Wirtschaft

Tech-Werte unter DruckSteigende Ölpreise drücken Stimmung an der Wall Street

08.10.2026, 22:32 Uhr
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Die hohen Energiepreise verstärkten die Spekulationen auf weiter steigende Zinsen der Notenbanken. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Brent und WTI verteuern sich um jeweils rund fünf Prozent. Anleger blicken nervös auf die kommende Berichtssaison. Vor allem Chipwerte wie Nvidia und Intel geben nach. Für starke Quartalszahlen sorgt Samsung Electronics.

Ein Anstieg beim Ölpreis hat am Donnerstag erneut für fallende Kurse an den US-Börsen gesorgt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte 0,3 Prozent tiefer bei 51.052,75 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 7778,64 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,9 Prozent auf 27.289,40 Stellen.

Anhaltende Versorgungsängste wegen des Iran-Krieges, aber auch ein Hurrikan, der auf die Offshore-Fördergebiete in den USA zusteuert, trieben die Ölpreise nach oben. Die Öl- und Gasproduzenten im Golf von Mexiko hatten bis Mittwoch laut der Marine Minerals Administration insgesamt etwa ein Viertel ihrer aktuellen Ölproduktion und rund 16 Prozent ihrer aktuellen Erdgasproduktion eingestellt. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verteuerten sich jeweils um rund fünf Prozent auf 105,69 und 92,65 Dollar je Fass (159 Liter). "Wir kämpfen mit doppeltem Gegenwind durch die Energiepreise und die Renditen von Staatsanleihen. Zudem ist die Nachrichtenlage bei den Konjunkturdaten dünn", sagte Art Hogan, Chefstratege beim Vermögensverwalter B. Riley. "Es herrscht eine Art abwartende Haltung vor der Berichtssaison, die ja erst nächste Woche richtig losgeht."

Die hohen Energiepreise verstärkten die Spekulationen auf weiter steigende Zinsen der großen Notenbanken, um den Inflationsdruck in den Griff zu bekommen. An den Anleihemärkten blieb die Lage daher weiter angespannt. Die Verzinsung der zehnjährigen US-Anleihe lag bei 5,2720 Prozent und damit nur leicht unter dem am Vortag erreichten 24-Jahres-Hoch von 5,3645 Prozent.

Dies belastete insbesondere Technologiewerte, denn höhere Zinsen der US-Notenbank verteuern die Investitionen wachstumsstarker Firmen. Die Aktien von Unternehmen wie Intel, Nvidia und Broadcom verloren zwischen 1,3 und 3,5 Prozent. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge plant Broadcom zudem eine Finanzierung in Höhe von 50 Milliarden Dollar für den KI-Entwickler OpenAI. Dies schürte Befürchtungen, dass eine massive Emission von Schuldtiteln durch Technologieunternehmen den Wettbewerb um Kapital verschärfen könnte.

Selbst die starken Quartalszahlen von Samsung Electronics konnten die Stimmung nicht aufhellen. "Stattdessen nutzten Anleger die guten Nachrichten für Gewinnmitnahmen", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. Der gemessen am Umsatz weltgrößte Speicherchip-Hersteller stellte fast eine Verneunfachung seines Gewinns im dritten Quartal in Aussicht. Die Samsung-Papiere gaben 2,4 Prozent nach. Die Titel des US-Rivalen Micron verloren 1,7 Prozent. "Wenn selbst überzeugende Unternehmenszahlen nicht mehr für steigende Kurse sorgen, ist das ein Warnsignal für die gesamte Aktienrally", resümierte Lipkow.

Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgte Pacira. Die Aussicht auf eine Übernahme durch den Pharmakonzern Viatris trieb die Aktie des Schmerztherapie-Spezialisten um 44 Prozent nach oben. Gefragt waren auch die Papiere von PepsiCo mit einem Plus von 1,3 Prozent. Der US-Getränke- und Snackhersteller hat zwar seine Jahresgewinnprognose gesenkt. Dennoch rechnet PepsiCo mit einem Jahresumsatz am oberen Ende der bisherigen Spanne von vier bis sechs Prozent.

Quelle: ntv.de, bho/rts

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