Der Börsen-Tag
14. Juli 2022
imageHeute mit Diana Dittmer und Thomas Badtke
Zum Archiv
17:40 Uhr

DAX sackt in Richtung Jahrestief

Eine Welle schlechter Nachrichten drückt die Kurse am deutschen Aktienmarkt im Donnerstagsgeschäft weiter abwärts. Rezessions- und Inflationsängste belasten immer stärker. Mit den US-Erzeugerpreisen setzt sich die Reihe sehr hoher Inflationsdaten fort, und die Quartalsdaten der US-Banken JP Morgan und Morgan Stanley enttäuschen. Dazu droht eine Regierungskrise in Italien, und die EU-Kommission hat ihre Wachstumsprognosen gesenkt. Der DAX beendet den Handel mit einem deutlichen Abschlag von 1,9 Prozent und einem Stand von 12.520 Punkten. Im Tagestief notiert der Leitindex mit 12.434 Stellen nur knapp über dem bisherigen Jahrestief von 12.390. Fallende Kurse an der Wall Street belasten dabei im späten Geschäft zusätzlich.

"Der DAX stand deutlich unter Druck", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Es zeigt sich immer mehr, dass die EZB im Gegensatz zu anderen Noten- und Zentralbanken nur auf Sicht fährt, und das sorgt für Verunsicherung", erläutert sie. "Auch wenn die EU-Kommission offenbar davon ausgeht, dass Russland nach Beendigung der Wartungsarbeiten an der Pipeline Nord Stream 1 wieder Gas nach Europa liefern wird, bleibt die Situation am Energiemarkt sehr angespannt, das Preisniveau hoch", so Marggraf. "Für etwas positive Ablenkung hätte der Start der US-Berichtssaison sorgen sollen, aber die Ergebnisse von JP Morgan und Morgan Stanley haben enttäuscht."

Die mauen Zahlen der US-Banken setzen auch hierzulande die Finanzwerte unter Druck: Im DAX büßen Deutsche Bank und Allianz ein. Während Deutsche-Bank-Titel die Verluste noch unter zwei Prozent halten können, geht es für die Allianz-Papiere mehr als vier Prozent abwärts. Auch Munich Re geben deutlich ab. Nennenswerte Gewinner gibt es heute nicht im deutschen Leitindex. Vergleichsweise robust schlagen sich die Autowerte. Ein Händler verweist dabei auf Aussagen von VW, nach denen sich mit der Entspannung bei der Chip-Krise im zweiten Halbjahr auch die Auslieferungen stabilisieren sollten.

DAX sackt in Richtung Jahrestief
17:29 Uhr

Yellen für Preisdeckel auf russisches Öl

US-Finanzministerin Janet Yellen will sich beim anstehenden G20-Treffen auf Bali für eine Preis-Obergrenze auf russisches Öl einsetzen. Damit könnten potenziell die Energiepreise gedrückt und der Markt stabilisiert werden, sagt Yellen. Sie warnte vor steigenden Ölpreisen. Fraglich ist aber, ob andere Länder bei einem Preisdeckel für russisches Öl mitziehen. Yellen sagte, China und Indien würden hoffentlich sehen, dass dies in ihrem eigenen Interesse sei. "Russland würde es eine Möglichkeit geben, weiter Öl zu exportieren." Gleichzeitig könnten aber größere Preissprünge vermieden werden.

US-Regierungsvertreter hatten zuletzt vor einem Ölpreis von rund 140 Dollar pro Fass gewarnt, der ihrer Ansicht nach drohen könnte. Derzeit sind es rund 100 Dollar.

Yellen für Preisdeckel auf russisches Öl
17:18 Uhr

Experten erwarten nur "kleine" Zinsanhebung durch EZB

Die Barclays-Analysten Silvia Ardagna und Ludovico Sapio rechnen damit, dass sich der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am 21. Juli an seinen Beschluss von Juni halten und die Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben wird. Sie erwarten darüber hinaus, dass die EZB "allgemeine Richtlinien" für ihr Kaufprogramm veröffentlichen wird, mit dem sie dafür sorgen will, dass ihre Zinserhöhungen überall im Euroraum gleichmäßig ankommen. "Die politischen Entwicklungen in Italien könnten die Entscheidung, ein solches Instrument einzuführen, erschweren", schreiben sie in ihrem Ausblick auf die Ratssitzung in der nächsten Woche. Es werde jedoch umso wichtiger sein, um zu verhindern, dass sich die Entwicklungen in Italien auf andere Staatsanleihemärkte ausbreiteten.

Experten erwarten nur "kleine" Zinsanhebung durch EZB
17:00 Uhr

Öldienstleister im Aufwind

Ein Quartalsergebnis über Markterwartungen und angehobene Gesamtjahresziele ermuntern Anleger zum Einstieg bei Aker Solutions. Die Aktien des Ölindustrie-Dienstleisters steigen in Oslo um zwölf Prozent, so stark wie zuletzt vor eineinhalb Jahren. Das Unternehmen erzielte den Angaben zufolge im zweiten Quartal einen operativen Gewinn von umgerechnet 67 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr peilt Aker Solutions ein Umsatzplus von etwa 30 Prozent an. Die Analysten von JPMorgan hoben den überraschend hohen Auftragseingang hervor.

Öldienstleister im Aufwind
16:38 Uhr

Rekord-Kurssturz bei Fahrzeug-Versicherer

Eine Gewinnwarnung brockt Sabre den größten Kurssturz der Firmengeschichte ein. Die Aktien des Fahrzeug-Versicherers fallen in London um fast 40 Prozent auf ein Rekordtief von 114,4 Pence. Dem Unternehmen zufolge hat sich der Anstieg der Schadenkosten auf zwölf Prozent beschleunigt, nach acht Prozent im vergangenen Jahr. Außerdem liege die Schaden/Kosten-Quote für das erste Halbjahr 2022 mit 98,9 Prozent deutlich über seinen Erwartungen, moniert Analyst James Pearse von der Investmentbank Jefferies. Im Sog von Sabre verlieren die Titel der Rivalen Admiral und Direct Line bis zu elf Prozent.

