Donnerstag, 23. Juni 2022Der Börsen-Tag

Heute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
17:40 Uhr

Knappes Gas und Rezessionsängste drücken DAX unter 13.000

Der deutsche Aktienmarkt hat sich erneut in einer schwachen Verfassung präsentiert. Die Rezessionssorgen wachsen und werden einem Börsianer zufolge auf dem Markt eingepreist. Andere Händler verwiesen mit Blick auf die Rezessionsängste auch auf mögliche Shut-Downs in der Industrie, falls sich die Gas-Knappheit weiter verschärft. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat die Alarmstufe im "Notfallplan Gas" ausgerufen.

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Zuvor zeigten die Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich und Deutschland bereits eine weitere Wachstumseintrübung an. In Deutschland macht vor allem der Subindex für Industrie Sorgen, der auf 52,0 nach 54,8 fiel. Per Saldo seien in den Daten nicht die erhofften Signale für eine Verbesserung der Lage bei den Lieferketten erkennbar.

So rutschte der DAX erneut unter die 13.000er-Marke und schloss 1,8 Prozent leichter bei Tagestief von 12.913 Punkten. Der EUROSTOXX50 notierte 0,5 Prozent tiefer bei 3448 Stellen.

Deutsche Bank verloren 12,2 Prozent und lagen damit klar am DAX-Ende. Commerzbank fielen im MDAX um 11,8 Prozent zurück. Rheinmetall verloren 5,6 Prozent, HSBC hat die Kaufempfehlung zurückgezogen und stufte die Aktien des Rüstungskonzerns nun nur noch mit "Halten" ein.

K+S sackten um 4,7 Prozent ab. Für die Düngemittelproduktion ist ein hoher Einsatz von Gas notwendig. Bei den Autotiteln verloren Mercedes-Benz 6,2 Prozent und Volkswagen 3,7 Prozent.

Auf der anderen Seite erholten sich Adidas um 1,3 Prozent. Stärkster DAX-Wert waren Fresenius Medical Care mit einem Plus von 2,5 Prozent.

Mit dem angelaufenen Warnstreik der Hafenarbeiter in Deutschland standen Hapag-Lloyd unter Druck, die 3,6 Prozent verloren. Mit dem Ausstand vergrößere sich der Rückstau in der Nordsee noch weiter, hieß es auf dem Parkett. Für die Lieferketten der Industrie seien das erneut schlechte Nachrichten. Allerdings hat es für die beiden Container-Aktien im Verlauf auch schon noch schlechter ausgesehen.

17:21 Uhr

So machen Sie ihr Depot krisenfest

Hohe Inflation, steigende Zinsen, nervöse Märkte - Anleger haben es derzeit nicht leicht. Wie Fondsanleger ihre Depots defensiver und krisenfester gestalten können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Thomas Wiedenmann von der Fondsgesellschaft Amundi und Tobias Schäfer von der Privatbank Berenberg.

17:02 Uhr

Airbus- und Boeing-Chef zu Lieferkettenproblemen

Airbus-Chef Guillaume Faury rechnet bis ins kommende Jahr mit Engpässen in der Lieferkette. Mit einer Besserung sei ab Mitte kommenden Jahres zu rechnen, sagte er am Rande der Luftfahrtausstellung ILA in Berlin. In der Vergangenheit hätten Krisen zumeist zwölf bis 18 Monate gedauert.

Boeing-Chef Dave Calhoun hatte am Mittwoch erklärt, er rechne damit, dass die Probleme noch bis Ende 2023 anhielten. Dabei gehe auch um einem Mangel an Arbeitskräften bei kleinen und mittelgroßen Zulieferern. Boeing habe eine große und komplizierte Lieferkette.

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16:32 Uhr

Aluhüttenbetreiber-Aktie schmiert ab

Die Stilllegung eines wichtigen Werks drückt hat Aktie von Century Aluminium auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief gedrückt. Sie fiel an der Wall Street um fast zwölf Prozent auf 7,53 Dollar. Das Unternehmen stellt wegen gestiegener Energiepreise den Betrieb in der nach eigenen Angaben größten US-Aluminiumhütte in Hawesville, Kentucky, für voraussichtlich neun bis zwölf Monate ein.

