Dax schließt im Minus - Abstand zu 25.000 Punkten wächst
Der Dax geht mit weiteren Verlusten in den Feierabend. Die Stimmung am Markt ist immer noch geprägt von Nervosität, insbesondere bei Edelmetallen und Kryptowährungen. Zudem ist die Verunsicherung im Technologiesektor groß. Am Ende des Tags der EZB-Zinsentscheidung steht letztlich ein Abschlag von 0,46 Prozent auf 24.491,06 Punkte. Im Tagesverlauf war das Börsenbarometer um bis zu 1,3 Prozent abgerutscht und hatte damit fast sein bisheriges Jahrestief erreicht. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte sank zum Handelsschluss um 0,29 Prozent auf 31.434,51 Punkte.
Der Silberpreis ging erneut auf Talfahrt und könnte laut Jochen Stanzl, Analyst bei der Consorsbank, in Richtung 60 US-Dollar oder tiefer die Angst vor Anschlussverkäufen in anderen Anlageklassen sofort wieder ins Bewusstsein der Anleger rufen. Zudem sackte der Bitcoin weiter ab.
Novo Nordisk geht gegen Abnehmpillen-Konkurrenten vor
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk will nach der Ankündigung von Nachahmer-Produkten seines Abnehm-Medikaments Wegovy rechtliche Schritte gegen das US-Telemedizin-Unternehmen Hims & Hers einleiten. Hims & Hers verwende eine illegale Massen-Rezeptur, die ein erhebliches Risiko für die Patientensicherheit darstelle, teilt Novo Nordisk mit. Novo Nordisk werde rechtliche und regulatorische Schritte einleiten, um Patienten, sein geistiges Eigentum und die Integrität des US-Zulassungsrahmens für Arzneimittel zu schützen. Hims & Hers hatte zuvor mitgeteilt, ab sofort Nachahmungen der Wegovy-Pille zu einem Einführungspreis von 49 Dollar pro Monat anzubieten. Die Originalprodukte sind deutlich teurer.
Kanada begräbt seine E-Auto-Quote
Kanada verabschiedet sich von einer verbindlichen Verkaufsquote für Elektrofahrzeuge und ersetzt diese durch strengere Abgasnormen. Politiker gehen davon aus, dass dies zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen führen wird, die einem Anteil von 75 Prozent Elektrofahrzeugen an allen Autoverkäufen im Jahr 2035 entspricht. Der Schritt ist Teil der überarbeiteten Automobilstrategie der Regierung, um die kanadische Autoindustrie unabhängiger von den USA und benzinbetriebenen Fahrzeugen zu machen.
Estee-Lauder-Aktie verliert massiv
Die Aktie von Estee Lauder bricht um 21 Prozent ein. Denn das Unternehmen geht weiterhin davon aus, dass zollbedingter Gegenwind den Gewinn um rund 100 Millionen US-Dollar schmälern wird, und zwar hauptsächlich in der zweiten Jahreshälfte. Doch "während kleinere unabhängige Kosmetikmarken kurzfristig von einer größeren Agilität bei der Beschaffung und schnelleren Reaktionen auf Zölle profitieren könnten, können größere Unternehmen wie Estee die Kosten absorbieren, wodurch die Auswirkungen weniger bedeutend sind", schreibt Analystin Natasha Nair von Third Bridge. Ihrer Ansicht nach trägt zudem der Vorstoß, in absatzstärkere Vertriebskanäle wie Amazon und TikTok zu expandieren und das Engagement in Kaufhäusern zu begrenzen, Früchte.
Alphabet macht Ärger - Wall Street startet mit Verlusten
Eine Reihe negativ aufgenommener Geschäftsberichte setzt die US-Börsen unter Druck. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 notierten zur Eröffnung jeweils rund ein halbes Prozent tiefer bei 49.293 und 6848 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor in etwa genauso viel auf 6847 Zähler. Für schlechte Stimmung sorgten unter anderem erhöhte Kosten bei Alphabet. Die Google-Mutter kündigte am Mittwoch eine Verdoppelung der Investitionen in neue Rechenzentren auf 175 bis 185 Milliarden Dollar an. Das sind etwa 50 Prozent mehr als von Analysten erwartet.