Rekord-Kurssturz bei Fahrzeug-Versicherer
16:19 Uhr

US-Börsen fallen nach Bankenbilanzen

Ein schwacher Start der Bankenbranche in die Bilanzsaison hat die Anleger an der Wall Street entmutigt. Der Dow-Jones-Index rutscht um zwei Prozent auf 30.165 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 verliert 1,9 Prozent auf 3729 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fällt 1,8 Prozent auf 11.047 Punkte.

Höhere Rückstellungen für drohende Kreditverluste wegen der zunehmenden Rezessionsgefahren drückten den Gewinn der größten US-Bank JP Morgan im zweiten Quartal. Die Aktien sackten um dreieinhalb Prozent auf ein Anderthalb-Jahres-Tief ab. Chef Jamie Dimon betonte in seinem Ausblick mehrere Risikofaktoren, wie die geopolitischen Spannungen, hohe Inflation, schwindendes Verbrauchervertrauen und eine "nie zuvor gesehene" quantitative geldpolitische Straffung als Bedrohung für das globale Wirtschaftswachstum.

Auch Morgan Stanley enttäuschte die Investoren mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang. Die Titel notierten rund 1,8 Prozent schwächer. Die Aktien der Geldhäuser Wells Fargo, Goldman Sachs und Citigroup gerieten ebenfalls unter die Räder, der Branchenindex fiel auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2020. "Was die Dinge anbelangt, die Sie nicht sehen wollen, haben Sie so ziemlich alles, das Fehlen von Umsatz und Gewinn, die Kürzung der Rückkäufe und die Erhöhung der Kreditreserven - alles Dinge, die für Schotten dicht auf dem Weg in eine Rezession und eine kurzfristige Nachfrageflaute im ersten Halbjahr sprechen", sagte Thomas Hayes, geschäftsführendes Mitglied bei Great Hill Capital.

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US-Börsen fallen nach Bankenbilanzen
16:05 Uhr

Yen verliert 21 Prozent seit Jahresbeginn

Der Yen ist weiter auf dem Weg nach unten und peilt als nächste runde Marke 140 je Dollar an. Aktuell verliert er 1,0 Prozent auf 138,80 je Dollar. Seit Jahresbeginn hat er damit um über 21 Prozent abgewertet, viel deutlicher noch als der Euro mit etwa 12 Prozent und auch das Pfund mit 13 Prozent. Der Yen ist aktuell gegenüber dem Dollar so billig wie zuletzt 1998. Zugleich befindet sich der Dollarindex auf einem 20-Jahreshoch.

Während einerseits die US-Notenbank wegen der viel zu hohen Inflation längst einen scharfen Zinserhöhungsprozess begonnen hat, der am Vortag nach unerwartet hohen Inflationsdaten nochmals an Dynamik gewann, fährt die japanische Notenbank weiter einen ultraexpansiven Kurs, weil in Japan der Preisanstieg längst nicht so ausgeprägt ist und zudem seit Jahren das Wirtschaftswachstum mau ist.

Zu Beginn der Woche hatte sich US-Finanzministerin Janet Yellen zurückhaltend geäußert über Interventionen zur Stützung des Yen nach den jüngsten Kursverlusten. Sie sagte nach einem Treffen mit ihrem japanischen Amtskollegen, dass die USA marktbestimmte Wechselkurse bevorzugten. Ein Eingreifen der Regierungen sei "nur in seltenen und außergewöhnlichen Fällen" gerechtfertigt. Die japanische Seite habe bei dem Treffen erörtert, dass der Yen "erheblich abgewertet" habe, aber die beiden Seiten hätten nicht über die Wechselkurspolitik gesprochen.

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Yen verliert 21 Prozent seit Jahresbeginn
15:52 Uhr

Italiens Bonds mit größtem Kursrutsch seit drei Monaten

Der drohende Sturz der italienischen Regierung brockt den Anleihen des Landes den größten Kursrutsch seit drei Monaten ein. Im Gegenzug steigt die Rendite der zehnjährigen Bonds auf 3,474 Prozent. Die mitregierende 5-Sterne-Bewegung will einer Vertrauensabstimmung fernbleiben. Vor dem Hintergrund der Konsequenzen eines Regierungswechsels für die Haushaltsführung seien die Kursausschläge moderat, sagt Rabobank-Anlagestratege Richard McGuire. Er gehe davon aus, dass sich Ministerpräsident Mario Draghi trotz der wachsenden Spannungen in der Koalition bis zur Parlamentswahl im kommenden Jahr durchwursteln werde.

Italiens Bonds mit größtem Kursrutsch seit drei Monaten
15:37 Uhr

20-Prozent-Absturz: Geplatzte Übernahme schickt diese Aktie auf Talfahrt

Der Rückzug des potenziellen Käufers TTB Partners brockt Playtech den größten Kursrutsch seit einem halben Jahr ein. Die Aktien des Anbieters von Glücksspiel-Software fallen in London um 20 Prozent. Der Finanzinvestor hat seine Übernahmepläne unter Hinweis auf das schwierige Marktumfeld aufgegeben.

20-Prozent-Absturz: Geplatzte Übernahme schickt diese Aktie auf Talfahrt
15:08 Uhr

Finanzwerte in Europa unter Druck

Mit einem Minus von 2,3 Prozent steht Europas Versicherungssektor kurz davor, zur schwächsten Branche zu werden. Bankenwerte notieren 1,9 Prozent tiefer. Eine Kombination belastender Nachrichten drückt hier. So ziehen Italiens Finanzwerte die Branche nach unten mit Verlusten von bis zu 4,2 Prozent bei Generali und auch Intesa und Unicredit wegen der Sorge um eine Regierungskrise.

