Neues vom Geldmarkt
Wenig verändert zeigt sich der Frankfurter Euro-Geldmarkt. Der Overnight-Satz bewegt sich wie am Donnerstag um 1,90 zu 2,07 Prozent. Die Augen der Disponenten sind bereits in Richtung der US-Notenbanksitzung in der kommenden Woche gerichtet. Zinssenkungen werden dort von rund 95 Prozent der Marktteilnehmer nicht erwartet. Für Spannung dürften aber die Aussagen von Chairman Jerome Powell sorgen. Er hatte bereits vor einer Woche in völlig untypischer Weise für die Fed mit einem Video-Statement auf die erneuten Vorwürfe der Trump-Administration reagiert. Da auch jederzeit mit der Benennung seines Nachfolgers gerechnet werden müsse, könnte Powell am kommenden Mittwoch etwas weniger Zurückhaltung an den Tag legen, so die Erwartung einiger Marktteilnehmer.
Hier die jüngsten Daten: Tagesgeld: 1,90 - 2,07 (1,90 - 2,07), Wochengeld: 1,92 - 2,09 (1,92 - 2,09), 1-Monats-Geld: 1,94 - 2,12 (1,95 - 2,13), 3-Monats-Geld: 2,02 - 2,20 (2,03 - 2,21), 6-Monats-Geld: 2,07 - 2,27 (2,08 - 2,28), 12-Monats-Geld: 2,19 - 2,38 (2,18 - 2,37), Euribors: 22.02 21.01. 3 Monate: 2,0300 2,0340, 6 Monate: 2,1490 2,1560, 12 Monate: 2,2160 2,2280
Wall Street leicht rötlich
Zum Wochenausklang dürfte es an der Wall Street zu kleineren Gewinnmitnahmen kommen. Die Futures auf die großen Aktienindizes tendieren vorbörslich knapp behauptet. An den beiden Vortagen hatten die Aktienkurse von der Kehrtwende des US-Präsidenten im Grönlandkonflikt profitiert: Donald Trump hatte seine Drohung zurückgezogen, Strafzölle auf Importe aus jenen europäischen Nato-Mitgliedsstaaten zu erheben, die als Solidaritätsbekundung Soldaten auf die zu Dänemark gehörende Insel entsandt hatten. Allerdings könnte das Wochenende allerlei Überraschungen bringen, weshalb Anleger nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden wollen.
In den Blick rückt nun wieder der Krieg in der Ukraine. Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA sollen am heutigen Freitag in Abu Dhabi zu Verhandlungen zusammenkommen. Konjunkturseitig stehen Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende und das nicht-verarbeitende Gewerbe sowie der Uni-Michigan-Index der Verbraucherstimmung zur Veröffentlichung an.
"Politisch hochbrisant": US-Ölkonzern Sunoco kauft Tanklagerbetreiber Tanquid
Der US-Ölkonzern Sunoco hat den deutschen Tanklagerbetreiber Tanquid gekauft, der Öl und chemische Produkte lagert und Pipelines betreibt. Das Bundeswirtschaftsministerium erteilte die Freigabe unter Auflagen. Die Grünen und die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatten im Sommer 2025 gefordert, den Verkauf zu stoppen. Tanquid und damit wichtige Energieinfrastruktur dürfe "nicht in die falschen Hände gelangen".
Tanquid gehörte bislang der australischen Investmentgesellschaft Macquarie, das Unternehmen betreibt 15 Tanklager in Deutschland und eins in Polen. Tanquid besitzt zudem einen 49-Prozent-Anteil einer Fernleitungsbetriebsgesellschaft, die laut "Spiegel" Kerosin für Militärflugplätze in Deutschland beliefert. "Diese militärische Infrastruktur ist für die Einsatzfähigkeit der Luftwaffen extrem wichtig - dass sie jetzt zu 49 Prozent einem US-Unternehmen gehört, ist politisch hochbrisant", sagte Jacopo Maria Pepe von der Stiftung Wissenschaft und Politik dem "Spiegel".
"Der Bau kann Wachstumsmotor werden"
In der deutschen Baubranche mehren sich die Hinweise auf ein Ende der jahrelangen Krise. Im November zog das Bauhauptgewerbe 8,5 Prozent mehr Aufträge an Land als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist bereits der vierte inflationsbereinigte Zuwachs binnen fünf Monaten. Im weniger schwankenden Dreimonatsvergleich lag der kalender- und saisonbereinigte Auftragseingang von September bis November 2025 um 3,8 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor.