Günstigere Abnehmpille setzt Novo Nordisk unter Druck
Die Ankündigung einer billigeren Kopie der Wegovy-Pille setzt Novo Nordisk zu. Die Aktien des dänischen Arzneimittelherstellers verloren in Kopenhagen rund zehn Prozent, die in den USA notierten Titel fielen vorbörslich um 6,5 Prozent. Die US-Gesundheitsplattform Hims & Hers Health will eine Pille mit dem gleichen Wirkstoff, Semaglutid, auf den Markt bringen. Sie soll nach einer ersten Zahlung 99 Dollar pro Monat kosten, verglichen mit 199 Dollar von Novo. Die Aktien von Hims & Hers stiegen vorbörslich um 13 Prozent.
Worauf Anleger nun beim Gold achten sollten
Auch der Goldpreis hat Ende letzter Woche einen Absturz erlebt wie selten gesehen. Allerdings scheint sich das Edelmetall schon wieder gefangen zu haben. Geht die Rally jetzt einfach weiter? Worauf sich Anleger einstellen sollten, darüber spricht Nancy Lanzendörfer mit Julius Weiß von der HSBC:
Aktien von Fitnessgeräte-Hersteller verlieren deutlich
Geschäftszahlen unter den Markterwartungen und der überraschende Abgang von Finanzchefin Liz Coddington setzen Peloton unter Druck. Die Papiere des Herstellers von Fitnessgeräten rutschten im vorbörslichen US-Handel um 9,3 Prozent ab. Nach enttäuschenden Ergebnissen für das zweite Quartal rechnet das Unternehmen für das dritte Quartal mit einem Umsatz zwischen 605 und 625 Millionen Dollar. Analysten waren im Schnitt von 638,4 Millionen Dollar ausgegangen. Peloton teilte zudem mit, dass Coddington nach dem März ausscheiden werde, um eine neue Aufgabe außerhalb der Branche zu übernehmen.
Strom und Gas werden günstiger
Wer im Januar einen neuen Liefervertrag für Strom und Gas abgeschlossen hat, zahlt nach Berechnungen der Bundesnetzagentur weniger als im Dezember. Bei den Strompreisen waren dabei vor allem die gesunkenen Netzentgelte ausschlaggebend, wie die Behörde berichtete. Der Durchschnittspreis für Haushalts-Neukunden lag laut Bundesnetzagentur im Januar bei 34,87 Cent je Kilowattstunde, 6,7 Prozent weniger als im Dezember. Der Preis für Bestandskunden lag mit 34,88 Cent nahezu gleichauf. Für Gas zahlten Januar-Neukunden im Schnitt 9,66 Cent je Kilowattstunde, vier Prozent weniger als noch im Dezember. Bestandskunden mussten 10,56 Cent bezahlen, gut zwei 2 Prozent unter dem Wert des Vormonats.
Fangen sich die US-Börsen?
An der Wall Street dürften die Kurse höchstens einen kleinen Teil ihrer Verluste vom Mittwoch wettmachen. Für die Zurückhaltung der Anleger gibt es mehrere Gründe. Zum einen dauert die Verunsicherung mit Blick auf die Softwarebranche an. Aktien des Sektors waren in den vergangenen Tagen abverkauft worden, nachdem das KI-Unternehmen Anthropic ein Zusatzmodell für seinen Chatbot Claude vorgestellt hatte, das auch juristische Aufgaben übernehmen können soll. Am Markt sieht man dadurch das Geschäftsmodell der Anbieter von Software-as-a-Service gefährdet. Zum anderen legten sowohl die Bank of England als auch die EZB eine Zinspause ein.
Topökonom reibt sich die Augen beim Blick auf die Industrie
Im Dezember legt das Neugeschäft in der Industrie um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu. Dabei hatten Ökonomen mit einem Rückgang gerechnet. Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank, erklärt bei ntv, warum:
Evonik-Aktionäre bekommen weniger Dividende
Der Spezialchemiekonzern Evonik zollt der schwächelnden Branchenkonjunktur Tribut und kürzt die Dividende. Im vergangenen Jahr hatte der Essener Konzern weniger operativen Gewinn geschrieben und stellt nun generell seine Dividendenpolitik um, wie Evonik mitteilt. Damit soll auch mehr Spielraum für Investitionen geschaffen werden. Für 2025 sollen die Aktionäre rund um die Essener RAG-Stiftung eine Dividende von einem Euro je Aktie erhalten - nach 1,17 Euro je Aktie im Jahr zuvor.