16:27 Uhr

Wall Street grün - DAX nun tiefrot

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(Foto: IMAGO/ZUMA Wire)

Anleger nutzen die Talfahrt der vergangenen Wochen erneut zum Wiedereinstieg in den US-Aktienmarkt. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen um jeweils etwa ein halbes Prozent. Greg Swenson, Gründungspartner der Investmentbank Brigg Macadam, bezeichnete die aktuelle Erholung als Strohfeuer. "Es gibt noch eine Menge Luft nach unten und viele weitere Abwärtsrisiken." Eines davon seinen etwaige überhastete Zinserhöhungen der US-Notenbank, die die Konjunktur abwürgen.

An der Frankfurter Börse sah es am Nachmittag überhaupt nicht rosig aus. Ängste vor einer möglichen Gas-Knappheit grassierten. Der DAX verlor 1,6 Prozent auf 12.941 Punkte. Der EUROSTOXX50 sackte um ein Prozent auf 3429 Zähler ab.  

15:47 Uhr

Rumänen bekommen auch einen Tankrabatt

Rumänien führt für die nächsten drei Monate einen Tankrabatt ein. Wie Ministerpräsident Nicolae Ciuca mitteilte, übernimmt der Staat 0,50 Lei (10 Cent) vom Preis eines Liters Benzin oder Diesel. Dafür habe man insgesamt zwei Milliarden Lei (408 Millionen Euro) veranschlagt. Derzeit kostet ein Liter Benzin in Rumänien 8,6 Lei (1,74 Euro) und ein Liter Diesel 9,2 Lei (1,86 Euro).

15:27 Uhr

Auftrag von der Luftwaffe für Rheinmetall

Rheinmetall
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Gute Zeiten für Rheinmetall: Der Rüstungskonzern hat einen Neuauftrag für Bodenstartgeräte für die deutsche Luftwaffe vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr erhalten. Der Rahmenvertrag beläuft sich laut Mitteilung auf 13 Millionen Euro, er hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Im Zeitraum 2022 bis 2025 soll der MDAX-Konzern 16 neue mobile Bodenstartgeräte mit integrierter Bodenstromversorgung (MSU-GP) liefern. Der Vertrag umfasst auch die Aufrüstung der 48 aktuell in Betrieb stehenden MSU-E-Einheiten auf den jüngsten Stand der Version MSU-GP. Die deutsche Luftwaffe verwendet die MSU von Rheinmetall seit 2014 für ihre gesamte Luftfahrzeugflotte, inklusive des Eurofighters.

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Eurofighter

(Foto: picture alliance/dpa)

15:00 Uhr

Aussagen von Xi Jinping beruhigen Yuan

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(Foto: AP)

Der Yuan hat seitwärts tendiert, nachdem er im Handelsverlauf am Vortag etwas Dynamik nach oben gezeigt hatte. Der US-Dollar ging mit 6,7117 Offshore-Yuan um. In einer virtuellen Rede beim BRICS Business Forum habe Chinas Präsident Xi Jinping angedeutet, die Politik könnte ihre Bemühungen für die Unterstützung der Wirtschaft verstärken und die Anfang des Jahres umrissenen Ziele erreichen, erläutert Commerzbank-Experte Charlie Lay das Geschehen an der Währungsfront.

Konkret habe er erklärt, dass drastischere Maßnahmen ergriffen würden, um die Ziele für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung im Gesamtjahr zu schaffen und die Auswirkungen von Covid-19 zu begrenzen. Zur Erreichung des BIP-Wachstumsziels von 5,5 Prozent habe sich Xi allerdings ausgeschwiegen.

14:30 Uhr

Erdogan blitzt bei seinen Notenbankern ab

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(Foto: AP)

Recep Tayyip Erdogan biss auf Granit: Die türkische Zentralbank hält zwar den Leitzins trotz hoher Inflation stabil bei 14 Prozent. Die Währungshüter ignorierten damit auch eine Aufforderung des Staatschefs, der sich für weitere Zinssenkungen ausgesprochen hatte.

Angesichts einer Inflation von mehr als 70 Prozent und nach gängiger ökonomischer Lehre müssten die Leitzinsen eigentlich erhöht werden. Erdogan glaubt entgegen der vorherrschenden Lehrmeinung, dass hohe Zinsen Inflation verursachten. Er drängt immer wieder auf niedrige Zinsen. Als Reaktion auf Senkungen des Leitzinses war der Kurs der türkischen Lira deutlich eingebrochen.