"Der kräftige Anstieg der Auftragseingänge im November ist ein weiteres Indiz dafür, dass sich die Bauwirtschaft von der Krise der vergangenen fünf Jahre erholt", sagt der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien. "Zwar folgt das dicke Plus auf ein Minus im Oktober, allerdings ist der Trend klar nach oben gerichtet." Der Bau werde im laufenden Jahr eine wichtige Rolle dabei spielen, dass sich die deutsche Wirtschaft aus der Flaute herausarbeitet. Er könne sogar "zu einem Wachstumsmotor werden". Das IMK prognostiziert ein Plus bei den Bauinvestitionen von 2,5 Prozent, wobei das Bruttoinlandsprodukt insgesamt um 1,2 Prozent zulegen dürfte.
Dax mit kleinem Minus - Ölpreise legen zu
Update von der Frankfurter Börse: Der deutsche Aktienmarkt hat sich bislang im roten Gewand präsentiert. Der Dax gab am Mittag um 0,2 Prozent auf 24.812 Punkte nach. Der EuroStoxx50 notierte 0,5 Prozent tiefer bei 5924 Stellen. Der Euro lag etwas leichter bei 1,1735 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI stiegen um 0,8 beziehungsweise 1,0 Prozent.
Anleger rätseln über plötzlichen Yen-Anstieg
Ein plötzlicher Kursanstieg der japanischen Landeswährung Yen gegenüber dem US-Dollar hat Spekulationen über eine mögliche Währungsintervention ausgelöst. Der Dollar fiel zeitweise um bis zu 0,6 Prozent auf 157,41 Yen, nachdem er zuvor 0,5 Prozent fester notiert hatte. Aktuell notiert der Dollar 0,2 Prozent schwächer bei 158,02 Yen. Laut Händlern an Devisenterminals in Singapur wurde die Bewegung möglicherweise dadurch ausgelöst, dass die japanischen Behörden die Devisenkurse bei den Banken überprüften. Der japanische Finanzminister Satsuki Katayama lehnte es ab, auf Gerüchte über mögliche Zinssatzüberprüfungen zu antworten, sagte aber, dass die Behörden den Devisenmarkt mit hoher Priorität beobachteten.
Seit Sanae Takaichi im Oktober Ministerpräsidentin wurde, steht der Yen unter Druck. Er ist um gut fünf Prozent Prozent gefallen. Die japanische Notenbank ließ die Leitzinsen nach einer Anhebung im Dezember unverändert.
Indien plant große Exportoffensive
Folgendes wird in Deutschland Aufmerksamkeit erregen: Indien, das perspektivisch die Bundesrepublik als drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt ablösen möchte, will seine Exporte bis zum Jahr 2035 verdreifachen. Die Regierung von Premierminister Narendra Modi will die Produktion in 15 Branchen stärken, darunter Halbleiter, Metalle und die arbeitsintensive Lederindustrie, wie zwei Regierungsvertreter in Neu-Delhi sagten.
Ziel sei es, das jährliche Exportvolumen auf 1,3 Billionen US-Dollar zu steigern und so das Wirtschaftswachstum des Landes anzukurbeln. Die Regierung werde dazu rund eine Milliarde Dollar für den Aufbau der Infrastruktur von etwa 30 Produktionszentren ausgeben. Zudem seien Zuschüsse für Zukunftstechnologien wie Chips und Energiespeicher vorgesehen. Es ist bereits der dritte Versuch der Regierung Modi, das Produzierende Gewerbe maßgeblich zu stärken. Zwei frühere Initiativen, die Kampagne "Make in India" von 2014 und ein Anreizpaket im Umfang von 23 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2020, hatten ihr Ziel verfehlt, den Anteil der Industrie am Bruttoinlandsprodukt auf 25 Prozent zu verdoppeln.
