Dax schließt nach Trump-Drohungen mit Verlusten
Der deutsche Aktienmarkt hat mit Verlusten geschlossen. Der Dax gab 1 Prozent auf 24.195 Punkte nach. Belastend wirkten neue Drohungen von US-Präsident Donald Trump. Dieser erklärte, der Iran habe sich für die Aushandlung eines Friedensabkommens zu viel Zeit gelassen und müsse nun "den Preis dafür bezahlen". Die Anleger dürften aber Zweifel haben, dass die USA tatsächlich eine neue Großoffensive gegen den Iran starten werden. Eine solche dürfte noch weniger Aussicht auf Erfolg haben als die zu Beginn des Irankriegs. Der Preis von Brent zog zwar an, blieb mit 92,54 Dollar aber klar unter den kritischen Niveaus.
Etwas Unterstützung kam von den US-Verbraucherpreisen. Im Mai sind diese zwar deutlich um 0,5 Prozent gegenüber April gestiegen wegen der Verteuerung von Benzin. "Ansonsten hält sich der Inflationsdruck im Rahmen, wie die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel von 0,2 Prozent belegt. Die US-Notenbank dürfte daher durch den Inflationsanstieg hindurchschauen und die Leitzinsen nicht anheben", so die Commerzbank.
Am Donnerstag entscheidet die EZB über ihre Geldpolitik. Es wird erwartet, dass sie die Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben wird. Im Fokus dürfte daher der Ausblick stehen.
Unter Abgabedruck standen Softwaretitel. Weiterhin scheint bei den Anlegern die Sorge umzugehen, dass das traditionelle Geschäftsmodell durch die KI-Disruption bedroht ist, die sogenannte "SaaSpocalypse". Für SAP ging es 3,2 Prozent nach unten, Nemetschek verloren 1,9 Prozent.
Aber auch Aktien aus dem Chipsektor hatten es schwer. Aixtron verloren 2,3 Prozent, Suss Microtec 2,6 Prozent und Infineon 0,7 Prozent. Für den KI-Ausstatter Siemens Energy ging es gleich um 6,5 Prozent nach unten. Der starke Liquiditätsentzug durch den 80 Milliarden schweren Börsengang von SpaceX am Freitag und die Kapitalerhöhung bei Alphabet - ebenfalls im Umfang von rund 80 Milliarden Dollar hatten zuletzt belastet. Der Börsengang von SpaceX dürfte Signalwirkung weit über den Techsektor hinaus haben.
Der erfolgte erweiterte Start von Amazons Teilladungsverkehr könnte für ein härteres Wettbewerbsumfeld in der Frachtbranche sorgen, so Raymond James. Allerdings merkten die Analysten an, dass etablierte Spediteure in Bereichen wie der Terminaldichte und der Abholungs- und Zustellungsabwicklung weiterhin die Oberhand hätten. Dennoch zeigte sich der Sektor belastet: Im Dax gaben Deutsche Post um 1,8 Prozent nach.
Heidelberger Druckmaschinen will die im abgelaufenen Geschäftsjahr verfehlte Margenverbesserung nun im neuen Jahr schaffen und peilt bei einem stabilen Konzernumsatz eine "spürbare Verbesserung" der bereinigten Marge zum Vorjahr an. Der Kurs legte um 6 Prozent zu.
Am übrigen Markt zeigten sich Krones 2,7 Prozent schwächer, nachdem der Hersteller von Getränkeabfüllmaschinen die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 sowie die bis 2028 angestrebten Mittelfristziele bestätigt hatte. Das war den Anlegern offenbar nicht genug.
Die am Vortag schon festeren Adidas kamen um weitere 2,8 Prozent voran, nachdem die Analysten von RBC die Aktie auf "Outperform" erhöht hatten. Zugleich entzogen sie der Aktie des Konkurrenten Nike die "Overweight"-Empfehlung.