14:06 Uhr

Experten zu künftigem EZB-Einlagensatz

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(Foto: picture alliance / Daniel Kubirski)

Banken werden nach Einschätzung von Volkswirten bald wieder Zinsen auf ihr bei der EZB geparktes Geld bekommen. Die Experten rechnen im Mittel damit, dass der sogenannte Einlagensatz der Notenbank im vierten Quartal dieses Jahres bei 0,75 Prozent liegen wird, wie aus einer Reuters-Umfrage hervorgeht.

Die Experten gehen zudem davon aus, dass die EZB den Satz im Zuge der anstehenden Zinsanhebungen bis auf 1,25 bis 1,50 Prozent hochsetzen wird. Aktuell hält ihn die EZB noch bei minus 0,5 Prozent.

13:44 Uhr

Russland bedient Anleihen in Rubel, dennoch gibt's ein Problem

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die Russische Föderation zahlt trotz des angespannten Verhältnisses mit dem Westen weiter fällige Zinsen auf Staatsanleihen - allerdings nicht in US-Dollar oder Euro, sondern in Rubel. Heute seien die Zinsen auf zwei in den Jahren 2027 und 2047 fällige Anleihen (Eurobonds) gezahlt worden, teilte das Finanzministerium in Moskau mit.

Die Zinsen in Höhe von umgerechnet 235 Millionen US-Dollar seien an die russische Zahlungsstelle NSD gesendet worden, hieß es. Damit sei die Zahlung erfüllt, erklärte das Ministerium. Das Problem ist jedoch, dass die Zahlungen von dort aus kaum an westliche Zahlungsstellen und damit letztlich an die westlichen Gläubiger weitergeleitet werden können, da das NSD unter die Finanzsanktionen des Westens wegen des Ukraine-Kriegs fällt.

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13:32 Uhr

Nordex erhält 63-Megawatt-Auftrag

Der Windkraftanlagenbauer Nordex hat einen Auftrag über 63 Megawatt für einen Windpark in Polen an Land gezogen. Wie das Unternehmen mitteilte, soll es elf Anlagen für den Windpark "Wysoka" liefern. Der Auftrag des schwedischen Windparkentwicklers OX2 umfasst einen Premium-Service der Turbinen über den Zeitraum von 35 Jahren.

Die Errichtung der Anlagen soll Mitte 2023 beginnen, die Inbetriebnahme ist für 2024 vorgesehen. Finanzielle Details nannte Nordex nicht.

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13:08 Uhr

Übernahmegerücht: IT-Dienstleister-Aktie schießt nach oben

Für Atos geht es an der Pariser Börse fast um zehn Prozent nach oben. Hintergrund ist ein Bericht des Nachrichtensenders BFMTV. Danach soll die französische Regierung grünes Licht für eine mögliche Übernahme des IT-Dienstleisters durch Thales gegeben haben. Allerdings warnt Bryan Garnier vor vielen Unwägbarkeiten. Es sei unklar, an welchen Teilen von Atos Thales Interesse habe.

Atos
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12:35 Uhr

Kräftige Zinsanhebung in Norwegen

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die norwegische Zentralbank hat vor dem Hintergrund der steigenden Inflation die Leitzinsen so stark wie seit 20 Jahren nicht mehr erhöht. Sie hob den Schlüsselsatz um 0,50 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent an, wie die Norges Bank mitteilte. Ökonomen hatten mehrheitlich nur mit einem Zinsschritt von 0,25 Prozentpunkten gerechnet.

Letztmalig hatten die Währungshüter in Oslo im Jahr 2002 einen solch starken Zinsschritt gewagt. Notenbank-Gouverneurin Ida Wolden Bache stellte zudem für den August eine weitere Zinserhöhung ein Aussicht. Der Leitzins soll dann wahrscheinlich auf 1,5 Prozent weiter hochgesetzt werden.

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12:03 Uhr

DAX klar im roten Bereich - wieder knapp über 13.000

Wie ist die Lage an der Frankfurter Börse? Überschaubar. Der DAX hat sein Minus etwas abbauen können und notierte am Mittag ein Prozent tiefer bei 13.014 Punkten. Der EUROSTOXX50 sank um 0,6 Prozent auf 3445 Zähler.