Prognoseverfehlung drückt BASF-Aktie runter
Ein Ergebniseinbruch 2025 und die Verfehlung der eigenen Prognose macht der Aktie von BASF zu schaffen. Das Papier gab im Dax zeitweise um bis zu 2,4 Prozent nach und gehörte damit zu den schwächsten Werten. Am späten Vormittag notierte die BASF-Aktie 1,0 Prozent tiefer. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) bei BASF fiel 2025 auf 6,6 Milliarden Euro nach 7,2 Milliarden im Vorjahr - ohne das an den Finanzinvestor Carlyle verkaufte Coatingsgeschäft. Analysten hatten im Schnitt 6,7 Milliarden Euro erwartet. BASF selbst war zuletzt von einem Ergebnis am unteren Ende der Prognosespanne von 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro ausgegangen. Die Zahlen zeigten Licht und Schatten, sagt ein Händler. Beim Free Cashflow übertraf der Ludwigshafener Chemieriese die Erwartungen deutlich.
Deutsche Wirtschaft gewinnt an Stärke - PMIs deutlich höher als erwartet
Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat sich im Januar beschleunigt und ist noch etwas stärker ausgefallen als in den beiden Vormonaten. Der von S&P Global erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - stieg auf 52,5 von 51,3 Punkten im Vormonat, wie aus den Daten der ersten Veröffentlichung für den Monat hervorgeht. Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung.
Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes stieg auf 48,7 von 47,0 Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten einen Stand von 47,5 erwartet. Der Index für den Servicesektor legte zu auf 53,3 von 52,7 Punkten. Hier hatte die Prognose auf 52,7 gelautet. "Insgesamt ist das ein guter Start ins neue Jahr", kommentierte Cyrus de la Rubia, Chefökonom der Hamburg Commercial Bank.
Rüstungshersteller CSG mit starkem Börsenstart
Mit einem kräftigen Aufschlag hat die Aktie des tschechischen Rüstungsunternehmen Czechoslovak Group (CSG) sein Börsenleben begonnen. Die ersten Kurse an der Euronext in Amsterdam liegen mit 31 Euro rund 24 Prozent über dem Ausgabepreis Preis von 25 Euro. Darin spiegelt sich die Zuversicht der Anleger auf weiteren Aufrüstungsbedarf in Europa. Auch bei Rheinmetall geht es 1,4 Prozent höher.
Ölpreise stabilisieren sich
Am Rohstoffmarkt klettern die Ölpreise zunächst. So verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,8 Prozent auf 64,60 Dollar je Barrel. Das US-Öl WTI notiert 0,9 Prozent fester bei 59,89 Dollar. Die Preise stabilisieren sich, nachdem der nachgebende Ton von US-Präsident Donald Trump in Bezug auf Grönland und den Iran die Sorgen vor geopolitischen Risiken für das Angebot gemildert hatte.
Edelmetalle halten Rekordmodus
Das schwindende Vertrauen in US-Anlagen treibt die Edelmetallpreise auf neue Rekordstände. Gold verteuert sich in der Spitze um 0,6 Prozent auf 4967,03 Dollar je Feinunze, die psychologisch wichtige 5000-Dollar-Marke ist damit in Reichweite. Der Preis für Silber steht mit einem Plus von 3,3 Prozent auf 99,37 Dollar je Feinunze kurz vor der 100-Dollar-Marke. Platin notiert um bis zu 2,1 Prozent höher bei 2684,43 Dollar je Feinunze.
Das Vertrauen in die USA und deren Vermögenswerte sei erschüttert und das treibe das Kapital in Edelmetalle, sagt Kyle Rodda, leitender Marktanalyst bei Capital.com. Die unberechenbare US-Außen- und Handelspolitik wie auch die mögliche Aushöhlung der Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed durch US-Präsident Donald Trump haben viele Investoren in den vergangenen Monaten verunsichert. Der Dollar-Index ist seit Anfang 2025 um mehr als neun Prozent gefallen. Dadurch werden die in US-Dollar gehandelten Metalle für ausländische Käufer günstiger.
"Dax ist auf Richtungssuche"
Der Dax startet kaum verändert in das Wochenschlussgeschäft. Der deutsche Börsenleitindex, der gestern 1,2 Prozent fester mit 24.856 Punkten geschlossen hatte, notiert aktuell im Bereich von 24.850 Zählern.
"Der Dax ist heute auf Richtungssuche", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil und verweist darauf, dass das Thema Grönland erst einmal weitestgehend vom Tisch sei. "Nun rücken Konjunkturdaten und vor allem die Berichtssaison wieder stärker in den Fokus."