Europaweite Rezessionssorgen verflachen zudem die Zinskurve und deuten geringere Erträge im Finanzsektor an. Zudem fallen die Geschäftszahlen von JP Morgan und Morgan Stanley in den USA enttäuschend aus. Und der ungebremste Anstieg der globalen Inflationsraten treibt Notenbanken weiter auf ihrem Zinserhöhungskurs. Auch andere Finanzwerte wie Allianz fallen daher bis zu 3,5 Prozent. "Das ist ein echter Combo aus negativen Rahmenbedingungen für Finanzwerte", sagt ein Händler.

Finanzwerte in Europa unter Druck
14:50 Uhr

Italienische Regierungskrise setzt Bankensektor zu

Die sich anbahnende Regierungskrise in Italien drückt auf die Kurse der italienischen Banken. Intesa verlieren 4,0 Prozent und zementieren damit ihre Stellung als aktuell schwächster Stoxx-50-Titel. Unicredit fallen um 3,5 Prozent und Generali um 1,4 Prozent.

Die Rendite 10-jähriger Italien-Anleihen steigt um 14 Basispunkte, die deutsche Rendite nur um 5 Basispunkte. Die Koalitionsregierung von Mario Draghi scheint an der Bewegung der Fünf Sterne zu scheitern. Der Leitindex MIB verliert aktuell 1,3 Prozent.

Italienische Regierungskrise setzt Bankensektor zu
14:32 Uhr

Morgan Stanley verzeichnet Gewinnrückgang

Schwächere Geschäfte mit Fusionen und Übernahmen haben den Gewinn der US-Investmentbank Morgan Stanley im zweiten Quartal schrumpfen lassen. Der Überschuss sei auf 2,4 Milliarden Dollar gesunken nach 3,4 Milliarden Dollar vor Jahresfrist, teilt die Bank mit. "Insgesamt lieferte das Unternehmen ein solides Quartal in einem so volatilen Marktumfeld wie lange nicht mehr", erklärte Bankchef James Gorman zum Zahlenwerk für den Zeitraum April bis Juni. Pro Aktie stand ein Gewinn von 1,39 Dollar in den Büchern, nach 1,85 Dollar ein Jahr zuvor. Analysten hatten allerdings 1,53 Dollar erwartet.

Die Nettoerträge gingen auf 13,13 (Vorjahr: 14,76) Milliarden Dollar im zweiten Jahresviertel zurück. Die Erträge im Investmentbanking fielen um 55 Prozent. Hierbei bekam Morgan Stanley unter anderem zu spüren, dass das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen nicht mehr so rund lief wie noch vor einem Jahr. Die hochschießende Inflation und steigende Kreditkosten bremsten die Bereitschaft der Unternehmen zu Fusionen und Übernahmen.

Morgan Stanley verzeichnet Gewinnrückgang
14:16 Uhr

Intel plant Preiserhöhung

Intel plant bei einem Großteil seiner Chip-Produkte eine Anhebung der Preise wegen steigender Produktions- und Materialkosten. Die Kunden seien über die Pläne bereits informiert worden, berichtete Intel. Nach einem Bericht der japanischen Zeitung "Nikkei" könnten die Preisanhebungen ab Herbst wirksam werden und sich in einigen Fällen auf zehn bis 20 Prozent belaufen. Obwohl die Preiserhöhungen noch nicht endgültig feststünden, könnten sie Intels Flaggschiffprodukte wie etwa Zentraleinheiten für Server und Computer sowie Wi-Fi-Chips betreffen. Die Maßnahme erfolgt inmitten einer Lieferkettenkrise, welche die Produktion der auf Computerchips angewiesenen Hersteller von PCs, Smartphones und Autos erschwert.

Intel plant Preiserhöhung
13:55 Uhr

JP Morgan drückt DAX abwärts

Der Start in die US-Berichtssaison ist missglückt: JP Morgan (JPM) spricht von halbierten Einnahmen im Investment-Banking. "Nach vielen guten Jahren geht es jetzt mal in die andere Richtung", so ein Marktteilnehmer. Auch insgesamt verfehlten sowohl die Einnahmen als auch die Gewinnkennziffern die Erwartungen der Analysten. "Der Druck kommt von allen Seiten", so der Marktteilnehmer. Vorbörslich geht es mit JPM um 2,7 Prozent nach unten. Der DAX verliert 0,9 Prozent auf 12.641 und kann die 12600er Unterstützung bisher verteidigen.

JP Morgan drückt DAX abwärts
13:47 Uhr

Gewinn von JP Morgan schrumpft

Höhere Rückstellungen für drohende Kreditverluste wegen der zunehmenden Rezessionsgefahren haben den Gewinn JP Morgan im zweiten Quartal gedrückt. Die größte US-Bank erzielte im Dreimonatszeitraum bis Ende Juni einen Überschuss von 8,6 Milliarden Dollar nach 11,9 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor, wie das Institut mitteilt. Pro Aktie wurde ein Ergebnis von 2,76 Dollar nach 3,78 Dollar vor Jahresfrist erwirtschaftet. Amerikas Branchenprimus verbuchte insgesamt 1,1 Milliarden Dollar an Rückstellungen für drohende Kreditausfälle. Ein Jahr zuvor hatte die Bank noch rund drei Milliarde Dollar an Risikovorsorge aufgelöst. Die Nettoerträge stiegen um ein Prozent auf 30,72 Milliarden Dollar.

Konzernchef Jamie Dimon warnte davor, dass geopolitische Spannungen, eine hohe Inflation, ein schwindendes Verbrauchervertrauen und der Krieg in der Ukraine sehr wahrscheinlich negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben werden. Andere führende US-Banken, darunter Citigroup, Wells Fargo und Morgan Stanley, wollen ebenfalls noch dieser Woche ihre Zahlen für das zweite Quartal veröffentlichen. Die Investmentbank Goldman Sachs und die Bank of America wollen am Montag ihr Zahlen erkpräsentieren.