11:55 Uhr

Polymetal hat Probleme beim Verkauf von russischem Gold und Silber

Das britisch-russische Bergbauunternehmen Polymetal International rechnet aufgrund anhaltender Verzögerungen beim Aufbau neuer Vertriebskanäle mit einer geringeren Cashflow-Generierung. Wie der Edelmetallproduzent mitteilte, folgen die Goldverkäufe aus seinen russischen Minen nach Asien nun wieder einem regulären Zeitplan unter gleichen Verkaufsbedingungen. Bei Silberbarren stiegen die Lagerbestände jedoch mangels zuverlässiger Exportkanäle und eines funktionierenden Inlandsmarktes weiter an.

Polymetal International ist Russlands größter Goldhersteller, zum Konzern gehören auch Minen in Kasachstan. Das Unternehmen mit Sitz auf Jersey gehört mehrheitlich der russischen ICT Group. Die Aktien sind in London, Moskau und Astana börsennotiert.

11:38 Uhr

Erstes Halbjahr endet für Börsen düster

Die Rezessionsangst greift um sich, davon bleiben auch die Märkte nicht unberührt. Der Dax rutscht erstmals seit Anfang März zeitweise unter 13.000 Punkte. Auch in den USA steht nach einem Auf und Ab am Ende wieder ein Minus. Und gleichzeitig steigen die Zinsen. Und wenn's nach der Politik geht, eher schneller als langsamer.

11:18 Uhr

Älteste Bank der Welt braucht frisches Geld

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(Foto: picture alliance / Lena Klimkeit)

Die verstaatlichte italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) plant eine Kapitalerhöhung im Volumen von rund 2,5 Milliarden Euro zur Finanzierung einer neuen Strategie. Mit dieser solle der Nettogewinn in den nächsten drei Jahren verdreifacht werden, teilte die älteste Bank der Welt mit.

Im Rahmen des neuen Geschäftsplans will MPS den Kostenanteil der Einnahmen von 71 Prozent im vergangenen Jahr auf 60 Prozent im Jahr 2024 senken. Geplant ist die Schließung von elf Prozent der Filialen und der freiwillige Abgang von rund 4000 Mitarbeitern - dies bedeutet eine einmalige Belastung von 800 Millionen Euro.

10:52 Uhr

Analyst: "Wir schauen in einen konjunkturellen Abgrund"

Das Wachstum der Wirtschaft in Deutschland und der Eurozone kühlt sich überraschend kräftig ab. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - sank im Juni um 2,4 auf 51,3 Punkte und damit auf ein Sechs-Monats-Tief, wie S&P Global zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 800 Firmen in Deutschland mitteilte. Im Service-Sektor schwächte sich das Wachstum bereits das zweite Mal in Folge stark ab. Während das Barometer allein für die Dienstleister unerwartet deutlich von 55,0 auf 52,4 Punkte zurückging, fiel der Index für die Industrie um 2,8 auf 52,0 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren.

Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Wirtschaft in der Eurozone sank unerwartet kräftig um 2,9 auf 51,9 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit 16 Monaten. Die hohe Inflation, anhaltende Lieferkettenprobleme und nun auch noch die immer realere Gefahr eines Gas-Lieferstopps aus Russland belasteten die Wirtschaft zunehmend, sagte LBBW-Experte Elmar Völker. "Wir schauen immer mehr in einen konjunkturellen Abgrund - noch sind wir nicht gefallen, aber allzu viele Schritte sind es nicht mehr bis zur Klippe."

Baukräne auf einer Großbaustelle: Das Ifo-Institut erwartet für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent, das IfW ist mit 2,1 Prozent zurückhaltender.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

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10:40 Uhr

Diesel-Skandal verschlingt Unsummen an Prozesskosten

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(Foto: dpa)

Rund 407.000 Kunden haben wegen des Diesel-Skandals gegen Autohersteller geklagt und sich die Anwalts- und Gerichtskosten von ihrer Rechtsschutzversicherung erstatten lassen. Der Dieselskandal sei mit mittlerweile 1,4 Milliarden Euro der teuerste Schaden in der Geschichte der deutschen Rechtsschutzversicherung, erklärte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Im Schnitt lag der Streitwert pro Fall bei knapp 26.000 Euro.