Druck auf die EZB wächst
Ölpreisschock, gestiegene Inflation, hohe Benzinpreise: Angesichts der stark anziehenden Verbraucherpreise im Euroraum dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen erstmals seit 2023 erhöhen. Ihre Entscheidung gibt die Notenbank an diesem Donnerstag um 14.15 Uhr bekannt. Der für Sparer und Banken wichtige Einlagenzins liegt seit Sommer 2025 bei 2,0 Prozent.
Der Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges hat die Inflation in der Eurozone kräftig befeuert. Im Mai lagen die Verbraucherpreise laut Statistikamt Eurostat um 3,2 Prozent über Vorjahresniveau. Schon im April war die Teuerung mit 3,0 Prozent stark erhöht. Die Zielmarke der EZB, die mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent im Euroraum anstrebt, ist damit deutlich überschritten - und der Druck auf die Notenbank wächst.
Frachtdienst von Amazon setzt US-Spediteure unter Druck
Die Aktien von US-Speditionsunternehmen geraten angesichts eines neuen Angebots von Amazon unter Druck. Die Aktien des Logistikers Old Dominion brachen um mehr als sechs Prozent ein. J.B. Hunt und Knight Swift rutschen um drei Prozent ab. Papiere von FedEx verlieren 2,2 Prozent. Amazon kündigte an, seine Teilladungstransporte in den USA auszuweiten. Unternehmen jeder Größe können damit Amazon zufolge Sendungen an beliebige Ziele ausliefern lassen.
Iran-Sorgen bremsen US-Börsen
Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben die Stimmung an der Wall Street zur Wochenmitte getrübt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor am Vormittag (Ortszeit) 0,6 Prozent auf 50.597 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 fiel um 0,4 Prozent auf 7357 Zähler.
Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte um 0,5 Prozent auf 25.555 Punkte ab. Die Nervosität der Anleger stieg, nachdem US-Präsident Donald Trump eigenen Aussagen zufolge kurz davor war, neue Angriffe auf Kraftwerke und Brücken im Iran anzuordnen. Trump hatte in einem Post auf der Plattform Truth Social geschrieben, dass der Iran zu lange brauche, um eine Vereinbarung zu erreichen und nun den Preis dafür zahlen müsse. Details nannte er nicht.
Thyssenkrupp macht Kasse mit Ex-Edelstahltochter AST
Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat mit dem Verkauf seiner Restbeteiligung an der früheren italienischen Edelstahltochter AST Kasse gemacht. Das Paket in Höhe von 15 Prozent sei an den bisherigen Partner Arvedi veräußert worden, teilte das Unternehmen mit. Thyssenkrupp nehme durch die Transaktion einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag ein. Die Arvedi Gruppe werde nun alleiniger Eigentümer von AST.
Mit dem Schritt sei die 2021 getroffene Vereinbarung um den Verkauf des Edelstahlwerks im italienischen Terni und der dazugehörigen Vertriebsorganisationen in Deutschland, Italien und der Türkei abgeschlossen, erklärte der Konzern. Thyssenkrupp treibt seine strategische Neuausrichtung konsequent voran. Vorstandschef Miguel Lopez will mit dem Zukunftsmodell ACES 2030 die AG zu einer Finanzholding umbauen, in der eigenverantwortliche Unternehmen unter einem Dach agieren.
Pläne für Truth Social über Bord geworfen
Die Trump Media and Technology Group (TMTG) und TAE Technologies haben ihre Pläne für eine Abspaltung der Social-Media-Plattform Truth Social verworfen. Auch bestimmte andere Medienwerte von TMTG sollten nicht mehr in ein neues börsennotiertes Unternehmen ausgegliedert werden, teilten die beiden Firmen mit.