EZB legt weitere Zinspause ein - Leitzins bei 2,0 Prozent
Die Europäische Zentralbank (EZB) tastet den Leitzins erneut nicht an. Der EZB-Rat um Präsidentin Christine Lagarde belässt den Einlagensatz bei 2,0 Prozent. Es ist bereits die fünfte Zinspause in Folge. Angesichts gesunkener Inflationsgefahr hatte die Zentralbank den Schlüsselsatz von Mitte 2024 bis Mitte 2025 von vier auf zwei Prozent halbiert.
Milliardenverlust durch Cyberattacke auf Jaguar
Ein Cyberangriff auf seine britische Tochter Jaguar Land Rover (JLR) hat den indischen Autokonzern Tata Motors im dritten Quartal in die roten Zahlen gedrückt. Unter dem Strich stand ein Verlust von 34,86 Milliarden Rupien - umgerechnet 386 Millionen Dollar -, wie das Unternehmen mitteilt. Im Vorjahreszeitraum hatte der Hersteller des Geländewagens Range Rover noch einen Gewinn von 54,06 Milliarden Rupien erzielt. Der Luxusautohersteller hatte die Fertigung nach dem Angriff im August für fast sechs Wochen eingestellt.
Bitcoin fällt unter 70.000er-Marke
Die Talfahrt bei den Kryptowährungen hält an: Erstmals seit November 2024 fiel Bitcoin unter die psychologisch wichtige Marke von 70.000 Dollar. Die wichtigste Cyber-Devise gab 3,8 Prozent auf 69.858 Dollar nach. Bitcoin ist in dieser Woche bereits um mehr als acht Prozent gefallen und hat damit seine Verluste in diesem Jahr auf gut 20 Prozent erhöht. Den jüngsten Einbruch bei den Kryptowährungen führen Analysten auf die Ernennung von Kevin Warsh zum nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank Fed zurück.
Knappe Entscheidung für Zinspause in London
Die Notenbank in London hält den Leitzins in einer intern umstrittenen Entscheidung hoch. Die Währungshüter entschieden, den geldpolitischen Schlüsselsatz bei 3,75 Prozent zu belassen. Es ist das höchste Zinsniveau in der G7. Dabei hat die Bank of England die Zügel seit Mitte 2024 bereits sechsmal gelockert. Nun pausierte sie, doch fiel die Entscheidung denkbar knapp aus: Vier der neun Währungshüter stimmten für eine Senkung. Auch die EZB dürfte die Leitzinsen zum Jahresauftakt unverändert lassen - um 14.15 Uhr gibt sie ihre Entscheidung bekannt.
Krise wegen Epstein-Verbindung setzt britischen Staatsanleihen zu
Die schwere politische Krise um den britischen Premierminister Keir Starmer treibt die Kosten für die staatliche Kreditaufnahme in die Höhe. Die Renditen länger laufender britischer Staatsanleihen stiegen den zweiten Tag in Folge, während das Pfund Sterling zugleich deutlich an Wert verlor. Anleger zweifeln, ob Starmer im Amt bleiben kann. Er steht seit Tagen massiv in der Kritik, weil er seinen Labour-Parteifreund Peter Mandelson zum US-Botschafter ernannt hatte, obwohl bei der Sicherheitsüberprüfung dessen Verbindungen zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bekannt geworden waren.
BMW und Lidl-Schwester recyceln zusammen Autos
BMW und die Lidl-Schwester PreZero wollen gemeinsam Autos recyceln. Die Unternehmen haben einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterschrieben, wie sie mitteilen. Dessen Ziel ist, ein Geschäftsmodell zur Verwertung von Altfahrzeugen zu entwickeln und damit einen geschlossenen Materialkreislauf zu erzeugen. Das Recycling soll helfen, Rohstoffabhängigkeiten zu reduzieren und Lieferketten widerstandsfähiger zu machen.
Agrarchemie-Riese peilt milliardenschweren Börsengang an
Der Agrarchemiekonzern Syngenta bereitet Insidern zufolge einen der weltweit größten Börsengänge des Jahres vor. Das zum chinesischen Staatskonzern Sinochem gehörende Unternehmen mit Sitz in Basel strebe eine Notierung in Hongkong an, bei der bis zu zehn Milliarden Dollar erlöst werden könnten, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Syngenta erwäge, bis zu 20 Prozent der Anteile zu platzieren. Der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut werde einen Teil der Erlöse zum Schuldenabbau verwenden.
Dax und Euro im Minus
Update von der Frankfurter Börse: Die 25.000 Punkte rücken noch weiter in die Ferne - nach dem leichten Plus zum Handelsstart notierte der Dax am Mittag fast 0,3 Prozent tiefer bei 24.535 Punkten. Der EuroStoxx verlor knapp 0,1 Prozent auf 5961. Der Euro fiel kurz vor dem EZB-Zinsentscheid um 0,2 Prozent auf 1,1789 US-Dollar.
