Mercedes zieht es in den Drohnensektor
Mercedes-Benz steigt offenbar in die Drohnenabwehr ein und verbündet sich dazu mit dem Münchner Start-up Tytan Technologies. Beide Unternehmen wollten eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnen, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Mercedes liefere dabei die Fahrzeuge für ein mobiles System zur Abwehr von Drohnen. Als Chassis für das "Drone Defender" genannte Waffensystem sollten der Kleintransporter Sprinter sowie eine Militärversion des Geländewagens G-Klasse dienen. Diese würden mit Sensoren und Abschussvorrichtungen für Abfangdrohnen von Tytan ausgestattet.
Das System soll dem Zeitungsbericht zufolge günstiger und schneller verfügbar sein als komplexe Plattformen für den Fronteinsatz. Tytan wolle die Produktion des "Defender" bis Ende des Jahres aufnehmen. Hintergrund ist die Sorge vor Drohnenangriffen auf kritische Infrastruktur.
Dax sucht Impuls
Der Dax bleibt sich auch zum Start ins Wochenmittegeschäft treu – und notiert kaum verändert. Der deutsche Börsenleitindex liegt aktuell im Bereich von 24.470 Punkten, nachdem er gestern 0,7 Prozent auf … Zähler eingebüßt hatte. Die Nahost-Lage ist laut Marktteilnehmern ein Thema auf dem Parkett, die Ölpreise ziehen wieder an. In Asien treiben die Anleger KI-Sorgen um, die Technologiewerte stehen wie schon an der Wall Street unter Abgabedruck.
Ölpreise lassen Siebenwochentief hinter sich
Nach dem Rückgang auf ein Siebenwochentief ziehen die Ölpreise wieder an. Grund dafür sind erneute Angriffe des US-Militärs gegen den Iran. Die Nordseesorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuern sich in der Spitze jeweils um zwei Prozent auf bis zu 93,26 Dollar und 90 Dollar je Barrel. Analysten zufolge preisen Händler wieder eine geopolitische Risikoprämie ein.
Die USA haben am Dienstag Luftangriffe gegen den Iran geflogen, nachdem Teheran nach Angaben von US-Präsident Donald Trump einen amerikanischen Kampfhubschrauber in der Straße von Hormus abgeschossen hatte. Zusätzlichen Auftrieb erhalten die Preise durch Daten, denen zufolge die US-Rohölreserven vergangene Woche zum achten Mal in Folge gesunken sind.
Kampfjet-Projekt: Leonardo umgarnt Deutschland
Deutschland wäre nach Einschätzung des italienischen Rüstungskonzerns Leonardo ein starker Partner für das Kampfjet-Projekt GCAP. Nach dem Scheitern des deutsch-französisch-spanischen Konkurrenzprojekts FCAS wäre die Bundesrepublik "ein besonders wertvoller Partner", sagte Leonardo-Chef Lorenzo Mariani Reuters. "Aus industrieller Sicht würde Deutschland sicherlich Fachwissen in das Projekt einbringen." Mariani betonte zugleich, dass die Entscheidung über die Aufnahme neuer Partner jedoch nicht bei ihm liege.
Das Rüstungsprojekt GCAP (Global Combat Air Programme) zielt darauf ab, bis 2035 einen Kampfjet der neuen Generation zu entwickeln. An dem Vorhaben sind BAE Systems aus Großbritannien, Leonardo aus Italien und ein von Mitsubishi Heavy Industries unterstütztes japanisches Konsortium beteiligt. Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto hatte im vergangenen Jahr erklärt, weitere Partner seien willkommen, um die Entwicklungskosten zu teilen. Angesichts wachsender Bedrohungen durch Russland und des Drucks der USA, die Militärausgaben innerhalb der Nato zu erhöhen, bemüht sich Europa um eine Stärkung seiner Verteidigungsfähigkeit. Das Aus für FCAS verdeutlichte zuletzt die Schwierigkeiten der europäischen Staaten, ihre militärischen Kapazitäten nach Jahrzehnten zu geringer Investitionen wieder aufzubauen.
Zwei Themen beschäftigen Asien-Anleger
Eine Eskalation des Iran-Kriegs setzt die asiatischen Aktienmärkte unter Druck. Nach dem Abschuss eines US-Hubschraubers haben die USA mit massiven Angriffen auf iranische Ziele zurückgeschlagen. Teheran griff daraufhin laut iranischen Medien US-Stützpunkte in der Golfregion und in Jordanien an. Die militärischen Auseinandersetzungen lassen Zweifel am Fortschritt eines möglichen Friedensabkommens aufkommen. Die nur moderat steigenden Ölpreise zeigen aber, dass Anleger weiterhin auf ein Abkommen zur Beendigung des Krieges hoffen.