Amazon steht vor weiterem Jobabbau
Amazon plant Insidern zufolge für die kommende Woche eine zweite große Entlassungswelle. Damit wolle der Online-Händler sein Ziel erreichen, insgesamt rund 30.000 Stellen in der Verwaltung zu streichen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die neue Runde werde voraussichtlich einen ähnlichen Umfang haben wie der Abbau von etwa 14.000 Arbeitsplätzen im Oktober und könnte bereits am Dienstag beginnen.
Kospi erneut mit Gewinnen
Mit einer leicht positiven Tendenz zeigen sich die asiatischen Aktienmärkte zum Wochenausklang. Die Bank of Japan (BOJ) hat wie erwartet den Leitzins bei 0,75 Prozent bestätigt. Die Zentralbank hatte die Zinsen im Dezember auf dieses Niveau - den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten - angehoben. Die erste BOJ-Sitzung in diesem Jahr fand vor dem Hintergrund von Turbulenzen am Anleihemarkt, Sorgen um die Regierungspolitik und einem volatilen Yen statt. In ihrem vierteljährlichen Ausblick hielt die BOJ an der Einschätzung fest, dass die zugrunde liegende Inflation - die volatile und vorübergehende Faktoren ausklammert - in naher Zukunft ihr Ziel von 2 Prozent erreichen wird.
Der Nikkei zeigt sich mit einem moderaten Plus von 0,2 Prozent. An den chinesischen Börsen geht es ebenfalls leicht aufwärts. Der Shanghai- omposite verbessert sich um 0,2 Prozent und der Hang-Seng-Index steigt um 0,4 Prozent. Der Kospi in Seoul gewinnt 0,5 Prozent. Gestern hatte der Index erstmalig kurzzeitig die Marke von 5000 Punkten überwunden. In Sydney beendete der S&P/ASX-200 den Handel mit einem Plus von 0,1 Prozent.
Hoher Goldpreis ist verdächtig
Mit einem eher orientierungslosen Handel rechnen Händler. Nach dem Weltwirtschaftsforum in Davos und dem Rückzieher von US-Präsident Trump beim Thema Grönland und Zusatzzölle sei der Markt auf Richtungssuche. "Das große, übergeordnete Thema ist jetzt erstmal weg", so ein Händler. Der Markt müsse sich erst wieder umstellen auf Konjunkturthemen und Einzelunternehmen in der Berichtssaison. Dies sei aufwendig und dürfte einige Tage dauern. Dazu komme die Unklarheit, welche Details zum Thema Grönland ausgehandelt worden seien. Als "verdächtig" wird dabei der weiterhin hohe Goldpreis genannt. Dies zeige, dass es weiter Bedarf an sicheren Häfen gebe, meint Analystin Kathleen Brooks von XTB.
Klar im Fokus stehen die neuen Einkaufsmanagerindizes (PMI) für die Industrie rund um den Globus. Für Deutschland sind sie von zentraler Bedeutung. Erste Daten aus Asien zeigen ein durchwachsenes Bild der globalen Industrie: In Indien läuft es weiter rund mit sehr starken Werten, in Japan gibt es laut S&P Global zwar ein stärkeres Wachstum bei der Produktion, jedoch begleitet von einem zunehmenden Inflationsdruck.
Das ist los im Devisenhandel
Im asiatischen Devisenhandel gewinnz der Dollar 0,1 Prozent auf 158,58 Yen und gibt 0,1 Prozent auf 6,9632 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,7903 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1744 Dollar und zieht leicht auf 0,9281 Franken an. Der Dollar-Index, der den Wert des Greenbacks zu einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, bewegt sich in der Nähe seiner Jahrestiefststände.
Intel enttäuscht Anleger
Der wachsende Bedarf an Server-Prozessoren hat Intel zu einem Quartalsergebnis über Markterwartungen verholfen. Wegen Lieferengpässen bei Rohstoffen enttäuschte der Chipkonzern mit seinem Ausblick. "Unsere Vorräte werden im ersten Quartal auf ihren niedrigsten Stand fallen, bevor sie sich wieder erholen", prognostizierte Intel-Chef David Zinsner. Die Aktien des kriselnden Konzerns fielen daraufhin im nachbörslichen Geschäft der Wall Street um fünf Prozent.
