SpaceX bringt US-Mobilfunkaktien ins Trudeln
SpaceX mit seinem Satellitenbetreiber Starlink fordert die etablierten US-Mobilfunkanbieter wie T-Mobile US und Verizon heraus. SpaceX vereinbarte den Kauf eines landesweiten Portfolios an Niederfrequenz-Spektren, um künftig Mobilfunkverbindungen direkt aus dem All auf Smartphones anzubieten. Verkäufer der 800-Megahertz-Frequenzen ist der Finanzinvestor Grain Management, der sein Portfolio vollständig abgibt. Finanzielle Details wurden nicht genannt.
Mit dem Zukauf überwindet SpaceX des Unternehmers Elon Musk eine der größten technischen Hürden für satellitengestützte Mobilfunknetze. Die Niederfrequenzen können Hindernisse wie Wände oder Bäume besser durchdringen. Sie sollen das bestehende globale 2-Gigahertz-Spektrum von Starlink Mobile ergänzen, das für hohe Bandbreiten ausgelegt ist. Das Geschäft muss noch von der US-Kommunikationsbehörde FCC genehmigt werden.
An der Börse sorgte der Vorstoß für Unruhe, da Investoren einen aggressiven Preiskampf auf dem ohnehin gesättigten US-Mobilfunkmarkt befürchten. Aktien von T-Mobile US, Verizon und AT&T fielen im nachbörslichen US-Handel um jeweils mehr als fünf Prozent.
Hohe KI-Investitionen verunsichern Anleger
Die Aktienmärkte in Asien stehen vor dem zweiten Wochenverlust in Folge. Die hohen Energiepreise, Turbulenzen am Anleihemarkt und die enormen Summen, die für Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) erforderlich sind, beunruhigen die Anleger. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans gibt um 0,16 Prozent nach. Für die Woche zeichnet sich ein Minus von mehr als einem Prozent ab. In Tokio fällt der Nikkei-Index um 0,8 Prozent auf 68.512,30 Punkte. Der breiter gefasste Topix bleibt fast unverändert bei 4092,50 Zählern.
Größter Verlierer im Nikkei ist die SoftBank Group, ein wichtiger Investor in OpenAI. Die Aktie bricht um 5,40 Prozent ein. Furukawa Electric fallen um 4,83 Prozent, gefolgt von Murata Manufacturing, die 4,68 Prozent verlieren. Die größten prozentualen Gewinner im Index sind Nomura Research Institute mit einem Plus von 5,13 Prozent, gefolgt von Baycurrent mit einem Zuwachs von 3,97 Prozent und Shift mit 3,92 Prozent.
Der Shanghai Composite verliert 1,0 Prozent auf 3773,76 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fällt 1,2 Prozent auf 4258,35 Punkte. Die Märkte in Südkorea und Taiwan sind wegen eines Feiertags geschlossen.
US-Regierung attackiert Microsoft
Die US-Regierung wirft Microsoft den Missbrauch des Verfahrens vor, das qualifizierten ausländischen Fachkräften die Einwanderung in die USA ermöglicht. Im vergangenen Jahr habe der Windows-Konzern 6.000 amerikanische Beschäftigte entlassen und zugleich von 6.300 Mitarbeitern aus dem Ausland mit H-1B-Visa profitiert, sagte Vizepräsident JD Vance.
Nach mehrfacher Verlängerung der H-1B-Visa können Unternehmen für Mitarbeiter ein dauerhaftes Bleiberecht beantragen. Seit Jahrzehnten ist das der Weg, auf dem talentierte Fachleute aus aller Welt in amerikanischen Top-Unternehmen landen. Unter anderem der aktuelle Microsoft-Chef Satya Nadella erhielt einst in den 90er Jahren ein H-1B-Visum. Auch Google-Chef Sundar Pichai arbeitete einst damit. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump kritisiert das System jedoch schon seit langem, da es amerikanische Arbeitnehmer benachteilige, die durch Ausländer ersetzt würden. Unternehmen kontern, dass es in den USA in vielen Fällen nicht genug Spezialisten gebe.
Das ist los im frühden Devisenhandel
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,1 Prozent auf 158,07 Yen und legt leicht auf 6,6982 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent niedriger bei 0,8302 Franken. Parallel dazu steigt der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1224 Dollar und zieht leicht auf 0,9319 Franken an.
Renditeschock nimmt kein Ende
Mit einem Wochengewinn sieht es für den Dax schlecht aus. Nach dem 1,4-Prozent-Abschlag zur Wochenmitte ließ der deutsche Börsenleitindex im gestrigen Geschäft ein Minus von 1,2 Prozent folgen, schloss mit 24.807 Punkten zudem unter der psychologisch wichtigen 25.000er-Marke. Sorgen machte dabei vor allem der ungebremste Anstieg der US-Renditen. Die 10-jährige Staatsanleihe steht nahe eines 24-Jahreshochs. Die 30-jährige hat bereits ein neues Dekadenhoch erreicht. In Großbritannien wurde sogar bei den langlaufenden "Gilts" die gefürchtete 6 Prozentmarke erneut überboten.
Zum Wochenschluss treffen sich die Wirtschafts- und Finanzminister der Europäischen Union in Luxemburg. Themen sind unter anderem geplante Spar- und Investitionsunion sowie die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Bankensektors. Diskutiert werden dürfte auch eine mögliche Übergewinnsteuer für Energieunternehmen, die derzeit von den hohen Ölpreisen profitieren. Für eine solche Abgabe macht sich Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) stark. Die Minister stimmen zudem die EU-Positionen für die anstehenden Jahrestagungen von G20 und IWF sowie die UN-Klimakonferenz COP31 ab. Eine Pressekonferenz ist für 15.00 Uhr geplant.
Zudem äußert sich zum Abschluss seines zweitägigen Besuchs in Peking EU-Handelskommissar Maros Sefcovic auf einer Pressekonferenz zu seinen Gesprächen mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao. Im Zentrum der Reise steht das wachsende Handelsdefizit der Europäischen Union mit der Volksrepublik. Die EU fordert von China Maßnahmen zur Marktöffnung für europäische Unternehmen sowie Exportobergrenzen, um die heimische Industrie vor stark steigenden Einfuhren etwa von Elektroautos, Maschinen oder Chemikalien zu schützen. Sefcovic strebt greifbare Ergebnisse an, die den Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel Mitte Oktober in Brüssel vorgelegt werden können.
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