So viele große Unternehmen wie nie sind pleite
In Deutschland hat es einer Studie zufolge im vergangenen Jahr einen Negativrekord bei Großinsolvenzen gegeben. 94 Unternehmen mit einem Umsatz von mindestens 50 Millionen Euro rutschten in die Pleite, wie der Kreditversicherer Allianz Trade mitteilt. Das entspreche einem Zuwachs von acht Prozent im Vergleich zu 2024 und sei der höchste Wert seit Beginn der Auswertung 2015.
Besonders betroffen war demnach der Dienstleistungssektor mit 14 großen Insolvenzen, darunter neun Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Aber auch die Automobil- (zwölf), Chemie- und Metallbranche (jeweils elf) waren stark von großen Insolvenzen gezeichnet, gefolgt vom Baugewerbe (zehn) und dem seit Jahren kriselnden Einzelhandel (neun).
Lufthansa dürfte nächsten Monat in den Dax zurückkehren
Nachdem die Lufthansa in der Corona-Pandemie aus dem Dax geflogen war, wird sie nach Einschätzung der Finanznachrichtenagentur Dow Jones im März in den Leitindex zurückkehren. Anfang März findet die reguläre Überprüfung der Dax-Familie durch den Index-Betreiber statt. Aktuell belegt die Lufthansa demnach Platz 32. Potenzielle Abstiegskandidaten sind die Porsche Holding oder aber auch Brenntag und Zalando.
Rheinmetall-Aktien rauschen auf Fünf-Wochen-Tief
Aktien von Rheinmetall geraten stärker als andere Rüstungswerte unter die Räder. Die Papiere rutschen um bis zu 9,5 Prozent auf 1520,50 Euro ab und stehen so tief wie seit mehr als fünf Wochen nicht mehr. Damit steuern sie auf ihren größten Kursverlust innerhalb eines Tages seit mehr als zehn Monaten zu. Die Experten von Berenberg verwiesen in einem Marktkommentar darauf, dass der Konzern im Gespräch mit Analysten einen vorläufigen Umsatzausblick für das laufende Jahr geliefert habe. Dieser sei "enttäuschend" gewesen.
Volvo-Aktien brechen ein
Die Aktien von Volvo Car verlieren massiv. Der Autobauer kündigte an, weitere Kosteneinsparungen in Höhe von 556 Millionen US-Dollar anzustreben, und warnte vor einem weiteren schwierigen Jahr für die Autoindustrie. Die Aktien brachen im frühen europäischen Handel um 18 Prozent ein. Der schwedische Autobauer, der sich mehrheitlich im Besitz der chinesischen Zhejiang Geely Holding Group befindet, warnte, dass er für 2026 mit einem Schrumpfen des gesamten Premiummarktes rechne. Grund dafür seien anhaltender Preisdruck, Zolleffekte, regulatorische Unsicherheit und eine schwächere Verbraucherstimmung.
Deutsche Kartellwächter verdonnern Amazon zu Strafzahlung
Wegen rechtswidriger Preisvorgaben verpflichtet das Bundeskartellamt Amazon erstmals zu einer Geldzahlung. Das Unternehmen soll rund 59 Millionen Euro zahlen, wie die Wettbewerbshüter mitteilen. Außerdem muss Amazon seine Preisvorgaben einschränken. Beim Marktplatz-Verkauf sind Drittanbieter an Vorgaben von Amazon gebunden. Fällt ihr Preis zu hoch aus, wird das Angebot entweder vom Marktplatz entfernt oder es wird nicht mehr in der Kaufbox optisch hervorgehoben - es verschwindet gewissermaßen in der Bedeutungslosigkeit.
Deutscher Bauriese stemmt Milliardendeal
Heidelberg Materials will mit einer Milliardenübernahme seine Position in Australien ausbauen. Der Dax-Konzern übernimmt das Baustoffgeschäft der Maas Group im Wert von 1,7 Milliarden australischen Dollar - rund 1,05 Milliarden Euro, wie der Baustoffkonzern mitteilte. Die Transaktion umfasse 40 Steinbrüche, 22 Transportbetonwerke und zwei Asphaltwerke. Damit erweitere Heidelberg Materials seine Präsenz und baue sein Produktangebot an der australischen Ostküste aus.