Gewinn von JP Morgan schrumpft
13:09 Uhr

Allianz kann in Australien aufatmen

Die Allianz muss in Australien künftig keinen zusätzlichen Risikopuffer vorhalten. Die Aufsichtsbehörde APRA befreite die Australien-Tochter des Versicherungsriesen davon, 150 Millionen australische Dollar - etwa 101 Millionen Euro - zusätzliches Kapital zurückzulegen. Die Defizite im Risiko-Management, deretwegen die Behörde die Kapitalauflage im August 2019 gemacht hatte, seien behoben. APRA-Vizechefin Helen Rowell zeigte sich zufrieden mit den Fortschritten. "Aber wir haben betont, dass diese Schwächen nie hätten auftreten dürfen und dass wir eine Wiederholung nicht dulden würden", sagt sie.

Allianz kann in Australien aufatmen
12:45 Uhr

Geht es weiter abwärts an der Wall Street?

Die Durststrecke an der Wall Street dürfte in die fünfte Runde in Folge gehen. Der Aktienterminmarkt deutet einen schwachen Start in den Handel am Kassamarkt an. Das 40-Jahreshoch der Inflation hält Anleger noch immer im Griff. Zwar hatten am Vortag Stimmen versucht, die abermalige Inflationsspitze mit den im Juni extrem gestiegenen Benzinpreisen zu erklären, die mittlerweile kräftig gesunken sind. Doch dürfte dieser Versuch der Beschwichtigung die US-Notenbank kaum von einem beherzten Gegensteuern abhalten.

Somit drohen aus Sicht der Aktienanleger weitere kräftige geldpolitische Straffungen zur Eindämmung der viel zu starken Geldentwertung. Im Handel preist man mittlerweile mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent einen kommenden Zinsschritt von 100 Basispunkten ein. Solche Zinserhöhungen verschrecken Aktienanleger, drohen sie doch, die Konjunktur abzuwürgen. Außerdem machen Zinserhöhungen vermeintlich sicherere Anlagen wie Rentenpapiere relativ zu Aktien attraktiver.

Im Blick steht zudem der Start der US-Berichtssaison der Unternehmen mit den Quartalszahlen von JP Morgan und Morgan Stanley am Mittag. "In Ermangelung eines makroökonomischen Wandels erwarten wir nicht, dass die Ergebnisse die vorsichtige Haltung der Investoren gegenüber des Bankensektors ändern werden", heißt es bei den Strategen der Bank of America. Für den breiteren Markt erwarten Marktbeobachter einen Ergebniszuwachs von 4,3 Prozent im zweiten Quartal und somit das geringste im S&P-500 seit der vierten Periode 2020.

Geht es weiter abwärts an der Wall Street?
12:32 Uhr

VW-Markenchef äußert sich zu Wolfsburger Stammwerk

Nach dem krisenbedingt starken Abrutschen der Produktion sieht der neue VW-Kernmarkenchef Thomas Schäfer Chancen für eine höhere Auslastung des Stammwerks Wolfsburg. "Wir sind vorsichtig optimistisch, weil alles getan wird, um das zweite Halbjahr spürbar stabiler fahren zu können", sagt der Manager der Firmenzeitschrift "Mitbestimmen" zur Frage, ob ein Aufholen gelingen könne. "Trotz der schwierigen Situation für die Menschen können die Zulieferer aus der Ukraine derzeit wieder verlässlicher Kabelstränge liefern, und auch bei den Halbleitern sieht es besser aus."

Schäfer, der im Konzern künftig auch für die Gesamtsteuerung der "Volumengruppe" mit den Töchtern VW Pkw, Seat/Cupra, Skoda und den leichten Nutzfahrzeugen zuständig ist, schränkte allerdings ein: "Aber klar ist, es bleibt viel Unsicherheit im System." Die Knappheit bei Mikrochips und weiteren Zulieferteilen seit Kriegsbeginn hatten die Fertigung am VW-Hauptsitz erheblich gebremst - auch andere Autobauer bekamen Probleme. Zahlreiche Schichten mussten ausfallen.

Laut Betriebsratschefin Daniela Cavallo landete Wolfsburg zur Mitte des Jahres weit unter dem ursprünglich angepeilten Ziel. Man stehe bei gerade mal einem Drittel (190 000 Stück) des alten Plans für 2022 von 570 000 Fahrzeugen, sagte sie kürzlich. 2021 hatte Volkswagen hier wegen des Chipmangels insgesamt weniger als 400 000 Autos fertig bekommen - es war ein Tiefstand seit Ende der 1950er Jahre.

VW-Markenchef äußert sich zu Wolfsburger Stammwerk
12:14 Uhr

Wachstumssprung bei Chip-Hersteller TSMC

Der taiwanische Chip-Hersteller und Apple-Zulieferer TSMC hat im zweiten Quartal einen Gewinnsprung geschafft. Von April bis Juni verbuchte der Branchenprimus einen Anstieg des Nettoergebnisses um 76,4 Prozent auf 7,94 Milliarden Dollar, wie TSMC mitteilt. Der Umsatz schnellte um 36,6 Prozent auf 18,16 Milliarden Dollar. Der Wachstumssprung wurde begünstigt durch den weltweiten Chipmangel, der einen Nachfrageboom auslöste. TSMC hatte angekündigt, dass seine Kapazitäten in diesem Jahr knapp blieben.

Wachstumssprung bei Chip-Hersteller TSMC
11:58 Uhr

Telekom rechnet mit weiterer Konsolidierung

Die Deutsche Telekom rechnet nach dem angekündigten Verkauf ihres Funkturm-Geschäfts an zwei nordamerikanische Partner mit weiteren Zusammenschlüssen in der Branche. Es werde eine weitere Konsolidierung bei den Funktürmen geben, sagt Telekom-Chef Tim Höttges. Die Telekom werde nach der Transaktion eine wesentliche Beteiligung an dem Funkturm-Geschäft halten und von weiterem Wachstum profitieren. Der Konzern habe das Geschäft dann aber nicht mehr in seinen Büchern. Das Telekom-Funkturmgeschäft verfüge nun über finanzstarke Partner: "Sie haben tiefe Taschen für die kommenden Schritte." Der Funkturm-Betreiber Vantage Towers, eine Vodafone-Tochter, verfüge etwa über ein attraktives Geschäft.

