vorprodukten und Rohstoffen. Eine Beeinträchtigung des Luftfrachtverkehrs befürchten 16 Prozent der Betriebe. Rund ein Viertel geht von einer abnehmenden Nachfrage auf wichtigen Exportmärkten aus.
Börsenchef fordert Reform der Altersvorsorge
Der Vorstandschef der Deutschen Börse, Stephan Leithner, fordert eindringlich eine grundlegende Reform der Altersvorsorge in Deutschland. "Wir können nicht länger zusehen, dass immer größere Milliardenbeträge aus dem Bundeshaushalt aufgebracht werden müssen, um die Löcher in der Rentenkasse zu stopfen", sagte Leithner dpa.
Klar sei, dass die gesetzliche Rente als eine der drei Säulen der Altersvorsorge erhalten bleibe. "Eine kapitalmarktbasierte betriebliche und private Altersvorsorge muss jedoch eine deutlich stärkere Rolle spielen."
Die Bundesregierung sei mit der Frühstart-Rente und dem Altersvorsorgedepot, einem staatlichen Standarddepot aus Wertpapieren, bereits wichtige Schritte gegangen. Er sei zuversichtlich, dass darauf aufbauend von der Rentenkommission der nächste große Wurf komme.
Trump droht, lockt - und überfordert die Anleger
Überwiegend mit Abgaben zeigen sich die asiatischen Börsen. Die Ölpreise bleiben hoch und Aktien der Region stehen wegen des Iran-Kriegs vor ihrem stärksten Monatsrückgang seit 2022. Die Kombination aus Inflations- und Wachstumssorgen lastet auf den Aktienmärkten. Zum Monatsultimo machen Signale der Hoffnung der Deeskalation ebenso die Runde wie solche, die an einem schnellen Kriegsende zweifeln lassen. Laut "Wall Street Journal" ist US-Präsident Donald Trump bereit, die Militäroperation gegen den Iran zu beenden, selbst wenn die Seestraße von Hormus weitgehend geschlossen bleibe. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, dass Trump eine diplomatische Lösung anstrebe, aber darauf bestehe, dass der Iran seine Atom- und Raketenprogramme aufgebe.
Zugleich bekräftigte Trump an anderer Stelle seine Drohung, die Energieinfrastruktur des Iran zu zerstören und auch die Insel Kharg, den Exporthafen für den größten Teil des iranischen Öls, auszulöschen. "Wir gehen davon aus, dass der Krieg wahrscheinlich mindestens bis Juni andauern wird (...)", mutmaßt CBA-Analyst Joseph Capurso. Anleger scheinen mit der Einordnung der widersprüchlichen Meldungslage nicht zurecht zu kommen. Im Zweifelsfall würden risikoreiche Vermögenswerte wie Aktien veräußert, erläutert ein Händler.
In Japan sinkt der Nikkei 1,4 Prozent auf 51.186 Punkte angesichts der anhaltenden Sorgen über höhere Energiekosten und eine Knappheit an petrochemischen Produkten wegen des Nahost-Krieges.
Die chinesischen Börsen, die sich jüngst widerstandsfähiger gegen die Kriegsfolgen gezeigt haben, präsentieren sich mit leichten Abgaben. Während sich der HSI in Hongkong um 0,4 Prozent ermäßigt, fällt der Shanghai Composite um 0,4 Prozent. Mit einem Abschlag von 3,4 Prozent kommt der Kospi in Südkorea deutlicher unter die Räder.
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Vorbörslich zeichnen sich kleinere Aufschläge an Europas Börsen zur Eröffnung ab. Etwas stützend wirkt ein Bericht des "Wall Street Journal". Demnach soll US-Präsident Donald Trump bereit sein, den Iran-Krieg zu beenden auch ohne Öffnung der Straße von Hormus. Diese ist seit geraumer Zeit faktisch geschlossen. Trump spricht derweil weiter von erheblichen Fortschritten in den Friedensverhandlungen mit dem Iran, zugleich bereiten die USA aber offenbar eine begrenzte Bodenoffensive vor.
Datenmäßig steht die Veröffentlichung der europäischen Verbraucherpreise am Vormittag im Fokus. Für März wird mit einem starken Anstieg der Inflation um 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat nach zuvor 0,6 Prozent gerechnet. Damit würde der Iran-Krieg erste Spuren hinterlassen. Am Nachmittag werden in den USA der Chicago-Einkaufsmanagerindex sowie der Index des Verbrauchervertrauens März veröffentlicht. In beiden Fällen werden rückläufige Lesungen erwartet.
Nach 26-Milliarden-Dollar-Abschreibung: Stellantis-JV bekommt Kredit
Samsung SDI wird seinem Batterie-Gemeinschaftsunternehmen mit Stellantis einen Kredit über 1,05 Milliarden Dollar gewähren. Die Mittel sollten für Kapitalinvestitionen verwendet werden, teilte der südkoreanische Batteriekonzern mit. Die Kreditvergabe erfolgt, während Berichte erscheinen, wonach Stellantis aus dem gemeinsamen US-Unternehmen StarPlus Energy aussteigen könnte. Der Autobauer hatte im vergangenen Monat Abschreibungen von mehr als 26,5 Milliarden Dollar bekannt gegeben und seine Elektrofahrzeug-Pläne zurückgeschraubt.
GM verlängert Produktionspause im E-Auto-Werk
General Motors (GM) verlängert die Produktionspause in seinem Elektroauto-Werk in Detroit wegen einer schwachen Nachfrage um weitere zwei Wochen. Der seit dem 16. März geltende Stopp in der Fabrik werde fortgesetzt, teilte der US-Autobauer mit. Die Produktion werde vorübergehend angepasst, um sie mit der Marktnachfrage in Einklang zu bringen. Von dem Schritt sind 1300 Beschäftigte betroffen, die vorübergehend freigestellt werden.