Ein Grund für die Kehrtwende wurde nicht genannt. TMTG wurde von US-Präsident Donald Trump gegründet und ist für ihre Plattform Truth Social bekannt, die sich an ein konservatives Publikum richtet. TMTG teilte weiter mit, sich auf den Abschluss der Fusion mit TAE, die spätestens im vierten Quartal über die Bühne gehen soll, konzentrieren zu wollen. Im vorbörslichen US-Handel gaben die Aktien von TMTG um rund ein Prozent nach. Seit Jahresbeginn haben sie mehr als 38 Prozent an Wert verloren.
Pfizer-Chef gibt Standort Deutschland einen Korb
Der US-Pharmakonzern Pfizer überdenkt wegen der Gesundheitspolitik der Bundesregierung seine Investitionen in Deutschland. In einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz übte Pfizer-Chef Albert Bourla scharfe Kritik an den aktuellen Gesetzesvorhaben. Diese veränderten die Preis- und Marktbedingungen derart, dass das Umfeld für nachhaltige, langfristige Investitionen "zunehmend schwierig" werde. Die Vorhaben stellten "die für solche Entscheidungen erforderliche Planbarkeit in Deutschland infrage", schrieb Bourla. Als Konsequenz überprüfe der Konzern derzeit den Zeitpunkt, den Umfang und die künftige Priorisierung bestimmter geplanter Investitionen in der Bundesrepublik.
Für weltweit forschende Unternehmen seien Zuverlässigkeit, Transparenz und Beständigkeit der politischen Rahmenbedingungen ausschlaggebend, erklärte Bourla in dem auf Dienstag datierten Schreiben weiter. Unter den aktuellen Umständen seien diese Voraussetzungen in Deutschland immer weniger gegeben. "Es ist zunehmend schwierig, die derzeitige politische Ausrichtung mit dem Anspruch in Einklang zu bringen, Deutschland als weltweit wettbewerbsfähigen Standort für biopharmazeutische Innovationen zu positionieren", warnte der Pfizer-Chef.
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Ölpreise ziehen an
Die Ölpreise steigen um mehr als 1,5 Prozent, nachdem US-Präsident Trump erklärt hat, der Iran habe sich für die Aushandlung eines Friedensabkommens zu viel Zeit gelassen und müsse nun "den Preis dafür bezahlen". Rohöl der Sorte Brent verteuert sich um 1,6 Prozent auf 92,93 US-Dollar pro Barrel, während WTI-Futures um 1,8 Prozent auf 89,75 US-Dollar pro Barrel zulegen. Die Spannungen in der Region haben sich verschärft und bedrohen einen brüchigen Waffenstillstand, da die Verhandlungen über die Wiedereröffnung der Straße von Hormus ins Stocken geraten sind.
Auto1 ist klarer Spitzenreiter im MDAX
Auto1 legen um 5,6 Prozent zu und führen den MDAX damit deutlich an, der um 0,8 Prozent nachgibt. Laut Marktbeobachtern sollen sich die Analysten von Goldman Sachs mit Blick auf den bevorstehenden Kapitalmarkttag des Betreibers einer digitalen Autoplattform optimistisch geäußert haben und eine positive Absatzentwicklung erwarten. Das dürfte für Zuversicht hinsichtlich der Profitabilität sorgen.
IT-Dienstleister Adesso gewinnt Großauftrag
Der IT-Dienstleister Adesso hat von der Deutschen Bundesbank einen Großauftrag zur Modernisierung ihres Kernbankensystems erhalten. Mit einem Gesamtvolumen im zweistelligen Millionenbereich zähle der Auftrag der Zentralbank zu den größten der Firmengeschichte, teilte das Unternehmen mit.
Adesso habe sich in einem mehr als zweijährigen Ausschreibungsverfahren gegen zahlreiche Wettbewerber durchgesetzt. Das Projekt umfasse eine komplexe Systemintegration, die Einbindung von Altsystemen und die Migration von Daten. Die Bundesbank gelte als technologisch anspruchsvoller öffentlicher Auftraggeber und sei für Adesso ein wichtiger Referenzkunde im Segment für großvolumige IT-Vorhaben, erläuterte Adesso. Die im SDax gelisteten Aktien legten mehr als zwei Prozent zu.
