mit Lukas WesslingDax startet stabil, rutscht dann ab
Der Dax ist nahezu unverändert in den Handel gestartet. Zum Auftakt stand der deutsche Leitindex bei rund 25.296 Punkten und schaffte es zunächst zweimal kurz über den Schlussstand vom Dienstag. Danach rutschte er bis auf etwa 25.251 Punkte ab, ehe er sich wieder etwas erholte. Zuletzt stand der Dax bei rund 25.275 Punkten.
Aroundtown verlegt Schwerpunkt auf Wohnimmobilien
Der Immobilienkonzern Aroundtown bezeichnet den Einstieg seiner Wohnimmobilien-Tochter Grand City Properties (GCP) bei LEG Immobilien als "transformativ". GCP hält gut 20 Prozent und kann den Anteil auf bis zu 29,9 Prozent erhöhen. Für Aroundtown verändert die Beteiligung das Portfolio deutlich: Einschließlich LEG entfallen nun 42 Prozent auf Wohnimmobilien. Zusammen mit Hotels steigt der Anteil auf fast 60 Prozent. Zuvor lag Aroundtowns Schwerpunkt bei Gewerbe-Immobilien.
Finanziell verspricht sich Aroundtown viel. Die LEG-Beteiligung soll den operativen Gewinn anteilig um 15 Prozent erhöhen. Der Konzern verweist der Konzern auf stabile Mieteinnahmen, niedrigen Leerstand und den Schwerpunkt von LEG in Nordrhein-Westfalen. GCP bezeichnet den Einstieg als Finanzinvestition. Man könne den Anteil je nach Marktlage wieder reduzieren oder verkaufen.
Energiekosten lassen britische Inflation weiter steigen
Die Inflation in Großbritannien ist im September stärker gestiegen als erwartet. Die Verbraucherpreise lagen 3,5 Prozent über dem Vorjahresniveau, nach 3,1 Prozent im August. Ökonomen hatten mit 3,4 Prozent gerechnet. Treiber sind vor allem die höheren Energiekosten infolge des Iran-Kriegs. Auch die Kerninflation zog an, von 2,6 auf 2,8 Prozent. Die Dienstleistungsinflation stieg von 3,4 auf 3,7 Prozent.
Damit wächst der Druck auf die Bank of England. Sie hatte den Leitzins im September bei 3,75 Prozent belassen, Anleger rechnen nun zunehmend mit einer Erhöhung am 5. November. Entscheidend ist, ob der Preisschub auf andere Bereiche übergreift. Sorgen bereiten steigende Löhne und die Gefahr, dass Unternehmen höhere Kosten weitergeben. Die Notenbank rechnet mit rund 3,75 Prozent Inflation Ende 2026 und gut 4 Prozent Anfang 2027.
LEG-Beteiligung könnte Immobilienwerte treiben und Neubau bremsen
Überraschung im Immobiliensektor: Der Immobilienkonzern Grand City Properties hat Anteile von 20 Prozent am Konkurrenten LEG Immobilien erworben. "Das Thema war bislang noch nicht im Markt präsent", gab ein Händler zu. Die Beteiligung zeige, dass Immobilienaktien aufgrund der globalen Zinssorgen und der Berliner Enteignungspläne mittlerweile stark unterbewertet sein könnten. Daher dürfte dieser Schritt für Kursgewinne bei allen deutschen Immobilienwerten sorgen. Die Folgen für Mieter seien allerdings unangenehm: "Natürlich werden dann noch weniger Wohnungen gebaut, wenn Bestandsimmobilien günstiger zu haben sind als Neubauten". Die LEG sagte nur, man nehme die Beteiligung des Konkurrenten am eigenen Unternehmen "zur Kenntnis".
Dax mit festerem Start erwartet
Der Dax wird der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge fester in den Handel starten. Am Dienstag hatte der deutsche Leitindex 0,1 Prozent niedriger bei 25.304 Punkten geschlossen. Sorgen über die weitere Entwicklung im Technologiesektor ließen die Anleger nicht los. Nach unten ging es auch an der Wall Street.
Im Mittelpunkt steht erneut der Technologiesektor. Die Anleger blicken auf die Zahlen von SAP, IBM, Tesla und Meta.
Die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT will einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge den deutsch-niederländischen Diagnostik-Spezialisten Qiagen für mehr als neun Milliarden Euro übernehmen.
Die Deutsche Börse erwartet nun für 2026 Nettoerlöse von mehr als 6,5 Milliarden statt der zuvor angepeilten mehr als 6,4 Milliarden Euro.