"Der Gesamtstreitwert aller über die Rechtsschutzversicherer abgewickelten Diesel-Rechtsschutzfälle ist damit auf mittlerweile 10,5 Milliarden Euro gestiegen", erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Gezahlt wurde demnach für Anwalts-, Gerichts- und Gutachterkosten. Der GDV forderte geringere Anwaltsgebühren bei Massenverfahren.

10:27 Uhr

VW kürzt in Brasilien Arbeitszeiten und Löhne

Volkswagen reduziert wegen Lieferengpässen in seinem Werk in Brasilien die Arbeitsstunden und Löhne. Die Gewerkschaft habe dem Vorschlag des deutschen Automobilherstellers zugestimmt, die Arbeitszeit ab Juli um 24 Prozent und die Löhne um zwölf Prozent zu kürzen, um Schließungen zu verhindern, sage Gewerkschaftsvertreter Wellington Damasceno. Die Vereinbarung trete ab dem 7. Juli unbefristet in Kraft, wenn die Beschäftigten von einer zehntägigen Betriebsschließung zurückkehren sollen. Die Maßnahme werde monatlich überprüft, und das Ende hänge von der Normalisierung der Versorgung mit Autoteilen ab. In einer Erklärung an die Nachrichtenagentur Reuters bestätigte die brasilianische Niederlassung von Volkswagen, dass sie "neue Maßnahmen ergreifen wird, um die Belegschaft in der Niederlassung in Sao Bernardo do Campo während des Monats Juli aufgrund des Mangels an Bauteilen zu flexiblerem Arbeiten zu bewegen".

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10:12 Uhr

DIHK zieht negative Brexit-Bilanz

Sechs Jahre nach dem Brexit-Referendum über einen EU-Abschied Großbritanniens zieht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) eine negative Bilanz. "Die deutschen Investitionen in Großbritannien sind seither rückläufig, ebenso die Exporte - im Gegensatz zu anderen wichtigen europäischen Handelspartnern wie Frankreich, Italien oder auch Polen", sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

Während Großbritannien 2016 noch drittwichtigster Exportmarkt Deutschlands war, sei das Land mittlerweile auf Platz acht abgerutscht. Als Handelspartner - hier werden Exporte und Importe zusammengezählt - habe das Vereinigte Königreich seitdem sogar noch mehr an Bedeutung verloren und sei vom fünften auf den elften Platz abgesackt. Die Briten hatten sich am 23. Juni 2016 mit knapper Mehrheit für einen Austritt aus der Europäischen Union entschieden, der Anfang 2020 vollzogen wurde.

09:56 Uhr

PMIs aus Frankreich und Deutschland enttäuschen

Die deutlichen Abgaben am deutschen Aktienmarkt basierten auch auf den bisher vorgelegten Einkaufsmanager-Indizes (PMI). Vor allem die Daten aus Frankreich lagen noch deutlicher unter Erwartung und Vormonat als erhofft. Besonders der für Frankreich wichtigere Service-Index fiel auf 54,4 nach 58,3 im Vormonat zurück.

In Deutschland macht vor allem der Subindex für Industrie Sorgen, der auf 52,0 nach 54,8 fiel. Per Saldo seien in den Daten nicht die erhofften Signale für eine Verbesserung der Lage bei den Lieferketten erkennbar. Stattdessen kämen neue Rezessionssorgen hinzu.

09:43 Uhr

DAX rutscht unter 13.000er-Marke

Der DAX hat in der ersten Handelsstunde seinen Verlust ausgeweitet. Der Leitindex sackte um 1,5 Prozent auf 12.954 Punkte ab. Der EUROSTOXX50 notierte 1,1 Prozent leichter bei 3426 Stellen.

Die Stimmung auf dem Frankfurter Parkett bleibt nervös. FED-Chef Jerome Powell trug mit seinen Äußerungen am Mittwoch auch "nicht gerade zur Beruhigung bei", wie Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger sagte. Einerseits bezeichnete er die US-Wirtschaft als sehr stark. Sie könne die Erhöhungen des Leitzinses wegstecken. Andererseits gestand er ein, dass eine Rezession infolge höherer Zinsen eine Möglichkeit sei.