Fußball-WM wird Deutschland nicht in Konsumrausch versetzen
Die Fußball-Weltmeisterschaft versetzt die Deutschen nicht in Konsumlaune. Nur knapp jeder Fünfte will Fanartikel kaufen, geht aus einer Umfrage des Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) unter mehr als 1000 Männern und Frauen hervor. Zehn Prozent gaben an, wegen der am Donnerstag beginnenden WM neue technische Geräte wie Fernseher oder Beamer kaufen zu wollen. Am ehesten wollen die Deutschen im eigenen Haus häufiger kochen und grillen oder mehr Getränke konsumieren (jeweils 27 Prozent) sowie Lieferdienste nutzen (20 Prozent). Etwa jeder Dritte plant, Spiele beim Public Viewing oder in der Gastronomie anzuschauen.
"Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass von der Weltmeisterschaft nur begrenzte Konsumimpulse ausgehen werden", sagte NIM-Forschungsdirektor Sebastian Goerg. Zwar zeigten insbesondere Familien mit Kindern sowie Personen mittleren Alters und höheren Einkommens eine etwas höhere Bereitschaft, Geld für Fanartikel, neue Fernseher oder Gastronomiebesuche auszugeben. "Insgesamt gibt jedoch bei allen abgefragten Konsumbereichen mindestens die Hälfte der Bevölkerung an, ihre Ausgaben nicht steigern zu wollen", sagte der Experte.
WH Smith verschreckt Anleger mit Gewinnwarnung
Anleger nehmen bei WH Smith reißaus, nachdem der britische Reise-Einzelhändler erneut seine Prognose für den Jahresgewinn gesenkt hat. Die Titel brechen in London um bis zu 19 Prozent ein und sind damit so billig wie seit fast 16 Jahren nicht mehr. Weil der Iran-Krieg den globalen Reiseverkehr beeinträchtigt und die Ausgaben der Passagiere schmälert, rechnet der Konzern für das Gesamtjahr mit einem Vorsteuergewinn vor Sondereffekten zwischen 75 und 90 Millionen Pfund.
Zuvor hatte die Prognose bei 90 bis 105 Millionen Pfund gelegen. Zudem kündigt WH Smith eine Kapitalerhöhung im Umfang von rund 20 Prozent des Grundkapitals an. WH Smith verkauft an Flughäfen und Bahnhöfen alles von Büchern über Reiseaccessoires bis hin zu Süßwaren. Angesichts höherer Flugticketpreise schränkten Passagiere ihre sonstigen Reiseausgaben ein.
Fast vierfach überzeichnet: SpaceX vor Rekord-Börsengang
Schon seit Tagen wird über das Börsendebüt von SpaceX heiß diskutiert und gestritten. Am Freitag haben die Börsianer endlich selbst das Sagen. Wird der Mega-Börsengang zur Bruchlandung oder ist tatsächlich genügend Interesse für die Aktien da?
Heidelberger Druck forciert Rüstungsstandbein
Heidelberger Druckmaschinen treibt den Ausbau alternativer Geschäftsfelder zum wachstumsschwachen Kerngeschäft voran. Das Rüstungsgeschäft werde neben dem Angebot von Ladetechnik für Elektromobilität ein weiteres Standbein, erklärte der Maschinenbauer. So werde das Joint Venture Onberg von Heideldruck und dem US-israelischen Technologieunternehmen Ondas Drohnenabwehrsysteme vertreiben und später in Serie im industriellen Maßstab produzieren.