Zudem berichten Händler auch wieder über aufkommende Zweifel an den langfristigen Renditen bei Künstlicher Intelligenz, weswegen der Technologiesektor in einigen Teilen der Region unter Druck steht. Als Barometer für Investitionen in Künstliche Intelligenz gilt der südkoreanische Kospi, der die regionalen Verluste anführt und damit die extreme Volatilität der vergangenen Tage fortsetzt. Auch heute gibt es daher Handelsunterbrechungen. Der Index verliert 6,3 Prozent, die Halbleiter-Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix stürzen um 6,5 bzw. 7,2 Prozent ab. In Japan sinkt der Nikkei um 2,2 Prozent auf 63.976 Punkte. Anleger konzentrierten sich auf die Entwicklungen im Nahen Osten, heißt es. Im Technologiesektor brechen Softbank Group um 9,5 Prozent ein. In China gibt der Shanghai Composite 0,6 Prozent nach - der HSI in Hongkong 1,1 Prozent.
Hürde für Immobilienkauf wächst
Eine wachsende Zahl von Menschen in Deutschland empfindet einen Haus- oder Wohnungskauf als unbezahlbar. Das zeigt eine Umfrage des Finanzierungsvermittlers Interhyp unter rund 1.000 Befragten. "Der Wunsch nach Wohneigentum ist in Deutschland ungebrochen, aber die Leistbarkeit ist zuletzt bei einigen Kaufinteressierten unter Druck geraten", sagte der Vorstandsvorsitzende Jörg Utecht.
46 Prozent der Befragten bewerten Immobilien in ihrer Region demnach als kaum bezahlbar - 2025 waren es noch 39 Prozent. Bei denjenigen, die einen Immobilienkauf konkret planen, ist der Anteil der von den Kosten Niedergedrückten mit 52 Prozent noch höher. Nach Utechts Worten kalkulieren die Interessenten zwar von vornherein höhere Budgets für den Kauf ein, lassen sich aber gleichzeitig durch die wirtschaftliche Lage und die Preisentwicklung verunsichern. Unverändert 5 Prozent sagten, dass sie eine eigene Wohnimmobilie für nicht leistbar halten.
Dax-Anleger blicken in die USA
Der Dax wird mit Verlusten in den Handel starten. Gestern hatte der deutsche Leitindex 0,7 Prozent tiefer bei 24.433 Punkten geschlossen. Ein Erholungsversuch der Technologiewerte nach dem jüngsten Ausverkauf ist vorerst gescheitert, was auch die US-Börsen ins Minus drückte. Experten verwiesen auf die Nervosität der Anleger vor der Veröffentlichung des US-Inflationsberichts für Mai.
Die US-Verbraucherpreise dürften im vergangenen Monat erneut deutlich gestiegen sein. Ökonomen rechnen mit einer Inflationsrate von 4,2 Prozent. Im April hatten sich Waren und Dienstleistungen um durchschnittlich 3,8 Prozent verteuert. Infolge des Iran-Kriegs sind die Kraftstoffpreise in den USA deutlich gestiegen, was nach und nach auch viele andere Waren teurer macht.
Apple verschiebt Einführung von Siri AI in der EU
Apple macht für die Verschiebung seines neuen KI-Assistenten Siri AI in Europa die Digitalregeln der Europäischen Union verantwortlich. Die EU-Kommission wies diese Kritik scharf zurück. Die Entscheidung liege allein bei dem US-Konzern, erklärte ein Sprecher der Brüsseler Behörde. Apple habe Ausnahmen vom Digital Markets Act (DMA) für 18 Monate gefordert, was abgelehnt worden sei. Der iPhone-Hersteller sei nicht in der Lage gewesen, Lösungen zu entwickeln, die den EU-Standards für Datenschutz und Sicherheit entsprächen.
Apple argumentierte dagegen, dass virtuelle KI-Assistenten einen beispiellosen Zugriff auf persönliche Daten der Nutzer benötigten. Die EU-Kommission verlange ein riskantes Experiment mit Millionen von Kunden, sagte Apple-Marketingchef Greg Joswiak. Wegen des DMA verzögerten sich in der EU zudem weitere Funktionen wie die Spiegelung des iPhone-Bildschirms auf Mac-Computern und die Live-Übersetzung bei AirPods. Das EU-Gesetz soll die Marktmacht großer Technologiekonzerne einschränken und für mehr Wettbewerb sorgen. Europa machte im vergangenen Jahr fast 27 Prozent des Apple-Umsatzes aus.