Industrie verbucht größtes Auftragsplus seit zwei Jahren
Die deutsche Industrie hat im Dezember überraschend den vierten Monat in Folge mehr Aufträge erhalten. Das Neugeschäft wuchs um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Das ist das größte Plus seit Dezember 2023. Es kommt völlig überraschend: Ökonomen hatten mit einem Rückgang von 2,2 Prozent gerechnet.
Werden Großaufträge ausgeklammert, fällt das Plus mit 0,9 Prozent allerdings deutlich kleiner aus. Großbestellungen, auch aus dem Rüstungsbereich, hatten schon im November für einen deutlichen Zuwachs von 5,7 Prozent gesorgt.
Experten warnen vor nie dagewesener Krise bei Chip-Engpass
Google investiert Milliarden in eigene KI-Chips, um unabhängiger von Nvidia zu werden. Doch die globale Lieferkette bleibt extrem fragil: Entworfen im Westen, gefertigt fast ausschließlich in Taiwan. Experten warnen: Fällt TSMC aus, droht eine weltweite Wirtschaftskrise.
Ölpreise rutschen ab
Die Einigung der USA und des Irans auf Gespräche im Oman lässt die Ölpreise purzeln. Anleger hoffen nun, dass ein potenzieller militärischer Konflikt zwischen den beiden Ländern, der die Öllieferungen aus der wichtigen Förderregion im Nahen Osten beeinträchtigen würde, vermieden werden kann. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verbilligen sich in der Spitze um 2,5 Prozent auf 67,71 beziehungsweise 63,48 Dollar je Fass. Ursprünglich hätten die für Freitag geplanten Atomgespräche in Istanbul stattfinden sollen, der Iran hatte jedoch auf einer Verlegung bestanden. Spekulationen, das Treffen könnte scheitern, hatten die Ölpreise am Mittwoch in die Höhe schnellen lassen.
Die geopolitische Risikoprämie beim Ölpreis sei etwas kleiner geworden, sagt Mukesh Sahdev von dem Energieberatungsunternehmen XAnalysts. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass die Gespräche neue Differenzen zutage förderten und die Risikoprämie bald wieder steigen werde. US-Präsident Donald Trump hatte der Regierung in Teheran mit Konsequenzen gedroht, sollte in den Gesprächen keine Einigung erzielt werden.
Edelmetall-Korrektur nimmt wieder Fahrt auf
Der Ausverkauf bei den Edelmetallen geht in eine neue Runde: Der Preis für Silber verbilligt sich um bis zu 16,4 Prozent auf 73,57 Dollar je Feinunze. Letzte Woche hatte das Edelmetall noch ein Rekordhoch von 121,64 US-Dollar erreicht. Gold wird mit 4794 Dollar je Feinunze zeitweise 3,4 Prozent billiger gehandelt. Seit dem Allzeithoch von 5594,82 Dollar je Feinunze Ende Januar hat das Edelmetall mehr als 14 Prozent verloren.
Die Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen China und den USA wie auch die Aussicht auf Gespräche zwischen dem Iran und den USA machen die gern in Krisenzeiten angesteuerten Edelmetalle für Anleger weniger attraktiv. Zusätzlich befeuert wird der Preisrutsch durch die anziehende US-Währung. Der Dollar-Index markiert mit 97,82 Punkten den höchsten Stand seit fast zwei Wochen. Das verteuert Rohstoffe wie Gold und Silber, die in US-Dollar gehandelt werden, für Inhaber anderer Währungen.
"Knackig" ist der Dax nicht
Der Dax startet kaum verändert, aber dann doch mit einem leichten Aufschlag in den heutigen Handel. Der deutsche Börsenleitindex, der gestern 0,7 Prozent schwächer mit 24.603 Punkten geschlossen hatte, notiert aktuell im Bereich von 24.660 Zählern.
"Im Blick haben die Anleger sicher zum einen den EZB-Zinsentscheid. Auch wenn sie da mit keiner Überraschung rechnen, der Leitzins also unverändert bleiben wird", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Dazu gab es knackige Zahlen von Alphabet: Die Google-Mutter will allein in diesem Jahr 185 Milliarden Dollar investieren", erläutert er. "Das ist schon eine Hausnummer."