Der Sportartikelkonzern Adidas schraubt seine Gewinnprognose für das laufende Jahr nach einem Rekordquartal nach oben.
Auf der Konjunkturseite veröffentlicht die Bundesbank ihren Monatsbericht. Darin wird unter anderem die wirtschaftliche Lage beleuchtet.
Sorge vor Lieferengpässen treibt Ölpreise
Die Ölpreise legen um mehr als einen Dollar zu. Treiber sind die Spannungen im Nahen Osten, die Sorgen über Lieferunterbrechungen schüren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich um 1,5 Prozent auf 110,38 Dollar.
Der Preis für US-Öl der Sorte WTI steigt um 1,4 Prozent auf 99,18 Dollar. "Die Ölpreise haben in den vergangenen Handelstagen eine Achterbahnfahrt hinter sich", sagte Suvro Sarkar, Energieanalyst bei DBS. Anleger seien hin- und hergerissen zwischen der Hoffnung auf Vermittlungsbemühungen Pakistans im Iran-Krieg und der Befürchtung, dass ein Frieden noch in weiter Ferne liege.
DIW bescheinigt Baubranche Produktivitätsproblem
Deutschlands Baubranche hat ein Produktivitätsproblem. Das zumindest ergab eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach lag die Arbeitsproduktivität 2025 fast 30 Prozent unter dem Niveau von 2010. Das könnte zum Problem werden, wenn der Staat Milliarden in die Infrastruktur steckt: Steigt die Bauleistung nicht, drohen vor allem höhere Preise. Nach Berechnungen des DIW könnte die Branche rund zwölf Prozent mehr leisten, wenn schwächere Betriebe zu produktiveren Firmen aufschließen. Das entspräche knapp 350.000 zusätzlichen Beschäftigten.
Mehr Arbeitskräfte allein dürften das Problem kaum lösen. Das DIW setzt deshalb auf modernere Verfahren, Digitalisierung und Robotik. Auch der Staat könne helfen, etwa mit weniger Bürokratie, innovationsfreundlichen Ausschreibungen und Pilotprojekten. "Wenn wir dahin kommen, dass wir auf dem Bau nicht nur mit Maschinen, sondern auch mit Robotern arbeiten, können wir die Arbeitsproduktivität hier enorm steigern", sagte Co-Autor Alexander Schiersch.
Australische Märkte wetten auf Zinserhöhung
Die australischen Finanzmärkte erhöhen ihre Wetten auf die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die australische Zentralbank RBA im November. Die Erwartungen sind gestiegen, nachdem der RBA-Vize, Andrew Hauser, vor "wesentlich schlechteren" Inflationsaussichten gewarnt hatte. Inzwischen ist eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent eingepreist, nach 25 Prozent zu Beginn der Woche. Dennoch dürfte diese Wahrscheinlichkeit weiter steigen, insbesondere wenn die kommenden Inflationsdaten für das 3. Quartal Anzeichen einer weiteren Verschlechterung zeigen.
Boeing bekommt 737-Max-Zulassung
Boeing hat nach jahrelangen Verzögerungen die Zulassung für die größte Variante der 737 Max bekommen. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA gab grünes Licht, obwohl Ende September noch ein Softwarefehler bekannt geworden war. Die Behörde prüfte ihn, sah darin aber kein Hindernis. Für die Maschine mit bis zu 230 Sitzen liegen mehr als 1500 Bestellungen vor. Sie soll Boeing im Wettbewerb mit dem Airbus A321neo stärken. Die kleinere 737 Max 7 wurde bereits im August zugelassen.
Die 737 Max brachte Boeing in seine schwerste Krise. Bei zwei Abstürzen 2018 und 2019 starben 346 Menschen. Auslöser war eine Assistenzsoftware, die unter bestimmten Bedingungen zu stark in die Steuerung eingriff. Boeing musste die Produktion aussetzen, sie bleibt eingeschränkt. Neue Zweifel am Qualitätsmanagement weckte Anfang 2024 ein weiterer Zwischenfall: Im Steigflug brach ein Rumpfteil aus einer fast neuen 737 heraus.
Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in Australien steigt
Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung in Australien ist deutlich gestiegen. Notenbank-Vizechef Andrew Hauser warnte vor "schwierigen Entscheidungen" und einem "deutlich schlechteren" Inflationsausblick. An den Finanzmärkten stieg die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung am 3. November nach seinen Aussagen von 30 auf 45 Prozent. Die Inflation lag im August bei 4 Prozent. Zugleich betrachteten Unternehmen laut Hauser inzwischen 3,5 Prozent als "das neue Normal". Verfestige sich diese Erwartung, könnten höhere Zinsen nötig werden.
Eine weitere Erhöhung ist aber keineswegs sicher. Die australische Ökonomin Diana Mousina verweist im britischen "Guardian" auf den schwächeren Arbeitsmarkt und darauf, dass die Notenbank RBA erst im vergangenen Monat die Zinsen angehoben hatte. Entscheidend dürften die neuen Inflationszahlen am kommenden Mittwoch werden. Barometer ging erstmals seit Monaten nach unten.
Das wird heute für den Dax wichtig
Der Dax hat angesichts vager Hoffnungen auf eine Lösung im festgefahrenen Nahost-Konflikt gestern seine Tagesverluste fast vollständig abgeschüttelt. Die Öl- und Gaspreise sanken. Zudem stützte die positive Börsenstimmung in den USA. Mit einem Minus von 0,06 Prozent auf 25.304 Punkte ging der deutsche Leitindex aus dem Tag, nachdem er zeitweise bis an die 25.000-Zähler-Marke abgesackt war.
Das Walldorfer Softwarehaus SAP läutet wie üblich heute die Bilanzsaison der Dax-Konzerne ein. Ihr Hauptaugenmerk richten Börsianer erneut auf die Entwicklung des Cloud-Geschäfts, dessen Wachstum sich zuletzt leicht abgeschwächt hatte. Vom Unternehmen befragte Analysten erwarten für das dritte Quartal ein Umsatzplus in dieser Sparte von 24 Prozent auf 6,58 Milliarden Euro. Der operative Gewinn sei voraussichtlich um 15 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro gestiegen.
Nach der Prognosesenkung vom Juli hoffen Anleger auf ermutigende Zahlen von IBM. Finanzchef James Kavanaugh hatte seinerzeit in einem Reuters-Interview für die zweite Jahreshälfte eine Erholung des schwächelnden Geschäfts mit Großrechnern in Aussicht gestellt. Analysten rechnen für das dritte Quartal mit einem Umsatz von 16,82 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,85 Dollar je Aktie.
Der US-Elektroautobauer Tesla legt nach US-Börsenschluss seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Analysten erwarten im Schnitt einen Umsatz knapp unter Vorjahr von rund 27,9 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn von 43 Cent je Aktie nach 50 Cent im Vorjahreszeitraum. Dank einer Erholung des Absatzes in Europa könnte Tesla in diesem Jahr erstmals seit 2023 die Verkäufe wieder steigern. Die Anleger interessiert aber vor allem, ob der Autobauer die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz und Robotaxis stemmen kann. Zudem sorgen Spekulationen über eine mögliche Fusion mit Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX für Aufmerksamkeit.
Der Facebook-Mutterkonzern Meta gewährt mit seinen Quartalszahlen einen Einblick, ob sich die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) allmählich auszahlen. Analysten erwarten im Schnitt ein Umsatzplus von 24 Prozent auf 63,4 Milliarden Dollar, was eine Verlangsamung im Vergleich zu den 28 Prozent Wachstum im Vorquartal wäre. Der Nettogewinn soll den Prognosen zufolge um rund 17 Prozent auf 15,4 Milliarden Dollar sinken. Im Fokus der Anleger steht neben den Ausgaben für den Ausbau der KI-Infrastruktur vor allem die Akzeptanz des neuen digitalen Assistenten "Muse". Konzernchef Mark Zuckerberg versucht, mit neuen KI-Produkten eine Einnahmequelle jenseits des klassischen Werbegeschäfts aufzubauen.
Außerdem veröffentlicht die Bundesbank heute ihren Monatsbericht. Darin wird unter anderem die wirtschaftliche Lage beleuchtet. Europas größte Volkswirtschaft ist zuletzt drei Quartale in Folge gewachsen, angekurbelt vor allem durch die Exporte und staatliche Investitionen. Die Wirtschaft komme langsam aus der Stagnation heraus, doch der Aufschwung trage sich nicht selbst, so die Analyse von ZEW-Präsident Achim Wambach. Das zeigt sich auch darin, dass der Konjunkturoptimismus der Börsenprofis im Oktober einen Knacks bekommen hat: Das vom Forschungsinstitut ZEW erhobene Barometer ging erstmals seit Monaten nach unten.