Bei der heute beginnenden Luftfahrtmesse ILA in Berlin werde Onberg eine Absichtserklärung zur möglichen Zusammenarbeit mit einem ukrainischen Unternehmen zu Drohnentechnik bekannt geben. Vorstandschef Jürgen Otto will das Traditionsunternehmen mit seiner Kompetenz im komplexen Maschinenbau als "leistungsstarkes Hightech-Unternehmen mit nachhaltig steigender Ertragskraft" positionieren.
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EZB vor zweifachem Risiko
Die Aufgabe der Europäischen Zentralbank sei es nicht, jeden Preisanstieg zu bekämpfen, sondern die Erwartung zu verankern, dass vorübergehende Schocks nicht dauerhaft monetarisiert werden. Das sagt Edgar Walk von Metzler Asset Management. Dies stelle die Zentralbank vor ein zweifaches Risiko, meint er: "Wenn sie zu wenig tut, könnte sie den Eindruck erwecken, den Inflationsanstieg als bloßes Energie-Missgeschick abzutun", sagt er. Wenn sie zu viel tue, könne sie eine bereits fragile europäische Wirtschaft weiter belasten. Die richtige Antwort liege daher nicht in einer kühnen Forward Guidance, sondern in glaubwürdiger Optionalität, fügt der Ökonom hinzu.
Adidas-Kursziel sorgt für Fantasie
Eine Hochstufung sorgt bei Adidas für Rückenwind. Die Titel ziehen rund ein Prozent an, nachdem die Analysten von RBC ihre Empfehlung auf "Outperform" von zuvor "Sector Perform" hochgesetzt haben. Zugleich hoben sie das Kursziel für den Sportartikelriesen auf 210 Euro von zuvor 170 Euro an.
Mercedes zieht es in den Drohnensektor
Mercedes-Benz steigt offenbar in die Drohnenabwehr ein und verbündet sich dazu mit dem Münchner Start-up Tytan Technologies. Beide Unternehmen wollten eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnen, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Mercedes liefere dabei die Fahrzeuge für ein mobiles System zur Abwehr von Drohnen. Als Chassis für das "Drone Defender" genannte Waffensystem sollten der Kleintransporter Sprinter sowie eine Militärversion des Geländewagens G-Klasse dienen. Diese würden mit Sensoren und Abschussvorrichtungen für Abfangdrohnen von Tytan ausgestattet.
Das System soll dem Zeitungsbericht zufolge günstiger und schneller verfügbar sein als komplexe Plattformen für den Fronteinsatz. Tytan wolle die Produktion des "Defender" bis Ende des Jahres aufnehmen. Hintergrund ist die Sorge vor Drohnenangriffen auf kritische Infrastruktur.
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Dax sucht Impuls
Der Dax bleibt sich auch zum Start ins Wochenmittegeschäft treu – und notiert kaum verändert. Der deutsche Börsenleitindex liegt aktuell im Bereich von 24.470 Punkten, nachdem er gestern 0,7 Prozent auf … Zähler eingebüßt hatte. Die Nahost-Lage ist laut Marktteilnehmern ein Thema auf dem Parkett, die Ölpreise ziehen wieder an. In Asien treiben die Anleger KI-Sorgen um, die Technologiewerte stehen wie schon an der Wall Street unter Abgabedruck.
Ölpreise lassen Siebenwochentief hinter sich
Nach dem Rückgang auf ein Siebenwochentief ziehen die Ölpreise wieder an. Grund dafür sind erneute Angriffe des US-Militärs gegen den Iran. Die Nordseesorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuern sich in der Spitze jeweils um zwei Prozent auf bis zu 93,26 Dollar und 90 Dollar je Barrel. Analysten zufolge preisen Händler wieder eine geopolitische Risikoprämie ein.
Die USA haben am Dienstag Luftangriffe gegen den Iran geflogen, nachdem Teheran nach Angaben von US-Präsident Donald Trump einen amerikanischen Kampfhubschrauber in der Straße von Hormus abgeschossen hatte. Zusätzlichen Auftrieb erhalten die Preise durch Daten, denen zufolge die US-Rohölreserven vergangene Woche zum achten Mal in Folge gesunken sind.