Trump legt im Fed-Streit nach
US-Präsident Donald Trump geht fest davon aus, dass die US-Notenbank Fed unter ihrem künftigen Chef Kevin Warsh die Zinsen senken wird. Er habe kaum Zweifel daran, dass der Leitzins sinken werde, sagte Trump NBC News. Er glaube, dass Warsh seine Präferenz für niedrige Zinsen verstehe. "Wenn er angetreten wäre und gesagt hätte: 'Ich will sie anheben' (...) hätte er den Job nicht bekommen", sagte der Präsident.
Warsh soll nach dem Willen Trumps auf Jerome Powell folgen, dessen Amtszeit im Mai ausläuft. Trump hatte Powell immer wieder scharf kritisiert und vergeblich zu kräftigen Zinssenkungen gedrängt. Der 55-jährige Ökonom und ehemalige Notenbankdirektor Warsh hat sich dagegen in jüngster Zeit hinter die Forderungen des Präsidenten gestellt. Seine Ernennung muss vom Senat bestätigt werden.
Zwei Themen setzen Siemens Healthineers zu
Siemens Healthineers hat im ersten Quartal 2025/26 den schwachen Dollar und die Umwälzungen im chinesischen Gesundheitswesen zu spüren bekommen. Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis zwar um knapp vier Prozent auf 5,40 Milliarden Euro, nach Währungseffekten stand aber ein Minus von 1,5 Prozent zu Buche, wie der Medizintechnik-Konzern mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 5,48 Milliarden gerechnet. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel von Oktober bis Dezember um 1,5 Prozent auf 809 Millionen Euro und blieb damit auch hinter den Erwartungen der Experten zurück. Die operative Umsatzrendite blieb mit 15,0 Prozent aber stabil.
Tech-Sorgen lassen Kospi abstürzen
Kräftig nach unten geht es mit den Notierungen an den asiatischen Börsen. Der Druck kommt vor allem aus dem Technologiesektor angesichts der Sorge vor disruptiven KI-Modellen. Befürchtungen über die Tragfähigkeit bestimmter Geschäftsmodelle im Software- und Datenanalysebereich haben eine scharfe Korrektur ausgelöst. Hintergrund ist eine neue Analyse-Software des KI-Unternehmens Anthropic, die weitgehend eigenständig juristische Arbeiten übernehmen kann, vermutlich aber auch für andere Datenanalyse-Tätigkeiten eingesetzt werden kann.
Auch besser als erwartet ausgefallene nachbörslich veröffentlichte Geschäftszahlen von Alphabet können die Stimmung nicht heben. Der Tech-Gigant hat massive Investitionen in KI angekündigt, was bei den Anlegern auf Skepsis stößt. Nachbörslich gab die Aktie rund 3 Prozent nach.
In Sydney geht es mit den Notierungen um 0,4 Prozent nach unten. Hier belasten nachgebende Rohstoffpreise. Der Nikkei fällt 0,9 Prozent zurück, der technologielastige Kospi sogar um 3,4 Prozent. In Tokio geben Softbank um 7 Prozent nach, auch nachdem die Aktien der Tochtergesellschaft Arm Holdings über Nacht gefallen waren. NEC fallen um 8,2 Prozent zurück und Advantest verlieren 5,2 Prozent. In Seoul verlieren SK Hynix 5,2 Prozent nach schwachen US-Vorgaben.
Keine guten Aussichten für Tech-Aktien
Mit einem vorsichtigen Geschäft an Europas Börsen rechnen Händler. Die globalen Zinsen stehen im Vordergrund noch vor der Berichtssaison. Die Dax-Futures tendieren seitwärts. Vor der Bekanntgabe der EZB-Zinsentscheidung am Mittag und vor allem ihren folgenden Aussagen zu Inflation und Wachstum dürfte nicht viel passieren. Dazu gibt auch die Bank of England ihre Entscheidung bekannt. Der Kurseinbruch der globalen Technologiewerte dürfte derweil weitergehen. Vor allem Software-Titel waren am Vorabend an der Wall Street wieder unter die Räder gekommen. In Asien setzt sich das fort, die südkoreanische Börse fällt um über 3 Prozent.
Schlechte Nachrichten für Tech-Aktien kommen auch von der Zinsfront: Die Aussichten auf US-Zinssenkungen sind gering. Fed-Mitglied Lisa Cook sagte, dass das Problem einer steigenden Inflation größer sei als das einer schwachen Wirtschaft. Steigende Zinsen sind Gift für die Aktienbewertung von Tech-Unternehmen. "Bei dem aktuellen Stand der Bewertungen, fallen Marktreaktionen sehr harsch aus", sagte Jack Ablin, Chef-Stratege bei Cresset Capital, zu den laufenden Kurseinbrüchen. "Die Erwartungen sind sehr, sehr hoch."