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Telekom rechnet mit weiterer Konsolidierung
11:32 Uhr

Kryptobank meldet Insolvenz an

Die jüngsten Kursturbulenzen bei Bitcoin & Co fordern ihr nächstes Opfer: Die auf Kryptowährungskredite spezialisierte Bank Celsius Network meldet Insolvenz an. In diesem Rahmen habe man die üblichen Anträge eingereicht, um die Fortsetzung des Geschäftsbetriebes zu ermöglichen. Das Unternehmen verfüge hierfür über Barmittel im Volumen von 167 Millionen Dollar. Eine Wiederaufnahme von Auszahlungen sei allerdings vorerst nicht vorgesehen.

Mitte Juni hatte Celsius die Guthaben seiner 1,7 Millionen Kunden als Reaktion auf die Panik-Verkäufe an den Kryptowährungsmärkten eingefroren. Dies rief die Regulierungsbehörden mehrerer US-Bundesstaaten auf den Plan. Auslöser der Talfahrt bei den Cyber-Devisen war der Kursverfall der bis dato wenig bekannten Internet-Währung TerraUSD, deren Kurs eigentlich eins zu eins an den US-Dollar gekoppelt sein sollte.

Vergangene Woche hatte bereits Celsius-Rivale Voyager Digital Insolvenz angemeldet. Er wurde nach eigenen Angaben von ausgefallenen Kreditzahlungen des Hedgefonds Three Arrows, der ebenfalls Gläubigerschutz beantragt hat, in den Abgrund gerissen.

Kryptobank meldet Insolvenz an
11:17 Uhr

Konservativ ist bei Anlegern in Mode

Hugo Boss liefert überraschend gute Zahlen für das zweite Quartal. Die Analysten von Jefferies sehen Anzeichen dafür, dass der Marken-Relaunch funktioniert und erwarten eine Outperformance gegenüber den Wettbewerbern, wenn auch in einem schwierigeren Umfeld. Positiv stellen sie die EBIT-Entwicklung heraus. Boss meldete für das 2Q ein EBIT von 100 Millionen Euro, was einer EBIT-Marge von 11,4 Prozent gegenüber dem Konsens von 8,4 Prozent entspricht. Das Unternehmen habe die Kosten im Griff, die weniger stark gestiegen seien als der Umsatz. Die neue Umsatz-Prognose beinhalte lediglich ein Übertreffen des zweiten Quartals und bleibe vorsichtig für das zweite Halbjahr. Nach den starken 2Q-Kennzahlen und der angehobenen Prognose bleibt Jefferies bullisch und hebt das Kursziel auf 64 von 58 Euro an. Die Einstufung "Buy" wird bestätigt. Hugo-Boss-Papiere ziehen fast vier Prozent ins Plus.

Konservativ ist bei Anlegern in Mode
11:00 Uhr

US-Wirtschaft wächst mäßig

In den USA ist die Wirtschaft der Notenbank Federal Reserve (Fed) zufolge von Mitte Mai bis Mitte Juli mäßig gewachsen. "Mehrere Distrikte berichteten über zunehmende Zeichen für eine Verlangsamung der Nachfrage", teilt die US-Notenbank in ihrem Konjunkturbericht "Beige Book" mit. In fünf der zwölf Bezirke seien Sorgen über ein erhöhtes Rezessionsrisiko laut geworden, hieß es weiter in dem Konjunkturbericht, der auf Wirtschaftskontakten aus den Regionen fußt. Aus allen seien "substanzielle Preiserhöhungen" gemeldet worden. Die Kontakte gingen davon aus, dass der Preisdruck bis mindestens Ende des Jahres anhalten werde.

Der Job-Boom am US-Arbeitsmarkt hat sich im Juni mit einem unerwartet kräftigen Stellenaufbau fortgesetzt. Angesichts des starken Jobmarkts und der zugleich ausufernden Inflation hatte die Fed die Leitzinsen zuletzt so kräftig angehoben wie seit 1994 nicht mehr. Sie beschloss eine Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte auf die Spanne von 1,50 bis 1,75 Prozent. Für die Sitzung Ende des Monats fassen die Währungshüter eine Anhebung um 0,5 oder 0,75 Prozentpunkte ins Auge. Die Investoren an den US-Börsen treibt in jüngster Zeit verstärkt die Angst vor einem Abwürgen der Konjunktur durch aggressive Zinserhöhungen um.

US-Wirtschaft wächst mäßig
10:39 Uhr

Ericsson verfehlt Erwartungen

Der Netzwerk-Ausrüster Ericsson hat im zweiten Quartal mehr verdient, verfehlte dabei aber wegen gestiegener Kosten die Erwartungen. Bei einem Umsatzanstieg auf 62,5 (Vorjahr: 54,9) Milliarden Kronen (rund 5,9 Milliarden Euro) legte der operative Gewinn auf 7,3 Milliarden von 5,8 Milliarden Kronen zu, wie Ericsson mitteilt. Während der Konzern beim Umsatz die Analystenschätzungen von 61,45 Milliarden Kronen übertraf, verfehlte er die Gewinnschätzungen von 8,01 Milliarden. "Die Situation in der globalen Lieferkette bleibt herausfordernd … dies führt zu Kostensteigerungen, an deren Eindämmung wir hart arbeiten", erklärte Ericsson-Chef Borje Ekholm. "Wenn die Verträge auslaufen, wollen wir die Preise anpassen." Kostensteigerungen, Chipmangel und die Folgen des Ukraine-Krieges ließen die Bruttomarge auf 42,1 von 43,4 Prozent schrumpfen.