Kampfjet-Projekt: Leonardo umgarnt Deutschland
Deutschland wäre nach Einschätzung des italienischen Rüstungskonzerns Leonardo ein starker Partner für das Kampfjet-Projekt GCAP. Nach dem Scheitern des deutsch-französisch-spanischen Konkurrenzprojekts FCAS wäre die Bundesrepublik "ein besonders wertvoller Partner", sagte Leonardo-Chef Lorenzo Mariani Reuters. "Aus industrieller Sicht würde Deutschland sicherlich Fachwissen in das Projekt einbringen." Mariani betonte zugleich, dass die Entscheidung über die Aufnahme neuer Partner jedoch nicht bei ihm liege.
Das Rüstungsprojekt GCAP (Global Combat Air Programme) zielt darauf ab, bis 2035 einen Kampfjet der neuen Generation zu entwickeln. An dem Vorhaben sind BAE Systems aus Großbritannien, Leonardo aus Italien und ein von Mitsubishi Heavy Industries unterstütztes japanisches Konsortium beteiligt. Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto hatte im vergangenen Jahr erklärt, weitere Partner seien willkommen, um die Entwicklungskosten zu teilen. Angesichts wachsender Bedrohungen durch Russland und des Drucks der USA, die Militärausgaben innerhalb der Nato zu erhöhen, bemüht sich Europa um eine Stärkung seiner Verteidigungsfähigkeit. Das Aus für FCAS verdeutlichte zuletzt die Schwierigkeiten der europäischen Staaten, ihre militärischen Kapazitäten nach Jahrzehnten zu geringer Investitionen wieder aufzubauen.
Zwei Themen beschäftigen Asien-Anleger
Eine Eskalation des Iran-Kriegs setzt die asiatischen Aktienmärkte unter Druck. Nach dem Abschuss eines US-Hubschraubers haben die USA mit massiven Angriffen auf iranische Ziele zurückgeschlagen. Teheran griff daraufhin laut iranischen Medien US-Stützpunkte in der Golfregion und in Jordanien an. Die militärischen Auseinandersetzungen lassen Zweifel am Fortschritt eines möglichen Friedensabkommens aufkommen. Die nur moderat steigenden Ölpreise zeigen aber, dass Anleger weiterhin auf ein Abkommen zur Beendigung des Krieges hoffen.
Zudem berichten Händler auch wieder über aufkommende Zweifel an den langfristigen Renditen bei Künstlicher Intelligenz, weswegen der Technologiesektor in einigen Teilen der Region unter Druck steht. Als Barometer für Investitionen in Künstliche Intelligenz gilt der südkoreanische Kospi, der die regionalen Verluste anführt und damit die extreme Volatilität der vergangenen Tage fortsetzt. Auch heute gibt es daher Handelsunterbrechungen. Der Index verliert 6,3 Prozent, die Halbleiter-Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix stürzen um 6,5 bzw. 7,2 Prozent ab. In Japan sinkt der Nikkei um 2,2 Prozent auf 63.976 Punkte. Anleger konzentrierten sich auf die Entwicklungen im Nahen Osten, heißt es. Im Technologiesektor brechen Softbank Group um 9,5 Prozent ein. In China gibt der Shanghai Composite 0,6 Prozent nach - der HSI in Hongkong 1,1 Prozent.
Hürde für Immobilienkauf wächst
Eine wachsende Zahl von Menschen in Deutschland empfindet einen Haus- oder Wohnungskauf als unbezahlbar. Das zeigt eine Umfrage des Finanzierungsvermittlers Interhyp unter rund 1.000 Befragten. "Der Wunsch nach Wohneigentum ist in Deutschland ungebrochen, aber die Leistbarkeit ist zuletzt bei einigen Kaufinteressierten unter Druck geraten", sagte der Vorstandsvorsitzende Jörg Utecht.