09:05 Uhr

DAX geht leichter in den Handelstag

Die Lage an der Frankfurter Börse bleibt angespannt: Der deutsche Aktienmarkt ist mit Abschlägen in den Handel gestartet. Der DAX verlor 0,4 Prozent auf 13.087 Punkte. MDAX, SDAX und TECDAX verloren zwischen 0,3 und 0,7 Prozent.

Der Tag sei eindeutig geprägt von der Politik und den zahlreichen Gipfeltreffen des Tages, hieß es auf dem Parkett. Dies sorge für Schlagzeilenrisiko und damit Zurückhaltung bei Anlegern. Die wichtigsten Zahlen der Woche seien die neuen Einkaufsmanager-Indizes (PMI) im mehreren wichtigen Ländern.

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08:58 Uhr

Zäher Handel in Japan - Plus in China

Nikkei
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Die asiatischen Börsen haben heute keine einheitliche Richtung gefunden. Während es in China bergauf ging, kamen die Indizes in Japan kaum vom Fleck. Der Nikkei lag 0,1 Prozent höher bei 26.171 Punkten, der breiter gefasste Topix notierte 0,1 Prozent schwächer. Händlern zufolge lasteten die anhaltenden Sorgen um schnell steigende Zinsen und die mögliche Bremswirkung auf die Wirtschaft auf den Kursen.

Bei den Einzelwerten stachen Toshiba mit einem Plus von 3,5 Prozent heraus. Angeblich bereiten Bieter ein Übernahmeangebot vor, das die Gruppe mit etwa 22 Milliarden Dollar bewerten würde. In China setzten die Anleger auf weitere Konjunkturhilfen der Regierung. Die Börse in Shanghai notierte 1,3 Prozent höher.

08:49 Uhr

Gute Vorlagen für Henkel aus den USA

Gute Vorlagen für Henkel-Aktien sieht ein Händler in den Zahlen von HB Fuller aus den USA. Der US-Peer von Henkel, 3M und anderen Klebstoffherstellern habe bessere Zahlen als erwartet zu seinem zweiten Quartal vorgelegt. Vor allem ein Anstieg des organischen Wachstums von 22 Prozent zum Vorjahr gefalle. Dazu wurde die Kosteninflation weitergereicht und der Ausblick ist zuversichtlich. "Der Markt scheint eher mit Gewinnwarnungen zu rechnen, daher sollte so eine Vorlage gut ankommen", so der Händler.

Henkel
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3M
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08:30 Uhr

Rezessionsängste schicken Ölpreis auf Talfahrt

Die Ölpreise sinken erneut. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligt sich aktuell um 1,6 Prozent auf 110 Dollar je Fass. In der Spitze fiel der Preis um mehr als drei Prozent auf 108,04 Dollar. "Die Ölmärkte bleiben unter Druck, da die Anleger befürchten, dass US-Zinserhöhungen die wirtschaftliche Erholung behindern und die Treibstoffnachfrage dämpfen", sagt Kazuhiko Saito, Chefanalyst beim Broker Fujitomi Securities.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 112,44
Rohöl WTI
Rohöl WTI 107,57

 

08:09 Uhr

Kospi erneut schwach

Uneinheitlich geht es an den ostasiatischen Aktienmärkten zu. Die chinesischen Börsen in Schanghai und Hongkong legen zu um bis zu knapp 1 Prozent in Hongkong. In Tokio ist die Tendenz knapp behauptet, der Nikkei liegt bei 26.115 Punkten. Erneut mit einem Ausreißer nach unten zeigt sich der Kospi, der 1,4 Prozent abgibt, nachdem er zu Beginn noch von Schnäppchenkäufen gehalten wurde, ehe sich wieder Stagflationsängste breitmachten. In Sydney präsentiert sich der Leitindex kaum verändert.

An der Wall Street hatten die Indizes nach deutlicheren Anfangsverlusten im Verlauf zugelegt und knapp behauptet geschlossen. Für Unterstützung sorgte, dass die Marktzinsen deutlich sanken. Sie profitierten von der Suche der Anleger nach Sicherheit, nachdem der US-Notenbankchef vor dem Bankenausschuss des Senats den geldpolitischen Kurs bestätigte hatte mit dem klaren Fokus auf Bekämpfung der Inflation durch aggressive Zinserhöhungen, was die eindeutige Gefahr eines Abgleitens in die Rezession bedeute.