Ericsson verfehlt Erwartungen
10:19 Uhr

Analysten schicken diese deutsche Software-Aktie auf Talfahrt

Ein negativer Analystenkommentar schickt Software AG auf Talfahrt. Die Aktien der Softwarefirma fallen etwa 1,1 Prozent auf etwa 26,96 Euro. Die Experten von Morgan Stanley stuften die Titel auf "Underweight" von "Equal-Weight" herunter und kürzten das Kursziel auf 30 von 34 Euro.

Analysten schicken diese deutsche Software-Aktie auf Talfahrt
10:02 Uhr

Bayer verkauft Nebido

Der Pharmakonzern Bayer verkauft sein Männergesundheitsprodukt Nebido an Grünenthal. Die beiden Unternehmen hätten einen Kaufpreis für das Mittel, das bei Testosteron-Mangel eingesetzt wird, von 500 Millionen Euro vereinbart, teilt Bayer mit. Der Deal soll bis Ende 2022 unter Dach und Fach kommen. "Diese Veräußerung ist Teil der laufenden Transformation unseres Pharmageschäfts, das sich auf Schlüsselbereiche zukünftiger medizinischer Innovation konzentriert", erklärte Bayer-Managerin Marianne De Backer. "Der Erlös wird Investitionen in zukünftige Innovationen unterstützen und transformative Behandlungsoptionen für Patienten voranbringen."

Bayer verkauft Nebido
09:25 Uhr

Hugo Boss erhöht Gewinn- und Umsatz-Prognose

Nach kräftigen Zuwächsen im zweiten Quartal sieht sich der Modekonzern Hugo Boss auf Rekordkurs. Das im MDax notierte Unternehmen hob seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr an. Hugo Boss prognostiziert nunmehr, den Konzernumsatz zwischen 20 und 25 Prozent auf ein Rekordniveau von 3,3 bis 3,5 Milliarden Euro steigern zu können (bisherige Prognose: Anstieg zwischen zehn und 15 Prozent auf ein Niveau von 3,1 bis 3,2 Milliarden Euro). Für das operative Ergebnis (Ebit) wird ein Anstieg zwischen 25 und 35 Prozent auf 285 bis 310 Millionen Euro erwartet (bisherige Prognose: Anstieg zwischen zehn und 25 Prozent auf 250 bis 285 Millionen Euro).

Im zweiten Quartal legte der währungsbereinigte Konzernumsatz angetrieben durch eine starke Nachfrage in Europa und Amerika auf vorläufiger Basis um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 878 Millionen Euro zu. Das Ebit betrug 100 Millionen Euro und lag damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres von 42 Millionen Euro. Dies spiegele in erster Linie das starke Umsatzwachstum sowie eine spürbare Verbesserung der Bruttomarge wider, teilt das Unternehmen weiter mit.

Hugo Boss erhöht Gewinn- und Umsatz-Prognose
09:07 Uhr

Inflation? DAX-Anleger schauen auf anderes Thema

Nach den Verlusten zur Wochenmitte stabilisiert sich der DAX zum Start ins Donnerstagsgeschäft. Der deutsche Börsenleitindex notiert kaum verändert bei einem Stand von 12.749 Punkten. Zur Wochenmitte hatte eine US-Inflation von mehr als neun Prozent für Verstimmung gesorgt.

"Der DAX kommt nicht so richtig aus dem Knick", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Die deutschen Großhandelspreise sind erneut auf Jahressicht explodiert und um mehr als 20 Prozent gestiegen. Mit zeitlicher Verzögerung wirkt sich das auch auf die Verbraucherpreise aus. Kurzum: Das Thema Inflation ist weiter eklatant vorhanden", erläutert er. "Aber die Anleger schauen heute verstärkt auf die Berichtssaison, die am Mittag mit den ersten US-Großbanken präsent sein wird."

Inflation? DAX-Anleger schauen auf anderes Thema
08:53 Uhr

Milliarden-Funkturm-Deal der Telekom überzeugt Anleger nicht

Die Deutsche Telekom verkauft in einer milliardenschweren Transaktion die Mehrheit ihres Funkturm-Geschäfts an zwei Investoren aus Nordamerika. In Kursgewinne ummünzen kann sie den Verkauf jedoch nicht. Die T-Aktie verliert im Geschäft von Lang & Schwarz ein halbes Prozent. Der Verkaufspreis liege mit 17,5 Milliarden Euro etwas unter den Erwartungen, sagt ein Börsianer.

Die kanadische Brookfield Asset Management sowie DigitalBridge aus Florida, ein Spezialist für digitale Infrastruktur, übernehmen 51 Prozent der Anteile an GD Towers zu einer Gesamtbewertung von rund 17,5 Milliarden Euro, wie die Telekom am Morgen mitteilte. Der Rest verbleibe bei der Telekom.

Deutsche Telekom

Milliarden-Funkturm-Deal der Telekom überzeugt Anleger nicht
08:38 Uhr

Yen auf 24-Jahres-Tief zum Dollar - Nikkei spürt Rückenwind

Die Hoffnung auf bessere Geschäfte für exportorientierte Firmen gibt der japanischen Börse Auftrieb. Der Nikkei-Index kletterte um 0,6 Prozent auf 26.651 Punkte. Die Börse Shanghai notierte 0,2 Prozent im Minus bei 3279 Zählern. Dort wogen Kursverluste von Immobilien- und Finanzwerten eine Rally bei Technologiewerten auf. Die Indizes für diese beiden Branchen fielen um bis zu 2,5 Prozent.

Einem chinesischen Zeitungsbericht zufolge weigern sich immer mehr Käufer, Hypotheken für stockende Immobilienprojekte zu bedienen, solange die Bauarbeiten nicht wieder aufgenommen werden. Bislang sei das Volumen der Kredite, die nicht bedient würden, nicht signifikant, sagte Analyst Alvin Wong vom Brokerhaus CLSA. Das könne sich aber ändern und die Verbraucherstimmung belasten.