"Geopolitik als Schlagzeilenrisiko"
Die Eskalation der Spannungen im Nahen Osten belastet die asiatischen Börsen. Die USA hatten nach eigenen Angaben Vergeltungsschläge gegen den Iran geführt, nachdem Teheran einen amerikanischen Apache-Hubschrauber über der Straße von Hormus abgeschossen haben soll. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Werte außerhalb Japans verliert 0,6 Prozent. Der Nikkei-Index gibt 0,9 Prozent nach. In Südkorea rutscht der technologielastige Kospi um zwei Prozent ab.
"Die Geopolitik wird derzeit als Schlagzeilenrisiko behandelt, noch nicht als makroökonomischer Schock", sagt Charu Chanana, Chefanlagestratege bei Saxo in Singapur. Die Anleger richten ihren Blick bereits auf die heute anstehenden US-Inflationsdaten. Experten erwarten einen Anstieg der Verbraucherpreise um 4,2 Prozent im Jahresvergleich - das wäre der stärkste Anstieg seit April 2023.
BYD startet durch
BYD will im vierten Quartal dieses Jahres mit der Autoproduktion in seinem neuen Werk in Ungarn beginnen. Die Arbeiten an einer geplanten Fabrik in der Türkei habe das Unternehmen pausiert, um sich auf die Produktion in Europa zu konzentrieren, sagte Executive Vice President des chinesischen Elektroautobauers, Stella Li. "Ungarn hat im Moment oberste Priorität", so Li. Der Produktionsstart erfolgt etwa ein Jahr später als ursprünglich geplant. Das Werk in Szeged in Südungarn ist BYDs erste Fabrik in Europa. Der Absatz des weltgrößten Elektroautoherstellers in Europa stieg im vergangenen Jahr um 270 Prozent auf fast 188.000 Fahrzeuge.
Beim Yen wird es interessant
Im asiatischen Devisenhandel notiert der Dollar bei 160,38 Yen und damit nahe der als kritisch geltenden Marke von 160 Yen. Der Euro gibt leicht auf 1,1537 Dollar nach. Das britische Pfund notiert bei 1,337 Dollar.
SpaceX-IPO mehrfach überzeichnet
SpaceX von Elon Musk stößt mit seinem geplanten Börsengang auf ein wachsendes Interesse bei Investoren. Für das bislang größte Debüt der Börsengeschichte liege die Nachfrage bei mehr als 250 Milliarden Dollar, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Damit übersteigt das Interesse das angestrebte Volumen von 75 Milliarden Dollar um ein Vielfaches. Die Zeichnungen seien dreieinhalb- bis viermal so hoch wie das geplante Angebot, erklärten die Insider.
Um Investoren zu überzeugen, verweist das Unternehmen von Tesla-Chef Musk bei seinen Präsentationen auf neue Märkte in Billionenhöhe. Neben dem dominierenden Raketengeschäft und dem Satelliten-Internet Starlink rückt SpaceX dabei Künstliche Intelligenz (KI) in den Fokus. Der Konzern sieht in diesem Bereich einen potenziellen Markt von 23 Billionen Dollar.
Es war einmal … eine Tech-Rally
Der Dax büßt weiter Boden ein. Im gestrigen Geschäft verlor der deutsche Börsenleitindex 0,7 Prozent und schloss mit einem Stand von 24.433 Punkten. Auch zum Wochenstart hatte er ein Minus ausgewiesen. Die Lage im Nahen Osten blieb angespannt, gleichzeitig scheiterte ein weiterer Erholungsversuch der US-Technologiewerte.
Und heute? Da stellt die Bundesregierung eine neue Luftfahrtstrategie vor, eine Aktualisierung der bisher geltenden Ziele von 2014. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte auf dem Berlin Aviation Summit, das staatliche Förderprogramm für die Luftfahrtforschung LuFo solle künftig nicht nur zivile, sondern auch militärische Anwendungen finanzieren. Reiche und Verkehrsminister Patrick Schnieder stellen den Plan am Nachmittag am Rande der Luftfahrtmesse ILA vor, die von Bundeskanzler Friedrich Merz am Mittag eröffnet wird.
Ebenfalls am Nachmittag steht das Thema US-Inflation auf der Agenda: Dabei dürften die US-Verbraucherpreise im Mai erneut deutlich gestiegen sein. Ökonomen rechnen mit einer Inflationsrate von 4,2 Prozent. Im April hatten sich Waren und Dienstleistungen um durchschnittlich 3,8 Prozent verteuert. Infolge des Iran-Kriegs sind die Kraftstoffpreise in den USA deutlich gestiegen, was nach und nach auch viele andere Waren teurer macht.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden sie hier.