In Hongkong sprechen Händler von einer Gegenbewegung, nachdem es dort am Mittwoch den stärksten Rücksetzer seit über einer Woche gegeben hatte, angeführt von den Technik-Aktien. KGI Securities traut der Bewegung aber nicht und betont, dass sich der Markt weiter im Spannungsfeld eingetrübter Anlegerstimmung und kurzfristigem Handelsmomentum bewege.

07:48 Uhr

DAX vor Stabilisierungsversuch

Nach dem jüngsten Kursrutsch wagt der DAX einen Stabilisierungsversuch. Nach Berechnungen von Banken und Brokerhäusern wird der deutsche Leitindex kaum verändert in den Handel starten. Für etwas Entspannung sorgt Händlern zufolge ein fallender Ölpreis. Richtig in Kauflaune seien die Anleger aber nicht. Aktuell wird der DAX mit Kursen um 13.138 Punkten taxiert.

"Der DAX sieht erst einmal ganz stabil aus", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. "Die Anleger schauen auf die Noten- und Zentralbanken und empfinden es als positiv, wenn diese gegen steigende Preise mit Zinsanhebungen vorgehen", erläutert sie. "Das könne zwar zu einer Rezession führen. Die Anleger setzen aber darauf, dass diese dann nur kurz ausfällt, die Durststrecke schnell überwunden wird."

Am Mittwoch hatten aufgeflammte Rezessionsängste den Dax 1,1 Prozent ins Minus auf 13.144,28 Punkte gedrückt. Im Fokus stehen die Barometer für die Stimmung der deutschen und europäischen Einkaufsmanager. Experten erwarten für Juni in beiden Fällen einen leichten Rückgang auf 53,1 beziehungsweise 54,0 Punkte. Zu den wenigen Unternehmen, die Geschäftszahlen vorlegen, gehört FedEx. Der Rivale der Deutschen Post hatte vergangene Woche mit einer Dividendenanhebung um 50 Prozent für Aufsehen gesorgt.

07:31 Uhr

Tesla-Chef Elon Musk: Fabrik in Grünheide verliert Milliarden

Die neuen Tesla–Fabriken in Grünheide und Texas verlieren Konzernchef Elon Musk zufolge im Moment Milliarden. Grund sei ein Mangel an Batterien und Lieferkettenprobleme wegen der Lage in den chinesischen Häfen, erklärte Musk in einem Interview. "Die beiden Fabriken in Berlin und Austin sind im Moment gigantische Geldöfen", sagt er dem Tesla Owners Silicon Valley, einem von Tesla anerkannten Verein. "Es ist wirklich wie ein gigantisches Dröhnen, dieses Geräusch von brennendem Geld." In Texas würden derzeit nur eine verschwindend geringe Anzahl von Autos vom Band rollen. Es gebe Schwierigkeiten, die Produktion der neuen 4680-Batterien zu steigern und die Werkzeuge für die Herstellung der herkömmlichen 2170-Batterien würden "in einem Hafen in China festsitzen", erklärte Musk. Die Fabrik in Grünheide sei in einer "etwas besseren Position", weil von Anfang an die traditionellen 2170-Batterien verbaut wurden.

Tesla
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Die vergangenen zwei Jahre seien laut Musk ein "absoluter Albtraum" gewesen wegen Unterbrechungen der Lieferketten und immer neuen Problemen. "Und wir sind noch nicht damit durch", hieß es in dem Interview, das am 31. Mai geführt wurde. Zuletzt habe der Lockdown in Shanghai nicht nur die Autoproduktion vor Ort lahmgelegt, sondern auch im kalifornischen Werk, das einige in China hergestellte Fahrzeugteile verwende, sagte Musk. Die größte Sorge für Tesla sei: "Wie können wir die Fabriken am Laufen halten, damit wir unsere Mitarbeiter bezahlen können und nicht Pleite gehen?"

Der Elektroautobauer plant, den Großteil der Produktion am Standort Shanghai in den ersten beiden Juliwochen wegen Modernisierungsarbeiten zur Produktionssteigerung auszusetzen, wie aus einem internen Memo hervorgeht, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Musk hatte am Dienstag angekündigt, in den kommenden drei Monaten wegen der weltweiten Wirtschaftsabkühlung Tausende Stellen zu streichen.