Für das laufende Quartal stellte Zinsner einen Umsatz zwischen 11,7 und 12,7 Milliarden Dollar sowie ein bereinigtes Ergebnis an der Gewinnschwelle in Aussicht. "Die Nachfrage bleibt dank des Siegeszugs Künstlicher Intelligenz (KI) stark", betonte er. Durch den weltweiten Bauboom bei Rechenzentren steigt nicht nur die Nachfrage nach KI-Spezialprozessoren, sondern auch nach klassischen Serverchips.
Im abgelaufenen Vierteljahr gingen die Erlöse zwar um vier Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar zurück. Der Überschuss stieg dagegen um 15 Prozent und übertraf mit 0,15 Dollar je Aktie die Analystenprognosen um fast das Doppelte.
Zinsen bleiben in Japan ein Thema
Die asiatischen Aktienmärkte legen mehrheitlich zu, nachdem die japanische Notenbank wie erwartet ihre Zinsen unverändert gelassen hat. In Tokio steigt der Nikkei-Index um 0,5 Prozent auf 53.944,25 Punkte und der breiter gefasste Topix legt um 0,6 Prozent auf 3636,30 Zähler zu. Der Shanghai Composite gewinnt 0,3 Prozent auf 4133,58 Stellen. Gegen den Trend fällt jedoch der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen um 0,3 Prozent auf 4707,04 Punkte.
Im Fokus der Anleger steht die Bank of Japan (BOJ), die ihren Leitzins wie erwartet bei 0,75 Prozent beließ. Zuvor veröffentlichte Inflationsdaten zeigten für Dezember einen Anstieg der Kernrate um 2,4 Prozent. Die Entscheidung wird jedoch von politischer Unsicherheit überschattet, nachdem Ministerpräsidentin Sanae Takaichi Neuwahlen für Februar angekündigt hat. Ihre Pläne für eine expansive Fiskalpolitik ließen die Renditen für Staatsanleihen zuletzt stark ansteigen. "Die politische Unsicherheit bleibt jedoch hoch. Weitere Drehungen und Wendungen sind wahrscheinlich", so Analysten der Societe Generale.
Trump verklagt JPMorgan und Chef Dimon auf Milliarden
US-Präsident Donald Trump hat die US-Großbank JPMorgan und deren Vorstandschef Jamie Dimon auf Schadenersatz in Höhe von fünf Milliarden Dollar verklagt. Der Vorwurf lautet auf politisch motivierte Kontoschließungen, sogenanntes "Debanking". JPMorgan sei nicht befugt gewesen, dies zu tun, sagte Trump. In der bei einem Gericht im Bundesstaat Florida eingereichten Klage beschuldigt Trump das größte Geldhaus der USA, Konten von ihm und seinen Hotelbetrieben geschlossen zu haben, um einer politischen Agenda zu folgen. Dimon habe zudem eine "Schwarze Liste" erstellt, um andere Banken vor Geschäften mit der Trump-Organisation und der Familie des Präsidenten zu warnen.
JPMorgan wies die Anschuldigungen zurück. Man bedauere die Klage des Präsidenten und halte sie für unbegründet, teilte die Bank mit. Kontoschließungen erfolgten nicht aus politischen oder religiösen Gründen, sondern basierten auf rechtlichen Risiken oder regulatorischen Vorgaben. Trump argumentiert dagegen, die Bank habe gegen ihre eigenen Richtlinien verstoßen, um auf einer "politischen Welle" mitzuschwimmen. Durch die erzwungene Suche nach neuen Bankverbindungen sei sein Ruf erheblich geschädigt worden.
China wird Wachstumsziel senken
China wird sich offenbar für das Jahr 2026 ein niedrigeres Wachstumsziel von 4,5 bis fünf Prozent setzen. Dies berichtete die Zeitung "South China Morning Post" unter Berufung auf drei Insider. Ein solches Ziel würde eine Toleranz für eine moderate Verlangsamung signalisieren, da die Regierung in Peking die Bedeutung einer "qualitativ hochwertigen" Entwicklung betone, schrieb die Zeitung. Das langsamere globale Wachstum belastet die Aussichten der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, auch wenn diese zuletzt einen Handelsüberschuss von 1,2 Billionen Dollar erzielte.
