Lululemon-Kurs kommt unter die Räder
Lululemon hat wegen einer schwächelnden Nachfrage und harter Konkurrenz seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das Gesamtjahr gesenkt. Die Aktien des kanadischen Sportbekleidungsherstellers fielen im nachbörslichen Handel um rund neun Prozent. Lululemon rechnet für das Geschäftsjahr 2026 nun mit einem stagnierenden bis um ein Prozent rückläufigen Umsatz, nachdem zuvor ein Plus von zwei bis vier Prozent in Aussicht gestellt worden war. Der Gewinn je Aktie soll zwischen 10,95 und 11,15 Dollar liegen, statt der bisher erwarteten 12,10 bis 12,30 Dollar.
Neben der hohen Inflation, die Kunden bei teuren Artikeln sparen lässt, machen dem Konzern aufstrebende Konkurrenten wie Alo Yoga und Vuori auf dem US-Markt zu schaffen. Dort sanken die Erlöse im ersten Quartal währungsbereinigt um vier Prozent, während sie in China um 23 Prozent zulegten. Die künftige Chefin Heidi O'Neill, die ihr Amt im September antritt, steht nun vor der Aufgabe, das Wachstum wieder anzukurbeln.
US-Arbeitsmarktdaten rücken in den Fokus
Die europäischen Aktienmärkte dürften mit Abgaben in den letzten Handelstag der Woche starten. Angesichts der Entwicklung an der Wall Street und in Asien könnten bei Technologieaktien, besonders aus dem Chipsektor, Gewinnmitnahmen für Druck sorgen.
Einen möglicherweise frischen Impuls könnte später am Tag der US-Arbeitsmarktbericht für Mai liefern. Gerechnet wird mit einem Jobwachstum von nur 80.000 Stellen. Dies würde eine deutliche Abkühlung signalisieren, nachdem das Beschäftigungswachstum im März und April überraschend stark ausgefallen war.
Weiter unklar bleibt die Lage im Nahost-Konflikt. Es zeichnet sich weiterhin keine Friedenslösung zwischen den USA und dem Iran ab, zumal die vom Iran unterstützte Hisbollah nicht nur den von den USA vermittelten Waffenstillstand zwischen Israel und Libanon ablehnt. Offenbar kam es zu erneuten Kämpfen zwischen der Hisbollah und dem israelischen Militär im Libanon. Unterdessen habe US-Präsident Trump die Möglichkeit eines Treffens mit dem obersten Führer des Iran ins Spiel gebracht, falls [die USA] eine Einigung erzielen sollten, so die Analysten von CIMB Treasury and Markets Research.
"Als Broadcom die Erwartungen enttäuschte …"
Anleger an den asiatischen Aktienmärkten ziehen sich vor dem Wochenende zurück. Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten und Sorgen über eine Eskalation im Nahen Osten drücken die Kurse. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans fällt im frühen Handel um 1,6 Prozent. Der technologielastige südkoreanische Kospi rutscht um mehr als sechs Prozent ab. In Tokio verliert der Nikkei 1,58 Prozent auf 66.406,17 Punkte. Der breiter gefasste Topix legt dagegen minimal um 0,01 Prozent auf 3952,44 Zähler zu.
Die ins Stocken geratene Friedensvermittlung der US-Regierung im Nahen Osten dämpft die Risikobereitschaft der Investoren. Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz lehnte eine Waffenruhe im Libanon ab, während Israel einen Truppenabzug ausschloss. Zudem belasten enttäuschende Zahlen des US-Chipherstellers Broadcom die asiatischen Technologiewerte. "Südkorea war einer der größten Profiteure des KI-Speicher-Superzyklus. Als Broadcom die KI-Erwartungen enttäuschte, haben die Anleger schnell das Risiko aus der gesamten Halbleiterkette genommen", sagt Charu Chanana, Chef-Anlagestratege bei Saxo.
Japan droht mit Eingriff am Devisenmarkt
Angesichts der anhaltenden Talfahrt des Yen hat die japanische Regierung erneut mit einem Eingreifen am Devisenmarkt gedroht. Japan behalte sich das Recht vor, "entschlossene Maßnahmen" gegen eine übermäßige Volatilität zu ergreifen, sagte Finanzministerin Satsuki Katayama. Zuvor war die heimische Währung am Mittwoch zum ersten Mal seit Ende April wieder auf die Marke von 160 Yen pro Dollar gefallen, die an den Märkten als Schmerzgrenze für mögliche staatliche Interventionen gilt. Gleichzeitig zeigten offizielle Daten, dass die massiven Stützungskäufe der vergangenen Wochen tiefe Löcher in die Staatskasse gerissen haben.