46 Prozent der Befragten bewerten Immobilien in ihrer Region demnach als kaum bezahlbar - 2025 waren es noch 39 Prozent. Bei denjenigen, die einen Immobilienkauf konkret planen, ist der Anteil der von den Kosten Niedergedrückten mit 52 Prozent noch höher. Nach Utechts Worten kalkulieren die Interessenten zwar von vornherein höhere Budgets für den Kauf ein, lassen sich aber gleichzeitig durch die wirtschaftliche Lage und die Preisentwicklung verunsichern. Unverändert 5 Prozent sagten, dass sie eine eigene Wohnimmobilie für nicht leistbar halten.
Dax-Anleger blicken in die USA
Der Dax wird mit Verlusten in den Handel starten. Gestern hatte der deutsche Leitindex 0,7 Prozent tiefer bei 24.433 Punkten geschlossen. Ein Erholungsversuch der Technologiewerte nach dem jüngsten Ausverkauf ist vorerst gescheitert, was auch die US-Börsen ins Minus drückte. Experten verwiesen auf die Nervosität der Anleger vor der Veröffentlichung des US-Inflationsberichts für Mai.
Die US-Verbraucherpreise dürften im vergangenen Monat erneut deutlich gestiegen sein. Ökonomen rechnen mit einer Inflationsrate von 4,2 Prozent. Im April hatten sich Waren und Dienstleistungen um durchschnittlich 3,8 Prozent verteuert. Infolge des Iran-Kriegs sind die Kraftstoffpreise in den USA deutlich gestiegen, was nach und nach auch viele andere Waren teurer macht.
Apple verschiebt Einführung von Siri AI in der EU
Apple macht für die Verschiebung seines neuen KI-Assistenten Siri AI in Europa die Digitalregeln der Europäischen Union verantwortlich. Die EU-Kommission wies diese Kritik scharf zurück. Die Entscheidung liege allein bei dem US-Konzern, erklärte ein Sprecher der Brüsseler Behörde. Apple habe Ausnahmen vom Digital Markets Act (DMA) für 18 Monate gefordert, was abgelehnt worden sei. Der iPhone-Hersteller sei nicht in der Lage gewesen, Lösungen zu entwickeln, die den EU-Standards für Datenschutz und Sicherheit entsprächen.
Apple argumentierte dagegen, dass virtuelle KI-Assistenten einen beispiellosen Zugriff auf persönliche Daten der Nutzer benötigten. Die EU-Kommission verlange ein riskantes Experiment mit Millionen von Kunden, sagte Apple-Marketingchef Greg Joswiak. Wegen des DMA verzögerten sich in der EU zudem weitere Funktionen wie die Spiegelung des iPhone-Bildschirms auf Mac-Computern und die Live-Übersetzung bei AirPods. Das EU-Gesetz soll die Marktmacht großer Technologiekonzerne einschränken und für mehr Wettbewerb sorgen. Europa machte im vergangenen Jahr fast 27 Prozent des Apple-Umsatzes aus.
"Geopolitik als Schlagzeilenrisiko"
Die Eskalation der Spannungen im Nahen Osten belastet die asiatischen Börsen. Die USA hatten nach eigenen Angaben Vergeltungsschläge gegen den Iran geführt, nachdem Teheran einen amerikanischen Apache-Hubschrauber über der Straße von Hormus abgeschossen haben soll. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Werte außerhalb Japans verliert 0,6 Prozent. Der Nikkei-Index gibt 0,9 Prozent nach. In Südkorea rutscht der technologielastige Kospi um zwei Prozent ab.
"Die Geopolitik wird derzeit als Schlagzeilenrisiko behandelt, noch nicht als makroökonomischer Schock", sagt Charu Chanana, Chefanlagestratege bei Saxo in Singapur. Die Anleger richten ihren Blick bereits auf die heute anstehenden US-Inflationsdaten. Experten erwarten einen Anstieg der Verbraucherpreise um 4,2 Prozent im Jahresvergleich - das wäre der stärkste Anstieg seit April 2023.