TikTok wendet US-Verbot ab
ByteDance hat mit der Gründung eines mehrheitlich US-geführten Gemeinschaftsunternehmens ein drohendes Verbot der Video-App TikTok in den USA abgewendet. Wie der chinesische TikTok-Mutterkonzern mitteilte, sollen an der neuen Firma der Cloud-Riese Oracle, die Beteiligungsgesellschaft Silver Lake und die Investmentfirma MGX aus Abu Dhabi mit jeweils 15 Prozent beteiligt sein. Die Daten der US-Nutzer sollen künftig in der Cloud von Oracle gesichert werden. Das Unternehmen werde zudem den Empfehlungsalgorithmus von TikTok auf der Grundlage von US-Nutzerdaten neu trainieren, testen und aktualisieren, erklärte TikTok. Mit dem Abkommen wird ein jahrelanger Streit beigelegt, den die US-Regierung aus Sorge um die nationale Sicherheit begonnen hatte.
Inflation in Japan schwächt sich ab
Die Inflation in Japan hat sich im Dezember abgeschwächt. Sie bleibt jedoch über dem Ziel der Notenbank Bank of Japan (BOJ) von zwei Prozent. Der Kernverbraucherpreisindex, der die schwankungsanfälligen Kosten für frische Lebensmittel ausklammert, stieg im Jahresvergleich um 2,4 Prozent, wie aus Daten hervorgeht. Damit wurde die mittlere Marktprognose getroffen. Im November hatte der Anstieg noch 3,0 Prozent betragen. Es wird erwartet, dass die BOJ auf ihrer am Freitag zu Ende gehenden Sitzung ihren Leitzins bei 0,75 Prozent belässt, jedoch ihre Bereitschaft zu weiteren Zinserhöhungen signalisiert.
Rüstungsriese geht an die Börse, Dax über die 25.000?
Der Dax hat rechtzeitig vor dem Wochenschluss die Kurve gekriegt: Im gestrigen Geschäft gewann der deutsche Börsenleitindex 1,2 Prozent, schloss mit einem Stand von 24.856 Punkten. Aktuell wird an den Börsen eingepreist, dass US-Präsident Donald Trump förmlich und wie für den Marktstrategen Michael Brown von Pepperstone vorhersehbar die Zollandrohungen im Zusammenhang mit Grönland zurücknahm. Dies geschah nach einem "sehr produktiven" Treffen mit NATO-Generalsekretär Rutte, bei dem man sich auf einen "Rahmen" bezüglich Grönlands und des "Hohen Nordens" im Allgemeinen einigte. Während weitere Gespräche über die Details dieses Deals folgen werden, spielen diese Einzelheiten für die Finanzmärkte kaum eine Rolle. Der Kern der Sache ist, dass das geopolitische Risiko durch diese Nachricht unbestreitbar um mehrere Stufen gesunken ist.
Heute blicken die Anleger zunächst nach Tokio, denn Japans Notenbank dürfte nach der jüngsten Zinserhöhung diesmal stillhalten. Experten erwarten, dass die Bank of Japan (BOJ) den Leitzins bei 0,75 Prozent belässt. Nach einer lange Zeit auf Niedrigzinsen ausgerichteten Geldpolitik ist dies das höchste Niveau seit 30 Jahren. Es wird allerdings erwartet, dass die Währungshüter um BOJ-Chef Kazuo Ueda ihre Wachstumsprognose anheben. Zugleich könnten sie Bereitschaft zu weiteren Zinserhöhungen signalisieren, um den Inflationsdruck einzudämmen.
Unternehmensseitig strebt der tschechische Rüstungskonzern Czechoslovak Group (CSG) am Freitag in Amsterdam den wohl weltweit größten Börsengang der Branche an. Das Unternehmen mit Sitz in Prag will bis zu 15,2 Prozent der Anteile listen und damit rund 3,8 Milliarden Euro einnehmen. Diese fließen größtenteils an den Eigentümer Michal Strnad. Insgesamt wird das Unternehmen mit rund 25 Milliarden Euro bewertet. CSG zählt zu den am schnellsten wachsenden Rüstungskonzernen der Welt, stellt unter anderem Munition sowie schweres Gerät her und expandiert in das Geschäft mit Triebwerken. Parallel zum Debüt in den Niederlanden sollen die Aktien ab Freitag an der Prager Börse in tschechischen Kronen gehandelt werden.