Unterdessen fiel der Yen wegen der lockeren Geldpolitik der Bank von Japan (BoJ) auf ein 24-Jahres-Tief zum Dollar und machte damit japanische Waren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger. Zu den Gewinnern zählte der Chipindustrie-Zulieferers Tokyo Electron mit einem Kursplus von rund drei Prozent. Die Titel von Tepco rutschten dagegen um mehr als acht Prozent ab, nachdem ein Gericht vier ehemalige Manager des Versorgers wegen der Atom-Katastrophe von Fukushima zu Schadenersatz-Zahlungen in Höhe von umgerechnet 95 Milliarden Euro verdonnert hatte.

Yen auf 24-Jahres-Tief zum Dollar - Nikkei spürt Rückenwind
08:26 Uhr

Großhandelpreise steigen langsamer

Der Anstieg der deutschen Großhandelpreise hat sich im Juni den zweiten Monat in Folge leicht abgeschwächt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet, erhöhten sich die Preise im Großhandel um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat und lagen um 21,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Im Mai hatte die jährliche Steigerung 22,9 Prozent betragen und im April 23,8 Prozent.

"Die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die Großhandelspreise sind wie bereits in den beiden Vormonaten besonders im Großhandel mit Rohstoffen und Energieträgern, aber auch mit Lebensmitteln zu beobachten", erklärten die Statistiker. Der hohe Anstieg der Großhandelspreise im Vorjahresvergleich ist weiterhin durch stark gestiegene Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte begründet. Den größten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat hatte im Juni der Preisanstieg im Großhandel mit Mineralölerzeugnissen (62,0 Prozent).

Besonders kräftige Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr gab es auch im Großhandel mit festen Brennstoffen (80,9 Prozent) sowie mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln (38,6 Prozent). Erheblich höher waren auch die Preise im Großhandel mit chemischen Erzeugnissen (42,0 Prozent) sowie mit Erzen, Metallen und Metallhalbzeug (25,4 Prozent).

Großhandelpreise steigen langsamer
08:04 Uhr

Von diesen Aktien trennen sich Anleger

Ein Bericht der "Financial Times" über Verzögerungen und Kostensteigerungen bei der Erneuerung der IT-Infrastruktur setzt der Deutschen Bank zu. Die Aktien sind mit einem vorbörslichen Minus von 0,6 Prozent Schlusslicht im Dax.

Ein negativer Analystenkommentar schickt außerdem die Software AG auf Talfahrt. Die Aktien der Softwarefirma fallen vorbörslich um 1,7 Prozent auf etwa 26,79 Euro. Die Experten von Morgan Stanley stuften die Titel auf "Underweight" von "Equal-Weight" herunter und kürzten das Kursziel auf 30 von 34 Euro.

Von diesen Aktien trennen sich Anleger
07:58 Uhr

Ölpreise berappeln sich etwas

Die Ölpreise starten mit geringen Ausschlägen in den Handel und stabilisieren sich damit nach den deutlichen Verlusten am Vortag weiter. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete im frühen Handel 100,05 US-Dollar und damit 0,48 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 28 Cent auf 96,58 Dollar. Damit kosten die beiden Ölsorten deutlich weniger als noch Mitte Juni, als ein Fass der Sorte Brent noch rund 125 Dollar gekostet hatte.

Alleine am Dienstag hatten die Ölpreise noch bis zu acht Prozent nachgegeben. Ausschlaggebend war die Furcht vor einem Konjunktureinbruch infolge einer drohenden Energiekrise in Europa.

Ölpreise berappeln sich etwas
07:53 Uhr

"Aussichten überaus positiv": Swatch steigert Gewinn kräftig

Der Schweizer Uhrenhersteller Swatch hat den Gewinn im ersten Halbjahr um 18,5 Prozent auf 320 Millionen Franken gesteigert. Der Nettoumsatz wuchs trotz zum Teil geschlossener Geschäfte im wichtigen chinesischen Markt währungsbereinigt um 7,4 Prozent auf 3,61 Milliarden Franken.

Swatch bekräftigte seine Prognose und geht im gesamten Jahr unter Ausschluss von Wechselkurseffekten weiterhin von einem zweistelligen Anstieg der Verkaufserlöse aus. "Die Wachstumsaussichten sind für alle Preissegmente, von Swatch bis zu den Prestigemarken, überaus positiv", erklärte der Konzern.

"Aussichten überaus positiv": Swatch steigert Gewinn kräftig
07:48 Uhr

Hier greifen die Anleger am Morgen zu

Ein positiver Analystenkommentar hievt Nemetschek an die Spitze des MDax. Die Aktien der Softwarefirma steigen vorbörslich um zwei Prozent auf etwa 60,11 Euro. Die Experten von Morgan Stanley stuften die Titel auf "Equal-Weight" von "Underweight" hoch, senkten allerdings das Kursziel auf 72,50 von 78,50 Euro.

Hier greifen die Anleger am Morgen zu
07:36 Uhr

DAX höher erwartet

Marktteilnehmer an den europäischen Aktienmärkten rechnen mit einer gut behaupteten Eröffnung am Donnerstag. Der DAX wird wieder eng an der 12.800er Marke erwartet. Die DAX-Futures zeigen sich mit leichten Aufschlägen. Gebremst wird die Risikobereitschaft von der Ungewissheit, ob die russischen Gaslieferungen nach dem 21. Juli wieder aufgenommen werden.

Etwas gestützt wird die Stimmung von überwiegend freundlichen Vorlagen aus Asien. Im Blick steht aber vor allem der Start der Berichtssaison in den USA mit den Quartalszahlen von JP Morgan und Morgan Stanley. Die Deutsche Bank rechnet für die Berichtssaison beim S&P-500 insgesamt mit einem Gewinnplus von 4 Prozent verglichen mit dem zweiten Quartal des vergangenen Jahres. Bei den Finanzkonzernen erwartet sie allerdings einen Gewinnrückgang um 21 Prozent. Daneben werden in den USA noch die wöchentlichen Arbeitsmarktzahlen und die Erzeugerpreise bekannt gegeben. Nach der "Horrorzahl" beim Verbraucherpreisanstieg von 9,1 Prozent am Mittwoch könnten schon kleinere Abweichungen nach unten für Erleichterung sorgen. Nach den CPI-Daten sind Spekulationen um eine Zinserhöhung um einen ganzen Prozentpunkt aufgekommen. Die Bank of Canada hat den Leitzins am Mittwoch bereits um einen Punkt erhöht.