Die Währungsreserven des Landes fielen im Mai um 5,6 Prozent oder 77,1 Milliarden Dollar auf 1,306 Billionen Dollar, wie das Finanzministerium mitteilte. Dies ist der stärkste jemals verzeichnete Rückgang. Bereits in der Vorwoche hatten Daten gezeigt, dass Japan seit Ende April 11,7 Billionen Yen (gut 73 Milliarden Dollar) zur Stützung der Währung ausgegeben hatte. Um dies zu finanzieren, wurden offenbar im großen Stil ausländische Wertpapiere abgestoßen: Deren Bestände schrumpften um 75,6 Milliarden auf 931,7 Milliarden Dollar. "Es scheint, dass US-Staatsanleihen verkauft wurden, um die Marktinterventionen zu finanzieren", sagte Tsuyoshi Ueno, Chefökonom beim NLI Research Institute. Tokio habe bereits signalisiert, dass es bereit sei, US-Papiere für solche Operationen zu verkaufen. Japan verfügt nach China über die weltweit zweitgrößten Währungsreserven.
S&P tritt bei SpaceX auf die Bremse
Der Indexanbieter S&P Global hält nach eigenen Angaben an seinen strengen Aufnahmeregeln fest und dämpft damit die Börsengangspläne von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX. "Ausnahmen von den Anforderungen an die wirtschaftliche Tragfähigkeit, die Mindestdauer der Börsennotierung und den Streubesitzfaktor sollten nicht allein aufgrund der Marktkapitalisierung gewährt werden", teilte das Unternehmen mit. Damit ist eine schnelle Aufnahme von SpaceX in den Leitindex S&P 500 nach dem geplanten Börsengang faktisch vom Tisch. Unternehmen müssen mindestens zwölf Monate an einer anerkannten Börse notiert sein, bevor sie für den S&P 500 infrage kommen.
SpaceX strebt bei seinem Börsendebüt einen Erlös von 75 Milliarden Dollar an, was einer Bewertung des Unternehmens mit 1,75 Billionen Dollar entspräche und es sofort in die Riege der zehn wertvollsten US-Konzerne katapultieren würde. Während der Konkurrent FTSE Russell neue Regeln für eine beschleunigte Indexaufnahme angekündigt hat, für die SpaceX infrage kommt, pocht S&P auf nachweisliche Profitabilität und eine längere Börsenhistorie.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar, gestützt von den Spannungen im Nahen Osten, geringfügig auf 159,96 Yen und legt leicht auf 6,7756 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,7891 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1613 Dollar und zog leicht auf 0,9164 Franken an.
"We will drill baby, drill!"
Der Dax steuert auf einen Wochenabschlag zu. Ausschlaggebend dafür waren die Verluste zur Wochenmitte. Im gestrigen Geschäft ging es für den deutschen Börsenleitindex bei zugegebenermaßen recht dünnem Handel 0,6 Prozent aufwärts, bis zu einem Schlusskurs von 24.945 Punkten. Stützend wirkte dabei etwa ein gefallener Ölpreis – nach zuletzt drei Tagen mit Preisaufschlägen in Folge.
Heute dürfte der Blick der Anleger Richtung USA wandern. Zum einen legt die US-Regierung den Arbeitsmarktbericht für Mai vor. Dieser liefert ein umfassendes Bild über die Job-Lage in der größten Volkswirtschaft der Welt. Ökonomen erwarten ein Stellenplus von rund 85.000, nach einem Zuwachs von 115.000 im April. Die Daten genau im Blick hat auch die US-Notenbank Federal Reserve, die Vollbeschäftigung fördern und Preisstabilität sichern soll. Mit einem Zinsschritt der Zentralbank rechnen Fachleute am Finanzmarkt allerdings vorerst nicht.
Zum anderen versteigert die US-Regierung Bohrrechte für Öl und Gas im arktischen Naturschutzgebiet Arctic National Wildlife Refuge in Alaska. Das Innenministerium bietet dabei Lizenzen für eine Fläche von mindestens 162.000 Hektar an. Es ist die erste von vier Auktionen, die durch ein im vergangenen Jahr von US-Präsident Donald Trump unterzeichnetes Gesetz auf den Weg gebracht worden sind. Die Erschließung der Region, in der bis zu 11,8 Milliarden Barrel förderbares Öl vermutet werden, ist stark umstritten. Während Befürworter auf Arbeitsplätze und Einnahmen hoffen, warnen Umweltschützer vor den Folgen für das Ökosystem, das unter anderem Lebensraum für Eisbären und Karibus ist.
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