07:15 Uhr

Yen zieht zum Dollar deutlich an

Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,7 Prozent auf 135,38 Yen und legt 0,1 Prozent auf 6,7055 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er kaum verändert bei 0,9610 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,0567 Dollar und notiert kaum verändert bei 1,0158 Franken. Das Pfund Sterling verliert 0,1 Prozent auf 1,2254 Dollar.

Yen / US-Dollar
Yen / US-Dollar ,01
US-Dollar / Yen
US-Dollar / Yen 135,19

 

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06:59 Uhr

Rezessionsangst an Asien-Börsen ja, aber …

Die zunehmenden Sorgen über die Risiken einer globalen Rezession trüben die Stimmung der Anleger in Asien. Eine Reuters-Umfrage unter Analysten ergab, dass die US-Notenbank Fed im Juli eine weitere Zinserhöhung um 75 Basispunkte vornehmen könnte, gefolgt von einer Erhöhung um einen halben Prozentpunkt im September. "Es ist klar, dass der Markt eine Rezession als immer wahrscheinlicher ansieht - eine Ansicht, die von (US-Notenbank-Chef Jerome) Powell übernommen wurde, dass die Möglichkeit eines Konjunkturabschwungs besteht, aber nicht beabsichtigt ist", sagte Chris Weston, Leiter der Forschungsabteilung beim Maklerunternehmen Pepperstone in Melbourne.

Der Nikkei notiert nahezu unverändert bei 26.147 Punkten. Der Topix zeigt sich ebenfalls stabil bei 1853 Zählern. Der Shanghai Composite gewinnt zunächst 0,5 Prozent. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verbessert sich um 0,4 Prozent.

Nikkei
Nikkei 26.491,97

06:43 Uhr

US-Zinserhöhung um einen Prozentpunkt möglich

Fed-Chef Jerome Powell will sich beim Umfang möglicher Zinserhöhungen nicht einschränken lassen. Keine Größenordnung sei "vom Tisch", sagte Powell in einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Ein Ausschussmitglied hatte den US-Notenbankchef gefragt, ob die Fed in einem Schritt die Zinsen auch um einen ganzen Prozentpunkt erhöhen könnte. Powell entgegnete darauf, er würde niemals etwas vom Tisch nehmen. Die Fed werde die Schritte einleiten, die notwendig seien, um Preisstabilität wiederherzustellen.

06:24 Uhr

Im Bann der Rezessionsangst - das wird für den DAX heute wichtig

Erneut ist der DAX unter die 13.000er Marke gerutscht. Am Ende des Mittwochsgeschäfts zeigte sich der deutsche Börsenleitindex aber von seinen Tiefstständen wieder etwas erholt, verlor dennoch aber rund 150 Punkte oder 1,1 Prozent und schloss mit einem Stand von 13.144 Zählern. Aktuell notiert der DAX erneut schwächer und tendiert um 13.060 Punkte. Ein erneuter Test der 13.000-Punkte-Marke erscheint durchaus möglich, auch wenn die Vorgaben aus Asien trotz der nach wie vor vorhandenen Rezessionsängste recht zuversichtlich stimmen.

Im Mittelpunkt stehen heute die Einkaufsmanagerindizes zum verarbeitenden Gewerbe. Entsprechende Daten kommen etwa aus Deutschland, Frankreich, der EU und auch aus den USA. Dort stehen am Nachmittag auch Zahlen zur Leistungsbilanz im 1. Quartal auf der Tagesordnung, ebenso wie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die ebenfalls wöchentlichen Rohöllagerbestandsdaten. Am Morgen wird bereits der französische Geschäftsklimaindex veröffentlicht.

Auf Unternehmensseite geht es dagegen weitaus ruhiger zu, was die planbare Terminlage angeht: Der europäische Branchenverband ACEA liefert Nutzfahrzeug-Zulassungszahlen. Dazu hat der DAX-Neuling Qiagen seine Aktionäre zur Hauptversammlung geladen. Erst nach US-Börsenschluss stellt der Deutsche-Post-Konkurrent Fedex dann seine Quartalsergebnisse vor.

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