Am Morgen hat Singapur die Geldpolitik weiter gestrafft, und nach rekordstarken Arbeitsmarktdaten wird nun auch in Australien mit einer großen Zinserhöhung um 75 Basispunkte gerechnet.

DAX höher erwartet
07:26 Uhr

Netzagentur warnt vor Verdreifachung der Gaspreise

Nach Einschätzung der Bundesnetzagentur können sich die Gaspreise für Verbraucher im kommenden Jahr mindestens verdreifachen. "Bei denen, die jetzt ihre Heizkostenabrechnung bekommen, verdoppeln sich die Abschläge bereits – und da sind die Folgen des Ukraine-Krieges noch gar nicht berücksichtigt", sagte Klaus Müller, der Präsident der Behörde, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). "Ab 2023 müssen sich Gaskunden auf eine Verdreifachung der Abschläge einstellen, mindestens."

Viel hängt jetzt davon ab, wie viel die Verbraucher sparen und ob die Russen den Gashahn wieder aufdrehen oder nicht. In der Undustrie geht die Angst um, dass Energie-intensive Betriebe runtergefahren werden müssen. Hier mehr zum Thema:

Netzagentur warnt vor Verdreifachung der Gaspreise
07:18 Uhr

Panasonic plant Batteriewerk für 4 Milliarden Dollar

Batteriefabriken schießen in den USA jetzt wie Pilze aus dem Boden: Der wichtigste Batterielieferant von Tesla in den USA, die Panasonic Holdings Corp, plant ein neues Batteriewerk für Elektroautos in Kansas. Das Investitionsvolumen bezifferte der japanische Konzern laut Mitteilung auf 4 Milliarden US-Dollar. Das neue Werk geht einher mit den Plänen von Tesla, die Produktion in den USA zu erhöhen.

Panasonic kämpft mit größeren südkoreanischen und chinesischen Konkurrenten um Anteile am Markt für Elektroautobatterien. General Motors plant zusammen mit dem südkoreanischen Partner LG Energy Solution eine 2,6 Milliarden Dollar teure Batteriefabrik in Michigan, während Stellantis und die südkoreanische Samsung SDI Co. für 2,5 Milliarden Dollar ein Werk in Indiana planen.

Panasonic plant Batteriewerk für 4 Milliarden Dollar
06:54 Uhr

US-Inflationsdaten lassen Asien-Märke kalt

Die Anleger in Asien lassen sich am Donnerstag nicht von dem Rezessionsgespenst vom Einstieg in die Märkte verschrecken. Jüngste US-Daten zeigten, dass die steigende Kosten für Kraftstoff, Lebensmittel und Mieten den Verbraucherpreisindex (CPI) im vergangenen Monat um 9,1 Prozent ansteigen ließen. Dies schürte bei Analysten die Befürchtung, die US-Notenbank könnte bei ihrer Sitzung im kommenden Monat die Zinsen um satte 100 anstatt der erwarteten 75 Basispunkte anheben.

"Der besorgniserregende Aspekt bei den CPI-Daten war die Breite des Anstiegs", sagte Shane Oliver von AMP. Fast 90 Prozent der CPI-Preiskomponenten verzeichneten einen Anstieg von mehr als drei Prozent. "Ich persönlich glaube, dass die Fed bei 75 bleiben wird - was immer noch hoch ist - wenn sie auf 100 geht, sieht es aus, als ob sie in Panik verfallen würde.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,7 Prozent höher bei 26.664 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,4 Prozent und lag bei 1895 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,4 Prozent.

US-Inflationsdaten lassen Asien-Märke kalt
06:00 Uhr

Das wird für den DAX heute wichtig

Im Blick steht heute vor allem der Start der Berichtssaison in den USA mit den Quartalszahlen von JP Morgan und Morgan Stanley. Außerdem werden am Nachmittag die US-Erzeugerpreise für Juni veröffentiocht, die einen Barometer für die weitere Inflationsentwicklung sind.

Die europäischen Aktienmärkte hatten am Mittwoch im Minus geschlossen. Eine Verkaufswelle schwappte über die Börsen, als aus den USA die Inflationsdaten veröffentlicht wurden. Der Inflationsdruck hat dort im Juni weiter zugenommen, wobei die Jahresrate von 9,1 Prozent auf den höchsten Stand seit fast 41 Jahren gestiegen war.

Der DAX fiel um 1,2 Prozent auf 12.756 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gab um 0,9 Prozent auf 3.454 Punkte nach. Der Euro rutschte nach den US-Daten kurzfristig unter die Dollar-Parität und notierte zuletzt bei 1,008. Auch Anleihen gerieten unter Druck, dürfte die US-Notenbank nun doch die Zinsen stärker anheben als bisher erwartet. In Folge stieg die Rendite der Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren auf zwischenzeitlich 1,20 Prozent.

Anleger hoffen, dass die am Mittwoch veröffentlichten überraschend deutlich gestiegenen Verbraucherpreise aus dem Juni nun wirklich den Gipfelpunkt des Preisauftriebs markierten und sich die Inflation danach abschwächen wird. LBBW-Volkswirt Dirk Chlench ist optimistisch und geht davon aus, dass die Inflation nun nicht mehr weiter zunehmen wird. "Vor dem Hintergrund der in den zurückliegenden Tagen nachgebenden Notierungen für Rohöl und Nahrungsmittel sowie Anzeichen für ein langsames Überwinden der Lieferkettenproblematik wagen wir die Prognose, dass in den Vereinigten Staaten der Gipfel der Inflationsentwicklung nun hinter uns liegt."

Das wird für den DAX heute wichtig