BYD startet durch
BYD will im vierten Quartal dieses Jahres mit der Autoproduktion in seinem neuen Werk in Ungarn beginnen. Die Arbeiten an einer geplanten Fabrik in der Türkei habe das Unternehmen pausiert, um sich auf die Produktion in Europa zu konzentrieren, sagte Executive Vice President des chinesischen Elektroautobauers, Stella Li. "Ungarn hat im Moment oberste Priorität", so Li. Der Produktionsstart erfolgt etwa ein Jahr später als ursprünglich geplant. Das Werk in Szeged in Südungarn ist BYDs erste Fabrik in Europa. Der Absatz des weltgrößten Elektroautoherstellers in Europa stieg im vergangenen Jahr um 270 Prozent auf fast 188.000 Fahrzeuge.
Beim Yen wird es interessant
Im asiatischen Devisenhandel notiert der Dollar bei 160,38 Yen und damit nahe der als kritisch geltenden Marke von 160 Yen. Der Euro gibt leicht auf 1,1537 Dollar nach. Das britische Pfund notiert bei 1,337 Dollar.
SpaceX-IPO mehrfach überzeichnet
SpaceX von Elon Musk stößt mit seinem geplanten Börsengang auf ein wachsendes Interesse bei Investoren. Für das bislang größte Debüt der Börsengeschichte liege die Nachfrage bei mehr als 250 Milliarden Dollar, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Damit übersteigt das Interesse das angestrebte Volumen von 75 Milliarden Dollar um ein Vielfaches. Die Zeichnungen seien dreieinhalb- bis viermal so hoch wie das geplante Angebot, erklärten die Insider.
Um Investoren zu überzeugen, verweist das Unternehmen von Tesla-Chef Musk bei seinen Präsentationen auf neue Märkte in Billionenhöhe. Neben dem dominierenden Raketengeschäft und dem Satelliten-Internet Starlink rückt SpaceX dabei Künstliche Intelligenz (KI) in den Fokus. Der Konzern sieht in diesem Bereich einen potenziellen Markt von 23 Billionen Dollar.
Es war einmal … eine Tech-Rally
Der Dax büßt weiter Boden ein. Im gestrigen Geschäft verlor der deutsche Börsenleitindex 0,7 Prozent und schloss mit einem Stand von 24.433 Punkten. Auch zum Wochenstart hatte er ein Minus ausgewiesen. Die Lage im Nahen Osten blieb angespannt, gleichzeitig scheiterte ein weiterer Erholungsversuch der US-Technologiewerte.
Und heute? Da stellt die Bundesregierung eine neue Luftfahrtstrategie vor, eine Aktualisierung der bisher geltenden Ziele von 2014. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte auf dem Berlin Aviation Summit, das staatliche Förderprogramm für die Luftfahrtforschung LuFo solle künftig nicht nur zivile, sondern auch militärische Anwendungen finanzieren. Reiche und Verkehrsminister Patrick Schnieder stellen den Plan am Nachmittag am Rande der Luftfahrtmesse ILA vor, die von Bundeskanzler Friedrich Merz am Mittag eröffnet wird.
Ebenfalls am Nachmittag steht das Thema US-Inflation auf der Agenda: Dabei dürften die US-Verbraucherpreise im Mai erneut deutlich gestiegen sein. Ökonomen rechnen mit einer Inflationsrate von 4,2 Prozent. Im April hatten sich Waren und Dienstleistungen um durchschnittlich 3,8 Prozent verteuert. Infolge des Iran-Kriegs sind die Kraftstoffpreise in den USA deutlich gestiegen, was nach und nach auch viele andere Waren teurer macht.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden sie hier.