Im heutigen Fokus dürften nun die Jolts-Daten zum US-Arbeitsmarkt stehen. Der "große" monatliche Arbeitsmarktbericht wird erst am Mittwoch, 11. Februar, veröffentlicht.
Arm-Bilanz mit einem Makel: Kursrutsch
Kräftig gestiegene Umsatzbeteiligungen haben Arm zu einem Quartalsergebnis über Markterwartungen verholfen. Mit seinem Ausblick übertraf der Chip-Designer die Analystenprognosen ebenfalls. Die Lizenzeinnahmen enttäuschten dagegen. Daraufhin fielen Arm-Aktien im nachbörslichen Handel an der Wall Street um acht Prozent.
Das im britischen Cambridge beheimatete Unternehmen verbuchte den Angaben zufolge im abgelaufenen Quartal Lizenzeinnahmen in Höhe von 505 Millionen Dollar. Darin sind Vorauszahlungen für den Zugriff auf die Technologie des Chip-Designers enthalten. Arm hatte seine Kunden in den vergangenen Monaten dazu animiert, auf die neuesten Entwürfe umzusteigen, da diese höhere Gebühren einbringen. Analysten hatten mit Lizenzeinnahmen von knapp 520 Millionen Dollar gerechnet. Daneben erhält Arm eine Beteiligung für jeden verkauften Chip, der auf den Entwürfen des Unternehmens basiert. Diese Einnahmen wuchsen im Berichtszeitraum um 27 Prozent auf 737 Millionen Dollar. Damit summierte sich der Konzernerlös auf 1,24 Milliarden Dollar.
Fast sämtliche Smartphone-Chips basieren auf einer Arm-Architektur. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen verstärkt Zentralprozessoren für Rechenzentren. Diese dienen dazu, die Arbeit der Hochleistungschips für Künstliche Intelligenz (KI) zu steuern. Bislang beherrschen Intel und AMD diesen Markt.
Das ist los im Devisenhandel
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 156,80 Yen und legt leicht auf 6,9456 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,7777 Franken vor. Parallel dazu fällt der Euro um 0,2 Prozent auf 1,1787 Dollar und zieht leicht auf 0,9167 Franken an.
Qualcomm-Rekord allein reicht Anlegern nicht
Eine robuste Nachfrage hat Qualcomm überraschend starke Quartalsergebnisse beschert. Mit seinem Ausblick blieb der weltgrößte Anbieter von Smartphone-Chips jedoch hinter den Markterwartungen zurück. Als Grund nannte Konzernchef Cristiano Amon Lieferengpässe bei Speicherchips. Dies treibe die Preise für Mobiltelefone in die Höhe. Daher rechne er für 2026 mit einem Absatzrückgang bei diesen Geräten.
Durch den Bauboom bei Rechenzentren übersteigt die Nachfrage nach Speicherchips das Angebot bei Weitem. Zudem konzentrieren sich einige Anbieter auf die Produktion ertragsstärkerer Hochleistungsspeicher für Künstliche Intelligenz (KI). Dadurch schrumpfen die Fertigungskapazitäten für herkömmliche Chips.
Qualcomm prognostizierte für das laufende Vierteljahr einen Umsatz von 10,2 bis elf Milliarden Dollar und einen Gewinn zwischen 2,45 und 2,65 Dollar je Aktie. Im abgelaufenen Quartal steigerte der US-Konzern seine Erlöse um fünf Prozent auf 12,25 Milliarden Dollar. Dies sei ein Rekord, betonte Firmenchef Amon. Die Aktie rutschte nachbörslich gut sieben Prozent ab.
Hohe KI-Kosten verschrecken Asien-Anleger
Sorgen über explodierende Kosten für Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) belasten die asiatischen Börsen. Die Google-Mutter Alphabet kündigte für dieses Jahr Investitionsausgaben von 175 bis 185 Milliarden Dollar an und übertraf damit die Schätzungen der Analysten deutlich. Enttäuschende Geschäftszahlen von Advanced Micro Devices trugen ebenfalls zur schlechten Stimmung bei. "Dieser Anstieg der Investitionsausgaben (bei Alphabet) war absolut enorm", sagt Tony Sycamore, Analyst bei IG.
In Tokio gibt der Nikkei-Index 0,9 Prozent auf 53.824,34 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix notiert 0,2 Prozent niedriger bei 3649,10 Zählern. Der Shanghai Composite verliert 1,0 Prozent.
