Wirtschaft

Hoffen auf das RüstungsgeschäftHeidelberger Druck setzt auf Drohnenabwehrsysteme

10.06.2026, 11:08 Uhr
00:00 / 02:34
Aussenaufnahme-des-Druckmaschinenhersteller-Heidelberger-Druck-am-Standort-Wiesloch-Walldorf-mit-dem-Logo-Heidelberg
Der Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck beschleunigt seine strategische Weiterentwicklung. (Foto: picture alliance/dpa)

Lieferengpässe, höhere Energiekosten und Zölle: Für Heidelberger Druck läuft es nicht rund. Deshalb sucht sich der Maschinenbauer nun ein weiteres Standbein.

Der Maschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen treibt den Ausbau alternativer Geschäftsfelder zum wachstumsschwachen Kerngeschäft voran. Das Rüstungsgeschäft werde neben dem Angebot von Ladetechnik für Elektromobilität ein weiteres Standbein, erklärte das Unternehmen aus Heidelberg.

So werde das Joint Venture Onberg von Heideldruck und dem US-israelischen Technologieunternehmen Ondas Drohnenabwehrsysteme vertreiben und später in Serie im industriellen Maßstab produzieren. Bei der an diesem Mittwoch beginnenden Luftfahrtmesse ILA in Berlin werde Onberg eine Absichtserklärung zur möglichen Zusammenarbeit mit einem ukrainischen Unternehmen zu Drohnentechnik bekannt geben.

Vorstandschef Jürgen Otto will das Traditionsunternehmen mit seiner Kompetenz im komplexen Maschinenbau als "leistungsstarkes Hightech-Unternehmen mit nachhaltig steigender Ertragskraft" positionieren. "Wir haben die strategische Weiterentwicklung von Heidelberg in den vergangenen Monaten deutlich beschleunigt und unser Profil als technologieorientiertes Hightech-Unternehmen weiter geschärft", erklärte Otto.

Die Investitionen in die Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts trugen im Geschäftsjahr 2025/2026 allerdings zum Rückgang der bereinigten operativen Marge um einen halben Prozentpunkt auf 6,6 Prozent bei. Mit dem Iran-Krieg habe sich die Nachfrage nach Druckmaschinen abrupt abgeschwächt, es sei zu Lieferengpässen gekommen. Höhere Energiekosten und Zölle belasteten. Einsparungen beim Personal und andere Effizienzmaßnahmen stützten hingegen das Ergebnis.

Mit einem Umsatz von 2,29 Milliarden Euro leicht über Vorjahr verdiente der SDax-Konzern unter dem Strich nur 15 Millionen Euro nach fünf Millionen Euro im Vorjahr. In dem seit April laufenden Geschäftsjahr will Heideldruck einen Umsatz auf Vorjahresniveau erreichen und die Marge spürbar verbessern. Im vergangenen Jahr sank der Auftragseingang um knapp 200 Millionen Euro auf 2,25 Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de, ghö/rts

IsraelRüstungRüstungsindustrieHeidelberger DruckUSADrohnen