In dem Werk werden unter anderem die Elektromodelle des Chevrolet Silverado und des Hummer gefertigt. Im Januar hatte GM die Produktion dort um etwa 50 Prozent gekürzt. Der Konzern kämpft wie andere Hersteller mit einem nachlassenden Interesse an batteriebetriebenen Fahrzeugen und musste Abschreibungen in Höhe von 7,6 Milliarden Dollar auf seine Elektroauto-Programme vornehmen.
Unilever verhängt globalen Einstellungsstopp
Unilever hat mit sofortiger Wirkung einen weltweiten Einstellungsstopp auf allen Ebenen verhängt. Der Konsumgüterkonzern und Hersteller von Marken wie Dove und Knorr reagiert damit auf die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs, wie aus einem internen Schreiben hervorgeht. Der Stopp soll mindestens drei Monate dauern. "Die makroökonomischen und geopolitischen Realitäten, besonders der Nahost-Konflikt, bringen erhebliche Herausforderungen für die kommenden Monate mit sich", schrieb Fabian Garcia, Chef der Körperpflegesparte, vergangene Woche an die Mitarbeiter. Der seit einem Monat andauernde Krieg hat den Welthandel gestört und die schwerste Unterbrechung der Öl- und Gasversorgung in der Geschichte verursacht.
Der Einstellungsstopp kommt zu einem bereits laufenden Sparprogramm hinzu. Unilever will seit 2024 innerhalb von drei Jahren rund 800 Millionen Euro einsparen und dabei etwa 7.500 Stellen streichen. Der britische Konzern kämpft seit der Corona-Pandemie mit schwachen Verkaufszahlen. Er verhandelt derzeit über den Verkauf seiner Lebensmittelsparte an den kleineren Konkurrenten McCormick. Die Mitarbeiterzahl ist bereits von rund 149.000 im Jahr 2020 auf derzeit 96.000 gesunken.
Angstmodus regiert an Asien-Börsen
Der Krieg im Nahen Osten hat den Ölpreis im ablaufenden Monat auf ein Rekordhoch getrieben und die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt geschickt. Anleger fürchten eine höhere Inflation und ein langsameres Wirtschaftswachstum. Der Preis für die Nordseesorte Brent legte im Monatsverlauf um rund 59 Prozent zu. Das ist der größte Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen.
Die asiatischen Börsen steuern auch dadurch auf den stärksten monatlichen Verlust seit 2022 zu. Der japanische Nikkei-Index verlor im Monatsverlauf 12,6 Prozent. Heute notiert er 0,1 Prozent schwächer bei 51.820 Punkten. "Die Märkte scheinen von der mechanischen Verarbeitung von Schlagzeilen in einen etwas ängstlicheren Modus überzugehen", sagt Vishnu Varathan von der Bank Mizuho. Für etwas Erleichterung sorgte ein Bericht des "Wall Street Journal", wonach US-Präsident Trump bereit sei, den Militäreinsatz gegen den Iran zu beenden.
Dollar mit stärkstem Monatsgewinn seit acht Monaten
Am Devisenmarkt gewinnt der Dollar leicht auf 159,65 Yen und 6,9049 Yuan. Der Euro notiert kaum verändert bei 1,1474 Dollar. Im Monatsverlauf legte der Dollar um rund 2,9 Prozent zu und verzeichnete damit den stärksten Gewinn seit acht Monaten.
Ölpreiszuwachs schreibt Geschichte
Die Ölpreise geben zunächst leicht nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligt sich um 0,6 Prozent auf 112,05 Dollar. Das US-Öl WTI notiert 0,8 Prozent schwächer bei 102,08 Dollar. Brent legte im bisherigen Monatsverlauf um rund 59 Prozent zu. Das ist der größte Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen.
Das kleine Pflänzchen Hoffnung
Die vage Hoffnung auf eine Entschärfung des Kriegs im Nahen Osten hat dem Dax zumindest einen positiven Wochenauftakt geschenkt. Der deutsche Börsenleitindex legte gestern 1,2 Prozent auf 22.563 Punkte zu. Laut US-Präsident Donald Trump führten die USA "ernsthafte Gespräche", um den Krieg im Iran zu beenden. An der Wall Street zeigte sich indes ein etwas anderes Bild.
Heute beraten die Energieminister der Europäischen Union (EU) in einer Videokonferenz über eine gemeinsame Reaktion auf die durch den Krieg im Iran ausgelösten Turbulenzen an den Öl- und Gasmärkten. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar und der faktischen Schließung der Straße von Hormus sind die europäischen Gaspreise um mehr als 70 Prozent in die Höhe geschossen. Einem internen EU-Dokument zufolge sollen bei dem Treffen unkoordinierte nationale Alleingänge vermieden werden. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen stattdessen die frühzeitige Befüllung der Gasspeicher für den kommenden Winter sowie die Stabilisierung der Märkte für Ölprodukte wie Diesel und Kerosin.
Unternehmensseitig legt der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vor. Analysten erwarten einen leichten Umsatzrückgang und den sechsten Rückgang der Bruttogewinnmarge in Folge. Im Fokus der Anleger dürfte vor allem die Entwicklung auf dem wichtigen chinesischen Markt stehen, der rund 15 Prozent zum weltweiten Umsatz beisteuert. Dort hat der US-Konzern zuletzt sechs Quartale in Folge Einbußen verzeichnet und kämpft mit einer schwachen Konsumlaune sowie erstarkter lokaler Konkurrenz durch Marken wie Anta und Li Ning. Um das Ruder in seinem zweitgrößten Markt herumzureißen, hatte Nike erst in diesem Jahr das Management in der Region ausgetauscht.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.