Anleger blicken gebannt nach Japan
Kurz vor der Parlamentswahl in Japan blicken Investoren gespannt auf eine Auktion 30-jähriger Staatsanleihen. Die Versteigerung im Volumen von rund 700 Milliarden Yen (etwa 4,5 Milliarden Dollar) ist ein Stimmungstest für die expansive Finanzpolitik von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi. Die Regierungschefin, die bei der Wahl am Wochenende auf ein starkes Mandat hofft, hat unter anderem eine Aussetzung der Verbrauchssteuer auf Lebensmittel in Aussicht gestellt. Angesichts der hohen Staatsverschuldung reagierten die Märkte zuletzt nervös, was die Renditen für langlaufende Papiere in die Höhe trieb.
Anleger strafen Google-Mutter ab
Ein weiterhin kräftig wachsendes Cloud-Geschäft hat Alphabet zu einem Quartalsergebnis über den Markterwartungen verholfen. Gleichzeitig kündigte die Google-Mutter eine Ausweitung ihrer Investitionen in KI-Infrastruktur an. Dies sei eine Reaktion auf die hohe Nachfrage, erläuterte Konzernchef Sundar Pichai. Im laufenden Jahr will der Internet-Konzern 175 bis 185 Milliarden Dollar in neue Rechenzentren investieren. Das sind etwa 50 Prozent mehr als von Analysten erwartet. Alphabet-Aktien fielen daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall Street zeitweise um sechs Prozent.
Im abgelaufenen Quartal steigerte Alphabet den Konzernumsatz den Angaben zufolge währungsbereinigt um 17 Prozent auf 113,83 Milliarden Dollar und den Gewinn um knapp ein Drittel auf 2,82 Dollar je Aktie. Die Cloud-Erlöse wuchsen um knapp 50 Prozent auf 17,66 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis legte um mehr als 150 Prozent auf 5,31 Milliarden Dollar zu.
Ein "Riese" und die EZB
Der Dax hat nach dem ordentlichen Wochenstart an den vergangenen beiden Handelstagen wieder Verluste eingefahren. Zur gestrigen Wochenmitte waren es 0,7 Prozent auf 24.603 Punkte. Ein Angriff auf die psychologisch wichtige 25.000er-Marke dürfte derzeit eher nicht anstehen, zumal die Anleger weiterhin nervös sind, was die geopolitische Gesamtgemengelage betrifft. Zudem hatten zuletzt Softwaretitel unter deutlichen Abgaben gelitten. Industriewerte zeigten sich dagegen fester.
Auf der heutigen Agenda steht etwa die EZB-Zinsentscheidung: Dadürfte die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer ersten Zinssitzung im Jahr die Pausentaste drücken. Experten erwarten angesichts des deutlich niedrigeren Preisauftriebs im Euroraum, dass der für die Steuerung der Geldpolitik maßgebliche Einlagensatz bei 2,0 Prozent bleiben wird. Die Inflation war zuletzt auf 1,7 Prozent gesunken und damit unter das Ziel der Währungshüter von 2,0 Prozent. Viele Ökonomen sehen die EZB vorerst nicht unter Handlungsdruck, auch wenn eine weitere Aufwertung des Euro die Notenbanker irgendwann zu einer zinspolitischen Reaktion zwingen könnte.
Auch in Großbritannien dürfte die Notenbank die Zinsen nicht antasten. Ökonomen erwarten fast einhellig, dass der geldpolitische Schlüsselsatz bei 3,75 Prozent verharrt. Die Bank of England hatte den Leitzins in einer intern umstrittenen Entscheidung erst im Dezember um einen Viertelpunkt nach unten gesetzt. Mit Spannung erwarten Experten den Zinsausblick: Viele von ihnen spekulieren bereits auf einen weiteren Schritt nach unten im März.
Unternehmensseitig legt der Online-Handelsriese Amazon seine Zahlen für das abgelaufene Quartal vor. Analysten richten ihren Blick dabei besonders auf das stationäre Einzelhandelsgeschäft, in dem der Konzern mit einer neuen Strategie gegen den Rivalen Walmart bestehen will. Experten erwarten für die Läden einen Umsatzanstieg von 5,4 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar. Amazon hatte zuletzt angekündigt, seine Amazon Fresh und Amazon Go Standorte zugunsten der Marke Whole Foods aufzugeben und plant zudem einen ersten Mega-Store nach dem Vorbild der Konkurrenz. Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.